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US-Facharbeitermangel: Schweißer verdienen mehr als Banker

12.10.2012 | 18:35 |   (Die Presse)

Dem produzierende Gewerbe fehlen Fachkräfte. Das führte zu stark steigenden Löhnen. Trotz des schwachen Wirtschaftswachstums. Die Entwicklung hat wirtschaftliche wie auch geschichtliche Gründe.

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Wien/Bloomberg. „Ich bin 24 Jahre alt, habe einen tollen Job und ein eigenes Haus. Wenn Sie mich fragen – ich lebe den amerikanischen Traum.“ Nein, Shawn Hayden verdient sein Geld nicht an der Wall Street. Er hat sich, gegen den Willen seiner Mutter, für eine Ausbildung zum Schweißer entschieden – und kann sich nun vor ungebetenen Jobangeboten kaum retten.

Im produzierenden Gewerbe in den USA herrscht ein Mangel an Fachkräften. Bis 2015 dürfte sich die Zahl der freien Stellen in dem Bereich auf drei Millionen verfünffachen, wie der Branchenverband Society of Manufacturing Engineers schätzt. Hinter dem Mangel steht nicht zuletzt die Erholung der US-Industrie, aber auch die Tatsache, dass aus der Generation der sogenannten „Baby Boomer“ immer mehr das Rentenalter erreichen.

Die Entwicklung hat wirtschaftliche wie auch geschichtliche Gründe. Einerseits hat der produzierende Sektor ein Jahrzehnt lang Stellen gestrichen. Andererseits entscheiden sich immer mehr Schulabsolventen für ein Uni-Studium, weil sie sich davon ein höheres Gehalt und mehr Prestige versprechen.

 

Not macht erfinderisch

Nicht so Spence Brennen. An seinem College stehen spätere Arbeitgeber regelmäßig Schlange, um Absolventen an Bord zu holen. Wenn der 22-Jährige seine Ausbildung abgeschlossen hat, „kann ich mindestens 100.000 Dollar im Jahr verdienen“. Denn das Stellenangebot ist bei Schweißern viel größer als anderswo. Als stellvertretender Manager einer China-Restaurantkette kommt Brennan derzeit auf ein Jahresgehalt von 55.000 Dollar.

Im Durchschnitt beträgt das Jahresgehalt eines Schweißers 47.900 Dollar und ist damit höher als für einen leitenden Kassier in einer Bank, wie aus Daten von CareerBuilder hervorgeht.

Schweißer mit eigener Ausrüstung können 70 Dollar je Stunde verlangen. Wer 40 Wochenstunden zu diesem Preis arbeitet und das – wie in den USA üblich – 50 Wochen im Jahr, kommt auf ein Bruttojahresgehalt von 140.000 Dollar.

Sobald die US-Wirtschaft wieder wie gewohnt wächst, wird sich der Fachkräftemangel weiter ausweiten, sagt Craig Giffi von der Unternehmensberatung Deloitte. „Wir sind an dem Punkt angekommen, an dem aus einem wichtigen Problem ein kritisches Problem wird“, sagt Giffi. „Der einzige Grund, warum es bislang noch kein kritisches Problem geworden ist, liegt im stockenden Wachstum.“

Die Schwierigkeiten, Facharbeiter zu finden, haben die Konzerne erfinderisch gemacht. Der Baumaschinenhersteller Caterpillar arbeitet etwa mit Community Colleges zusammen und bietet eine Art Volkshochschulkurs an, um freie Stellen zu füllen.

Wenn Industriekonzerne gefragt werden, warum es so schwer ist, geeignete Mitarbeiter zu finden, verweisen sie vor allem auf Eltern und Lehrer, die den Jugendlichen von einer Karriere in der Produktion abraten. Dabei werden etwa Schweißer in den unterschiedlichsten Branchen, vom Straßenbau über die Herstellung von Maschinen bis zum Baugewerbe benötigt.

„Die Wahrnehmung des produzierenden Gewerbes ist völlig falsch“, sagt Carlos Cardoso, Chef des Werkzeugherstellers Kennameta. „Alt, dunkel, rostig und gefährlich – das sind Ansichten von vor 30 Jahren.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.10.2012)

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67 Kommentare
 
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Schwachsinniger Artikel

Vergißt der Kreuzelschreiber doch zu erwähnen,dass von diesem Einkommen noch die Steuern,Krankenversicherung,etwaige Pensionsversicherung zu zahlen sind .
Des weitern sind die Jobs nur alle auf den Momentanen Bedarf ausgerichtet ,sind bei weitem keine Fix Anstellungen.

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ja ja die vergleiche... so wertvoll und sinnvoll sie sind in einer neidgesellschaft! der fischer verdient mehr als der obama, obwohl der nichts tut im vergleich zu obama. meine putzfrau verdient mehr als ein mcdonalds verkäufer. ein kebab-verkäufer verdient mehr als ein frischgebackener arzt, ein rathaus beamter verdient mehr als ein manager eines kleinen betriebes, und und und... so what?!


Gast: gast999
13.10.2012 17:15
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und warum verdienen das

frisösen, krankenschwestern, pflegepersonal, sizialarbeiterinnen nicht??

ganz einfach, weil es von denen viel zu viele gibt, nur das sagt keiner, man hört nur frauendiskriminierung

Re: und warum verdienen das

Ihre Logik ist nicht nacnzuvollziehen. Bei Krankenschwestern, Pflegepersonal, Sozialarbeiterinnen gibt es einen fixen Kollektivvertrag und wird nicht danach ausgehandelt, wieviele es von denen gibt. Zweitens - Wenn sie glauben es gäbe genug Pflegepersonal, dann schauen sie doch mal in die Heime........und drittens, es soll auch männl. Friseure, und männl. Sozialarbeiter usw. geben, also nix mit jammernden Frauen wg. Diskriminierung.

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Re: Re: und warum verdienen das

Wenn wir feststellen dass wir zuwenig Pflegepersonal haben so liegt das schlichtweg nicht an der schlechten Bezahlung sondern daran dass die Krankenkassen am Spartrip sind und einfach die Mittel kürzen wie verrückt.

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Re: Re: Re: und warum verdienen das

Ergänzung:

...die Mittel kürzen wie verrückt weil einfach kein Personal aufgenommen wird.

Ja ja wenn nur die verflixten Stellenpläne nicht wären.

Gast: dandilion
13.10.2012 13:36
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@Redaktion

Nicht Kennameta, sondern Kennametal

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nirgends verdient ein arbeiter mehr

als ein banker.

aber die märchenerzähler der raiffeisenpresse missachten halt die realitäten.

für die die mitdenken:

ein durchschnittlicher arbeitnehmer im gewerbe verdient in österreich ca 1.500,- euro netto

eine frau im handel bestenfalls 900,- euro im monat.

aber die wahrheit ist halt nicht dass was man hören will in den sogenannten elitekreisen der schwarzen presse!

Re: nirgends verdient ein arbeiter mehr

Na ja, die Überschrift müsste genauer lauten: gute Schweißer verdienen mehr als Chafkassierer in der Filiale einer Provinzbank. So entspräche sie mehr der Aussagen im artikel, würde aber weit weniger Leser anziehen. Naja...

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Re: Re: nirgends verdient ein arbeiter mehr

möglich aber der chefkassier in einer kleinen provinzbank ist halt kein banker, sondern auch so ein armse hascherl den man erzählt er wäre was.....

Gast: koagästle
13.10.2012 12:08
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Ein Schweißer

leistet auch mehr

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Re: Ein Schweißer

Vor allem leistet er etwas, das nur wenige wirklich gut können. Man muss nicht nur im Ergebnis fehlerfrei arbeiten, sondern oft gibt es keine Möglichkeit einen gemachten Fehler zu korrigieren.

Gast: AMS
13.10.2012 10:42
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Ich steh auf Geld !

Ein geschickter Handwerker findet eigentlich immer Arbeit und das wird sich auch nicht ändern, ob gelernt oder ungelernt.
Beim Häuslebauen verzichte ich gerne auf die "Mithilfe" von so Schreiberlingen.

Die Studienbeihilfe von heute ist mein Gehalt von morgen !
Zitat: Der Hackler.

Gast: Garst
13.10.2012 08:59
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OK Zensn, dann noch einmal:

Ein Schweißer verdient sogar doppelt so viel wie ein "Banker" oder Akademiker.

Verdienst

Wenn man erlich ist verdient bei uns ein Bankangestellter auch nicht so viel wie ein Schlosser oder lieg ich da falsch ??
Hab mir gedach das is ja auch nur ein Lehrberuf bei uns?

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Re: Verdienst

Das Schweißer viel verdienen ? Es war einmal bevor durch die Gastarbeiter die Löhne auf Kollektivvertrags Niveau gedrückt wurden.
Daher gibt es heute fast keine inländischen Schweißer mehr.
Dementsprechend sehen auch die Arbeiten aus.

Bei uns wäre es ähnlich,


wenn wir noch genügend Produktionsbetriebe hätten und der Arbeitsmarkt nicht mit Nichtösterreichern zugeschüttet wäre!

Die österreichische Produktion wird durch den politischen Würgegriff noch völlig aussterben!


Gast: Novaris
13.10.2012 07:53
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Im 21. Jahrhundert nur einen Beruf ??

Mit nur einem Beruf wird in der heutigen, schnell-lebigen Zeit keiner mehr zurechtkommen.
Z.B. sollte ein Rechtsanwalt auch mal eine zeitlang als LKW-Fahrer, Schweißer, Werkzeugmacher, Kunststoff-Techniker arbeiten können.
Initiative ist gefragt, Lernbereitschaft und natürlich die Bereitschaft, sich die Finger etwas schmutzig zu machen !!
Von Staatsknete zu leben ist jedenfalls für einen Leistungsfähigen ein (geistiges) Armutszeugnis und wer läßt sich schon vom Arbeitsamt einen meistens auch noch schlecht bezahlten Job zuweisen ?????


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Re: Im 21. Jahrhundert nur einen Beruf ??

Das ist nicht wahr. Wenn jemand nicht gerade einen Beruf hat, der im Aussterben ist - das ist bei einem Anwalt nicht wirklich der Fall - und er etwas kann, dann braucht er keinen anderen Beruf ausüben. Was soll denn das?

Re: Im 21. Jahrhundert nur einen Beruf ??

Gebe Ihnen grundsätzlich recht, nur ist es fast unmöglich in AT, dass ein zb Rechtsanwalt (oder anderer Bürojob) Handwerker wird, auch wenn Lernbereitschft vorhanden wäre! Weil es den Zweiten Bildungsweg in Österreich für Lehrberufe fast nicht gibt.

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Re: Re: Im 21. Jahrhundert nur einen Beruf ??

Welcher Anwalt sitzt sich schon abends ins WiFi?

Re: Re: Re: Im 21. Jahrhundert nur einen Beruf ??

Aber Abends oder am Wochenende sitzen viele in weiterbildenden Kursen, Seminaren oä. Und das neben mehr als 50 - 60 Wochenstunden, also lebenslanges Lernen ist dort sehr wohl gefragt, Zusatzausbildungen auch, aber mesit nicht in Form einer Lahre!

Re: Re: Re: Im 21. Jahrhundert nur einen Beruf ??

Welcher halbwegs begabte muss das ?

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Re: Re: Re: Re: Im 21. Jahrhundert nur einen Beruf ??

Jeder!

Mehr verdienen als die Banker....

..... würden die Schweißer ja weltweit. Schließlich führen sie auch eine wesentlich schwierigere Arbeit, die wesentlich mehr Fachkenntnis, Geschick, Schweiß und Fleiß erfordert aus. Noch dazu müssen die Schweißer für ihre Arbeit die Verantwortung übernehmen, und das machen sie auch sehr gut. Würden Sie so arbeiten wie die Banker, würde uns jede Woche eine Gasleitung um die Ohren fliegen.

Also verdienen würden sie auf jeden Fall mehr - nur kriegen tun sie es halt leider nicht!

Re: Mehr verdienen als die Banker....

Als ich vor Jahren in Florida Urlaub machte, waren die Stellenanzeigen interessant
Installateurvorarbeiter mit Spanischkenntnissen (Florida!) bekommt
35,- Dollar/Stunde, ein Anästhesist 27,- Dollar/Stunde. Beides zuzüglich Versicherung.
Das sagt einiges aus!

 
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Hobbyökonom