18.05.2013 19:51 Merkliste 0

Alvin Rabushka: "Steuern? Je niedriger, desto besser"

13.10.2012 | 18:19 |  von Nikolaus Jilch (Die Presse)

Der Stanford-Professor Rabushka ist einer der Erfinder der modernen Flat Tax. Im Gespräch mit der "Presse am Sonntag" erklärt er, warum sich die Idee in Österreich und Westeuropa bisher nicht durchsetzen konnte.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Herr Rabushka, Sie haben vor 13 Jahren ein Flat-Tax-Konzept für Österreich geschrieben – im Auftrag Jörg Haiders?

Alvin Rabushka: Ja, Haider hatte einen Zehnpunkteplan, und der zweite Punkt lautete: „Wir haben die Lösung.“ Diese Lösung war eine Flat Tax, und ich habe ein umsatzneutrales Konzept dafür geschrieben. Wir wollten Einkommensteuer und Unternehmenssteuern durch eine Flat Tax zu ersetzen.

Und mit „umsatzneutral“ meinen Sie?

Die Republik hätte mit dieser Flat Tax genauso viel Geld wie zuvor verdient.

Also hätten wir sogar die bestehende staatliche Verwaltung mit der Flat Tax weiterhin finanzieren können?

Ja, aber ich habe in dem Plan die Größe der Verwaltung um ein, zwei Prozent gesenkt und den Freibetrag für Leute mit kleinen Einkommen angehoben, damit die Flat Tax nicht das Steueraufkommen der kleinen Leute erhöht.

Sie sind mit der Idee durch das Land gezogen. Wie haben die Österreicher reagiert?

Zuerst haben alle gesagt: „Wenn wir eine niedrigere Steuerrate haben, hat der Staat weniger Einkommen. Aber der Staat braucht alles Geld, das er kriegen kann. Wenn er Ausgaben kürzen muss, gibt es fürchterliche Zustände. Schulen und Spitäler werden schließen, die Straßen werden zerfallen.“ Es war unvorstellbar für die Österreicher, sich einen schlankeren Staat überhaupt vorzustellen. Die zweite Reaktion hat sich auf das Wort „Steuern“ konzentriert. Die Leute sagten: „Auf Deutsch heißt steuern eben auch zu lenken.“

 

Sind Steuern denn dazu da, zu „lenken“?

Nein!

Was ist dann die Aufgabe von Steuern?

Geld zu sammeln, um den Staat zu finanzieren. Aber man sollte nicht eine Aktivität bevorzugen und eine andere diskriminieren. Deswegen sage ich: Machen wir eine Flat Tax für alle Unternehmen und Individuen, und zwar unabhängig von deren Berufen. Wir würden keinen Unterschied machen zwischen Herstellern, Händlern, Anwälten, Ärzten oder Bauern.

Diese Vorstellung ist freilich das genaue Gegenteil des aktuellen Systems in Österreich und Westeuropa. Im aktuellen System zahlen die Reichen mehr, weil sie mehr verdienen. Das soll sozialer sein. Ist eine Flat Tax also anti-sozial?

Ich glaube, dass die Menschen die Flat Tax für anti-sozial halten. Mir scheint, die Österreicher kennen nur die „Soziale Marktwirtschaft“. Die impliziert, dass wir alle in einem Boot sitzen und wir mehr Umverteilung brauchen. Die Idee hinter der Flat Tax ist: Zuerst sammeln wir das Geld und dann wird im Parlament debattiert, was damit geschehen soll. Die Idee hinter der „Sozialen Marktwirtschaft“ ist: Wir debattieren im Parlament, ja. Aber gleichzeitig nehmen wir mehr von den Leuten mit höheren Einkommen, um die Kluft zu schließen und mehr soziale Gleichheit zu erreichen. Das ist freilich eine generell sozialistische Art zu denken. Mit einer Flat Tax hingegen könnte man aber nicht nur dieselbe Summe wie zuvor einnehmen – niedrigere Steuerraten führen auch zu ein bisschen mehr Wachstum. Da sind sich die Ökonomen einig.

Gibt es dafür Beweise? Zum Beispiel in Osteuropa, wo viele Länder eine Flat Tax eingeführt haben?

Bis zur Finanzkrise hat man das beobachten können, ja. Wenn Sie sich die Flat-Tax-Länder in Osteuropa ansehen, dann waren die Ergebnisse bis 2008 sehr positiv. Die Finanzkrise hat alle getroffen, auch Osteuropa. Aber laut einer Studie sind die osteuropäischen Länder mit Flat Tax im Durchschnitt um ein Prozent schneller gewachsen als jene ohne Flat Tax.

Aber alle diese Länder kamen aus dem ökonomisch kollabierten Ostblock – die hatten einiges aufzuholen.

Ja, aber einige waren schneller als andere. Sehen Sie sich Estland an, das war ein spektakulärer Performer bis zur Finanzkrise. Das Staatseinkommen und die Wirtschaft wuchsen so schnell, das Land hatte einen Überschuss und konnte Staatsschulden zurückzahlen.

 

Warum sind die ehemals sozialistischen Länder Osteuropas von der Flat Tax so begeistert – während die Länder in Westeuropa sie ablehnen?

Dafür gibt es mehrere Antworten. Das Sowjetimperium ist 1991 kollabiert. In der kommunistischen Planwirtschaft brauchte man aber Steuern nie wirklich. Der Staat sammelte alles Geld ein und verteilte es wieder. Es gab Produktionsziele, aber die allermeisten Menschen zahlten keine Steuern. Der Staat hat im Grunde nur Geld hin und her bewegt, um die Produktionsziele zu erreichen. Dann fiel die Mauer und Osteuropa wechselte aus der Planwirtschaft in die Marktwirtschaft. Da braucht der Staat Steuern, um sich zu finanzieren. Die baltischen Länder haben sofort eine Flat Tax eingeführt. Der damals 32-jährige Premierminister von Estland hatte Milton Friedman gelesen. Russland, Tschechien und die Slowakei führten westliche Modelle ein. Russland hatte drei Raten, Tschechien und die Slowakei jeweils fünf. Und was ist in Russland passiert? Niemand hat Steuern gezahlt! Alle haben geschummelt.

Aber inzwischen hat Russland ja die Flat Tax eingeführt.

Ja. Ich habe damals den Ökonomen Andrey Illarionov getroffen und ihm mein Buch gegeben. Er ist damit zu Jelzin, aber nichts geschah. Als Jelzin weg war, machte Putin Illarionov zu seinem einzigen wirtschaftspolitischen Berater. Und er sagte: „Machen wir das mit der Flat Tax in Russland!“ Illarionov rief mich an und sagte, ich solle nach Moskau kommen. Aber ich habe gesagt: „Nein. Das darf kein amerikanischer Plan sein, es muss ein russischer Plan sein – lasst mich da raus.“ Die Russen waren sehr wütend damals auf den IWF und seine „Schocktherapie“. Also haben sie es ohne mich gemacht und in zwei Monaten die Flat Tax eingeführt. Klar, Putin hatte die volle Kontrolle über die Regierung. Aber die Rate war mit 13 Prozent so niedrig, dass plötzlich alle gewillt waren, ihre Steuern zu bezahlen. Die Staatseinnahmen wuchsen jedes Jahr. Inzwischen gibt es 20 bis 30 Länder mit Flat Tax.

Glauben Sie, es gibt einen idealen, einen goldenen Steuersatz, der mehr Einnahmen bringt und Wachstum anspornt?

Steuern? Je niedriger, desto besser. Ich glaube, wenn die Rate bei 20 Prozent liegt oder niedriger, dann gibt es kaum noch Steuerhinterziehung. Aber die bessere Frage ist: Welcher Steuersatz spornt das Wachstum an und bringt noch immer genug Geld, damit der Staat seine essenziellen Aufgaben übernehmen kann? Nun, da müssen wir erst nach einer Definition für „essenzielle Staatsausgaben“ suchen. Nehmen wir mal an, wir privatisieren das ganze Schulsystem. Nur mal angenommen! Alle öffentlichen Schulen werden private Schulen, die Eltern zahlen und arme Eltern werden unterstützt, damit sie ihre Kinder in die Schule schicken können. Dann bräuchten wir nicht mehr so hohe Steuern. Aber es ist sehr schwer, Denkweise und Mentalität der Menschen zu ändern. Deswegen hat die Flat Tax vor 13 Jahren in Österreich nicht funktioniert. Die USA ist ja nach einer Steuerrevolte gegründet worden. Wir haben immer noch Steuerrevolten alle zehn Jahre.

Aber Sie haben keine Flat Tax in den USA.

Das stimmt, aber wir waren nah dran. In Amerika sind nun mal alle Uniprofessoren linkslastig, die Medien sind genauso, ganz Hollywood tendiert nach links und sogar die Republikaner sind links der Mitte. Es ist schwer. Nur die Tea Party unterstützt den freien Markt, aber die sind extrem.

 

Hat die Flat-Tax-Verweigerung im Westen etwas damit zu tun, dass Politiker mit Steuergeld manchmal Lobbys zufriedenstellen?

Ja, leider. In Westeuropa haben wir 70 Jahre Erfahrung mit dieser Form der Demokratie. In Osteuropa nur 20. Nach dem Kollaps der UdSSR gab es keine Lobbys. Die gingen direkt von der Planwirtschaft in die Marktwirschaft. Der Osten war auch nicht von fünfzig Jahren Keynesianismus an den Unis geprägt. Als Vaclav Klaus 1991 im Westen sprach, sagte er: „Die einzigen Marxisten, die ich kenne, arbeiten in amerikanischen Universitäten.“ Die Professoren an den osteuropäischen Unis wussten damals ganz genau, dass der Marxismus gescheitert war.

Das sagen heute sogar die Chinesen.

Naja, die Chinesen sagen das nicht, aber sie handeln danach. Ich spreche Chinesisch, habe es vor langer Zeit gelernt. Die Chinesen nennen es „Sozialismus mit chinesischem Charakter“. Das heißt: Markt, Kapitalismus, private Unternehmen. Der Staat dirigiert zwar, aber auch die Staatsbetriebe verhalten sich wie kapitalistische Betriebe. Der Beitrag des Staates zum BIP in China beträgt nur 30 Prozent.

Die Staatsquote ist in China um 20 Prozentpunkte geringer als in Österreich?

Ja, aber man kann die Staatsbetriebe nicht dazuzählen, weil sie sich wie private Unternehmen verhalten. Sie zahlen Steuern. Die vier großen chinesischen Banken sind zum Großteil im Staatsbesitz – aber sie notieren an der Börse in New York, sie müssen sich ihren Aktionären verantworten. Der Großteil der Wirtschaft in China ist heute nicht vom Staat gesteuert. Das kapitalistischste Land der Welt ist das kommunistische China.

Ist das ein Grund zu sagen, dass Kommunismus doch funktionieren kann?

Nein, weil es ja kein Kommunismus ist. Mao wird zwar noch gefeiert, aber der wahre Held Chinas ist Deng Xiaoping. Er hat China geöffnet. Heute studieren die Kinder der chinesischen Elite an US-Unis wie Harvard.

Bei den Marxisten?

Nein, die holen sich vor allem Abschlüsse in technischen Fächern und Naturwissenschaften.

Wie funktioniert das Steuersystem in China?

Es gibt eine Einkommensteuer, Mehrwehrtsteuer und Sozialabgaben. Aber die meisten Menschen verdienen nicht genug, um schon Einkommensteuer zahlen zu müssen. Und die Mehrwertsteuer funktioniert nicht so gut, weil die chinesische Wirtschaft auf Cash basiert. Wenn Chinesen eine Wohnung kaufen, legen sie die 300.000 Dollar in Cash hin – und nehmen keinen Kredit auf, wie wir es im Westen tun würden.

Eine Steuer

Alvin Rabushka wurde am 15. Mai 1940 geboren. Der Politikwissenschaftler forscht an der konservativen Hoover Institution der Universität Stanford. Gemeinsam mit Robert E. Hall gilt er als Erfinder der modernen Flat Tax und hat mehrere Bücher zu dem Thema veröffentlicht. Er hat Flat-Tax-Konzepte für 22 Länder geschrieben, die auch umgesetzt wurden – darunter sind Estland, Tschechien und Jamaika.

Für Österreich hat Rabushka 1999 ein Flat-Tax-Konzept entworfen – für Jörg Haider und seine FPÖ. Dieses Konzept sah ursprünglich einen Steuersatz von 17 bis 20 Prozent vor, wurde von der FPÖ aber noch abgeändert. Der vorgeschlagene Steuersatz wurde auf 23 Prozent angehoben. Das Konzept verschwand in der Schublade. Erst durch den Auftritt Frank Stronachs in der Innenpolitik erlebt die Flat-Tax-Idee in Österreich eine Renaissance.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.10.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

125 Kommentare
 
12 3 4
Gast: baenkster
15.10.2012 20:37
0 1

flat tax = sozialistisch-kommunistisch

flat tax,fuer alle der GLEICHE steuersatz.

Der traum vom vermeintlichen "alle sind gleich" hat schon einmal nicht funktioniert.

Dass ausgerechnet russland und co von der flat tax "begeistert" sein sollen, ist weder ueberraschend noch ein ueberzeugendes argument.

Brauchen wir hierzulande genauso wie einen kropf.

Zum glueck ist dieser sozialistische traum auch bei der oevp nicht mehrheitsfaehig. bzw. Ein paar in der oevp koennen noch rechnen...

Gast: lessismore
15.10.2012 04:41
0 0

Equality ...

of sacrifice. Das ist der Grundsatz der Steuergerechtigkeit nach Adam Smith. In der Krise, nach Franklin Roosevelt, die ability to pay.

Gast: Halbwissen
14.10.2012 18:51
0 1

Heute war ein traumhafter Tag zum spazieren gehen und dabei nachzudenken !

Hat jemand über DAS SPAREN nachgedacht zu dem ich am Vormittag aufgefordert habe ?

Es wurde weder ein Kommentar noch eine Bewertung dazu abgegeben.

Ich habe nämlich noch keinen weg gefunden wie ich sparen könnte ohne mein Vermögen anderen zur Verfügung zu stellen.

Re: Heute war ein traumhafter Tag zum spazieren gehen und dabei nachzudenken !

Geld kann man nur verkonsumieren oder investieren ("sparen"). Nachdem die meisten Leute nicht die Moeglichkeit (Zeit, Lust,...) haben selbst zu investieren, ueberlassen sie das ueblicherweise anderen (Sparkasse, Aktien, Anleihen,...)

Die einzige Moeglichkeit die ich sehe, wenn man das Geld nicht anderen ueberlassen will, ist selbst zu investieren. In die eigene Firma soferne vorhanden, in vermietbare Wohnungen oder verpachtbare Grundstuecke, in Solaranlagen.

Antworten Antworten Gast: Halbwissen
15.10.2012 09:49
0 0

Re: Re: Heute war ein traumhafter Tag zum spazieren gehen und dabei nachzudenken !

Also ist das Ergebnis das man nur reich bleiben kann indem man andere reich macht ( ihnen das Geld zur verfügung stellt ) !

Die allgemeine Ansicht ist nämlich das Gegenteil !
Die Reichen lassen das Geld nutzlos im Tresor verstauben und wenn sie etwas davon brauchen können sie jederzeit darauf zurückgreifen.

PS: einige ihrer Beispiele würde ich dem Konsum zuordnen

Der glaubt doch wirklich was er sagt...

Selig...

Gast: baenkster
14.10.2012 17:44
3 3

> 1 Mio € steuerfrei erben


UND WO WAR DEI LEISTUNG?


Antworten Gast: Halbwissen
14.10.2012 18:42
1 1

Re: > 1 Mio € steuerfrei erben

Die "Leistung" besteht in einer harten Erziehung !

Ohne harte Erziehung sind die Millionen überhaupt nichts wert und bringen garantiert großes Unglück.

Aber was sind die Alternativen ?
Wer könnte besser mit dem Erbe umgehen ?
Jetzt sagen Sie bloß nicht unsere gefräßigen Politiker und Beamten !


Antworten Antworten Gast: baenkster
14.10.2012 20:32
1 0

Re: Re: > 1 Mio € steuerfrei erben


Die behauptung bzw. deine annahme, es gaebe einen zusammenhang zwischen "harter erziehung" und "erben jenseits der 1 Mio €" musst erst einmal erbringen. Viel glueck dabei.

Eine behauptung ist noch nicht einmal halbwissen.

Antworten Antworten Antworten Gast: Halbwissen
15.10.2012 00:06
0 1

Re: Re: Re: > 1 Mio € steuerfrei erben

Ich habe auch etwas komplett anderes geschrieben !

Natürlich kann jemand ohne "harter Erziehung" Millionen erben.
Aber glücklich wird er damit wahrscheinlich nicht.
Sehen sie sich mal die Lottogewinner aus dem Sozialbau an !
Nach ein paar Jahren ist alles weg. Auch die Freunde und Verwandten.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: baenkster
15.10.2012 07:53
1 0

Re: Re: Re: Re: > 1 Mio € steuerfrei erben


Ich kenne keinen lotto millionaer vom sozialbau.

Und selbst wenn ein solcher nicht mit lotto millionen umgehen kann - ist das noch im entferntesten kein argument dafuer, dass > 1 mio geerbte euros steuerfrei sein sollten.

Es ist wie es ist: fuer geerbtes vermoegen wurde keine leistung ebracht. Es spricht fuer die steuerfreiheit bei vermoegen von ueber 1 mio euro.

Den mittelstand kann man von der ebschaftssteuer ausnehmen, denn dieser traegt ohnehin den staat und wenn ich noch 2 zynische argumente der vemoegenden anfuhren darf:

- der mittelstand koennte sonst auswanden

- bei der geringen summe, die in der regel im mittelstand vererbt wird, ist der administrative aufwand hoeher als der nutzen. Die steuer einzuheben, zahlt sich erst bei grossen summen, zb ab 1 mio aus ;)

Re: Re: Re: Re: Re: > 1 Mio € steuerfrei erben

Das ist eine verkehrte Sicht der Dinge. Nicht das Erben ist steuerfrei, sondern das Vererben. Und der Vererber hat meist sehrwohl eine Leistung erbracht.

Warum soll er nicht selbst bestimmen duerfen, wem sein Vermoegen zukommen soll, sondern staatliche Leichenfledderer zwangsweise beteiligen muessen?

Re: Re: Re: Re: Re: Re: > 1 Mio € steuerfrei erben


Ich glaube du hast eine ziemlich verkehrte Sicht der Dinge bzw. verstehst nicht, worum es hier geht.

"Warum soll er nicht selbst bestimmen duerfen, wem sein Vermoegen zukommen soll,....."

> dieses Recht den Erben zu bestimmen zu koennen, steht gar nicht zur Diskussion.

Warum der Erbe eines Vermögens von > 1 Mio Euro Steuer zahlen soll?

Weil es leistungsfreies Einkommen ist und Einkommen prinzipiell zu versteuern ist. Steuererleichterungen und Begünstigungen sind gut zu rechtfertigen. Bei vermögen von über 1 Mio ist das eben nicht rechtzufertigen. Der Wunsch alleine von manchen hier, ist weder Rechtfertigung noch Begründung.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: > 1 Mio € steuerfrei erben

Nach meiner Erfahrung sind es nunmal die Vererber, die sich Sorgen wegen Besteuerung machen. Fuer den Erben ist das im Normalfall nicht das grosse Problem, aber die Vererber machen sich in ihren letzten Jahren jede Menge Sorgen, denken sich zum Teil ziemlich riskante Vermeidungsstrategien aus (Privatstiftung etc.), um ihr Erbe ganz zu erhalten.

Es ist fuer den Vererber, der beispielsweise 10 Jahreseinkommen gespart hat, nicht nett zu sehen, dass er 3 davon nicht seiner Tochter, sondern dem Staat geben muss.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Halbwissen
15.10.2012 10:36
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: > 1 Mio € steuerfrei erben

Der Gesellschaft als ganzes geht es sicher besser wenn Kapital in Händen von Leuten ist die sich auskennen !

Lesen Sie doch einmal den Artikel "Ideen gibt es genug" aber zu wenig Geld für Gründer".

Und wer kennt sich besser aus als jemand der es mit der Muttermilch aufgesaugt hat.

Wenn es möglich wäre größeres Kapital anzuhäufen dann ist eine angemessene Erbschaftssteuer natürlich kein Problem.

Re: > 1 Mio € steuerfrei erben

nur verkappte Kommunisten können diese Frage stellen! Vererbtes Geld wurde ja bereits ver-/besteuert.

Antworten Antworten Gast: baenkster
14.10.2012 20:38
1 1

Re: Re: > 1 Mio € steuerfrei erben

Der erbe hat noch gar nichts versteuert. Alles andere ist unrichtig.

Sollten sie den verstorbenen meinen, dann ist ihr standpunkt unverstaendlich.

Mit der gleichen begruendung koennte man auch argumentieren, dass ein supermarkt keine umsatzsteuer zahlen sollte, weil die kunden ja bereits Mwst bezahlt haben.

Absurd, nicht wahr?

Genauso absurd ist, dass erben ueber 1 mio euro nicht versteuert weden soll, weil der verstorbene bereits steuern bezahlt haben soll.

Absurd und auf kosten der allgemeinheit.

WO WAR DA DIE LEISTUNG?

Re: Re: > 1 Mio € steuerfrei erben

Wenn Sie vermögen, den Begriff Geld von Vermögen zutrennen, mögen Sie dem Begriff "Erben" schon näher kommen; Übrigens: auch wenn Sie Geld erben sollten, haben Sie es nicht versteuert, bis dass Sie hierüber eine Erbschaftssteuer entrichten!

Antworten Antworten Gast: Rechenkünstler
14.10.2012 18:42
1 0

Re: Re: > 1 Mio € steuerfrei erben

Und der Gewinn aus Vermögen wird auch besteuert.

Antworten Antworten Gast: Gradler
14.10.2012 18:38
1 2

Re: Re: > 1 Mio € steuerfrei erben


simpler Einwand.

Schwarzgeld, Schmiergeld, Betrug und Diebstahl gibt es in Ihrer Welt nicht.

Man kann davon ausgehen, dass das Gros des vererbten Vermögens auf einer der 4 Arten zu Stande kam und niemals ordnungsgemäß versteuert wurde. Dafür wären Belege erforderlich, die es meistens nicht gibt.


Antworten Antworten Antworten Gast: Halbwissen
14.10.2012 20:10
0 0

Re: Re: Re: > 1 Mio € steuerfrei erben

Das Gros ist eben nicht alle !

Antworten Antworten Antworten Gast: Rechenkünstler
14.10.2012 18:44
1 0

Re: Re: Re: > 1 Mio € steuerfrei erben

Mich würde ja auch interessieren, wie Androsch sein Vermögen gemacht hat. Er hat viel mehr als Grasser, wurde aber nie hinterfragt.

Antworten Antworten Gast: gäst
14.10.2012 18:19
2 1

Re: Re: > 1 Mio € steuerfrei erben

Mit der Logik gehören Mwst. aber auch sofort abgeschafft. Schließlich zahle ich sie aus bereits versteuerten Geld.

Gast: Pedro
14.10.2012 17:41
1 1

Naja, die Wahrheit liegt dazwischen.

Klar ist bei uns sind die Steuern mit über 50% viel viel zu hoch. Sie sind derart hoch dass unsere Politiker glauben uns sogar auf dem Lohnzettel belügen zu müssen damit es keinen Volksaufstand gibt. Denn der dort ausgewiesene Lohn ist komplett gelogen. Richtig ist er erst wenn man die sogenannten Arbeitgeberbeiträge dazuzählt, denn das ist der Betrag dem man dem Arbeitbgeber ksotet = wahrer Bruttolohn.

Dazu kommt, dass mehr als die Hälfte überhaupt keine Lohnsteuer bezahlt. Und diese Hälfte stimmt natürlich immer dafür dass die Anderen mehr bezahlen sollen. Natürlich mit dem Wunsch man soll es ihnen geben.

So geht es einfach nicht. ALLE müssen ihren Beitrag leisten, also auch wieder die die bisher nur nehmen und keine Steuern mehr bezahlen, nicht mehr nur wie bisher die Mittelschicht. Bei den wirklich Reichen ist ja meist eh nichts zu holen. Erhöht man für die die Steuern, ziehen die halt um. Siehe zb. Frankreich, da hat der Reichste Franzose gerade die Belgische Staatsbürgerschaft beantragt.
Ich habe kein Interesse daran Bürger wie den Mateschitz & Co. zu vertreiben.

Antworten Gast: gäst
14.10.2012 18:06
0 2

Re: Naja, die Wahrheit liegt dazwischen.

1.) Mwst. und andere indirekte Steuern gibt es auch noch und sie werden immer beliebter.
2.) Arbeitgeberbeiträge kürzen ergibt nicht proportional mehr Lohn, zeigt sich quer durch Europa.
3.) Mateschitz und Co. sind doch völlig wurst, sollen sie sich schleichen solange ihr Vermögen (erwirtschaftet durch die Arbeit anderer, nämlich ihrer Angestellten - die haben ihm zwar Lohn + Arbeitgeberbeiträge gekostet, ihm aber trotzdem mehr erwirtschaftet, als sie gekostet haben. Es gibt also noch Luft nach oben). Kapitalverkehrskontrollen müssen her.

Gast: ereus
14.10.2012 17:03
2 2

falat tax = das einzig richtige...aber...

...aber dann haben unsere Politiker nix zum Verteilen und können keine Freunderl- und Parteiwirtschaft mehr machen.

1-2% weniger Verwaltung = weniger Beantewäher.

Bei 20 % Steuer, gerecht verteilt auf jeden würde sich Steuerhinterziehung nicht mehr auszahlen. Völlig klar.

 
12 3 4

Hobbyökonom