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Ökostrom-Umlage für deutsche Verbraucher auf Rekordhöhe

15.10.2012 | 14:25 |   (DiePresse.com)

Die Umlage, mit der die Kosten für den Ausbau der alternativen Energie bestritten werden, steigt um 50 Prozent auf 5,3 Cent je Kilowattstunde.

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Für die Förderung der erneuerbaren Energien in Deutschland müssen die Stromkunden im nächsten Jahr tiefer in die Tasche greifen: Die Ökostromumlage, mit der die Kosten für den Ausbau der alternativen Energien auf die Verbraucher verteilt werden, steigt 2013 um knapp 50 Prozent auf rund 5,3 Cent je Kilowattstunde, wie die Übertragungsnetzbetreiber am Montag mitteilten. Der Anstieg befeuerte die Forderungen nach einer schnellen Kostenbegrenzung.

Mit der EEG-Umlage werden die Kosten für die staatlich garantierte Einspeisevergütung für Ökostrom auf die Stromkunden umgelegt. Sie steigt von 3,592 Cent je Kilowattstunde im nächsten Jahr auf 5,277 Cent, wie die Übertragungsnetzbetreiber mitteilten. Der Anstieg bedeutet für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden Mehrkosten von rund 60 Euro im Jahr.

Den Übertragungsnetzbetreibern zufolge müssen 2013 mehr als 20 Mrd. Euro auf die Stromkunden umgelegt werden. Diese ergeben sich nicht nur aus einem erwarteten Anstieg der Einspeisung von Strom aus regenerativen Anlagen. Auch ein Nachholbetrag ist den Angaben zufolge enthalten, da den Betreibern von Ökostromanlagen in den ersten neun Monaten dieses Jahres knapp 2,6 Mrd. Euro Förderung mehr gezahlt worden sei als prognostiziert.

Der Anstieg der EEG-Umlage in dieser Höhe sei "nicht absehbar" gewesen, da der Ausbau von Ökostrom-Anlagen in den vergangenen zwei Jahren deutlicher gewachsen sei als erwartet, sagte der deutsche Umweltminister Peter Altmaier (CDU) der "Bild"-Zeitung vom Montag. Die Energiewende sei aber auch "nicht zum Nulltarif" zu haben, bekräftigte er. Im ZDF-"Morgenmagazin" kündigte Altmaier an, die Entlastungen für einige Unternehmen beim Strompreis auf den Prüfstand zu stellen. Grundsätzlich halte er die Entlastungen bei der EEG-Umlage sowie bei Netzentgelten aber für sinnvoll, da es um Arbeitsplätze gehe.

Auch der deeutsche Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) verteidigte die Ausnahmen für energieintensive Unternehmen. Grünen-Politiker Jürgen Trittin forderte hingegen, die "Subventionen für Schlachthöfe und Banken" abzuschaffen. Die EEG-Umlage könnte so um einen Cent je Kilowattstunde gesenkt werden.

Derzeit profitieren laut Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle mehr als 700 Unternehmen von Ausnahmen bei der Umlage. Für nächstes Jahr haben mehr als 2.000 einen Antrag darauf gestellt. Die Ausnahmen stehen in der Kritik, weil sich durch sie der Kreis derer, auf die sich die Kosten verteilen, verkleinert.

Um die Verbraucher zu entlasten, forderte Rösler im rbb-Inforadio, die Stromsteuer zu senken. Dafür sprach sich auch der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) aus. Rösler verlangte zudem mittelfristig eine Mengenbegrenzung bei der Förderung erneuerbarer Energien. Diese gibt es bisher lediglich für Solaranlagen. Altmaier erwägt ähnliche Regelungen auch für Windkraft und Biomasse.

"Die Steigerung der Umlage ist für viele Haushalte verkraftbar", sagte Energieexpertin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung der Nachrichtenagentur AFP. Die Belastungen dürften aber "nicht zu einseitig nur auf den Schultern der privaten Haushalte abgeladen werden".

Der Verband der Chemischen Industrie, die Wirtschaftsvereinigung Metalle sowie der Bundesverband Baustoffe forderten Nachbesserungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz. Eine Reform hatte Altmaier vergangene Woche angekündigt.

(APA/AFP)

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1 Kommentare
Gast: Konservativer
15.10.2012 17:56
2 0

"Gib mir die Kontrolle über den Umweltschutz einer Nation, dann ist es für mich gleichgültig, wer die Gesetze macht"

Die Öko-Lobby ist die mächtigste Lobby unserer Zeit.

Hobbyökonom