25.05.2013 05:21 Merkliste 0

Brüssels „kleine“ Abkehr vom Agrosprit

17.10.2012 | 17:14 |   (Die Presse)

Die Europäische Kommission will Treibstoffe aus Nahrungsmitteln eindämmen, jene aus Nutzpflanzen hingegen auch in Zukunft weiter fördern. Das EU-Parlament und die Mitgliedsländer müssen noch zustimmen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Brüssel/Auer/Ag. Die EU-Kommission will die Nutzung von herkömmlichen Agrotreibstoffen in Europa deutlich begrenzen. Sprit aus Nahrungsmittelpflanzen wie Mais oder Weizen soll im Jahr 2020 nicht mehr als fünf Prozent des Gesamtenergieverbrauchs im Verkehrssektor ausmachen, geht aus einem Entwurf der Kommission hervor. Grund für die Brüsseler Abkehr vom erst stark geförderten Agrosprit ist seine vergleichsweise schwache Klimabilanz.

Sprit aus Abfall und Stroh wird gefördert

Dennoch fällt die Wende nicht so scharf aus wie zunächst angenommen. Agrartreibstoffe der zweiten und dritten Generation, die etwa aus Stroh, Abfall oder Algen gewonnen werden, will die EU ohne Mengenbeschränkung erlauben und weiter fördern. Auch Biodieselproduzenten kommt die EU-Kommission entgegen. So darf die Industrie, anders als zunächst geplant, die Verwendung von Raps- und Sojaöl im Tank weiter als klimaschonend geltend machen.
Umweltschützer kritisieren diese Regelung scharf. Studien zufolge verursacht die Produktion von Biodiesel aus Ölsamen viermal mehr Treibhausgase als die Herstellung des Ethanolanteils am Agrosprit E10 aus Getreide oder Zucker. Damit die Vorschläge umgesetzt werden können, müssen EU-Parlament und Mitgliedsländer zustimmen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.10.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

Hobbyökonom