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Rosneft wird zum größten Ölkonzern

22.10.2012 | 16:57 |   (Die Presse)

Wladimir Putin hat sein Ziel erreicht: Der staatliche russische Energieriese Rosneft schluckt das Joint Venture TNK-BP und zahlt dafür 55 Mrd. Dollar. Der Ölkonzern BP bekommt 20 Prozent der Rosneft-Aktien.

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Moskau/London/red./ag. Wladimir Putin hat sein Ziel, den weltgrößten börsenotierten Energiekonzern unter russischer Kontrolle zu schmieden, erreicht: Der Staatskonzern Rosneft kauft um 55 Mrd. Dollar (42,2 Mrd. Euro) das Öl-Joint-Venture TNK-BP, das bisher je zur Hälfte dem britischen Energiemulti BP und vier russischen Oligarchen gehörte. Die vier Milliardäre erhalten zusammen 28 Mrd. Dollar, BP bekommt 17,1 Mrd. Dollar plus knapp 20 Prozent der Rosneft-Anteile.

Übernahme war „Chefsache“

Nach der Übernahme wird Rosneft deutlich mehr Öl und Erdgas fördern als der bisherige Weltmarktführer Exxon. Russlands Präsident Putin setzt damit einen entscheidenden Schritt bei dem Vorhaben, die Öl- und Gasindustrie in Russland wieder weitgehend unter staatliche Kontrolle zu bringen. Die Branche war – wie viele andere Sektoren auch – nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in den Neunzigerjahren hastig privatisiert worden. Viele der Milliardenvermögen russischer Oligarchen entstanden im Zuge dieser Privatisierungen.

Die Übernahme von TNK-BP war in Russland absolute Chefsache: Putin selbst hatte den Kauf in direkten Gesprächen mit dem Topmanagement von BP und Rosneft im vergangenen September orchestriert. BP verliert durch den Deal zwar einiges an Ölförderung in Russland, kann durch die Einbindung in Rosneft bei künftigen Projekten aber mit Unterstützung durch Putin und den mächtigen Rosneft-Chef Igor Setschin rechnen. Die Briten sind hinter dem russischen Staat künftig zweitgrößter Aktionär in der börsenotierten, aber von Moskau kontrollierten Rosneft.

Das Joint Venture TNK-BP war für die Briten zuletzt ohnehin keine einfache Aufgabe mehr gewesen: Mit den vier Mitbesitzern kam es zu immer schärferen Reibereien, die das Unternehmen lähmten.

Streitthema waren riesige Ölfelder in der russischen Arktis. Experten vermuten dort ein Fünftel der weltweit noch unerschlossenen Vorkommen.

Der Wettlauf um diese Quellen hat voll eingesetzt, wobei die mehrheitlich in Staatsbesitz befindliche Rosneft natürlich beste Chancen hat. BP wollte bei der technisch nicht unschwierigen Erschließung dieser Felder direkt mit Rosneft zusammenarbeiten. Das Oligarchenkonsortium wollte das aber unter allen Umständen verhindern: Nach dessen Vorstellungen sollte nicht der BP-Konzern allein, sondern das Joint Venture TNK-BP als Rosneft-Partner auftreten.

Für TNK-BP war das eine existenzielle Frage: Weil die russische Regierung Lizenzen für große Ölfelder zunehmend nur noch an Staatsunternehmen vergibt, drohten TNK-BP deutliche Einbußen.
Für BP dürfte sich die Zusammenarbeit mit den vier Milliardären trotzdem ordentlich ausgezahlt haben: Bei der Unternehmensgründung 2003 hatte die Beteiligung BP sieben Mrd. Dollar gekostet.

Es begann mit dem Yukos-Coup

Der Aufstieg Rosnefts zum bald weltgrößten Energiekonzern begann Mitte des vorigen Jahrzehnts mit der nicht ganz astreinen Übernahme des Großteils des Ölkonzerns Yukos von Putin-Kritiker Michail Chodorkowski. Der Yukos-Chef wurde wegen Unterschlagung, Geldwäsche und Steuerhinterziehung mit einer langjährigen Haftstrafe „bedacht“ und solcherart außer Gefecht gesetzt. Der jetzige Rosneft-Chef, Igor Setschin, war damals Vizestabschef unter Putin.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.10.2012)

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5 Kommentare
Gast: phj
22.10.2012 19:37
0 0

Auch wenn die Ölreserverven begrenzt sind

20, 30 Jahre werden sie sicher reichen.
Russland hat während dieser Zeit eine super Einnahmenquelle und ist der größte Energielieferant der EU.
Davor habe ich Angst.

Re: Auch wenn die Ölreserverven begrenzt sind

naja ich würde mich da ni h allzusehr sorgen. russland hat vermutlich genug öl und gas um europa noch einige jahrzehnte versorgen zu können.

ich glaube aber nicht, dass rusland europa wirklich schaden möchte.
klar könnten öl und gas als politisches druckmittel engesetzt werden, aber bleiben die öl euroa aus, sog geht auch russland den bach runter, denn wie sonst komnen die an divisen ran?
dann sind sie genau wieder dort wi sie mitte der 90er waren, in stagnation politischer unicherheit, inflation und armut.

das wird wohl nicht im ineresse der rusischen führung sein, denn dann wäre sie wohl schnell weg von futtertrog

Verkäufe

Die Verkäufe in der Ölbranche (Kanada an China, BP an Russland) werden sich noch häufen, da einige doch schon aufgeschnappt haben, dass die große Wende zu anderen Energieformen, sprich LENR-Cold fusion, unmittelbar bevorsteht und Öl ausgespielt hat. Da die Käufer aber nicht so naiv sein können, das nicht zu wissen, wäre interessant, was da für Nebendeals laufen.

Gast: schonwiedereingast (dauerzensuriert)
22.10.2012 17:31
0 0

Putin derzeit wohl bester Politiker der Welt

darum wird er so gebasht

Antworten Gast: ido
22.10.2012 21:10
0 0

Re: Putin derzeit wohl bester Politiker der Welt

so ist es. genau wie Lance Armstrong, der beste Radler der Welt, nur deshalb gebasht wird

Hobbyökonom