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Gewinnwarnung: Daimler gerät in Sog der Autokrise

25.10.2012 | 08:29 |   (DiePresse.com)

Nach einer E-Mail-Panne in den USA musste der deutsche Autobauer die Quartalszahlen bereits frühzeitig am Mittwochabend mitteilen. Der Konzern muss die Prognose für 2012 kappen.

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Nach ersten Alarmzeichen aus der Pkw-Sparte kommt Daimler nicht mehr darum herum: Der Autobauer kappt für den gesamten Konzern die Prognose für den operativen Gewinn. Wegen einer Panne in den USA müssen die Schwaben die schlechte Nachricht Hals über Kopf mitteilen. Harter Konkurrenzkampf und Absatzprobleme setzen Daimler immer mehr zu und haben den Autobauer zur Korrektur seiner Ziele für 2012 gezwungen. Nach der Gewinnwarnung Ende September für seine Pkw-Sparte schraubten die Schwaben am Mittwoch nun auch ihre Vorhersage für den operativen Gewinn des Gesamtkonzerns herab.

"Angesichts der deutlichen Verschlechterung des Marktumfelds in wichtigen Märkten in den vergangenen Monaten sowie einer Intensivierung des Wettbewerbs hat Daimler die Ergebniserwartungen angepasst", teilte das Unternehmen in Stuttgart mit. Vorstandschef Dieter Zetsche kündigte ein rigides Sparprogramm für die Kernmarke Mercedes an. Ursprünglich hätten die Zahlen erst am Donnerstag kurz vor Börsenstart in Deutschland vorgelegt werden sollen. Eine E-Mail-Panne in den USA zwang den Konzern zur früheren Mitteilung.

Vertrieb in Asien wird umgekrempelt

Der Dax-Konzern rechnet neuerdings nur noch mit einem operativen Ergebnis von ungefähr 8 Milliarden Euro, was knapp neun Prozent unter Vorjahresniveau wäre. 2011 waren Daimler aus dem laufenden Geschäft rund 8,75 Milliarden Euro geblieben, was diesmal zunächst wieder das erklärte Ziel war. Zum Sparvorhaben sagte Zetsche: "Mit diesem Programm bündeln wir bestehende und zusätzliche Effizienzmaßnahmen, um sowohl unsere kurzfristigen Ziele abzusichern als auch unser Geschäftssystem optimal und nachhaltig auszurichten." Unterm Strich verdiente Volkswagen 11,3 Milliarden Euro (plus 59 Prozent) - allerdings ist ein Großteil davon auf die Komplettübernahme der Sportwagenschmiede Porsche zurückzuführen. Deren Zahlen waren nach der Integration Anfang August erstmals in der VW-Bilanz enthalten.

In einem Brief an die Belegschaft hatte Zetsche am Mittwoch bereits angekündigt, etwa den Vertrieb im Wachstumsmarkt China umzukrempeln, wo Daimler - so wie weltweit auch - hinter den Erzrivalen Audi und BMW liegt. Dazu hieß es am Mittwoch in der offiziellen Mitteilung, dass diese Reformen den Gewinn bei Mercedes zum Jahresende schmälern werden. "Ergebnisseitig wird mit Belastungen aus Maßnahmen zur Unterstützung des Händlernetzes in China gerechnet." Nur noch 4,4 Milliarden Euro soll die Pkw-Sparte 2012 operativ einfahren - nach 5,2 Milliarden Euro im Vorjahr.

Quartalsgewinn von 1,2 Milliarden Euro

Unter dem Strich verdiente Daimler im dritten Quartal 11 Prozent weniger und kam auf 1,2 Milliarden Euro. Beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) blieben 1,9 Milliarden - minus zwei Prozent. Die Umsätze kletterten um acht Prozent auf 28,6 Milliarden Euro. Zetsche hatte bereits Ende September Alarm geschlagen und angekündigt, in der wichtigen Autosparte mit den Marken Mercedes-Benz, Smart und AMG, werde das Vorjahres-Ebit 2012 wohl nicht erreicht werden. Zur Begründung für die Gewinnwarnung beim Gesamtkonzern hieß es nun, die Erweiterung der Pkw-Modellpalette und die "Produktoffensive" bei den Lastern seien herausragende Gründe bei den unerwarteten Belastungen.

VW steuert global betrachtet zwar weiter auf Rekordkurs bei Auslieferungen und Umsatz, doch der schwache Europa-Markt sowie Investitionen in neue Modelle drückten das operative Ergebnis im dritten Quartal um rund ein Fünftel auf 2,3 Milliarden Euro.

Trendwende ist offensichtlich

Die Trendwende ist bereits im dritten Quartal offensichtlich: Der Gewinnbringer Mercedes-Benz-Cars steigerte den Umsatz zwar um zehn Prozent auf 15,238 Milliarden Euro. Doch aus dem laufenden Geschäft blieben nur 975 Millionen Euro, was ein Einbruch von 12 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum bedeutet.

Die Mitteilungspanne hatte ihren Ursprung in den USA. Dort gelangten die Zahlen versehentlich in den US-Mailverteiler. Es ist das dritte Mal in kurzer Zeit, dass ein großer Konzern derart patzt: Auch beim Internetriesen Google und dem US-Chemiekonzern Dow Chemical waren die Geschäftszahlen zu früh veröffentlicht worden. Problematisch wird dies, wenn noch der reguläre Börsenhandel läuft.

(APA/dpa)

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3 Kommentare

Der Schärdinger

Kein Wunder. Wir wollten uns ein neues Auto kaufen, sahen uns die Neue A Klasse an, auf unsere Frage, warum man von der höheren Sitzposition weggegangen ist, wurde uns geantwortet, wir wollen die jüngere Generation ansprechen.
Das gezeigte Auto kostete 37 000.- €
Glück auf für die Jungen..........

Antworten Gast: Selfmade Man
25.10.2012 15:20
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Re: Der Schärdinger

sie sprechen ungewollt genau das problem an das meines erachtens daimler hat !! nicht nur auf meinem mist gewachsen auch führende wirtschaftsmedien haben dies schon angesprochen ----> nähmlich, mercedes ist/bedeutet( für mich) in erster linie die e u. s- klasse, diverse suv's ( in weiterer folge natürlich auch die trucks,aber lassen wir dass jetzt),wenn ich mir aber so manch schrebergarten- modell ansehe das daimler auf den markt gebracht hat ,diese b- klasse sieht aus wie ein dickes kind,auch die lustige a- klasse hat mit einem mercedes nichts zu tun aber so dachte/glaubte man alle bevölkerungsschichten locken zu können,mich aber nicht (mehr),gilt auch als aktionär !!.... ps: aber es steht natürlich jedem unternehmen frei sich seine kunden auszusuchen,vielleicht sollte man deckerln u. stoffviecherln die man ins auto legen u. hängen kann als inkl.- sonderausstattung mitanbieten .....

Antworten Gast: de mirabaud
25.10.2012 13:56
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Re: Der Schärdinger

leider wird technische exzellenz von seiten der uniformierten kundschaft nicht gewürdigt.

verkauft werden hohe sitzpositionen und/oder ein imposanter auftritt vorm eissalon.
kein wunder, dass in diesem marktumfeld bmw und audi reüssieren.


Hobbyökonom