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Erfinderische Airlines: Zusatzleistungen bringen Milliarden

30.10.2012 | 17:38 |  Von Hedi Schneid (Die Presse)

Koffer, Essen oder Beinfreiheit: Viele Leistungen, die früher gratis waren, müssen bezahlt werden und verteuern Billigtickets erheblich. Auch die klassischen Gesellschaften wie Lufthansa kassieren extra.

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Wien. Weihnachtsshopping in Paris, Sonne tanken in der Türkei: Mit Billigangeboten haben die Airlines das Fliegen für (fast) jedermann erschwinglich gemacht. Tickets um zehn Euro und weniger haben die Jets auch mit Reisenden gefüllt, die bis dato nicht einmal von einer Flugreise geträumt haben. Für manch einen Passagier endet die Vorfreude aber schon am Flughafen beim Check-in – und spätestens, wenn die Kreditkartenabrechnung kommt.

Die durch die Wirtschaftskrise, den hohen Ölpreis und hohe Steuern unter Ertragsdruck geratenen Fluglinien lassen sich viele Leistungen, die früher gratis waren, extra bezahlen. Und sie erfinden auch neue Zusatzeinnahmen. „Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt“, sagt Wilfried Kropp, Geschäftsführer von Amadeus Austria und nennt ein Beispiel: Die Sitze beim Notausgang, die es ermöglichen, auch in der „Holzklasse“ die Beine auszustrecken, werden von der Lufthansa-Tochter AUA gesondert angeboten: um 70 Euro Zuschlag je Strecke.

Wie heute kalkuliert wird, zeigt die jüngste Analyse des Buchungsspezialisten Amadeus: 36,1 Mrd. Dollar (28 Mrd. Euro) lukrieren die Fluglinien heuer weltweit an Zusatzumsätzen, um 14 Mrd. Dollar mehr als 2010. Das sind 5,4 Prozent des prognostizierten Gesamtumsatzes von 667 Mrd. Dollar. „Die jährlich zweistelligen Zuwachsraten zeigen das Potenzial.“ Die US-Fluglinien etwa machen vor allem mit dem Verkauf von Vielfliegermeilen an Partnerunternehmen viel Geld.

Lufthansa mit Gepäckautomaten

Waren anfänglich die Billigairlines mit Ryanair an der Spitze Weltmeister bei Zusatzumsätzen, kassieren nun auch die klassischen Gesellschaften wie Lufthansa extra für Schnell-Check-in, Zusatzgepäck, Bord-WLAN, Wunschfilme, Gourmetmenü und Zutritt zu Lounges. Oder sie streichen Services und sparen so Personal und Kosten.
Die Lufthansa setzt seit gestern, Dienstag, in München und Frankfurt Gepäckautomaten ein. Der Reisende darf also nicht nur selbst im Internet den Flug suchen und buchen, selbst einchecken und die Bordkarte ausdrucken bzw. auf das Handy laden, er muss auch selbst den Koffer aufgeben. Nur selbst fliegen muss der Passagier noch nicht.

Aber wer weiß. Ryanair-Boss Michael O'Leary hat eine Toilettengebühr erfunden (aber nicht umgesetzt). Die größte Billigairline verärgert Passagiere und Konsumentenschützer mit der unübersichtlichsten Webseite. Nur wer das Kleingedruckte, das bei Ryanair gleich mehrere Seiten lang ist, genau liest, erspart sich böse und teure Überraschungen.

Ein Blick auf das Kleingedruckte zahlt sich auch beim Ticketpreis aus: Bei einem Ticket Wien–Paris mit der AUA um 157,24 Euro macht der reine Flugpreis nur noch 40 Euro aus. Wer um 135,86 Euro mit Niki nach Berlin jettet, zahlt nur sieben Euro für den Flug. Der Rest entfällt auf den Kerosinzuschlag sowie Steuern und Gebühren. Die fließen nicht in die Kassen der Fluglinien.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.10.2012)

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15 Kommentare

es muss noch billiger werden

die Piloten und Stewardessen verdienen einfach zu viel

Gast: MaxMoser
31.10.2012 08:02
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Kerosinzuschlag

Der Kerosinzuschlag ist nur ein versteckter Ticketpreis, der hat nichts mit externen Kosten zu tun. Der Spiegel hatte neulich eine Grafik, der Kerosinzuschlag wächst schneller als jeder Spritpreis. Und geschummelt wird da auch, siehe: https://meilenschwund.wordpress.com/sonstiges/treibstoffzuschlag/" target="_blank">https://meilenschwund.wordpress.com/sonstiges/treibstoffzuschlag/

Swiss

Bin vor einer Woche mit meiner Frau aus Japan mit Swiss nach Europa zurückgeflogen: Freigepäck in der Economy 2 x 23 kg plus 8 kg Handgepäck (pro Person!). Ticketpreis war rund 600 EUR für Stockholm - Tokyo via Zürich)!

Vergleichen lohnt sich!

Für unser Übergepäck hätten wir bei AUA wohl fast einen Ticketpreis extra bezahlt.

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Re: Swiss

blödsinn. aua hat ebenfalls 23 kg pro person 8 kg handgepäck. tut mir leid aber da sollten sie vorher nachlesen, bevor sie fehlinformationen posten. ticketpreis ist etwas anderes.

Re: Re: Swiss

Retour: Blödsinn - sie sollten genauer lesen: Swiss hat auf bestimmeten Routen 2 x 23 kg + 8 kg Handgepaäck = 54 kg gesamt pro Person!

Sie sollten genauer lesen bevor sie auf Postings anworten und Leute falsch informieren.

Re: Re: Re: Swiss

...doch leider nur auf ausgewählten Routen.

"nur 7 euro für den flug"?

krank.
das kann nicht funktionieren.

Gast: Halbwissen
30.10.2012 21:31
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Das wird bei der Inflationsberechnung sicher nicht berücksichtigt !


grr

Ich bin 2 Meter groß und die Notausstieg-Sitze sind für mich daher die einzige Möglichkeit halbwegs bequem zu fliegen. Die Lufthansa-Group kann mich ab jetzt gern haben. Da zahl ich lieber mehr und flieg mit einer gescheiten Fluglinie wie Singapore Airlines wo die Zusatzleistungen noch stimmen (von den deutlich breiteren Sitzen ganz zu schweigen).

Re: grr, nix grrr

ich bin 1,40 gross und der platz vor dem notausstieg ist fuer mich die einzige moeglichkeit in der nacht ausgestreckt zu liegen,Daher sind die 70 netsch ganz ok.

Antworten Antworten Gast: Klaus
01.11.2012 19:57
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Re: Re: grr, nix grrr

beim Notausgang müssen Leute sitzen die auch bei einer Evakuierung helfen können (muss so sein!) und nicht die Leute mit der offenen Brieftasche.

Antworten Gast: rest in peace
31.10.2012 07:36
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Re: grr

Die Sitze beim Notausgang konnten ja bisher nie reserviert werden mit der Begruendung dass diese Passagiere ja im Falle eines Notfalles bei der Evakuierung helfen muessten. Ergo muessen beim check-in diese Personen als koerperlich & gesundheitlich geeignet befunden werden.
Wie wird das nun gehandhabt? Fliege viel Asien und es war immer lustig zu sehen dass 2 meter grosse "Westler" in die normalen Sitze gequetscht werden, waehrend Asiaten mit nicht mal 1,60 an den Notausstiegen sitzen (die natuerlich sofort nach Abflug dann auch noch den Sitz bis zum Anschlag nach hinten geben muessen, man will's ja gemuetlich).
Emirates ist gut - keine Frage, jedoch auf Grund des billigen Preises auch die bevorzugte Airline von Familien und Wenig-Flieger was zur Lautstaerke erheblich beitraegt. Schlafen ist nur mit Gehoehrschutz und Schlafbrille einigermassen moeglich. Wer jemals Arabische Familien im Flieger erlebt hat weiss wovon ich spreche. Gangsitze sind dann einfach unertraeglich da man alle paar Minuten von turnenden Kinder gerempelt wird (hab uebrigens selber 3, Sache der Erziehung).

Re: grr

kann wärmstens herzens emirates empfehlen. da können 2 m menschen auch in der touristenklasse mittendrin sitzen, kein problem. preis passt, service passr, no hidden charges.

innerhalb von europa ist eh alles der gleiche quark, daher aus
protest irgend was anderes als lufthansa und deren konsorten buchen.

Re: Re: grr

Emirates flieg ich auf Langstrecke auch öfters aber leider haben die auch nachgelassen. Dafür sind die Preise sehr fair.

Kurzstrecke (und ein paar mal Langstrecke) bin ich halt meistens mit einer Star Alliance Airline geflogen aber wenn ich jetzt 70 Euro extra für den Notaustiegsplatz zahlen soll dann such ich mir lieber was anderes.

Die besten Airlines die ich bis jetzt hatte:

1. Singapore
2. Turkish
3. Emirates

Qatar, Etihad und Thai sollen angeblich auch ganz gut sein

Re: grr

Das Blöde ist nur, dass die nicht alle Destinationen anfliegen :(

Hobbyökonom