Zürich/Frankfurt/SDA/Reuters. Die Schweizer Großbank UBS will in den nächsten drei Jahren weltweit zwischen 9000 und 10.000 Stellen streichen. Das gab das Institut am Dienstag bekannt. Derzeit beschäftigt die Bank 65.500 Mitarbeiter. Allein 2500 Stellen sollen in der Schweiz wegfallen, wo es unterstützende Funktionen der Investmentbank treffen wird, etwa in der Informatik oder bei den Personaldienstleistungen. Doch auch Investmentbanker in New York, London oder Singapur müssen gehen. Die Sparte wird beträchtlich zusammengestutzt.
Die Bank will sich aus Teilen des Handels mit Obligationen und strukturierten Produkten zurückziehen. Die Investmentbanker sollen sich künftig auf Beratung, Analysen und den Handel mit Aktien, Devisen und Edelmetallen konzentrieren. Die Vermögensverwaltung für reiche Kunden soll an Bedeutung gewinnen.
Aktionäre begrüßen Sparkurs
Mit ihren Maßnahmen will die UBS jährlich 3,4 Mrd. Franken (2,64 Mrd. Euro) einsparen. Zunächst bürdet die Restrukturierung der Bank aber Wertberichtigungen von über drei Mrd. Franken auf, die in der Rechnung des dritten Quartals 2012 zu einem massiven Verlust führen. Unterm Strich steht ein Minus von 2,17 Mrd. Franken. Operativ lief es für die UBS aber besser als im Vorquartal. Unter Ausklammerung von Sondereinflüssen verdiente das Institut vor Steuern 1,4 Mrd. Franken. Die Aktie schnellte um etwa fünf Prozent hoch.
Auch die neuen Chefs der Deutschen Bank ziehen ihr Sparprogramm durch. Der Abbau von fast 2000 Stellen vor allem im Investmentbanking soll bis Jahresende so gut wie abgeschlossen sein. Anders als die UBS wollen Anshu Jain und Jürgen Fitschen das laufende Sparprogramm nicht verschärfen. Vom Gewinnanstieg im dritten Quartal, zu dem die Investmentbanker maßgeblich beitrugen, fühlen sie sich bestätigt. Vor Steuern stand ein Gewinn von 1,1 Mrd. Euro zu Buche, um 20 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Aktie legte deutlich zu.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.10.2012)
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