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G20 verliert an Bedeutung

01.11.2012 | 17:48 |   (Die Presse)

US-Finanzminister Timothy Geithner und EZB-Chef Mario Draghi werden beim Treffen der 20 größten Volkswirtschaften (G20) in Mexiko fehlen. Genauso die Finanzminister von Brasilien und Frankreich.

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Wien/jil/ag. Es ist noch nicht lange her, da wurde die Runde der 20 größten Volkswirtschaften (G20) als das „Komitee zur Rettung der Welt“ gesehen – jenes Gremium, das die globale Koordination der Bekämpfung der Finanzkrise übernehmen soll. Wenn sich am 4. und 5. November die G20 in Mexiko-Stadt treffen, wird von dieser Aura nicht mehr viel übrig sein. Einige wichtige Personen werden überhaupt durch Abwesenheit glänzen.

US-Finanzminister Timothy Geithner und EZB-Chef Mario Draghi haben bereits abgesagt. Genauso die Finanzminister von Brasilien und Frankreich. Ob der chinesische Notenbankchef Zhou Xiaochuan teilnehmen wird, gilt als fraglich. Ohne diese wichtigen Delegierten kann de facto ausgeschlossen werden, dass es beim G20-Gipfel zu bedeutenden Beschlüssen kommt.
Das erste Treffen der Regierungschefs der G20 fand im November 2008 als Reaktion auf die globale Wirtschaftskrise statt. Beim G20-Gipfel in London im April 2009 einigten sich die Vertreter der Länder darauf, die globale Wirtschaft mit 1,1 Billionen Dollar zu stützen.

Geldpolitik führt zu Spannungen

Aber viele Versprechen wurden von den Politikern später gebrochen: Vor allem allzu ambitionierte Defizitziele wurden wieder aufgeweicht. Internationale Spannungen werden seit 2008 auch durch die Geldpolitik der westlichen Zentralbanken erhöht. Der brasilianische Finanzminister Guido Mantega sprach schon von einem „Währungskrieg“. Die lockere Geldpolitik des Westens führt in Südamerika und Asien, wo die Wirtschaft intakt ist, zu Inflationsproblemen.

Das Meeting in Mexiko-Stadt kommt nur wenige Wochen nach einem komplett ergebnislosen IWF-Gipfel in Tokio. Es wird der letzte G20-Gipfel in Mexiko sein – dann übernimmt Russland den Vorsitz der G20.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.11.2012)

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