22.05.2013 09:09 Merkliste 0

"Systemrelevant": Die gefährlichsten Banken der Welt

02.11.2012 | 10:15 |   (DiePresse.com)

28 Banken gelten als weltweit systemrelevant. Vier für das Finanzsystem besonders gefährliche Banken müssen nun mehr Eigenkapital aufbauen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Der Finanzstabilitätsrat (FSB) hat erstmals - im Auftrag der G20-Staaten - öffentlich gemacht, in welche Gruppen die internationalen Institute derzeit eingestuft werden. Grundlage der "Systemrelevanz" sind Kriterien wie Größe und Vernetztheit im internationalen Finanzsystem. Danach teilen die Aufseher in Basel die Banken in vier Gruppen ein, die unterschiedlich hohe Kapitalpolster brauchen. Demnach werden die Citigroup, die Deutsche Bank, HSBC und JP Morgan Chase als besonders gefährlich für das Finanzsystem genannt. Alle vier Institute betreiben Investmentbanking und Privatkundengeschäft gleichzeitig.

Die vier Banken in der zweithöchsten Kategorie (die allerhöchste ist nicht belegt) müssen von 2016 an einen zusätzlichen Eigenkapitalpuffer von 2,5 Prozent aufbauen. Barclays und BNP Paribas rangieren in der dritthöchsten Kategorie, in die vor einem Jahr offenbar auch noch die Deutsche Bank einsortiert worden war. Mit den Auflagen wollen die Aufseher verhindern, dass die größten Banken in einer Krise zusammenbrechen und auf Kosten der Steuerzahler gerettet werden müssen. Reine Investmentbanken wie Goldman Sachs im vierten Korb müssen nur 1,5 Prozent mehr Kapital aufbringen. Das gilt auch für die Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse, die aber jetzt schon höhere Kapitalforderungen der Schweizer Finanzmarktaufsicht (FINMA) erfüllen müssen.

28 Banken sind global systemrelevant

Die Liste wird bis 2014 aktualisiert, die aktuelle Rangfolge basiert auf Daten von Ende 2011. Insgesamt stuft der FSB mit Sitz in Basel 28 Banken als global systemrelevant ein. Neu auf der Liste sind die spanische BBVA und die britische Standard Chartered. Die 28 Banken - darunter keine aus Österreich - sind je nach ihrer Bedeutung für das globale Finanzsystem in vier "Körbe" eingeteilt in denen sie Kapitalaufschläge von 2,5, 2,0, 1,5 und 1,0 Prozent erhalten sollen; zusätzlich zu den sieben Prozent Grundkapital und Gewinnrücklagen, die alle Institute aufbauen müssen.

Die gefährlichsten Banken
Korb 4 (2,5 Prozent): Citigroup (USA), Deutsche Bank, HSBC (Großbritannien) und JP Morgan Chase (USA).

Korb 3 (2,0 Prozent): Barclays (Großbritannien), BNP Paribas (Frankreich).

Korb 2 (1,5 Prozent): Bank of America, Bank of New York Mellon, Goldman Sachs, Morgan Stanley (beide USA), UBS, Credit Suisse (beide Schweiz), Royal Bank of Scotland (Großbritannien), Mitsubishi UFJ (Japan).

Korb 1 (1,0 Prozent): Bank of China (China), BBVA (Spanien, neu), Banque Populaire CdE, Credit Agricole, Societe Generale (alle Frankreich), ING Bank (Niederlande), Mizuho, Sumitomo Mitsui (alle Japan), Nordea (Schweden), Santander (Spanien), Standard Chartered (Großbritannien, neu), State Street, Wells Fargo (beide USA), Unicredit (Italien, zu der in Österreich die Bank Austria gehört).


Nicht mehr dazu zählt neben der britischen Lloyds Bank und der zerschlagenen belgisch-französischen Dexia die deutsche Commerzbank, die ihre Bilanzsumme und die Risiken stark reduziert hat. Letztere gilt aber als "national systemrelevant".

Banken müssen "Testament" machen

Als Lehre aus der Finanzkrise müssen alle Großbanken in den kommenden Jahren ein Kapitalpolster von sieben Prozent ihrer Bilanzrisiken aufbauen, die systemrelevanten Banken noch mehr. Damit will das Gremium unter dem Vorsitz des kanadischen Notenbankchefs Mark Carney einen Anreiz dafür schaffen, dass die Banken ihre Risiken reduzieren, um geringere Kapitalpuffer aufbauen zu müssen. Die Liste soll auch Thema beim G-20-Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs am Sonntag und Montag in Mexiko-Stadt sein.

Die schärfere Regulierung von Großbanken beschränkt sich nicht auf mehr Kapital. Sie müssen auch ein "Testament" vorlegen, nach dem sie nach einem Zusammenbruch - möglichst unschädlich für das Finanzsystem - aufgespalten und notfalls zum Teil abgewickelt werden können. Denn Aufsehern und Politikern ist es ein Dorn im Auge, dass sich Banken in der Vergangenheit darauf verlassen konnten, auf Kosten des Steuerzahlers aufgefangen zu werden, weil sie zu wichtig für die Wirtschaft des Landes waren, um pleitegehen zu können ("too big to fail"). Doch in der Praxis schafft das Probleme - nicht zuletzt, weil die meisten Banken aus einer Vielzahl von Landesgesellschaften bestehen, die unterschiedlichen Aufsehern unterstehen. Der FSB sprach am Donnerstag von "ermutigenden Fortschritten".

(APA/Reuters)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

60 Kommentare
 
12
Gast: Ahaaa
03.11.2012 18:34
0 0

So ein Blödsinn

Das sind defacto einfach nur die grössten Banken. International bzw. in den wichtigsten Wirtschaftsregionen. Jedes Land hat ihre eigenen systemrelevanten Banken. Denn was passiert wenn sogenannten Korb 1 Banken wie der Unicredit in Italien, AT und De zu hohes Exposure haben mit der Industrie in den Regionen. Oder der ING, oder SocGen, Santander, ... Lächerlich hier eine EInstufung überhaupt vornehmen zu wollen. Da müsste man viel tiefer in die Bücher der Baken schauen. Wäre doch viel einfacher das Bankengeschäft zu trennen. Corporate Banking mit eingeschränkten Investment Banking-Aktivitäten wie Emissionsgeschäft (Aktien-Anleihen --> Finanzierungsgeschäft der Unternehmen), Privatkundengeschäft (Einlagen- und Finanzierungen --> reine Kundengeschäfte und kein Eigenhandel) und dann noch die reinen Zockerbuden Investmentbanking. Damit bedarf es auch keinen Chinese Walls und keiner Absicherungsgeschäfte und die "systemrelevanten" Banken könnten auf Nostro-Seite erst gar keine Risiken aufbauen. Grösse war doch noch nie gut. Nur Qualität!
Sicher eine kontroverse Ansicht da dadurch sicher viel Wert vernichtet werden würde, aber in Wirklichkeit kein Substanzwert sondern nur Hoffungswert.

Gast: ASVG-Sklave
03.11.2012 12:05
1 0

Ein Chaotisches System

Die Welt ist ein Chaotisches System unter der Ditaktur der Monetaristen. Die Regierungen sind entweder Handlange der Monetaristen oder deren Kompromisten. Deshalb ist es höchste Zeit, die systemrelevanten Banken zu zerschlagen und unter staatlicher Kontrolle zu bringen. Das Motto soll lauten: small und transparent is beutiful. Was undurchsichtig und weitverzweigt ist, ist leicht verdächtig, die Kontrolle der öffentlichkeit zu entfliehen. Die Steuerzahler sollen nicht länger für ihre Zockereien ausbaden.

Gast: Demokratie statt Finanzdiktatur
03.11.2012 10:18
2 0

Die Herrschaft diverser Familienclans dauert schon zu lange

Meine Hoffnung: in der Geschichte hat noch jede Diktatur ein Ende gefunden. Nur diese von vielen gar nicht als solche wahrgenommene dauert schon sehr lange...

Gast: lukas2
03.11.2012 08:45
0 0

Alle

systemrelevanten Banken in kleinere Banken zerschlagen, welche noch kontrolliert und reguliert werden können.

nun in unseren Banken

sitzen Politiker im Aufsichtsrat, und Politiker als Direktoren.
Was bedeutet " Aufsichtsrat ".
Jemand der die Machenschaften, die Geschäfte der Bank Überwacht.
Macht nur weiter so, in Griechenland, Spanien und Portugal brennen schon vereinzelt die Banken.

Gast: weissnichts
02.11.2012 23:02
0 0

das

luftgeld globaler investments im finanzsektor steht mit meiner wertschöpfung an meinem arbeitsplatz sowie dem geld, dass ich für dienstleistung und essen ausgebe auf einer ebene gleichberechtigt. nur die beträge an luftgeld sind erschreckend-brutal hoch gegenüber meinen bescheidenen möglichkeiten, da ich mit dem luftgeldhaufen real konkurrieren muss um zb ein haus zu kaufen und zu finanzieren.
meine frage an die politik: können sie den anteil des luftgeldhaufens in meiner globalen realwirtschaft reduzieren?
bitte!

Gast: diebankerwährungeuro
02.11.2012 23:01
5 0

der berühmteste banker rothschild sagte treffend: es ist egal wer in einem land politik macht, die währung muß in den händen der banker u hochfinanz sein- alles andere ist egal.

Großbritanniens Außenminister William Hague hat die Euro-Zone als "brennendes Haus ohne Ausgang" bezeichnet. "Es war Wahnsinn, dieses System zu schaffen, jahrhundertelang wird darüber als eine Art historisches Monument kollektiven Wahnsinns geschrieben werden", sagte der konservative Politiker in einem Interview mit dem konservativen Polit-Magazin "The Spectator".aus:http://www.spiegel.de/politik/ausland. lt.berichten haben die briten auch ihre botschaften in den euroländern angewiesen-notfallspäne für evakuierungen der eigenen bürger vorzusorgen. der zusammenbruch der eu u.des euro wird mit unruhen u.sozialen konflikten einhergehen, so die briten. was wird wirklich passieren in dieser eurozone? es wird zeit, dass man den europäischen bürgern über diese katastrophale banken/u.teurosituation die wahrheit sagt-warum wurden die casinobankenmärkte nicht schon vor drei jahren reguliert u.entschärft? warum haben die politiker in der eu nichts getan um die zeitbomben banken und finanzmärkte zu entschärfen? warum werden diesen badbankermärkten für ihr totalversagen weiter billionen zur verfügung gestellt? warum hat die eu u.die politik zugelassen, dass diese von den steuerzahlern geretteten bankenmärkte die sozialstaaten ruinieren können? der einseitige u kurzsichtige sozialabbau bei den asvg invalidenpensionen u. asvg pensionen durch die FaymannSPÖ ist daher ein skandal. Auch die fatalen folgen der beschämenden jugendarbeitslosigkeit in der EU kosten heute schon 154 mrd. euro.

Re: der berühmteste banker rothschild sagte treffend: es ist egal wer in einem land politik macht, die währung muß in den händen der banker u hochfinanz sein- alles andere ist egal.

WEIL SIE ALLE DARAN MASZLOS VERDIENEN!!!!!!!!!!!!!!
Daher wird sich auch nichts ändern!
Bis es zum (Bürger-)krieg kommt - und was glaubt ihr, wer dann wieder verdienen wird?
Daher muss ein Systemwechsel her - weg mit dem Schuldgeldsystem!

Gast: Schluss mit Casino
02.11.2012 21:09
3 1

Geldschöpfung zum Staat


Wie kommt denn das ganz Geld in die Welt, mit dem die Bängsters spielen? - Die Banken schöpfen es selber! Die Geldschöpfung muss zum Staat zurück, da müssen es sich die Banken ausborgen.

Einführung der Monetative

http://www.monetative.org/?page_id=61

So lang die Zeitungen nur nachplappern, was ihnen die Bänker vorgeben, sieht es traurig aus!

Bald wird es wirklich auf den Foren interessanter, denn die Medien schaun langsam alt aus!

Antworten Gast: ahaaa
03.11.2012 18:41
0 0

Re: Geldschöpfung zum Staat

Würden sie wirklich unseren Politikern diese Verantwortung übergeben?????? Einem Faymann? Einem Spindelegger? Einer Fekter? Einem Strache oder einem Petzner??? Sorry, aber sind sie noch bei Trost?

Mit einem haben sie aber sicher recht, die Foren und Diskussionen sind tatsächlich interessanter als die Berichte selbst.

Gast: b745
02.11.2012 20:46
1 2

selbst der gemeine hausverstand weiß wie man mit denen umgehen sollte aber dieer korruptionssumpf ist bereits zu mächtig


Gast: Systemrelevanz
02.11.2012 20:05
5 0

Wenn da eh schon allgemein bekannt ist -

warum nicht eine klitzekleine Gesetzesnovelle buw. Verordnung, dass Prokuristen, Geschäftsführer und Bankdirektoren mit ihrem PRIVATVERMÖGEN haften müssen, falls sie Mist bauen?

Gast: Bärenfalle...
02.11.2012 18:13
6 0

Wozu wurden eigentlich ...

die öst. Banken gerettet wenn sie von niemandem als systemrelevant eingestuft wurden und werden ?

Antworten Gast: gast123456
02.11.2012 19:09
4 4

Re: Wozu wurden eigentlich ...

Die öster. Banken mögen zwar nicht international systemrelevant sein, jedoch für Österreich würde ein Bankrott dieser Banken kathastrophal sein.

Gast: gast55
02.11.2012 17:39
3 3

super, grandios

"Die vier Banken in der zweithöchsten Kategorie (die allerhöchste ist nicht belegt) müssen von 2016 an einen zusätzlichen Eigenkapitalpuffer von 2,5 Prozent aufbauen."

2,5% traumhaft (aber auch nur für die banken) - soll das ein witz sein??

"Reine Investmentbanken wie Goldman Sachs im vierten Korb müssen nur 1,5 Prozent mehr Kapital aufbringen. Das gilt auch für die Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse"

genau diese banken musste man immer mit steuergeldern helfen - und gerade goldman sachs - diese bande, für die bräuchte man eine eigene kategorie

man bedenke
die realwirtschaft hat weltweit ein volumen von 52 billionen USD
die spekulationsgeschäfte aber mindestens ein volumen von 1500 billionen USD

also liegen nur 3% des gesamten geldes in der realwirtschaft, der größte brocken ist spekulation, daher kann man auch sagen, dass die milliardäve und superreichen gar nichts bringen im gegenteil, sie sind die katastrophe schlechthin

Gast: die Suche nach Schuldigen
02.11.2012 15:59
4 7

Staat, Banken, Gesellschaft kann man nicht trennen

Das ist alles eins.
Gucken wir zu Banken oder Staat, so schauen wir in den eigenen Spiegel.
Nicht hier stehen die Guten und Steuerzahler und dort die bösen Banken und der Staat.

So etwas wie Staatsschulden gibt es gar nicht. Die ganzen Staatsschulden von Ö sind die privaten Schulden aller Österreicher. Umsonst spricht man jetzt nicht von Zwangsanleihen.

Und die (West)Banken sind auch nicht bankrott, sondern nur deren Kunden. Verzockt haben sich die Kunden und nicht die Bank.
Mit Abstand, größte Kunden der Banken sind die Staaten und die können nicht zahlen. Wir alle sind der Staat, also zahlen wir unsere Rechnungen nicht mehr.
Überschuldung betrifft die ganze Gesellschaft, das kann man nicht trennen. Da haben alle mitgespielt.

Re: Staat, Banken, Gesellschaft kann man nicht trennen

sooooo unrecht hat er ja nicht - es stimmt, dass sich der staat ständig geld leihen muss, aber immer dann darauf zu reflektieren, dass wir alle der staat sind - das ist schon interessant.
ich würd sagen, der finanzindustrie (rothschild und konsorten) ist immer schon viel daran gelegen, dass sich staaten (politdarsteller als "verantwortliche") verschulden - so hatte man ganz locker die zügel in der hand

Re: Re: Staat, Banken, Gesellschaft kann man nicht trennen

Der Staat ist eh nur ein Spiegelbild der Gesellschaft. Mit allen Tügenden und Lastern.

Re: Staat, Banken, Gesellschaft kann man nicht trennen

Hauptsache, Senf wurde hinzugegeben, wie kann man nur so dümmlich borniert sein?

Re: Staat, Banken, Gesellschaft kann man nicht trennen

sie sind im falschen forum, " HEUTE" hat ein tolles mit schönen großen bildern.

Re: Staat, Banken, Gesellschaft kann man nicht trennen

Meinen Schulden steht aber ein realer Wert gegenüber! Bei vielen aber nichts, ausser Luft!

Antworten Gast: Messlina-X
02.11.2012 17:04
3 2

Re: Staat, Banken, Gesellschaft kann man nicht trennen

wohl zu tief ins Glas geschaut was?

Antworten Antworten Gast: Gast Kritiker
02.11.2012 17:45
2 2

Re: Re: Staat, Banken, Gesellschaft kann man nicht trennen

Das Glas war aber sehr tief!!!

Gast: Kuya
02.11.2012 14:15
5 1

erst sollten die Wissenschaften Investment und Spekulation definieren

. . . und dann muss sich die Union von der Spekulation und insbesondere den Großbaken am freien Finanzmarkt abschotten.
Eine Ironie ist, wo die Spekulation gegen die eigene Währung beginnt, dass Kapital unkontrolliert ein Land, die Wirtschaftsgemeinschaft verlasen kann.

Gast: goldi
02.11.2012 13:37
5 3

Goldman

Die gefährlichste "Bank" ist eine Mafia
Organisation namens Goldman Sachs

http://www.youtube.com/watch?v=IT_wRPbMzfI

1 0

Re: Goldman

richtig,aber wer ist goldman und sachs??

 
12

Hobbyökonom