21.05.2013 04:31 Merkliste 0

28 Großbanken, die die Welt bedeuten

02.11.2012 | 18:42 |   (Die Presse)

Welche Banken sind besonders „systemrelevant“ und welche ein bisschen weniger? 28 Banken stehen auf der Liste des Finanzstabilitätsrates. Wie Staaten mit diesen Risikobanken umgehen sollen, ist so unklar wie vor der Krise.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien/Jil. Welche Banken sind am wichtigsten für das Finanzsystem? Der Finanzstabilisierungsrat in Basel hat diese Frage am Freitag beantwortet und eine Liste mit den Banken vorgelegt, die aufgrund ihrer Größe und Vernetztheit als „systemrelevant“ gelten. Am gefährlichsten für das System wäre demnach ein Kollaps von einer dieser vier globalen Großbanken: Deutsche Bank, Citigroup, HSBC und JP Morgan Chase.

Sie führen die Liste an, auf der insgesamt 28 Banken stehen. Eine weniger als zuletzt: Die deutsche Commerzbank, die britische Lloyds und die zerschlagene belgische Dexia gelten nicht mehr als „systemrelevant“ – hinzugekommen sind die spanische BBVA und die britische Standard Chartered.

 

Kleiner Schritt Richtung Stabilität

Eine Lösung für das Problem der „systemrelevanten“ Banken ist diese Liste freilich nicht. Sie ist lediglich ein kleiner Schritt in Richtung Stabilität: Die Banken auf der Liste müssen ab 2016 Eigenkapitalvorschriften erfüllen, die noch strenger sind als jene des neuen Bankenregulierungspaketes Basel III, das sieben Prozent Eigenkapitalquote vorschreiben wird. Die Institute müssen einen zusätzlichen Eigenkapitalpuffer von einem bis zu 2,5 Prozent aufbauen. Je höher die Eigenkapitalquote, desto geringer das Insolvenzrisiko eines Unternehmens. Österreichische Banken finden sich nicht auf der Liste der „systemrelevanten“ Banken. Die UniCredit, Mutter der Bank Austria, landet in Korb eins und gilt damit sozusagen als „kaum systemrelevant“ (siehe Grafik).

Für die Überwachung dieser „systemrelevanten“ Banken wurde 2009 von der G20 der Finanzstabilitätsrat ins Leben gerufen (Financial Stability Board, abgekürzt: FSB – nicht zu verwechseln mit dem russischen Geheimdienst). Diese internationale Aufsichtsbehörde hat ihren Sitz bei der Bank of International Settlements (BIS) in Basel. Vorsitzender ist der kanadische Notenbankpräsident Mark Carney. Sein Vorgänger war der heutige EZB-Präsident Mario Draghi.

Die vier besonders „gefährlichen“ Banken betreiben Investmentbanking und Privatkundengeschäft gleichzeitig. Sie müssen in den kommenden Jahren ihre Eigenkapitalquote um zusätzliche 2,5 Prozent erhöhen. Also auf insgesamt 9,5 Prozent (mit Basel III). Reine Investmentbanken wie Goldman Sachs werden vom FSB als geringfügig weniger gefährlich für die globale Finanzstabilität eingestuft und müssen (inklusive Basel III) in den nächsten Jahren eine Eigenkapitalquote von 8,5 Prozent ausweisen. Die Liste wird bis 2014 aktualisiert, das aktuelle Ranking basiert auf Daten von Ende 2011. Alle Banken auf der Liste müssen ihr „Testament“ erstellen. Also einen Plan dafür entwerfen, wie sie im Fall eines Kollapses schnellstmöglich und mit den geringsten Folgen für das Finanzsystem abgewickelt werden könnten.

 

Österreich rettet alle Pleitebanken

All das soll den Druck auf die Banken erhöhen, keine allzu riskanten Geschäfte einzugehen. Die Regierungen haben ein Problem: Lassen sie eine „systemrelevante“ Bank pleite gehen, könnte das zu einer globalen Kettenreaktion führen. Aber retten die Staaten die Banken, schaffen sie „moral hazard“ – die Banker wissen dann, dass sie sich alles erlauben können ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen. Die einzige prominente Ausnahme dieser Vorgehensweise war Lehman Brothers, das von der US-Regierung nicht gerettet wurde. In Österreich wurden im Laufe der Krise alle Pleitebanken vom Staat gerettet – auch die Constantia Privatbank und die Kommunalkredit, was vom Rechnungshof zuletzt kritisiert wurde.

Die Liste des FSB und die Eigenkapitalvorschriften sind zwar ein Ansatz – aber sicherlich keine Lösung für das Problem der „systemrelevanten“ Banken. „Wir haben bis heute keine echte Lösung für Banken, die zu groß sind, als dass der Staat sie einfach in die Insolvenz schlittern lassen könnte“, sagte Andreas Dombret, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, der Tageszeitung „Die Welt“. „Um ehrlich zu sein: Auf den Zusammenbruch einer großen Bank sind wir heute kaum besser vorbereitet als vor der Finanzkrise.“ Aber zumindest wissen wir heute, welche Banken besonders „systemrelevant“ sind. Und welche Häuser ein bisschen weniger.

vergrößern

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.11.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

60 Kommentare
 
12
Gast: Ahaaa
03.11.2012 18:34
0 0

So ein Blödsinn

Das sind defacto einfach nur die grössten Banken. International bzw. in den wichtigsten Wirtschaftsregionen. Jedes Land hat ihre eigenen systemrelevanten Banken. Denn was passiert wenn sogenannten Korb 1 Banken wie der Unicredit in Italien, AT und De zu hohes Exposure haben mit der Industrie in den Regionen. Oder der ING, oder SocGen, Santander, ... Lächerlich hier eine EInstufung überhaupt vornehmen zu wollen. Da müsste man viel tiefer in die Bücher der Baken schauen. Wäre doch viel einfacher das Bankengeschäft zu trennen. Corporate Banking mit eingeschränkten Investment Banking-Aktivitäten wie Emissionsgeschäft (Aktien-Anleihen --> Finanzierungsgeschäft der Unternehmen), Privatkundengeschäft (Einlagen- und Finanzierungen --> reine Kundengeschäfte und kein Eigenhandel) und dann noch die reinen Zockerbuden Investmentbanking. Damit bedarf es auch keinen Chinese Walls und keiner Absicherungsgeschäfte und die "systemrelevanten" Banken könnten auf Nostro-Seite erst gar keine Risiken aufbauen. Grösse war doch noch nie gut. Nur Qualität!
Sicher eine kontroverse Ansicht da dadurch sicher viel Wert vernichtet werden würde, aber in Wirklichkeit kein Substanzwert sondern nur Hoffungswert.

Gast: ASVG-Sklave
03.11.2012 12:05
1 0

Ein Chaotisches System

Die Welt ist ein Chaotisches System unter der Ditaktur der Monetaristen. Die Regierungen sind entweder Handlange der Monetaristen oder deren Kompromisten. Deshalb ist es höchste Zeit, die systemrelevanten Banken zu zerschlagen und unter staatlicher Kontrolle zu bringen. Das Motto soll lauten: small und transparent is beutiful. Was undurchsichtig und weitverzweigt ist, ist leicht verdächtig, die Kontrolle der öffentlichkeit zu entfliehen. Die Steuerzahler sollen nicht länger für ihre Zockereien ausbaden.

Gast: Demokratie statt Finanzdiktatur
03.11.2012 10:18
2 0

Die Herrschaft diverser Familienclans dauert schon zu lange

Meine Hoffnung: in der Geschichte hat noch jede Diktatur ein Ende gefunden. Nur diese von vielen gar nicht als solche wahrgenommene dauert schon sehr lange...

Gast: lukas2
03.11.2012 08:45
0 0

Alle

systemrelevanten Banken in kleinere Banken zerschlagen, welche noch kontrolliert und reguliert werden können.

nun in unseren Banken

sitzen Politiker im Aufsichtsrat, und Politiker als Direktoren.
Was bedeutet " Aufsichtsrat ".
Jemand der die Machenschaften, die Geschäfte der Bank Überwacht.
Macht nur weiter so, in Griechenland, Spanien und Portugal brennen schon vereinzelt die Banken.

Gast: weissnichts
02.11.2012 23:02
0 0

das

luftgeld globaler investments im finanzsektor steht mit meiner wertschöpfung an meinem arbeitsplatz sowie dem geld, dass ich für dienstleistung und essen ausgebe auf einer ebene gleichberechtigt. nur die beträge an luftgeld sind erschreckend-brutal hoch gegenüber meinen bescheidenen möglichkeiten, da ich mit dem luftgeldhaufen real konkurrieren muss um zb ein haus zu kaufen und zu finanzieren.
meine frage an die politik: können sie den anteil des luftgeldhaufens in meiner globalen realwirtschaft reduzieren?
bitte!

Gast: diebankerwährungeuro
02.11.2012 23:01
5 0

der berühmteste banker rothschild sagte treffend: es ist egal wer in einem land politik macht, die währung muß in den händen der banker u hochfinanz sein- alles andere ist egal.

Großbritanniens Außenminister William Hague hat die Euro-Zone als "brennendes Haus ohne Ausgang" bezeichnet. "Es war Wahnsinn, dieses System zu schaffen, jahrhundertelang wird darüber als eine Art historisches Monument kollektiven Wahnsinns geschrieben werden", sagte der konservative Politiker in einem Interview mit dem konservativen Polit-Magazin "The Spectator".aus:http://www.spiegel.de/politik/ausland. lt.berichten haben die briten auch ihre botschaften in den euroländern angewiesen-notfallspäne für evakuierungen der eigenen bürger vorzusorgen. der zusammenbruch der eu u.des euro wird mit unruhen u.sozialen konflikten einhergehen, so die briten. was wird wirklich passieren in dieser eurozone? es wird zeit, dass man den europäischen bürgern über diese katastrophale banken/u.teurosituation die wahrheit sagt-warum wurden die casinobankenmärkte nicht schon vor drei jahren reguliert u.entschärft? warum haben die politiker in der eu nichts getan um die zeitbomben banken und finanzmärkte zu entschärfen? warum werden diesen badbankermärkten für ihr totalversagen weiter billionen zur verfügung gestellt? warum hat die eu u.die politik zugelassen, dass diese von den steuerzahlern geretteten bankenmärkte die sozialstaaten ruinieren können? der einseitige u kurzsichtige sozialabbau bei den asvg invalidenpensionen u. asvg pensionen durch die FaymannSPÖ ist daher ein skandal. Auch die fatalen folgen der beschämenden jugendarbeitslosigkeit in der EU kosten heute schon 154 mrd. euro.

Re: der berühmteste banker rothschild sagte treffend: es ist egal wer in einem land politik macht, die währung muß in den händen der banker u hochfinanz sein- alles andere ist egal.

WEIL SIE ALLE DARAN MASZLOS VERDIENEN!!!!!!!!!!!!!!
Daher wird sich auch nichts ändern!
Bis es zum (Bürger-)krieg kommt - und was glaubt ihr, wer dann wieder verdienen wird?
Daher muss ein Systemwechsel her - weg mit dem Schuldgeldsystem!

Gast: Schluss mit Casino
02.11.2012 21:09
3 1

Geldschöpfung zum Staat


Wie kommt denn das ganz Geld in die Welt, mit dem die Bängsters spielen? - Die Banken schöpfen es selber! Die Geldschöpfung muss zum Staat zurück, da müssen es sich die Banken ausborgen.

Einführung der Monetative

http://www.monetative.org/?page_id=61

So lang die Zeitungen nur nachplappern, was ihnen die Bänker vorgeben, sieht es traurig aus!

Bald wird es wirklich auf den Foren interessanter, denn die Medien schaun langsam alt aus!

Antworten Gast: ahaaa
03.11.2012 18:41
0 0

Re: Geldschöpfung zum Staat

Würden sie wirklich unseren Politikern diese Verantwortung übergeben?????? Einem Faymann? Einem Spindelegger? Einer Fekter? Einem Strache oder einem Petzner??? Sorry, aber sind sie noch bei Trost?

Mit einem haben sie aber sicher recht, die Foren und Diskussionen sind tatsächlich interessanter als die Berichte selbst.

Gast: b745
02.11.2012 20:46
1 2

selbst der gemeine hausverstand weiß wie man mit denen umgehen sollte aber dieer korruptionssumpf ist bereits zu mächtig


Gast: Systemrelevanz
02.11.2012 20:05
5 0

Wenn da eh schon allgemein bekannt ist -

warum nicht eine klitzekleine Gesetzesnovelle buw. Verordnung, dass Prokuristen, Geschäftsführer und Bankdirektoren mit ihrem PRIVATVERMÖGEN haften müssen, falls sie Mist bauen?

Gast: Bärenfalle...
02.11.2012 18:13
6 0

Wozu wurden eigentlich ...

die öst. Banken gerettet wenn sie von niemandem als systemrelevant eingestuft wurden und werden ?

Antworten Gast: gast123456
02.11.2012 19:09
4 4

Re: Wozu wurden eigentlich ...

Die öster. Banken mögen zwar nicht international systemrelevant sein, jedoch für Österreich würde ein Bankrott dieser Banken kathastrophal sein.

Gast: gast55
02.11.2012 17:39
3 3

super, grandios

"Die vier Banken in der zweithöchsten Kategorie (die allerhöchste ist nicht belegt) müssen von 2016 an einen zusätzlichen Eigenkapitalpuffer von 2,5 Prozent aufbauen."

2,5% traumhaft (aber auch nur für die banken) - soll das ein witz sein??

"Reine Investmentbanken wie Goldman Sachs im vierten Korb müssen nur 1,5 Prozent mehr Kapital aufbringen. Das gilt auch für die Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse"

genau diese banken musste man immer mit steuergeldern helfen - und gerade goldman sachs - diese bande, für die bräuchte man eine eigene kategorie

man bedenke
die realwirtschaft hat weltweit ein volumen von 52 billionen USD
die spekulationsgeschäfte aber mindestens ein volumen von 1500 billionen USD

also liegen nur 3% des gesamten geldes in der realwirtschaft, der größte brocken ist spekulation, daher kann man auch sagen, dass die milliardäve und superreichen gar nichts bringen im gegenteil, sie sind die katastrophe schlechthin

Gast: die Suche nach Schuldigen
02.11.2012 15:59
4 7

Staat, Banken, Gesellschaft kann man nicht trennen

Das ist alles eins.
Gucken wir zu Banken oder Staat, so schauen wir in den eigenen Spiegel.
Nicht hier stehen die Guten und Steuerzahler und dort die bösen Banken und der Staat.

So etwas wie Staatsschulden gibt es gar nicht. Die ganzen Staatsschulden von Ö sind die privaten Schulden aller Österreicher. Umsonst spricht man jetzt nicht von Zwangsanleihen.

Und die (West)Banken sind auch nicht bankrott, sondern nur deren Kunden. Verzockt haben sich die Kunden und nicht die Bank.
Mit Abstand, größte Kunden der Banken sind die Staaten und die können nicht zahlen. Wir alle sind der Staat, also zahlen wir unsere Rechnungen nicht mehr.
Überschuldung betrifft die ganze Gesellschaft, das kann man nicht trennen. Da haben alle mitgespielt.

Re: Staat, Banken, Gesellschaft kann man nicht trennen

sooooo unrecht hat er ja nicht - es stimmt, dass sich der staat ständig geld leihen muss, aber immer dann darauf zu reflektieren, dass wir alle der staat sind - das ist schon interessant.
ich würd sagen, der finanzindustrie (rothschild und konsorten) ist immer schon viel daran gelegen, dass sich staaten (politdarsteller als "verantwortliche") verschulden - so hatte man ganz locker die zügel in der hand

Re: Re: Staat, Banken, Gesellschaft kann man nicht trennen

Der Staat ist eh nur ein Spiegelbild der Gesellschaft. Mit allen Tügenden und Lastern.

Re: Staat, Banken, Gesellschaft kann man nicht trennen

Hauptsache, Senf wurde hinzugegeben, wie kann man nur so dümmlich borniert sein?

Re: Staat, Banken, Gesellschaft kann man nicht trennen

sie sind im falschen forum, " HEUTE" hat ein tolles mit schönen großen bildern.

Re: Staat, Banken, Gesellschaft kann man nicht trennen

Meinen Schulden steht aber ein realer Wert gegenüber! Bei vielen aber nichts, ausser Luft!

Antworten Gast: Messlina-X
02.11.2012 17:04
3 2

Re: Staat, Banken, Gesellschaft kann man nicht trennen

wohl zu tief ins Glas geschaut was?

Antworten Antworten Gast: Gast Kritiker
02.11.2012 17:45
2 2

Re: Re: Staat, Banken, Gesellschaft kann man nicht trennen

Das Glas war aber sehr tief!!!

Gast: Kuya
02.11.2012 14:15
5 1

erst sollten die Wissenschaften Investment und Spekulation definieren

. . . und dann muss sich die Union von der Spekulation und insbesondere den Großbaken am freien Finanzmarkt abschotten.
Eine Ironie ist, wo die Spekulation gegen die eigene Währung beginnt, dass Kapital unkontrolliert ein Land, die Wirtschaftsgemeinschaft verlasen kann.

Gast: goldi
02.11.2012 13:37
5 3

Goldman

Die gefährlichste "Bank" ist eine Mafia
Organisation namens Goldman Sachs

http://www.youtube.com/watch?v=IT_wRPbMzfI

1 0

Re: Goldman

richtig,aber wer ist goldman und sachs??

 
12

Hobbyökonom