China rechnet mit 7,5 Prozent Wachstum

10.11.2012 | 11:49 |   (DiePresse.com)

China rechnet mit 7,5 Prozent Wachstum in diesem Jahr. Handelsminister Deming sieht die nächsten Monate "vergleichsweise düster", obwohl die Exporte im Oktober stärker anstiegen.

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In der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt gebe es zunehmend "Zeichen der Stabilisierung", sagte der Vorsitzende der mächtigen Reform- und Entwicklungskommission (NDRC), Zhang Ping, am Samstag auf einer Pressekonferenz am Rande des Parteitages der chinesischen Kommunisten in Peking. Im dritten Quartal dieses Jahres war das Wachstum mit 7,4 Prozent auf den niedrigsten Stand seit Anfang 2009 nach Ausbruch der globalen Finanzkrise gefallen.

Trotz einer leichten Erholung der Exporte im Oktober wird China seine Außenhandelsziele für dieses Jahr aber nicht erreichen. Auch die Aussichten für die nächsten Monate seien "vergleichsweise düster", sagte Handelsminister Chen Deming. Die Exporte stiegen im Oktober etwas stärker als erwartet um 11,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, während die Importe weiter schwach nur mit 2,4 Prozent zulegten.

Nach weiteren Angaben des Statistikamtes in Peking wuchs der Außenhandel in den ersten zehn Monaten des Jahres nur um 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das erklärte Ziel der Regierung, nach 22,5 Prozent Zuwachs im Vorjahr in diesem Jahr zumindest zehn Prozent zu erreichen, kann damit nicht mehr erreicht werden.

Schwache Nachfrage

Der Handelsminister sagte, der Außenhandel leide unter der schwachen Nachfrage wegen der globalen Wirtschaftsprobleme, den wachsenden Produktionskosten in China selbst und dem zunehmenden Handelsprotektionismus. Im nächsten Jahr werde es weiter "viele Schwierigkeiten" geben, sagte Chen Deming mit Blick auf die Schuldenkrise in Europa und die Haushaltsprobleme in den USA.

Im März hatte die Regierung ein Wachstumsziel von 7,5 Prozent vorgegeben. Es war das erste Mal seit acht Jahren, dass weniger als acht Prozent angepeilt worden waren. In der Vergangenheit wurde die gewöhnlich sehr vorsichtig formulierte Vorgabe meist deutlich um ein oder zwei Prozentpunkte übertroffen.

Sieben Prozent klingen in Industrieländern viel, sind in einem Schwellenland wie China wegen des großen Nachholbedarfs aber notwendig, um ausreichend Arbeitsplätze zu schaffen und Entwicklungsprobleme zu lösen. Experten sehen die kritische Schwelle bei sechs oder sieben Prozent.

(APA/dpa/Reuters)

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4 Kommentare

bakterien in einer flasche / exponentielles wachstum

wenn sich bakterien in einer flasche pro minute verdoppeln, wann glauben sie finden die bakterien heraus, dass es eng wird?

nehmen wir an, um 12:00 uhr ist die flasche voll
da sie sich alle minuten verdoppeln, ist die flasche um 11:59 halb voll, um 11:58 nur ein viertel voll und um 11:57 nur 1/8 voll.

nicht viel zeit, um den kurs zu aendern, oder?
wie spaet ist es fuer unseren planeten / unsere flasche?
wenn wir jetzt einen komplett neuen planeten finden wuerden, der unseren planeten gleicht, mit den gleichen ressourcen, der gleichen natur, etc. - dann waere das die loesung, oder?

nunja, wenn die bakterien eine 2. flasche finden mit demselben platz - wann waere diese voll? richtig, um 12:01

houston, we have a problem ...

wir werden bald peak humanity debattieren

Die Ö Regierung rechnet auch mit einem Wachstum von 7%!

Wenn man sich die Planungen zu den Staatsausgaben anschaut, dann müssen die doch mit einem sehr hohen Wachstum, also sehr hohen Staatseinnahmen rechnen!

Wenn man genauer hinschaut, dann rechnet die Ö Regierung aber mit einem 7% Wachstum kumuliert über mehrere Jahre, die Ausgaben werden aber sofort getätigt!

Wenn man noch genauer hinschaut, dann hat Ö aber schon lange nur noch BIP Wachstum, welches durch Staatsausgaben dominiert wird, leider kaum mehr ein nutzbares Wachstum zu Gunsten der Bürger. Gilt besonders bei der Betrachtung des BIP pro Einwohner.

Die "Leistungen" des Bildungssystems sind ja ein gutes Beispiel für das BIP Wachstum, welches ohne Nutzen für die Gesellschaft ist. Die Kosten für das Bildungssystem, also die Kosten für die bezahlten 2,2 Lehrpersonen pro Schulklasse, werden bei der BIP Berechnung als Leistung berücksichtigt, die Absolventen können aber, nachweislich, immer weniger!

Ich kann keine Aussagen treffen, in dieses kranke BIP Wachstum auch in China zutrifft. Sicher ist für mich, dass es auf die Eurozone zutrifft.

Die Auswirkungen des BIP Wahnsinns, des Staatsausgabenwahnsinns, werden auch mit den Millionen armer Menschen in der Eurozone immer deutlicher. Auch die Einkommen der Menschen der Realwirtschaft sind, nach der UBS Studie, erheblich gefallen, also ist der allgemeine Wohlstand gefallen.

Nur, das BIP Wachstum, welches die Entscheidungsträger seit Dekaden in die irre führte, dieses BIP zeigt doch ganz anderes!

...

Durch derartige handelsbilanzüberschüsse werden viele andere Staaten noch große Problem bekommen.
Die Gehälter der Chinesen sowie deren Währung muss in Zukunft angepasst werden.
ähnliches gilt für Deutschland.
Solche Bilanzüberschüsse bedeuten nichts anders als das es der Wirtschaft blendend geht, dass Geld aber nicht an das Volk (durch höhere Löhne) weitergegeben wird.
Was auch in beiden genannten Länder der Fall ist...


Die Arbeitsplätze in China sind mir ziemlich wurscht...


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