USA werden weltgrößter Ölproduzent

12.11.2012 | 18:17 |   (Die Presse)

Dank sogenannter „unkonventioneller Quellen“ wie Schieferöl werden die Vereinigten Staaten von Amerika laut einer internationaler Energieagentur bereits ab dem Jahr 2020 mehr Öl als Saudiarabien fördern.

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Wien/jaz. Dass die USA der größte Verbraucher von Erdöl sind, ist allgemein bekannt. Für Überraschung dürfte aber sorgen, dass die Vereinigten Staaten auch drauf und dran sind, schon in wenigen Jahren zum weltgrößten Ölproduzenten zu werden. So schreibt die internationale Energieagentur (IEA) in ihrem am Montag veröffentlichten „World Energy Outlook 2012“, dass die USA schon „ab 2020“ Saudiarabien bei der Ölförderung überholen würden. Derzeit sind die USA bei der Ölproduktion mit knapp 8 Millionen Fass Öl pro Tag hinter Saudiarabien (11 Millionen Fass) und Russland (10 Millionen Fass) noch die globale Nummer drei.

Grund für diesen Anstieg zur Öl-Supermacht sind sogenannte „unkonventionelle Quellen“, die schon seit Jahrzehnten bekannt sind, aber erst seit Kurzem gefördert werden. Die für die USA wichtigste davon ist Schieferöl. Bei diesem sind die wertvollen Kohlenwasserstoffe in winzigen – nicht miteinander verbundenen – Blasen im Gestein gebunden. Simples Anbohren eines solchen Feldes, wie es bei konventionellen Ölfeldern geschieht, bringt also keinen Erfolg.

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Umstrittenes Fracking

Um das Öl zu fördern, muss die Gesteinsformation horizontal durchbohrt und dabei ständig aufgebrochen („gefrackt“) werden. Letzteres geschieht, indem Wasser, Sand und mehrere Chemikalien unter hohem Druck in das Bohrloch gepresst werden. Diese Technik ist zwar ebenfalls bereits mehrere Jahrzehnte alt, wurde jedoch erst in dem seit Anfang des Jahrtausends anhaltenden Schiefergasboom in den USA derart weiterentwickelt, dass inzwischen auch Schieferöl rentabel gefördert werden kann.

Seit einigen Jahren wird vor allem im US-Bundesstaat North Dakota die sogenannte Bakken-Formation entsprechend bearbeitet. Dies hatte zur Folge, dass der einst in der Ölförderung unbedeutende Bundesstaat nun bereits das zweitwichtigste Abbaugebiet der USA (nach Texas) ist. Und obwohl von Umweltschützern immer wieder Kritik am Fracking geäußert wird, da sie eine Verschmutzung des Grundwassers befürchten, dürfte der Ausbau der Schieferölförderung in den USA kräftig weitergehen. Denn das Land verfügt über riesige Potenziale. So enthält die Green River Formation unter den US-Bundesstaaten Colorado, Utah und Wyoming selbst bei konservativer Schätzung 800 Milliarden Fass Öl. Eine Menge, mehr als dreimal so groß wie die gesamten gesicherten Reserven von Saudiarabien.

Da trotz dieses Ausbaus der eigenen Ölförderung die Bemühungen der USA weitergehen werden, ihren Ölverbrauch von fast 19 Mio. Fass Öl pro Tag zu verringern, werde das Land rund um das Jahr 2030 sogar zu einem Nettoölexporteur werden, erwartet die IEA. Dies hat naturgemäß auch große Auswirkungen auf den internationalen Ölmarkt, bei dem die Haupt-Transportwege künftig nicht mehr in Richtung Westen, sondern vom Nahen Osten und Afrika in Richtung Asien führen werden. Und auch die Weltpolitik könnte sich in 20 Jahren anders darstellen, wenn etwa die Bedeutung des Nahen Ostens für die Ölversorgung der USA dann deutlich geringer ausfällt als heute.

Hohe Subventionen für Öl und Gas

In Summe wird der Energiehunger der Welt jedoch weiter zunehmen, prophezeit die IEA auch in ihrem diesjährigen Bericht. Doch während der Verbrauch in den OECD-Staaten de facto stagniert, legt er vor allem in China, Indien und dem Nahen Osten weiter stark zu (siehe Grafik). Mitgrund dafür ist die weiterhin starke Subventionierung von fossiler Energie in diesen Regionen – während etwa in Europa darauf hohe Steuern entfallen. So wurde der Verbrauch von Öl, Gas und Kohle im Vorjahr weltweit mit 523 Milliarden Dollar (411,2 Milliarden Euro) subventioniert – um 30 Prozent mehr als im Jahr 2010 und sechsmal so viel wie für erneuerbare Energieträger.

Wie andere Experten zuvor bestätigt auch die IEA, dass das Hauptproblem bei den fossilen Energieträgern nicht die vorhandenen Mengen sind, sondern das Erreichen der Klimaziele. So dürfe nicht mehr als ein Drittel der nachgewiesenen Vorkommen fossiler Brennstoffe verbraucht werden, um die selbst gesteckten Ziele noch erreichen zu können. Ein Ausweg aus diesem Dilemma ist laut IEA der großflächige Einsatz von CCS – eine Technik, bei der CO2 aus den Abgasen von Kraftwerken abgeschieden und unter der Erde gespeichert wird.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.11.2012)

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220 Kommentare
 
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naja, immerhin können dann kriege um öl aufhören

wenns uncle sam selber schafft. blöd nur für die waffenindustrie...

Re: naja, immerhin können dann kriege um öl aufhören

blöd nur für die europäer, die müssen dann die versorgung selber schützen/sicherstellen. mal sehen ob das nur mit küschen links/ küschen rechts zu schaffen ist...

Mr. Birol ist eine Marionette des Machtapparats

der hinter ihm steht. Er kann gar nichts anderes sagen, das wäre lebensgefährlich!!!
So wie jener Mitarbeiter von Exxonmobil, der in Brüssel sein Leben lassen musste:
http://www.spiegel.de/fotostrecke/bruessel-mord-an-exxonmobil-manager-gibt-polizei-raetsel-auf-fotostrecke-89024.html

Diese Industie kennt keine Grenzen mehr...

presseforum der öl- & gaslobby, der umweltzerstörer, ....

die österreicher wollten keine kernkraft, die österreicher wollen kein schiefergas, die österreicher haben den hausverstand.

90% der österreicher wollen kein schiefergas !!!

wieso finden sich im presseforum so viele lobbyisten für diesen energie-quatsch?

früher zeichneten sich presse-leser durch ihren intellekt und ihre weitsicht aus. was ist da bloß geschehen?

Re: 90% der österreicher wollen kein schiefergas !!!

Wo haben Sie dieses Umfrageergebniß den her?

Ich würde sagen, die meisten Österreicher wollen möglichst wenig für ihre Energie bezahlen. Die Herkunft mag zwar mit eine Rolle soielen, nur die Berücksichtigung einer solchen Rolle ist auch von den Möglichkeiten = Einkommen und Preise abhängig.

Re: presseforum der öl- & gaslobby, der umweltzerstörer, ....

Ich will Wasserkraft, wo sie ökologisch vertretbar ist

Ich will Windkraft

Ich will Solarstrom

Ich will Biomasse zum Heizen

Und wenn wir in den Bereichen Technologieführer werden dann geht es uns in Europa gut.

Re: Re: presseforum der öl- & gaslobby, der umweltzerstörer, ....

das ist ja lustig :-)
Sie glauben aber nicht ernsthaft daran, dass Europa Marktführer bei Wind- oder Solarenergie werden könnte? Na ja, träumen Sie weiter ...oder noch besser, informieren Sie sich vor dem posten einmal.
Was Biomasse zum Heizen anbelangt sollten Sie auch zuerst einmal die technischen Daten abfragen und nicht nur Schlagzeilen lesen. Aber wenn Ihnen Feinstaub-, NOx- und CO keine Probleme bereiten, dann freue ich mich für Sie, hoffe aber, dass Sie ganz weit weg wohnen.
Auch hier mein Rat, bevor Sie posten, informieren Sie sich über alle Einzelheiten und nicht nur über Werbeaussagen!

Re: Re: presseforum der öl-

ich will meine Ruhe!

birol ist ein alter mann,

vermutlich hat er weder kinder noch enkel. und auch sonst keine menschen, die ihm etwas bedeuten...

da kann man schon auf diesen wahn namens fossile energieträger setzen.

unverantwortliches g'sindel! wenn ihr wenigstens euren dreck selber fressen würdet, doch nein: den kindern und enkeln der anderen nehmt ihr die zukunft.

Mehr Gas auf dem Weltmarkt senkt die Preise.

Soweit verständlich. Warum ist das jetzt genau ein Problem für Europa?

Weil die Logistikkosten nicht vernachlässigbar sind

Es gibt keinen "Weltmarkt für Gas".
Gas kann von der Quelle zum Ziel entweder über Pipelines (sehr teuer) oder als LNG (auch teuer) transportiert werden.

Das heißt, daß Europa mit seiner bereits im Boden vergrabenen Gas-Infrastruktur nur sehr begrenzt von niedrigen Gaspreisen in Amerika profitiert.

Wenn nun der amerikanische Konkurrent eines europäischen Unternehmens in größerem Ausmaß von niedrigen Energiepreisen profitieren kann, steigert dies seine Wettbewerbsfähigkeit, auch wenn die Energiepreise in absoluten Zahlen für alle gesunken sein mögen.

Re: Weil die Logistikkosten nicht vernachlässigbar sind

Danke für die Aufklärung. Dann ist der Part im Interview aber auch mau.

wozu noch gas und kohle

kalte fusion ist die zukunft
www.ecat.com

Re: wozu noch gas und kohle


Statt Zufallsstrom-Windräder zu bauen, wäre das Geld dort zu investieren gewesen!

Aber für Forschung ist ja kein Geld da, nur für Frühpensionisten und Beamte.


Re: Re: wozu noch gas und kohle


In die Kernfusions-Forschung sollten wir investieren!

Die "kalte Fusion" halte ich für nicht möglich.


Weltkrieg 1, Weltkrieg 2, 60 Jahre Sovietische Okkupation, nun die Weigerung, billige Energie zu foerdern

Wie oft muss Europa noch Selbstmord begehen, bevor es endgueltig verschwindet?

Re: Weltkrieg 1, Weltkrieg 2, 60 Jahre Sovietische Okkupation, nun die Weigerung, billige Energie zu foerdern

Keine Sorge, die Griechen erledigen es....

die ömv wird unter roiss zum umweltverbrecher ...

seit seinem amtsantritt lobbyiert roiss für das schiefergas gegen den willen der bevölkerung.

die aktuellen berichte gehen auf eine ömv-kampagne zurück, die für die zerstörung unserer heimat den weg frei lobbyieren möchte.

Re: die ömv wird unter roiss zum umweltverbrecher ...

keine Ahnung haben, sich nicht informieren wollen und auf Propaganda horen. Willkommen im mesienzeitalter

ganz einfach

europa und der rest der welt wird sich sanieren indem trinkwasser an die usa geliefert wird...ganz einfach so
warum jetzt plötzlich von heute auf morgen in den medien schiefergasförderung eine unumkehrbare präsenz ist weiss auch niemand.
warum entscheiden industrie und politik, dass ich nun nicht mehr elektrisch fahren soll?

"warum jetzt plötzlich von heute auf morgen in den medien schiefergasförderung eine unumkehrbare präsenz ist ..."

das ist deshalb so, weil auch die linksten journalisten nicht länger die augen davor verschliessen können, dass die produktionskosten in den USA in bezug auf die energie viermal so niedrig sind wie in europa.

wohin wird uns also die grüne ideologie führen ?

europa wird sich weiter deindustrialisieren, wenn es so weitermacht. das wird zur folge haben: massenarbeitslosigkeit, in verbindung mit der linken politik zahlungsunfähigkeit und massenverelendung. europa wird wirtschaftlich auf das niveau des maghreb absacken und bis es soweit ist, wird es unruhen und bürgerkriege geben.. in weiterer folge werden viele fachkräfte europa verlassen, was die wirtschaftskraft europas weiter schwächen wird. linke zahlungsverweigerer werden investoren abschrecken. so wie im ostblock wird auch in westeuropa dank der armut die umweltverschmutzung stark zunehmen.

in der zwischenzeit wird der rest der welt den ausfall europas abfangen und china und indien werden sich rapide industrialisieren. auch die usa werden ihren lebensstandard halten.

in bezug auf den klimawandel heisst das folgendes:
das co2 in der atmosphäre wird weiter steigen. sollte es tatsächlich so schlimm kommen wie von den medien angedroht, wird europa den folgen des klimawandels völlig hilflos ausgeliefert sein.

die nächste sozialistische grosskatastrophe ist bereits vorprogrammiert.

IEA

lebt vom geld der großen energiekonzerne
und die wollen endlich in europa das schmutzige geschäft machen --> werbeauftritt von Birol

es gibt keine saubere technologie für die förderung von schiefergas - nur ein mehr oder weniger schmutzige

Umweltfreundlich?

Ich traue dem Birol nicht.
Ich traue ihm aber alles zu.

Klimaidioten zerstören Volkswirtschaft!

Die wahnsinnigen Klimaideologen, Gläubige von Computermodellen würgen die ohnehin schwache Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wohlfahrtstaaten weiter ab. Während die USA zu preiswerten Öl und Gas komen, die meisten asiatischen Schwellenländer Treibstoffe sogar subventionieren (und nicht besteuern) erhöht Europa die Kosten für Klimazertifikate - gute Nacht - wer sich von Ökofaschisten regieren läßt verdient nichts anderes als eine massive Krise - aud die steuern wir zu.

Wir sollten auch wieder


Treibstoffe aus Braunkohle herstellen!

Dann wären wir wirklich unabhängig!


Re: Wir sollten auch wieder

erst wenn alle aecker mit windmuehlen zugepflastert und all alpentaeler verstaut sind werden die oekowahnsinningen immer noch nicht begreifen dass man energie-und wirtschaftspolitik nicht mit politisch korrektem zwang und wirrsinn betreiben kann.

 
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