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IEA: Schiefergasboom senkt Konkurrenzfähigkeit Europas

14.11.2012 | 18:16 |  JAKOB ZIRM (Die Presse)

Das Fördern von Schiefergas senkt in den USA die Energiepreise. Schlecht für den Standort Europa, so IEA-Chefökonom Birol. Die Industriebetriebe würden in die USA zurückkehren.

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Die Presse: Die Kernaussage des aktuellen World Energy Outlook der Internationalen Energie-Agentur ist, dass die USA dank Schiefergas und -öl ihre Importabhängigkeit drastisch verringern werden. In Europa stehen Politik und Öffentlichkeit dem Thema Schiefergas ablehnend gegenüber. Vergibt Europa hier eine große Chance?

Fatih Birol: Ja. Ohne eigene Aktivitäten bringt die Schiefergas-Revolution für Europa vor allem schlechte Nachrichten. Aufgrund des dadurch entstandenen Rückgangs der Energiepreise in den USA wird der Gaspreis in Europa künftig fünfmal so hoch wie in den Vereinigten Staaten sein. Das bedeutet, dass die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen und die Kaufkraft europäischer Haushalte deutlich gegenüber jenen in Amerika zurückgehen wird. Ich könnte mir auch vorstellen, dass energieintensive Branchen Europa vermehrt verlassen, während sie in die USA inzwischen sogar wieder zurückkehren. Der einzige Vorteil für Europa ist, dass durch das nun entstehende globale Gasüberangebot der Druck auf die Lieferanten – etwa Russland – steigt, ihre Preise ebenfalls zu senken.

 

Europa müsste also selbst Schiefergas fördern. Doch was ist mit den Bedenken von Umweltschützern und Bevölkerung?

Die Bedenken sind natürlich berechtigt. Und es stimmt auch, dass in den USA am Anfang des Booms Fehler gemacht wurden, die zu Verschmutzungen der Umwelt geführt haben. Inzwischen gibt es aber die Technologien, um Schiefergas und -öl auch ohne Gefahren für die Umwelt zu fördern. Dies bedeutet zwar Mehrkosten in Höhe von rund sieben Prozent, dennoch ist die Förderung immer noch konkurrenzfähig. Es braucht dafür halt nur die notwendigen Gesetze, die den Einsatz der sauberen Technologien vorschreiben.

Die OMV wollte in Niederösterreich Schiefergaslagerstätten erkunden. Dies wurde nach massiven Protesten abgesagt – ein Fehler?

Jedes Land muss selbst entscheiden, ob Schiefergas gefördert werden soll. Es ist aber zu beobachten, dass viele Länder, die Schiefergas bereits abgelehnt haben, dem Thema aufgrund veränderter ökonomischer Voraussetzungen und neuer Technologien nun eine zweite Chance geben.

Eine andere Aussage im World Energy Outlook ist, dass wir nicht mehr als ein Drittel der bereits bekannten fossilen Ressourcen verbrauchen dürfen, wenn wir die Klimaziele noch erreichen wollen. Durch Schiefergas und -öl werden die fossilen Energieträger aber wieder konkurrenzfähiger. Was ist die Lösung?

In den beiden Ländern, in denen die Schiefergasförderung künftig am stärksten ausgebaut werden wird – den USA und China –, ersetzt das Gas vor allem Kohle. Und das sorgt für eine starke Verringerung der CO2-Emissionen. Anders übrigens die Situation in Europa: Hier wird die im Preis ebenfalls verfallende Kohle zunehmend wieder teures konventionelles Gas ersetzen. Schiefergas allein wird aber natürlich nicht dazu beitragen, dass wir die Klimaziele erreichen. Dazu wird es auch den vermehrten Einsatz von Technologien wie die CO2-Abscheidung und -Speicherung unter der Erde (CCS) brauchen. Diese ist in der Öffentlichkeit aber ebenfalls stark umstritten.

In einem Interview mit der „Presse“ vor einem Jahr meinten Sie, dass die Reduktion der Subventionen für fossile Treibstoffe eine Hauptbedingung für das Erreichen der Klimaziele sei. Inzwischen haben sich die Subventionen um 30 Prozent auf 530 Mrd. Dollar erhöht – sechsmal so viel wie für erneuerbare Energieträger. Können die Klimaziele so erreicht werden?

Nein. So lange es diese Subventionen gibt, haben wir keine Chance, die Ziele zu erreichen. Diese Subventionen gibt es nämlich vor allem in jenen Schwellenländern, in denen der Energieverbrauch und somit auch die CO2-Emissionen rasant ansteigen. Vor allem im Nahen Osten wurden seit dem Arabischen Frühling Subventionen sogar noch weiter erhöht.

In Ländern wie Ägypten oder Indonesien, wo es sehr hohe Subventionen für Öl und Gas gibt, wird argumentiert, dass sich ohne diese staatlichen Hilfen die armen Bevölkerungsschichten Energie gar nicht mehr leisten werden können.

Wir haben uns dieses Thema in einer Studie genau angesehen und herausgefunden, dass nur acht Prozent der Subventionen an jene 20 Prozent der Bevölkerung dieser Länder gingen, die über die niedrigsten Einkommen verfügen. Der Großteil ging an die Mittel- und Oberschicht. Die Armen könnten auch über andere Wege – vergleichbar der europäischen Sozialhilfe – unterstützt werden.

Zur Person

Fatih Birol ist Chefökonom der Internationalen Energie-Agentur (IEA) und in dieser Funktion für den jährlichen World Energy Outlook – die bedeutendste Zukunftsprognose in Energiefragen – verantwortlich. Vor seiner Tätigkeit bei der IEA (sozusagen der Energiesparte der OECD) war der 1958 in Ankara geborene Wirtschaftswissenschaftler sechs Jahre bei der Opec in Wien beschäftigt. In Österreich lebte er in Summe 13 Jahre, da er an der TU Wien sein Doktorat in Energiewirtschaft absolvierte. [AP]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.11.2012)

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220 Kommentare
 
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naja, immerhin können dann kriege um öl aufhören

wenns uncle sam selber schafft. blöd nur für die waffenindustrie...

Re: naja, immerhin können dann kriege um öl aufhören

blöd nur für die europäer, die müssen dann die versorgung selber schützen/sicherstellen. mal sehen ob das nur mit küschen links/ küschen rechts zu schaffen ist...

Mr. Birol ist eine Marionette des Machtapparats

der hinter ihm steht. Er kann gar nichts anderes sagen, das wäre lebensgefährlich!!!
So wie jener Mitarbeiter von Exxonmobil, der in Brüssel sein Leben lassen musste:
http://www.spiegel.de/fotostrecke/bruessel-mord-an-exxonmobil-manager-gibt-polizei-raetsel-auf-fotostrecke-89024.html

Diese Industie kennt keine Grenzen mehr...

presseforum der öl- & gaslobby, der umweltzerstörer, ....

die österreicher wollten keine kernkraft, die österreicher wollen kein schiefergas, die österreicher haben den hausverstand.

90% der österreicher wollen kein schiefergas !!!

wieso finden sich im presseforum so viele lobbyisten für diesen energie-quatsch?

früher zeichneten sich presse-leser durch ihren intellekt und ihre weitsicht aus. was ist da bloß geschehen?

Re: 90% der österreicher wollen kein schiefergas !!!

Wo haben Sie dieses Umfrageergebniß den her?

Ich würde sagen, die meisten Österreicher wollen möglichst wenig für ihre Energie bezahlen. Die Herkunft mag zwar mit eine Rolle soielen, nur die Berücksichtigung einer solchen Rolle ist auch von den Möglichkeiten = Einkommen und Preise abhängig.

Re: presseforum der öl- & gaslobby, der umweltzerstörer, ....

Ich will Wasserkraft, wo sie ökologisch vertretbar ist

Ich will Windkraft

Ich will Solarstrom

Ich will Biomasse zum Heizen

Und wenn wir in den Bereichen Technologieführer werden dann geht es uns in Europa gut.

Re: Re: presseforum der öl- & gaslobby, der umweltzerstörer, ....

das ist ja lustig :-)
Sie glauben aber nicht ernsthaft daran, dass Europa Marktführer bei Wind- oder Solarenergie werden könnte? Na ja, träumen Sie weiter ...oder noch besser, informieren Sie sich vor dem posten einmal.
Was Biomasse zum Heizen anbelangt sollten Sie auch zuerst einmal die technischen Daten abfragen und nicht nur Schlagzeilen lesen. Aber wenn Ihnen Feinstaub-, NOx- und CO keine Probleme bereiten, dann freue ich mich für Sie, hoffe aber, dass Sie ganz weit weg wohnen.
Auch hier mein Rat, bevor Sie posten, informieren Sie sich über alle Einzelheiten und nicht nur über Werbeaussagen!

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Re: Re: presseforum der öl-

ich will meine Ruhe!

birol ist ein alter mann,

vermutlich hat er weder kinder noch enkel. und auch sonst keine menschen, die ihm etwas bedeuten...

da kann man schon auf diesen wahn namens fossile energieträger setzen.

unverantwortliches g'sindel! wenn ihr wenigstens euren dreck selber fressen würdet, doch nein: den kindern und enkeln der anderen nehmt ihr die zukunft.

Mehr Gas auf dem Weltmarkt senkt die Preise.

Soweit verständlich. Warum ist das jetzt genau ein Problem für Europa?

Weil die Logistikkosten nicht vernachlässigbar sind

Es gibt keinen "Weltmarkt für Gas".
Gas kann von der Quelle zum Ziel entweder über Pipelines (sehr teuer) oder als LNG (auch teuer) transportiert werden.

Das heißt, daß Europa mit seiner bereits im Boden vergrabenen Gas-Infrastruktur nur sehr begrenzt von niedrigen Gaspreisen in Amerika profitiert.

Wenn nun der amerikanische Konkurrent eines europäischen Unternehmens in größerem Ausmaß von niedrigen Energiepreisen profitieren kann, steigert dies seine Wettbewerbsfähigkeit, auch wenn die Energiepreise in absoluten Zahlen für alle gesunken sein mögen.

Re: Weil die Logistikkosten nicht vernachlässigbar sind

Danke für die Aufklärung. Dann ist der Part im Interview aber auch mau.

wozu noch gas und kohle

kalte fusion ist die zukunft
www.ecat.com

Re: wozu noch gas und kohle


Statt Zufallsstrom-Windräder zu bauen, wäre das Geld dort zu investieren gewesen!

Aber für Forschung ist ja kein Geld da, nur für Frühpensionisten und Beamte.


Re: Re: wozu noch gas und kohle


In die Kernfusions-Forschung sollten wir investieren!

Die "kalte Fusion" halte ich für nicht möglich.


Weltkrieg 1, Weltkrieg 2, 60 Jahre Sovietische Okkupation, nun die Weigerung, billige Energie zu foerdern

Wie oft muss Europa noch Selbstmord begehen, bevor es endgueltig verschwindet?

Re: Weltkrieg 1, Weltkrieg 2, 60 Jahre Sovietische Okkupation, nun die Weigerung, billige Energie zu foerdern

Keine Sorge, die Griechen erledigen es....

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die ömv wird unter roiss zum umweltverbrecher ...

seit seinem amtsantritt lobbyiert roiss für das schiefergas gegen den willen der bevölkerung.

die aktuellen berichte gehen auf eine ömv-kampagne zurück, die für die zerstörung unserer heimat den weg frei lobbyieren möchte.

Re: die ömv wird unter roiss zum umweltverbrecher ...

keine Ahnung haben, sich nicht informieren wollen und auf Propaganda horen. Willkommen im mesienzeitalter

ganz einfach

europa und der rest der welt wird sich sanieren indem trinkwasser an die usa geliefert wird...ganz einfach so
warum jetzt plötzlich von heute auf morgen in den medien schiefergasförderung eine unumkehrbare präsenz ist weiss auch niemand.
warum entscheiden industrie und politik, dass ich nun nicht mehr elektrisch fahren soll?

"warum jetzt plötzlich von heute auf morgen in den medien schiefergasförderung eine unumkehrbare präsenz ist ..."

das ist deshalb so, weil auch die linksten journalisten nicht länger die augen davor verschliessen können, dass die produktionskosten in den USA in bezug auf die energie viermal so niedrig sind wie in europa.

wohin wird uns also die grüne ideologie führen ?

europa wird sich weiter deindustrialisieren, wenn es so weitermacht. das wird zur folge haben: massenarbeitslosigkeit, in verbindung mit der linken politik zahlungsunfähigkeit und massenverelendung. europa wird wirtschaftlich auf das niveau des maghreb absacken und bis es soweit ist, wird es unruhen und bürgerkriege geben.. in weiterer folge werden viele fachkräfte europa verlassen, was die wirtschaftskraft europas weiter schwächen wird. linke zahlungsverweigerer werden investoren abschrecken. so wie im ostblock wird auch in westeuropa dank der armut die umweltverschmutzung stark zunehmen.

in der zwischenzeit wird der rest der welt den ausfall europas abfangen und china und indien werden sich rapide industrialisieren. auch die usa werden ihren lebensstandard halten.

in bezug auf den klimawandel heisst das folgendes:
das co2 in der atmosphäre wird weiter steigen. sollte es tatsächlich so schlimm kommen wie von den medien angedroht, wird europa den folgen des klimawandels völlig hilflos ausgeliefert sein.

die nächste sozialistische grosskatastrophe ist bereits vorprogrammiert.

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IEA

lebt vom geld der großen energiekonzerne
und die wollen endlich in europa das schmutzige geschäft machen --> werbeauftritt von Birol

es gibt keine saubere technologie für die förderung von schiefergas - nur ein mehr oder weniger schmutzige

Umweltfreundlich?

Ich traue dem Birol nicht.
Ich traue ihm aber alles zu.

Klimaidioten zerstören Volkswirtschaft!

Die wahnsinnigen Klimaideologen, Gläubige von Computermodellen würgen die ohnehin schwache Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wohlfahrtstaaten weiter ab. Während die USA zu preiswerten Öl und Gas komen, die meisten asiatischen Schwellenländer Treibstoffe sogar subventionieren (und nicht besteuern) erhöht Europa die Kosten für Klimazertifikate - gute Nacht - wer sich von Ökofaschisten regieren läßt verdient nichts anderes als eine massive Krise - aud die steuern wir zu.

Wir sollten auch wieder


Treibstoffe aus Braunkohle herstellen!

Dann wären wir wirklich unabhängig!


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Re: Wir sollten auch wieder

erst wenn alle aecker mit windmuehlen zugepflastert und all alpentaeler verstaut sind werden die oekowahnsinningen immer noch nicht begreifen dass man energie-und wirtschaftspolitik nicht mit politisch korrektem zwang und wirrsinn betreiben kann.

 
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Hobbyökonom