Zwangsarbeit in DDR: Ikea-Bericht unbefriedigend

17.11.2012 | 09:02 |   (DiePresse.com)

Der Maßstab der Menschenrechte habe damals wie heute gegolten, sagt der Unterlagen-Beauftragte Jahn. Die eigentliche Frage habe Ikea nicht beantwortet.

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Der deutsche Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, hat die vom Möbelhersteller Ikea in Auftrag gegebene Untersuchung zur Zwangsarbeit von politischen Häftlingen in der DDR und deren Präsentation kritisiert. "Bei der Vorstellung des Berichts hat Ikea nicht beantwortet, warum es damals nicht konsequent gehandelt hat, obwohl es von dem Einsatz politischer Häftlinge in Produktionsstätten der DDR wusste", sagte Jahn der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung" (Samstag-Ausgabe). "Der Hinweis auf die vorherrschenden politischen Rahmenbedingungen ist nicht hilfreich, der Maßstab der Menschenrechte galt damals wie heute."

Der Geschäftsführer von Ikea Deutschland, Peter Betzel, hatte bei der Vorstellung der Studie am Freitag in Berlin eingeräumt, dass sein Unternehmen von der Beschäftigung politischer Gefangener im Interesse von Ikea gewusst habe. Man habe darauf gedrängt, dass dies aufhöre. Wie genau das geschah, sagte er nicht. Die Untersuchung soll unter Hinweis auf datenschutzrechtliche Gründe unter Verschluss bleiben.

(APA/dpa)

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8 Kommentare

Aus eigener Erfahrung ...

... kann ich sagen, daß es ein Privileg war im ostzonalen Knast, arbeiten zu dürfen. Das war die einzige Möglichkeit in diesen Einrichtungen an Geld (schicken von außen war nicht) für Zigaretten, Zucker und an ein paar Stunden Fensehzeit zu kommen. Die Spinner die jetzt solchen Blödsinn von Zwangsarbeit u.s.w. schreiben sollten mal ein paar Lehrjare unter solchen Bedingungen verbringen. Aber sie könnten natürlich auch die inzwischen öffentlich zugänglichen Regelungen und Ordnungen des ostzonalen Strafvollzuges studieren ( macht allerdings Arbeit :-().

Was für Häftlinge waren denn das?

Abgesehen von der Verjährung:
Was für Häftlinge waren denn das?
Wenn es Gegner des KP-Regimes waren, dann waren sie Widerstandskämpfer. Aber für Ansprüche ist es zu spät, weil verjährt.

Wenn es Kriminelle waren, die auch nach den Gesetzen eines Rechtsstaates Kriminelle waren, dann erübrigt sich jede Diskussion über
"Entschädigung".

Zwangsarbeit in Österreich:

Mikl-Leitner blockiert Beseitigung der letzten Zwangsarbeit in der EU,
will Zwangs-Zivildienst um jeden Preis erhalten.

M-L: "Jugend ist grundlegend schlecht"
M-L: "Die Gfraster wer ma schon dispziplinieren"
M-L weiter vollkommen hysterisch kreischend: "Ich hasse euch alle ..."

Re: Zwangsarbeit in Österreich:

Verleumderische Unterstellungen ohne jeden Beweis.

Und wo legt das Problem?

Die Gschaftlhuberei eines Weltverbesserers?

Re: Und wo liegt das Problem?

Dein Kommentar ist nicht "politisch korrekt"
Ein bisschen Empörung zeigen ist nicht zu viel verlangt bei den Reizwörtern
* Zwangsarbeit
* Verletzung der Menschenrechte

Üb das bitte zu Hause vor dem Spiegel.

Politisch korrekt

sehe ich das Problem nicht in der Tatsache, dass auch Häftlinge arbeiten. Das tun sie auch in österreichischen Gefängnissen - und die meisten tun es auch gerne.

Das Problem liegt vielmehr in der den Menschenrechten widersprechenden Inhaftierung von politisch Andersdenkenden!

Und da gibt es Leute, die in der Diskussion über Vassilakous Vorschlag zur partiellen Enteignung von Wohnungsvermietern die DDR als leuchtendes Beispiel anführen!

Re: Re: Und wo liegt das Problem?

????
Restalkohol??
:)

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