Zwangsarbeit in DDR: Ikea-Bericht unbefriedigend

Der Maßstab der Menschenrechte habe damals wie heute gegolten, sagt der Unterlagen-Beauftragte Jahn. Die eigentliche Frage habe Ikea nicht beantwortet.

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Der deutsche Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, hat die vom Möbelhersteller Ikea in Auftrag gegebene Untersuchung zur Zwangsarbeit von politischen Häftlingen in der DDR und deren Präsentation kritisiert. "Bei der Vorstellung des Berichts hat Ikea nicht beantwortet, warum es damals nicht konsequent gehandelt hat, obwohl es von dem Einsatz politischer Häftlinge in Produktionsstätten der DDR wusste", sagte Jahn der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung" (Samstag-Ausgabe). "Der Hinweis auf die vorherrschenden politischen Rahmenbedingungen ist nicht hilfreich, der Maßstab der Menschenrechte galt damals wie heute."

Der Geschäftsführer von Ikea Deutschland, Peter Betzel, hatte bei der Vorstellung der Studie am Freitag in Berlin eingeräumt, dass sein Unternehmen von der Beschäftigung politischer Gefangener im Interesse von Ikea gewusst habe. Man habe darauf gedrängt, dass dies aufhöre. Wie genau das geschah, sagte er nicht. Die Untersuchung soll unter Hinweis auf datenschutzrechtliche Gründe unter Verschluss bleiben.

(APA/dpa)

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