Fondsmanager: Gefahr der US-Fiskalklippe übertrieben

03.12.2012 | 14:12 |   (DiePresse.com)

Vor allem das steigende Konsumentenvertrauen in den USA sei ein stützender Faktor, sagt John Carey von Pioneer Investments.

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Sollte sich US-Präsident Barack Obama im zähen Budgetstreit nicht mit den Republikanern einigen, sei dies keine Katastrophe. Ein Inkrafttreten der automatischen Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen ab 1. Jänner ("fiscal cliff") könne die USA im ersten Halbjahr 2013 zwar in eine milde Rezession ziehen, urteilte John Carey, Fondsmanager bei Pioneer Investments, am Montag bei einem Pressegespräch in Wien. Seine mittelfristige Prognose für die US-Konjunktur bleibe jedoch bei einem langsamen und stabilen Wachstum.

Die jüngsten Wahlen in den USA haben laut Carey den "gridlock", also den Stillstand aufgrund einer politischen Pattstellung, verlängert. Da die Republikaner trotz der Wahlniederlage ihres Spitzenkandidaten Mitt Romney weiterhin die Mehrheit im Repräsentantenhaus halten, bleibe die Budgetpolitik damit äußerst beschwerlich. Das Repräsentantenhaus hat das alleinige Initiativrecht bei Steuer- und Haushaltsgesetzen, was die Republikaner bereits in der ersten Amtszeit Obamas immer wieder zur Blockade neuer Gesetze nutzten. Die Konsequenzen der Fiskalklippe seien trotz vorhandener Konjunkturrisiken jedoch überbewertet und medial überrepräsentiert, sagte Carey. Zudem sei eine leichte Rezession 2013 wohl weniger dramatisch als eine US-Schuldenkrise 2018.

Konsumvertrauen stützt US-Konjunktur

Vor allem das steigende Konsumentenvertrauen in den USA sei ein stützender Faktor, setzte Carey fort. Schließlich würden rund 70 Prozent des US-Bruttoinlandsproduktes aus Konsumentenausgaben resultieren. Deshalb sieht er auch Aktien von Konsumgüterunternehmen künftig als gutes Investment. Insbesondere im Verhältnis zu Anleihen und zu früheren Preisniveaus seien Aktien momentan allgemein äußerst billig bewertet. Kritisch sieht er die nähere Zukunft vor allem für Werte aus der Metallbranche - hier habe man sich zu wenig diversifiziert und sei zu abhängig von Chinas Wachstum. Bei Energie-und Computerunternehmen müsse man den Ausblick hochselektiv bewerten.

Eine verschärfte Krise im Euroraum sieht Carey per se nicht als hohes Risiko für die US-Konjunktur, selbiges gelte für ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum in China. Solche Ereignisse seien vorrangig in Kombination eine Bedrohung für das US-amerikanische Wirtschaftswachstum. Kritischer sei die Lage im Falle eines Krieges im Iran, hier drohe eine globale Rezession. Auch die nach wie vor ungelöste Krise im Bankensektor berge ein hohes Risiko - die OECD bezifferte den Kapitalbedarf Europas Großbanken jüngst mit 400 Milliarden Euro und damit etwa doppelt so hoch wie die Europäische Bankenaufsicht (EBA). Eine Kettenreaktion von Bankenpleiten würde laut Carey großen Schaden zur Folge haben.

US-Notenbank "Spielball politischer Interessen"

Von der Sitzung des US-Offenmarktausschusses FOMC kommende Woche erwartet Carey wenig Neuigkeiten. Zudem rechnet er damit, dass das Anleihekaufprogramm "Operation Twist" der US-Notenbank Fed wie geplant mit Ende Dezember ausläuft. Bezüglich der US-Geldpolitik bestehe erst mit Ende der Amtszeit von Fed-Chef Ben Bernanke im Jahr 2014 die Möglichkeit eines substanziellen Kurswechsels. Offen sei, ob in Zukunft eine rigidere oder noch lockerere Geldpolitik betrieben werde. Generell bleibe die Fed jedenfalls, obwohl offiziell unabhängig, Spielball politischer Interessen, befand Carey.

Den Ölpreis sieht Carey mittelfristig nicht stark erhöht, was vor allem an der steigenden Energieunabhängigkeit der USA liege. Diese begründet er vor allem mit der Schiefergasförderung ("fracking"), aber auch mit dem großen Reichtum an Ressourcen. Auch die Inflationsrate erwartet er kurzfristig stabil, ein starker Anstieg drohe trotz lockerer Geldpolitik in den USA und in Europa erst wieder bei einem signifikanten Sinken der Arbeitslosenraten.

(APA)

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beschönigung

carey beschönigt den Gau ohne Ende. er hat nur Angst, dass seine Investments wertlos werden.

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