UBS vor Strafe wegen Libor

03.12.2012 | 17:48 |   (Die Presse)

Die Schweizer Großbank UBS einigt sich im Verfahren um manipulierte Libor-Libor-Zinsen mit den Behörden auf eine Strafzahlung von 450 Millionen Dollar n amerikanische und britische Aufseher.

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Wien/Red./Ag. Die Schweizer Großbank UBS steht kurz davor, sich im Verfahren um manipulierte Libor-Zinsen mit den Behörden auf eine Strafe zu einigen. Laut einem Bericht der „New York Times“ soll das Institut 450 Mio. Dollar an amerikanische und britische Aufseher zahlen.
Kommt es zu einer Einigung, wäre dies die zweite Strafe in einem Verfahren, in dem mehr als ein Dutzend Banken verdächtigt werden, wichtige Referenzzinsen manipuliert zu haben. Im Juni ist bereits die britische Großbank Barclays zu einer Strafe von 450 Mio. Dollar verurteilt worden. Unter Beschuss ist auch die Deutsche Bank. Bei einer Anhörung im deutschen Bundestag hat Vorstandsmitglied Stephan Leithner vergangene Woche gesagt, das Institut habe Geld für eine mögliche Strafe zur Seite gelegt. Eine genaue Summe hat er jedoch nicht genannt.

Libor als globale Affäre

Auch die Royal Bank of Scotland steht offenbar kurz davor, sich auf eine Strafe mit den Aufsichtsbehörden zu einigen. Das Institut hat angegeben, genaue Summen vor dem nächsten Quartalsergebnis im Februar nennen zu können.

Amerikanische, kanadische, asiatische und Schweizer Behörden untersuchen den Verdacht, dass Großbanken jahrelang Referenzzinsen manipuliert haben, von denen immense Summen anderer Finanzgeschäfte abhängen. Ziel soll gewesen sein, die eigenen Profite zu erhöhen, aber auch, die Außenwirkung zu verbessern. Der Libor gibt an, zu welchen Konditionen sich die Banken Geld leihen können. Erscheint dieser niedrig, wirkt es so, als sei auch die Nervosität im Finanzsystem niedrig.

Im Zuge der Affäre wurden Rufe nach einer Reform des Libor laut. Ziel der Behörden ist es, ein transparenteres System zu schaffen. Eine Möglichkeit ist, in einem künftigen Verfahren tatsächlich anfallende Zinsen zur Basis der Berechnungen zu machen. Bislang wurden von den Banken nur fiktive Werte angegeben.

In Österreich ist der Libor nicht der wichtigste Referenzzins. In allen Euroländern gilt der Euribor als der bedeutendste Zinssatz, von dem vor allem Kredite, aber auch diverse Sparprodukte abhängen. Da dieser von mehreren Banken errechnet wird, ist die Gefahr geringer, dass es Absprachen gegeben hat. Ermittelt wird aber auch hier.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.12.2012)

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17 Kommentare

die Eidgenossen lassen keine Sauerei aus.Hopp Schwyz


Re: die Eidgenossen lassen keine Sauerei aus.Hopp Schwyz

Ich bitte - als Schweizer - sehr um Differenziertheit. Es handelt sich (wie Kollege "Fritz" richtig bemerkt) um eine Schweizer Firma und um nichts weiteres. Ich nehme Sie auch nicht für jegliche "österreichische Sauerei" in pauschalisierende Geiselhaft.

Übrigens: Es müsste heissen: Hopp Schwiiz!

MfG

Re: Re: die Eidgenossen lassen keine Sauerei aus.Hopp Schwyz

na, dann erzählen Sie uns doch einmal,
wieviele Milliarden die Eidgenossen, oder waren das nur die differenzierten, sich die Erhaltung dieses Ladens haben kosten lassen.

Re: Re: Re: die Eidgenossen lassen keine Sauerei aus.Hopp Schwyz

Ich gebe Ihnen auf Ihre Frage einmal eine differenzierte, möglichst stichhaltige, sachliche Antwort. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob Sie damit etwas anfangen können. Sie scheinen doch vielmehr stereotypen Weltanschauungen zu frönen. Selber denken wäre ganz generell ergiebiger...

1. Wie ich schon an anderer Stelle erwähnt habe, trägt die Finanzindustrie lediglich ca. 6% zum Schweizerischen BIP bei (Tendenz fallend). Dabei sind ca. 4% aller in der CH Beschäftigten in der Bankenbranche tätig (Tendenz fallend). Selbstverständlich liegt der "offshore-Bereich" (und nur dieser betrifft überhaupt die "Schwarzgeldthematik") bei weit unter diesen 6-BIP%. Man geht von ca. 3% aus. Nun stellt sich noch die Frage, wieviel von diesen 3-BIP% effektiv vom "Schwarzgelgeschäft" herrührt. Man geht von ca. 1% des BIP aus. Sie sehen: Es ist ein lächerlich kleiner Anteil.

2. Ich persönlich finde das bewusste (!) Geschäften (also die bewusste Annahme von Schwarzgeld) mit unversteuerten Geldern inakzeptabel. Allerdings sollte man die realen Verhältnisse und Grössenordnungen auf den Tisch legen. Des Weiteren gilt es festzuhalten, dass nicht nur der Schweizerische Finanzplatz vom "Schwarzgeldhandel" profitiert. Eine unschöne Doppelmoral liegt der ganzen Thematik insofern zugrunde.

Mit Bezugnahme auf meine Feststellungen in Punkt 1:

http://www.20min.ch/finance/dossier/bankgeheimnis/story/13211476

http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/04/02/02/key/nach_branchen.html

MfG


Re: Re: Re: Re: die Eidgenossen lassen keine Sauerei aus.Hopp Schwyz

Da muss ich Helvetier voll unterstützen. Eine sehr klare Darstellung der Verhältnisse. Aber wenn man, wie er antönt, zum vornehererin ideologisch vorgespurt ist, nimmt man Fakten eben nicht zur Kenntnis.

Es ist sicher nicht alles gut, was bezüglich Schwarzgeld in der Schweiz gelaufen ist. Da befinden sich die Schweizer Banken in guter Gesellschaft, nicht zuletzt mit Österreich, Deutschland und den USA!

Ich bin wie Helvetier der Meinung, dass aktive Beihilfe zur Schwarzgeldverschiebung nicht statthaft ist. Hingegen bin ich der Auffassung, dass es nicht Aufgabe der Schwiezer Banken ist, passive Schwarzgeldverschiebung zu unterbinden. Darunter verstehe ich die Entgegennahme von Schwarzgeldern ohne aktive Beihilfe. Es ist nicht Sache der Schweizer Banken oder der Schweiz zu untersuchen, ob freiwillig in die Schweiz gebrachte Vermögen versteuert sind oder nicht. Für mich geht die Schweiz in diesem Punkt schon viel zu weit.

Es darf aber betont werden, dass man in der Schweiz viel konsequneter handelt als in der EU oder sonst wo. Die Schweizer Banken fahren heute eine konsequente Weissgeldstrategie, wovon die EU noch weit entfernt ist. Schon früher hat die Schweiz Vermögen von potentaten viel rascher eingefroren als etwa die EU. Ebenso hat kein Land so rasch auf die Unterkapitalisierung der Banken reagiert wie die Schweiz, die heute weit über Basel III hinausgeht.

Was jetzt passiert, ist die Abarbeitung der Altlasten. Wann sind Österreich und Deutschland auch so weit?

Re: Re: Re: Re: Re: die Eidgenossen lassen keine Sauerei aus.Hopp Schwyz

Sehr geehrter "Monte Rosa".

Ein äusserst präziser Beitrag, vielen Dank. Ich stimme Ihnen beinahe vorbehaltlos zu. Einen Punkt - nämlich Ihren zweitletzten Abschnitt - sehe ich etwas anders:

Meines Erachtens handelt die CH (bedauerlicherweise) keineswegs konsequent. Meine persönliche Präferenz läge bei einem schweizerischen Angebot, das den automatischen Informationsaustausch (mit dem Ausland, keine Aufgabe des Bankkundengeheimnisses im Inland!) gewähren würde. Dies würde die schweizerische Position wesentlich stärken. Gegenforderungen müssten dabei allerdings gestellt werden (leichterer Marktzugang für die schweizerische Finanzindustrie im "EU-Land"). Eine direkte Verhandlungsrunde "CH-Brüssel" wäre zudem viel ergiebiger. Stattdessen lässt sich meine Regierung auf zeit- und kostspielige bilaterlale, zwischenstaatliche Einzelverhandlungen ein. Wenn die CH allerdings das Bankgeheimnis weiterhin aufrecht erhalten möchte, so hätte sie keine Kundendaten an die USA aushändigen dürfen und Nachverhandlungen zum Steuerabkommen "CH vs. D" hätten nie erfolgen dürfen.

Ob die schweizerischen Banken zudem effektiv und flächendeckend eine konsequente Weissgeldstrategie verfolgen, wage ich nicht zu beurteilen, ich würde dies auch zum jetzigen Zeitpunkt nicht generell bejahen.

Beste Grüsse.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: die Eidgenossen lassen keine Sauerei aus.Hopp Schwyz

Liebe Helvetier

Ihre Sicht der Dinge hat vieles für sich. Vor allem zum Punkt "selektives Bankgeheimnis" (d.h. nur für Inländer) kann ich Ihnen voll zustimmen.

Der Ruf der Schweizer Banken gründete sich in der Vergangenheit ja vor allem auf Solidität, Sicherheit, Zuverlässigkeit(!) und Anständigkeit(!). Das war ja auch der Grund, weshalb der Spruch galt: "Geld allein genügt nicht, man muss es auch in der Schweiz haben". Ich würde sagen, dass sich ein Teil der Schweizer Banken erst seit relativ wenigen Jahren von diesen Werten entfernt hat, als die Bonusgier überhand nahm.

Dieses Vertrauen müssen wir zurückgewinnen, eben durch Rückbesinnung auf die Biederkeit. Biederkeit umfasst die oben aufgeführten Werte und war ja das Markenzeichen der Schweiz.

Für mich steht ausser Diskussion, dass viele Angriffe auf die Schweiz letztlich einem Wirtschaftskrieg oder Ideologiekrieg zu Grunde liegen. Je erfolgreicher und vor allem je unabhängiger die Schweiz ist, desto vergifteter wird dieser Krieg werden. Ob unsere heutigen Politiker dem standhalten, wie im 2. WK, ist allerdings fraglich.


Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: die Eidgenossen lassen keine Sauerei aus.Hopp Schwyz

Teil I

Sie sind ein Landsmann? Aufgrund Ihres Nicks hätte ich eigentlich darauf kommen müssen...

Auch hier gibt es nicht allzu viel zu ergänzen. Vielleicht zwei, drei Zusatzbemerkungen.

Zu Ihrem Abschnitt zwei ("Der Ruf..."): Ich denke, Ihr aufgeführter Spruch hat gerade heute an Aktualität nicht viel eingebüsst. Betrachten Sie bitte die Verhältnisse im "Umland". Zudem verzeichnen die eidgenössischen Institute nach wie vor stabile Nettoneugeldzuflüsse. Gerade auch deshalb würde ich den Zeitpunkt zur Aufgabe des Bankkundengeheimnisses (gegenüber dem Ausland) als äusserst günstig einschätzen wollen. Zudem könnte die Abschaffung zu einem Innovationsschub innerhalb der schweizerischen Finanzindustrie führen, was mittel- bis langfristig zu einer Stärkung des Finanzplatzes beitragen würde.

Zu Ihrem letzten Absatz: Selbstverständlich! Es steht ausser Frage, dass wir uns mitten in einem Wirtschafts- und Finanzkrieg befinden. Ich bin allerdings absolut positiv gestimmt. Die CH hat eine ausgezeichnete Position. Wenn man die "Kleinheit" des Landes bedenkt, weiss sie sich hervorragend zu wehren. Sie hat sehr vieles richtig gemacht, dank direkter Demokratie und hervorragenden Institutionen (Nationalbank, generell auch Bundesrat und Parlament). Die Zukunft kann aktiv gestaltet werden, dank politischer Souveränität und finanzpolitisch stabilen Verhältnissen. Der steuerpolitische Spielraum bleibt (im Gegensatz zu anderen europäischen Nationen) nach wie vor bestehen, ein Riesenvorteil!

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: die Eidgenossen lassen keine Sauerei aus.Hopp Schwyz

Ich bin ein Landsmann von Ihnen.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: die Eidgenossen lassen keine Sauerei aus.Hopp Schwyz

Teil II

Die Zuwanderung ist hoch, obschon auch damit verbundene Nachteile berücksichtigt werden müssen.

Meines Erachtens würde die CH gut daran tun, zwei, drei Grundsätze zu beherzigen und unnachgiebig zu verteidigen. Dazu gehörten etwa: Unabhängigkeit (in jeglicher Hinsicht: Politisch, steuer- und finanzpolitisch, etc.), Neutralität, aber auch Intensivierung der weltweiten (!) Geschäftsbeziehungen (Reduktion der ökonomischen Abhängigkeit von Europa).

MfG

PS: Darf ich Sie fragen: Haben Sie schon vor der obligatorischen Registrationspflicht im Forum gepostet? Unter welchem Namen?

Re: Re: Re: Re: die Eidgenossen lassen keine Sauerei aus.Hopp Schwyz

ja , ja, ich weiss,dass es nass ist, wenn es regnet, nur, wovon reden Sie da eigentlich ? Abgesehen davon, dass das das übliche Bla Bla ist, lesen Sie nochmals den Artikel, vielleicht verstehen Sie dann mehr.

Re: Re: Re: Re: Re: die Eidgenossen lassen keine Sauerei aus.Hopp Schwyz

Eben, hab ich's doch gedacht...

Ich hab mich immer gewundert, weshalb viele Poster in Österreich so kritisch gegenüber einer allfälligen Einführung direktdemokratisch Instrumente eingestellt sind. Nun haben ich doch noch eine gewisse Erklärung dafür erhalten...

Mit schönen Grüssen.


Re: Re: Re: Re: Re: Re: die Eidgenossen lassen keine Sauerei aus.Hopp Schwyz

Schön, dass Sie gedacht haben, weiter so, schliessen Sie aber die Erkenntnisse des Gerichtes in Düsseldorf mit ein , dort haben sie die nächste Eidgenossen - Firma, nämlich die Credit Suisse verarztet. Wo sind da Ihre direktdemokratischen Instrumente ?

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: die Eidgenossen lassen keine Sauerei aus.Hopp Schwyz

OJE !!!

Was hat die Rechtsprechung eines Gerichtes in Deutschland mit einer Schweizer Bank als Partei mit DIREKTDEMOKRATISCHEN Instrumenten zu tun ???

Könnten`s mir das bitte erklären !

Re: Re: Re: Re: Re: Re: die Eidgenossen lassen keine Sauerei aus.Hopp Schwyz

Schön, dass Sie gedacht haben, weiter so, schliessen Sie aber die Erkenntnisse des Gerichtes in Düsseldorf mit ein , dort haben sie die nächste Eidgenossen - Firma, nämlich die Credit Suisse verarztet. Wo sind da Ihre direktdemokratischen Instrumente ?

Re: Re: Re: Re: Re: Re: die Eidgenossen lassen keine Sauerei aus.Hopp Schwyz

Schön, dass Sie gedacht haben, weiter so, schliessen Sie aber die Erkenntnisse des Gerichtes in Düsseldorf mit ein , dort haben sie die nächste Eidgenossen - Firma, nämlich die Credit Suisse verarztet. Wo sind da Ihre direktdemokratischen Tnstrumente ?

Re: die Eidgenossen lassen keine Sauerei aus.Hopp Schwyz

"Die Eidgenossen....."?

Es handelt sich aber nur um eine Bank aus der Schweiz !

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