Mitteilung per Todesanzeige: Aldi-Erbe gestorben

07.12.2012 | 12:35 |   (DiePresse.com)

Berthold Albrecht, Sohn von Aldi-Mitbegründer Theo Albrecht, ist im Alter von 58 Jahren gestorben. Er war einer der reichsten Deutschen.

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Berthold Albrecht, ein Erbe des 2010 gestorbenen Aldi-Mitbegründers Theo Albrecht, ist tot. Er starb im Alter von 58 Jahren. Am Freitag erschienen in zahlreichen deutschen Tageszeitungen große Todesanzeigen von Familie und Unternehmen. Die Beisetzung fand bereits im November statt, wie erst heute bekannt wurde. Nachdem ihr Vater Theo im Sommer 2010 im Alter von 88 Jahren gestorben war (mehr dazu...), zählten Berthold Albrecht und sein Bruder Theo Albrecht jr. zu den reichsten Deutschen. Die beiden Brüder saßen im Aldi-Verwaltungsrat. Das Vermögen der beiden Aldi-Nord-Erben belief sich auf rund 14 Milliarden Euro.

Ehefrau Babette Albrecht verabschiedete sich in der Todesanzeige von ihrem verstorbenen Mann mit dem gemeinsamen Trauspruch: "Bleibt niemand etwas schuldig; nur die Liebe schuldet ihr einander immer". Berthold Albrecht wird als sensibler und liebevoller Familienvater bezeichnet, der großzügig war und niemandem etwas nachtrug. "Er hatte ein großes Herz, zeichnete sich durch seine feinfühlige Art aus, durch Heiterkeit und Optimismus", kann man lesen. Unterzeichnet ist die Todesanzeige mit "In Ewiger Liebe und Dankbarkeit. Babette Albrecht mit Kindern und Familienhund sowie der gesamten Familie Albrecht".

Ein Stück deutscher Wirtschaftsgeschichte

Der vor zwei Jahren verstorbene Vater Theo Albrecht hatte mit seinem Bruder Karl deutsche Wirtschaftsgeschichte geschrieben. Sie hatten 1946 das Lebensmittelgeschäft ihrer Mutter übernommen und dieses nach und nach zu einer kleinen Kette ausgebaut. Der Durchbruch gelang mit einem revolutionären Konzept, das den Einzelhandel verändern sollte: Niedrige Preise, kleines Sortiment, spartanisch eingerichtete Geschäfte. Mit dem ersten "Aldi" wurde 1962 das Prinzip Diskont geboren. Da sich die Brüder nicht immer einig waren, wurde das Aldi-Imperium schließlich in einen Nord- und einen Südteil aufgeteilt. Bis heute steht Karl Albrecht an der Spitze von Aldi Süd, er gilt laut deutscher Forbes-Liste 2012 als reichster Mann Deutschlands.

Heute kann man in über 7800 Geschäften des Konzerns einkaufen. Das Unternehmen macht rund 40 Milliarden Euro Jahresumsatz. Der nun verstorbene Berthold Albrecht kümmerte sich auch um den US-Markt, auf dem Aldi Nord unter dem Namen "Trader Joe's" vertreten ist. Der "Aldi-Äquator", der die beiden Unternehmensteile trennt, verläuft zwischen Essen und Mülheim, wo Aldi Süd seinen Sitz hat. Auch das Ausland teilten sich die Brüder: Aldi Nord ist neben den USA auch in Belgien, den Niederlanden, Frankreich, Spanien und Portugal vertreten. Aldi Süd hat Filialen beispielsweise in Österreich und der Schweiz.

(APA/dpa)

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3 Kommentare

Grotesker Bericht:

was fehlte dem Mann? scheint hier unwichtig zu sein, es geht euch nur um Geld, Geld, Geld ...

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Die neuen Habsburger. Die Alten teilten sich auch zeitweise die "halbe Welt" untereinander auf.

Und die Familienhistoriker hatten stets nur Positives zu berichten.

Im Unternehmen werden preussische "Tugenden" noch gelebt,
dagegen ist unser Bundesheer ein schlecht organisierter Haufen.

Der Erfolg spricht sicher für sich,
bleibt nur zu hinterfragen auf wessen Kosten das Ganze geht?!

Bei den Löhnen der Angestellten,
kann man sich es denken.

https://karriere.hofer.at/karriere/html/stellenangebote/verkaufsmitarbeiter.php

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Re: Die neuen Habsburger. Die Alten teilten sich auch zeitweise die "halbe Welt" untereinander auf.

Auf der von Ihnen verlinkten Seite ist aber die Gehaltshöhe nicht angegeben. Angegeben ist "deutlich höher als Kollektivvertrag". Was soll daran bitte schlecht sein? Worauf beziehen Sie sich also?

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