"USA werden nicht unabhängig von Öl-Importen"

12.12.2012 | 11:02 |   (DiePresse.com)

Öl-Experte Johannes Benigni bezeichnet Behauptungen, dass die USA jemals unabhängig von Ölimporten werden könnten, als Unsinn.

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Öl-Experte Johannes Benigni von JBC Energy bezweifelt, dass die USA jemals unabhängig von Erdölimporten werden können. Derartige Behauptungen seien "Unsinn", selbst wenn die Vereinigten Staaten die Förderung von "shale oil" massiv ankurbeln würden, sagte Benigni bei einem Vortrag in Wien. Bei Erdgas dagegen könnte es den USA gelingen, bis 2017 durch Schiefergas zum Nettoexporteur zu werden. Ein Ölpreis-Rückgang sei nicht zu erwarten, so Benigni - eher das Gegenteil: "Wir rechnen, dass die Ölpreise auch 2013 ähnlich stabil hoch bleiben - danach werden sie etwas ansteigen, weil der Geldumlauf zunimmt und Bewegung in die Märkte kommen wird."

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Anders als die Internationale Energie-Agentur (IEA) und die OPEC, die hier eine zu konservative Prognose hätten, rechne JBC Energy für 2013 mit 1,2 Millionen Fass pro Tag mehr an globaler Ölförderung. Bemerkenswert sei, dass heuer erstmals der Stromerzeugungs-Sektor mit 380.000 Fass pro Tag weltweit der stärkste Treiber des Verbrauchsanstiegs sei, noch vor dem Straßentransport.

"Schwierige Öle" rentieren sich

Durch den "shale oil"-Hype würden die USA etwas weniger an Ölimporten benötigen, und daher werde in den nächsten Jahren mehr von dem Rohstoff von Afrika und Südamerika in den Osten, Richtung Asien, kommen. International gehe der Förder-Trend weg von Ländern mit politischem Risiko wie Iran, Irak, Syrien, Jemen und Ägypten in Richtung "technologisches Risiko", wie es etwa in Kanada, Venezuela oder der Arktis zu finden sei. "Schwierige Öle" (wie etwa aus Tiefseebohrungen), die in Summe global rund zehn Millionen Fass täglich und damit gut ein Neuntel der Gesamtförderung ausmachen, rentierten sich jetzt bei den höheren Ölpreisen. Unter 75 oder 80 Dollar pro Fass wäre das aber unrentabel, so Benigni. Mehr und mehr müssten die Ölkonzerne weltweit übrigens allein deshalb investieren, um die Produktion stabil zu halten.

Bei Erdgas seien die USA wegen der Schiefergas-Gewinnung der billigste Gasmarkt international. In Europa und Asien dagegen seien die Kosten für Gas ölpreisgetrieben, erinnerte Benigni. Entscheidend für den Gaspreis seien die Nachfrage in Asien und das Angebot. Auf das weltweite Gaspreis-Gefüge könne Europa keinen Einfluss nehmen, "egal was wir machen". Der JBC-Energy-Experte erwartet, dass die Erdgasnachfrage in Europa nach dem Einbruch im Jahr 2011 künftig wieder zulegen wird. Heuer würden noch hohe US-Kohleexporte nach Europa dem hiesigen Gasverbrauch zusetzen. Gas-Nachfrageschwankungen auszugleichen koste aber immens viel.

Zweifel an "South Stream"

Benigni ist skeptisch, ob die "South Stream" - die zweite neue Groß-Pipeline, die Russland nach der "Nord Stream" Richtung Europa bauen will - tatsächlich so kommen wird. Es habe zwar erst kürzlich einen lautstark verkündeten Baustart gegeben, "aber ich bin nicht sicher, ob das mehr als zehn Meter Rohr sind". Vor allem der Netzzugang für Dritte, sei hier noch nicht ausverhandelt, meinte der Experte. Er betrachtet die "South Stream" ohnedies eher als Signal Moskaus an Kiew: "Natürlich könnte South Stream die Pipeline durch die Ukraine ersetzen."

(APA)

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6 Kommentare

Hui

Da schau ich aber was der JBCler zu sagen hat. Er meint also dass die Ölpreisbindung bleiben wird. Ich glaub das ist Blödsinn. Hier was interessantes dazu http://www.rudolf-huber.com/?p=417.

Ich weiss nicht wie es beim Öl ausschaut aber von Gas hat der Mann offenbar nicht DIE grosse Ahnung.

Re: Hui

Wenn Sie schon auf meinen Blog verweisen, dann melde ich mich auch zu Wort. Ich denke Benigni hat Recht wenn er meint dass die USA sicher nicht zum Ölexporteur werden wird. Ich denke übrigens auch dass es bei Erdgas (LNG) weit weniger berauschend wird als jeder annimmt. Ist nicht der erste LNG Hype den ich erlebe.

Die Ölpreisbindung beim Erdgas ist in Europa Toast. International gibt es keinen anlegbaren Erdgaspreis, auch wenn sich etliche Händler einen solchen gerne künstlich zimmern. Ist ein völlig anderer Markt als Öl. Somit hat Benigni schon Recht wenn er sagt dass Europa für den LNG Markt NOCH unerheblich ist.

Aber das wird sich ändern, und zwar bald weil Europa der bessere Versenkmarkt für Überkapazitäten ist. Aber dazu blogge ich bald.

Was tun Journalisten ?

Wer ein wenig über die Energieversorgung Bescheid weis ,
konnte die kürzlich veröffentlichte Behauptung ,
die USA seien auf Grund des "frackings" bald von Energieimporten unabhängig sein ,
als völlig unrealistisch abtun .

Die Beispiele sind zahllos ,
in denen unsere Medien Unsinn und Propaganda veröffentlichen .
Man könnte die Medien vergessen ,
würde nicht ein großer Anteil der Bevölkerung sich noch per Medieninformation eine Meinung bilden .

Ein WU-ler

Als "oel"-experte..... Eher Marketing-Experte fuer Hochglanz-Broschueren.... Aber Experte ist man in Oesterreich bald.

Und wann werden Sie "Kaiser"??


Re: Und wann werden Sie "Kaiser"??

Wenn Gott den Zeitpunkt fuer richtig haelt Oesterrecih wieder eine legitime Regierung zu geben.

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