Benko kauft das berühmte Berliner "KaDeWe"

22.12.2012 | 17:47 |   (DiePresse.com)

Der Tiroler René Benko sichert sich für 1,1 Mrd. Euro 17 Kaufhäuser in besten deutschen Innenstadtlagen. Darunter das "Kaufhaus des Westens" in Berlin.

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Berlin. „Dieser Ösi kauft für 500 Millionen unser KaDeWe", schreibt die deutsche „Bild"-Zeitung: Der 35-jährige Tiroler René Benko hat am Samstag seinen bislang größten Deal an Land gezogen. Seine Immobiliengruppe Signa sichert sich in Deutschland für 1,1 Milliarden Euro ein Einzelhandelsportfolio bestehend aus 17 Kaufhäusern in besten Innenstadtlagen. Zu ihnen gehört unter anderem das legendäre Kaufhaus des Westens - KaDeWe - in Berlin.

Das KaDeWe ist mit 60.000 Quadratmetern und täglich 180.000 Besuchern der größte Konsumtempel in Kontinentaleuropa. Es wird in einem Atemzug mit Harrods in London oder den Galeries Lafayette in Paris genannt.

Berühmt ist vor allem die Feinschmeckeretage, die zweitgrößte Lebensmittelabteilung in einem Kaufhaus weltweit. Der 1907 eröffnete und 2004 umgebaute Einkaufstempel erstreckt sich über sieben Etagen und fehlt in keinem Berliner Reiseführer. Benko kaufte die 17 Kaufhäuser von der Investorengruppe Highstreet, an der unter anderem die US-Großbank Goldman Sachs sowie eine Tochter der Deutschen Bank beteiligt sind. „Der Kauf bedeutet einen weiteren Meilenstein in der Unternehmensgeschichte", schreibt die Signa-Holding. Die von Benko erworbenen Gebäude sind langfristig an die Warenhauskette Karstadt vermietet.

Mit einem Investitionsvolumen von 5,5 Milliarden Euro ist Signa nun zu den führenden Immobiliengesellschaften in Zentraleuropa aufgestiegen. Benko wollte vor einem Jahr in Deutschland die Metro-Tochter Kaufhaus übernehmen und soll dafür zwei Milliarden Euro geboten haben. Doch nach langwierigen Verhandlungen entschied sich Metro, die Tochter zu behalten.

In der Wiener Innenstadt ist Benko gerade dabei, eine Luxusmeile zu errichten. Der Tiroler Investor spricht hier von einem „Goldenen Quartier", das sich vom Areal Am Hof bis zu den Tuchlauben erstreckt. Vor Kurzem wurde mit Emporio Armani der erste Shop eröffnet, zahlreiche weitere sollen in den nächsten Monaten folgen. Im Zuge des Projekts sollen weitere Teile der Wiener City bis Ende 2013 in eine Fußgängerzone umgewandelt werden.

Bedingte Haft. Anfang November wurde Benko in Wien zu zwölf Monaten bedingter Haft wegen „verbotener Intervention" verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, da der Tiroler dagegen berufen hat. Benko wird vorgeworfen, den Versuch unternommen zu haben, im November 2009 über den kroatischen Ex-Premierminister Ivo Sanader in einer Steuersache einer Signa-Gesellschaft in Italien zu intervenieren.

Die Richterin sprach in ihrer mündlichen Urteilsbegründung von einem „Musterfall für Korruption". Benko bestreitet dies. Seinen Angaben zufolge habe sich das Urteil nicht negativ auf die Geschäfte ausgewirkt.

Der Tiroler, der in einfachen Verhältnissen aufgewachsen ist, ließ einst die Matura sausen, um ins Immobiliengeschäft einzusteigen. Zunächst half er einem Freund, den Dachboden auszubauen. Den Grundstein für sein Imperium legte er 1999 mit der Gründung eines Zwei-Mann-Unternehmens. „Ich habe mir immer Topleute geholt, weil mir als junger Unternehmer die Berufserfahrung und die Netzwerke fehlten", sagt Benko. Im Beirat der Signa-Gruppe sitzen Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ), der frühere Porsche-Boss Wendelin Wiedeking, Casinos-Austria-Chef Karl Stoss und Wüstenrot-Generaldirektorin Susanne Riess.

Investor
Aufstieg. René Benko ist in einfachen Verhältnissen aufgewachsen. Er ließ die Matura sausen, um ins Immobiliengeschäft einzusteigen.

Netzwerk. Im Beirat der Signa Gruppe sitzen Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, der ehemalige Porsche-Boss Wendelin Wiedeking und Casinos-Austria-Chef Karl Stoss.

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23. Dezember 2012)

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57 Kommentare
 
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In Österreich ist man schnell neidig

Respekt

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Überall nagt der Staatsanwalt

Ist wohl kein Zufall.Koruption etc.Gusi im Stahlgewitter statt im Sandkasten.Geld verblödetet offensichtlich bei "allen","Playern"Was seid Ihr teppat.Machtgenuß statt Lebensgenuß.

Clever

ist er sicher, der 35jährige Investor fremden Geldes. Die Gefahr bei solch schnellen Expansionen ist halt nur, dass die Blase irgendwann platzt. Wauna des nur aushalt, der Benko!

"... und täglich 180.000 Besuchern ..."

40.000 bis 50.000 Kunden an normalen Tagen.
Bis zu 100.000 Kunden zu Weihnacheten.

Toll, solch Agentur gewäsch ohne Überprüfung zu übernehmen. Schreiben sie gleich 1 Million Besucher, vielleicht gibts dann noch mehr klicks!

Und wieder hat der Exjuso und nun Finanzhai Gusenbauer mit seine Hände im Spiel!

Das ist aber eine perfide Strategie der Löwelstraße: Gusenbauer mimt nun den üblen kapitalistischen Ausbeuter, den der unerschrockene Ritter Werner und Befreier der Rechtlosen dann im Wahlkampf prügeln kann !!!

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Re: Und wieder hat der Exjuso und nun Finanzhai Gusenbauer mit seine Hände im Spiel!

das tut einem narzisten wie dir weh schon blöd wenn man nicht weiß was man mit seiner zeit anfangen soll

Re: Re: Und wieder hat der Exjuso und nun Finanzhai Gusenbauer mit seine Hände im Spiel!

Schon gut! Hier weiß ohnehin schon jeder, daß Sie ein von der Löwelstraße bezahlter Kampfschreiber sind!

Aber trotzdem bedanke ich mich für die Aufmerksamkeit, die mir zu Teil wird !!

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ab einer gewissen summe

wird auch nicht mehr wegen geldwäsche ermittelt

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Tiefer Fall

Die Geschäftsleute, die in den Medien gefeiert werden, stehen am Ende immer pleite vorm Gericht. Windhorst, Madoff, dieser türkische Versicherungsvertreter und und und. Man sollte skeptisch sein...

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Re: Tiefer Fall

Auer-Welsbach.Fromm.

Topleute??

Im Beirat der Signa-Gruppe sitzen Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ)

top ist gusi nicht!

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Neidgenossenschaft

Es ist vergnüglich zu lesen, wie immer noch der Neid die Welt regiert.Kaum ist einer erfolgreich, wird auf ihm herumgehackt. Hauptsächlich natürlich von Leuten, die weder ihn, noch seine Firma kennen.

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Re: Neidgenossenschaft

Die meisten beneiden nicht Finanzbetrüger sondern haßen Sie,weil sie nähmlich deren Lebensplanung betrügerischer Weise ad absurdum geführt haben.Zerstörten.

Re: Re: Neidgenossenschaft

OK, Alternative? Wer jemand so hasst, muss selbst eine Alternative haben. Haben jene aber nicht, sondern nur den giftigen, säureätzenden Neid.....
Oder deren Alternative ist Enteignung. Jeder, der was schafft, muss sofort enteignet werden. Da sind sie dann in Nordkorea in guter Gesellschaft!

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Re: Neidgenossenschaft

dm ersten urteil werden noch einige folgen

Re: Re: Neidgenossenschaft

Was ?? Gegen den Gusenbauer ??

Ach ja, die SPÖ-Sanierung über Nacht ist ja auch noch ungeklärt !!!

Der ist ja nur die Marionette


einiger Investoren, die nicht offen auftreten wollen!

Aber ein paar Prozenterl werden schon abfallen!


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da ist also die Kohle aus Griechenland


ich wäre gerne rene benko

mein respekt hat er.. kluger bursche

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Re: ich wäre gerne rene benko

Wie wärs ich wäre gerne ich!?.Also arbeite an deinem "Benkö" Mit Deiner Aussage und deren Verinnerlichung bist Du ja zum Unglück verurteilt.Reiß Dich zsamm.

Re: ich wäre gerne rene benko


Vor der Mafia hat man auch respekt...


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Re: Re: ich wäre gerne rene benko

Schon armselig und grausam wenn man ein Buberl ist aber lieber ein Mädel sein möchte.

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Re: Re: Re: ich wäre gerne rene benko

Natürlich nicht im sexuellen Zusammenhang.

Re: Re: ich wäre gerne rene benko

der neid ist groß.. was hat das bitte mit der mafia zu tun? ein apfel ist nicht gleich eine birne?!?

Re: Re: Re: ich wäre gerne rene benko


Was ist denn die Mafia?

Denken Sie mal nach!


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Re: Re: Re: Re: ich wäre gerne rene benko

Na klären sie uns einfach auf, was sie sich da in einer dunklen Stunde in der hintersten Ecke ihres Verstands zusammen gebraut haben und nun als Fakt ansehen.

 
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