Wifo-Experte: „Hypo Alpe Adria sollte zugesperrt werden“

27.12.2012 | 17:26 |   (Die Presse)

Ein Bankenexperte des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) sieht kein Geschäftsmodell für die notverstaatlichte Bank und plädiert für eine Schließung der früheren Kärntner Landesbank Hypo Alpe Adria.

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Wien/klagenfurt/red/apa. Der Bankenexperte des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), Franz Hahn, hat seine Empfehlung, die notverstaatlichte Bank Hypo Alpe Adria zuzusperren, erneut bekräftigt. Im ORF-Mittagsjournal sagte Hahn am Donnerstag, es gebe insgesamt zu viele Banken in Österreich, und außerdem immer noch viel zu viele faule Kredite, die von diesen Banken abgeschrieben werden müssten.

Die Bankenkrise sei also noch lange nicht vorbei. Davon werde man erst sprechen können, wenn der Schock, den die Finanzkrise ausgelöst habe, vollständig aus den Bankbilanzen verschwunden sei, meinte der Experte. Das werde aber noch viele Jahre dauern – und vor allem „ganz fundamentale Konsolidierungsanstrengungen“ im Bankensektor erfordern.

Die Gesundschrumpfung des Bankensektors sei im Lande zwar schon im Gang, es gebe aber noch viel zu tun, so Hahn. Seit den 1990er-Jahren ist die Anzahl der Banken in Österreich von 1200 auf 800 gesunken. In den kommenden zehn Jahren könnte sich die Zahl noch einmal halbieren, ist der Wifo-Experte überzeugt. Institute, die überleben wollen, müssten Unternehmensgrößen erreichen, „die ihnen ein effizientes Geschäftsmodell ermöglichen“.

Der früheren Kärntner Landesbank Hypo Alpe Adria spricht Hahn ein solches Geschäftsmodell ab. Das einzig Sinnvolle wäre, die Bank „aus dem Markt zu nehmen“. Die Politik solle dafür sorgen, dass die Kosten der Schließung so gering wie möglich ausfallen. Die Hypo Alpe Adria wies die Hahn-Aussagen als „fahrlässige Ferndiagnose in Richtung Kreditschädigung“ zurück.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.12.2012)

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23 Kommentare

Zen Sur

Zen Sur

Geschäftsmodel? Wozu? Es ist die eigene Hausbank und man kann damit machen was man will! Haider & Co. haben schon dafür gesorgt, dass überall "brave" Partei- und Polit-günstlinge alle wichtigen Posten innhaben, sodass man ohne wenn und aber in den Tresor greifen und sich bediene kann! Aber das Fußvolk, mit Absicht in der Ignoranz gehalten aber Hauptsache "unsere Werte" werden wachgerüttelt, ist noch so d*mm und zahlt dort noch dazu etwas ein?! So einer Bank gehört das Vertrauen entzogen, und eine Bank-Run ist die einzige Lösung!!! Dann weg damit und die Politik(er) soll(en) sich Geld woanders holen!


Durch Parteibuch und Freunderlwirtschaft werden in Österreich Banken zerstört

Egal welche Partei, egal ob Bauernbund oder Kirche, jeder von denen redet über all mit, die größten Trottel bekommen Macht, damit diese ihre Freunde und Genossen füttern können. Was macht das Volk, es rauntzt und schaut weiter zu, keiner macht etwas, das wissen auch die oben genannten und sie machen ungestraft weiter. Die Steuergelder werden weiter verschwendet und verzockt (über 5 Mrd. Euro in den letzten Jahren), ob Salzburg, Wien, Niederösterreich, Tirol usw., aber keiner macht was dagegen, früher ging das Volk noch auf die Straße, heute kotzt man sich in Foren aus, als ob das was hilft.

Re: Durch Parteibuch und Freunderlwirtschaft werden in Österreich Banken zerstört

Bin großteils Ihrer Meinung. Aber jetzt bin neugierig wo lt. Ihnen in Österreich die Kirche im Bankenbereich das Sagen hat. Das kann ich nicht nachvollziehen.

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schüssel haider pröll ein milliardengrab


Re: schüssel haider pröll ein milliardengrab

Und wie groß sind die Milliardengräber in Summe die die SPÖ in den letzten Jahrzehnten zu verantworten hat?

Danke Josef Pröll.

Danke Wirtschaftspartei ÖVP.

Welches Geschäftsmodell

hat das WIFO?

Wird es gewinnbringend geführt?

Aus welchem praktischen Erfahrungsschatz zieht Herr Hahn sein Expertenwissen?

Hat natürlich nichts mit Herrn Hahn zu tun, aber das Bild passt sooo schön:

Der Hahn steht auf dem Misthaufen und kräht aus Leibeskräften!

Riskante Position.

Hypo hätte niemals notverstaatlicht werden sollen

Es war für jeden Sachverständigen von vornherein klar, dass die Rettung sprich Notverstaatlichung der Hypo-Alpen-Adria teuer kommt als deren Zerschlagung. Die Verantwortlichen haben, wie bei den Hilfen an die maroden Staaten den teuersten Weg gewählt, zuerst weiterfinanzieren und gutes Geld dem bereits verlorenen nachwerfen und dann ist doch alles verloren.

http://www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/511632_Vorschau-2013.html

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Bravo - die BAWAG, die Volksbanken etc gleich hinterher

3 Banken reichen für dieses Land

Das die "Experten" immer dann kommen wenn alles schon den Bach hinunter ist, vorher bringen Sie das Maul nicht auf!


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Welches Geschäftsmodell hat dann die Kommumalkredit?


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Re: Welches Geschäftsmodell hat dann die Kommumalkredit?

ein Schmied-Modell.

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Alle Kleinbanken zumachen, obwohl sie in großen Organisationen zusammengefaßt sind?

Vorweg, ich bin Techniker und sicher kein Bankfachmann!

Was mir aber ständig aufstößt, ist die Meinung der sogenannten Experten, die offenbar nur eines im Sinn haben, möglichst schnell, möglichst hohen Schaden zu erreichen.

Zunächst, es gibt also zu viele Banken im Land. Gut, kann ja sein, aber bitte, will der gute Experte alle die kleinen Sparkassen, die ebenso kleinen Volksbanken und die auch kleinen Raiffeisenbanken draußen in den Dörfern alle zumachen? Wenn ja, warum? Es müssen große Häuser sein, meint der Experte. Auch gut! Aber weiß er denn nicht, daß die Sparkassen zusammengeschlossen sind, auch wenn sie als Einzelbetrieb unabhängig sind. Noch deutlicher die Volksbanken und Raiffeisenbanken. Sind deren „Mütter“ nicht groß genug?

Vermutlich sollen alle diese Banken in einer möglichst linksgerichteten Großbank aufgehen, damit der Staat dann das alleinige Sagen hat. Denn eines steht fest, die Kleinbank auf dem Dorf haben nur die Gesellschafter oder Genossenschafter in der Hand und niemand sonst.

Na ja, und das ewige Thema Hypo-Alpen-Adria. Das vorliegende Konzept, Verstaatlichung, Sanierung und dann Verkauf zwecks Rückgewinnung des Aufwandes scheint ja zu funktionieren, vielleicht nicht ganz so schnell wie vorher erhofft.

Wenn die Hypo-Alpen-Adria auf dem Balkan die Bank des kleinen Mannes ist und dort keine staatliche Garantie für die Spareinlagen besteht, konnte die Hypo nicht einfach geschlossen werden.

Sollte der Experte wenigstens wissen, wenn schon nicht beachtet!

Re: Alle Kleinbanken zumachen, obwohl sie in großen Organisationen zusammengefaßt sind?

Die Idee dieses Experten führt dazu, dass die vielen kleinen selbständigen Banken (Volksbanken, Raiffeisenbanken und Sparkassen) in den Bundesländern immer weiter zu größeren Einheiten fusioniert werden. Dies führt dann dazu, dass wir auf mittlere Sicht 40-50 systemrelevante mittelgroße Banken in Österreich haben. Und diese werden dann bei Schieflage unbedingt vom Steuerzahler gerettet. Aktuell ist es hingegen so, dass eine kleine Provinzbank bei Problemen einfach im jeweiligen Sektor zwangsfusioniert wird (ohne dass es die Allgemeinheit richtig mitbekommt). In Spanien hat man ganz deutlich gesehen welche Auswirkungen diese "Konsolidierung" auf den Steuerzahler hat.

Woraus schließen Sie, dass die Sanierung 'zu funktionieren scheint'?

Klingt leider sehr nach Spin.

Experten sind meist Pseudo-Fachmänner,

die glauben von dem was sie "beurteilen" auch etwas zu verstehen.

Solche Leute sollte man zum Frühstück in der Pfeife rauchen...

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Banken in Österreich

Liegt es am "Experten", oder der "Presse" ?
Statt "800 Banken" in Österreich, wird es sich wohl eher um Bankstellen (Filialen) handeln, welche von den österreichischen Banken betrieben werden . Sind natürlich auch zu viele.

Re: Banken in Österreich

ähem 800 Einzel Banken kann schon hinkommen. allein die hundert raiffeisenbezirksbanken... kommen wohl bald auf 800 filialen

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Wifo-Experte und Bankenfachmann kommt 3 Jahre zu spät!

Warum haben der Bauer Pröll und der Taxler Faymann nicht schon damals auf den gehört?

Das hätte uns Milliarden erspart!

Bitte um Anklage und Verurteilung von Dick und Doof!

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Re: Wifo-Experte und Bankenfachmann kommt 3 Jahre zu spät!

Sind Sie nun "Dick", oder "Doof" ?
Was hat Ihrer Meinung nach der NÖ Landeshauptmann mit der Kärntner HYPO-ALPE-AdRIA zu tun ?????????

Re: Re: Wifo-Experte und Bankenfachmann kommt 3 Jahre zu spät!

Er wird wohl einen anderen Pröll meinen, der damals eine nicht unwesentliche Rolle bei der Übernahme der Bank durch die Republik spielte.

Re: Re: Re: Wifo-Experte und Bankenfachmann kommt 3 Jahre zu spät!

Vergil -Sohn eines Töpfers...
Sagt ja wohl alles...

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