Wifo-Experte: „Hypo Alpe Adria sollte zugesperrt werden“

Ein Bankenexperte des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) sieht kein Geschäftsmodell für die notverstaatlichte Bank und plädiert für eine Schließung der früheren Kärntner Landesbank Hypo Alpe Adria.

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Symbolbild – (c) APA BARBARA GINDL (BARBARA GINDL)

Wien/klagenfurt/red/apa. Der Bankenexperte des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), Franz Hahn, hat seine Empfehlung, die notverstaatlichte Bank Hypo Alpe Adria zuzusperren, erneut bekräftigt. Im ORF-Mittagsjournal sagte Hahn am Donnerstag, es gebe insgesamt zu viele Banken in Österreich, und außerdem immer noch viel zu viele faule Kredite, die von diesen Banken abgeschrieben werden müssten.

Die Bankenkrise sei also noch lange nicht vorbei. Davon werde man erst sprechen können, wenn der Schock, den die Finanzkrise ausgelöst habe, vollständig aus den Bankbilanzen verschwunden sei, meinte der Experte. Das werde aber noch viele Jahre dauern – und vor allem „ganz fundamentale Konsolidierungsanstrengungen“ im Bankensektor erfordern.

Die Gesundschrumpfung des Bankensektors sei im Lande zwar schon im Gang, es gebe aber noch viel zu tun, so Hahn. Seit den 1990er-Jahren ist die Anzahl der Banken in Österreich von 1200 auf 800 gesunken. In den kommenden zehn Jahren könnte sich die Zahl noch einmal halbieren, ist der Wifo-Experte überzeugt. Institute, die überleben wollen, müssten Unternehmensgrößen erreichen, „die ihnen ein effizientes Geschäftsmodell ermöglichen“.

Der früheren Kärntner Landesbank Hypo Alpe Adria spricht Hahn ein solches Geschäftsmodell ab. Das einzig Sinnvolle wäre, die Bank „aus dem Markt zu nehmen“. Die Politik solle dafür sorgen, dass die Kosten der Schließung so gering wie möglich ausfallen. Die Hypo Alpe Adria wies die Hahn-Aussagen als „fahrlässige Ferndiagnose in Richtung Kreditschädigung“ zurück.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.12.2012)

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