Ägypten: Riegel gegen Geldschwund

30.12.2012 | 18:30 |   (Die Presse)

Ägypten sichert in der verschärften Wirtschaftskrise seine schrumpfenden Währungsreserven mit einem zusätzlichen Auktionssystem ab. Unternehmen dürfen maximal nur noch 30.000 Dollar in bar pro Tag abheben.

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Kairo. Neben regelmäßigen Versteigerungen will die Notenbank mit weiteren Schritten die Nachfrage nach Devisen senken und dem Schwund der Währungsreserven einen Riegel vorschieben. Demnach dürfen Unternehmen maximal nur noch 30.000 Dollar in bar pro Tag abheben.

Bei der ersten Auktion am Sonntag veräußerte das Land knapp 75 Mio. Dollar. Das ägyptische Pfund fiel auf ein Rekordtief. Am Donnerstag war die Währung auf ein Acht-Jahres-Tief zum Dollar gefallen. Banker begrüßten die Währungsmaßnahmen: Erstmals gebe es „einen wirklich freien Markt“.

Die Währungsreserven Ägyptens werden knapp. Die Wirtschaft leidet unter fehlenden Touristen und Mangel an ausländischen Investoren. Die Notenbank musste seit Beginn des Aufstandes gegen Hosni Mubarak mehr als 20 Mrd. Dollar zur Stützung des Pfundes einsetzen. Am Samstag sind die Währungsreserven auf ein „kritisches Niveau“ gefallen, teilte die Notenbank mit. Sie rief dazu auf, nicht gegen das Pfund zu spekulieren. Viele Ägypter hatten Pfund in Devisen getauscht – aus Angst, dass die Regierung die Währung abwertet oder Kapitalkontrollen einführt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.12.2012)

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3 Kommentare

Wen wunderts?

"fehlende Touristen und Mangel an ausländischen Investoren"...
Dann hättens halt keine Islamisten an die Macht bringen sollen. Die Muslime können mit Ungläubigen halt nicht, und das beruht auf Gegenseitigkeit.

Ägypten: Riegel gegen Geldschwund

Mursi hat überhaupt keine Chance irgendetwas in Ägypten wirtschaftlich auf die Beine zu stellen. Er lebt von seinen Vorgängern angefangen von Nasser bis Mubarak. Er wird viele Mitesser bekommen die vom Kuchen etwas ab haben wollen. Das wird sein größtes Problem sein diese Leute vom Futtertrog fern zu halten.
Welcher Internationale Konzern in Ägypten läßt sich von ihm vorschreiben ob sie Devisen ausgeben dürfen oder nicht. Die Wechselstuben über die eigentlich die Devisen hereinkommen gehören alle den Libanesen und die besorgen sich die Devisen in den anderen arabischen Ländern wo es genug davon gibt. Darüber hat niemand eine Kontrolle.
Ein Mann wie Sawiri oder der Konzern Arab Contract / Osman & Osman oder die Firmen die den Militärs gehören verfügen über ihre eigenen Devisen.
Er wird also gezwungen sein sich mit diesen Leuten gut zu stellen.

Bitte nicht spekulieren!

Die Notenbank rief dazu auf, nicht gegen das Pfund zu spekulieren. Das ist aber allerliebst. Und das nationale Wetterinstitut hat Schönwetter verordnent und rief dazu auf, auch bei Regen keine Schirme aufzuspannen.

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