Ökonom: Weltwirtschaft leidet unter US-Finanzpolitik

03.01.2013 | 10:17 |   (DiePresse.com)

Dennis Snower, Chef des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel, kritisiert die kurzfristige US-Politik. Diese beeinträchtige seit Jahren die Weltwirtschaft. Er will eine Schuldenobergrenze von 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

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Die Weltwirtschaft hat nach Ansicht des Ökonomen Dennis Snower unter der seit Jahren kurzfristigen Finanzpolitik der USA bereits gelitten. "Und die Weltkonjunktur wird in Zukunft weiter unter Druck geraten, wenn in den USA nicht ein grundlegendes politisches Umdenken gelingt", sagte der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel am Mittwoch in einem dpa-Gespräch zum Kompromiss im US-Haushaltsstreit.

Es fehle an einem langfristigen Fiskalplan in den USA, um die Verschuldung abzubauen und die Wirtschaft anzukurbeln: "Präsident Barack Obama hat nicht festgelegt, wo langfristig die nationale Schuldenquote liegen soll, wie schnell man konsolidiert und wie antizyklisch die Fiskalpolitik sein darf", kritisierte der amerikanische Wissenschaftler.

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Snower hält Schuldenobergrenze für sinnvoll

International herrsche auch Zweifel, ob die USA überhaupt bereit seien zum konsequenten Sparen und Zurückzahlen von Schulden. Demokraten und Republikaner hätten in der Vergangenheit kurzfristig auf die Wählergunst geschielt und seien zudem zerstritten, das erzeuge Unsicherheit. "Die Bewertung eines Landes hängt aber nicht nur von der Bonität, sondern auch von der Zahlungswilligkeit ab - und die ist in Amerika angeschlagen."

Nach Ansicht Snowers wäre langfristig eine Verschuldungsobergrenze der USA von 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts sinnvoll - zurzeit beträgt die Quote der Staatsschulden über 100 Prozent, Tendenz steigend. In zwanzig Jahren könnte in gleichmäßigen Schritten die Zielmarke erreicht werden. Das Schuldeniveau sollte sich aus Sicht Snowers nach dem Konjunkturzyklus richten. In schlechten Zeiten müsse die Verschuldung höher sein dürfen als in guten. Er wandte sich gegen ein neue starre Verschuldungsobergrenze, die nach ein oder zwei Jahren schon wieder hinfällig sei wie zuletzt die 16,4 Billionen-Dollar-Marke. "Es solcher Prozess wäre absurd. Statt einer Verschuldungsobergrenze brauchen die USA eine langfristige Staatsschuldenquote, die im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung festgelegt wird."

(APA/dpa)

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52 Kommentare
 
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Na dann...

Schauen wir mal was die kommentare irgendeines wurstis in deutschland hier bewirken koennen;)! Immer noch nicht verstanden... Niemand will europaeische verhaeltnisse in den USA, das schliesst auch europaeische ratschlaege ein.

Re: Na dann...

"hier" ist nicht Deutschland .... gg

Re: Re: Na dann...


Derzeit schon!

Aber wie lange noch?


Re: Na dann...

lernt mal häuser bauen, die nicht jeder mittelmäßige sturm wegweht.

lernt mal, wie man nicht von bloßfüßigen afghanen verdroschen wird.

lernt mal, euren dreck nicht über den gartenzaun zu werfen und andere länder zu bestehlen.

oder noch besser: baut eine hohe mauer rund um euer land und verschont den rest der welt vor eurem gestank!

Re: Na dann...

Die US-Amerikaner sollten die europäischen Vorschläge sehr ernst nehmen.

Im Gegensatz zu den USA stehen wir realistisch gesehen gut da und sind einsatzfähig. Die DailyShow und Hr. Colbert zeigt einem das Wursteln und lustig ists auch noch. Nicht das das Nachrichten wären, aber sie sind ein Spiegel, der das Bild sehr genau zeichnet.

Was wir uns anhängen lassen ist von der amerikanischen PR-Sicht getrieben.

Es läuft derzeit wie bei einer Disovery-Channel-Doku: Wir haben das größte Problem, das ein Häuslbauer je hatte und noch nie wurde es gelöst: Wir benötigen einen Keller!

Die Vorschläge kommen mir bekannt vor

Der hat den Maastricht-Vertrag vorgelesen oder?

Irritierend, dass der Euro als eine Fehlgeburt hingestellt wurde, und plötzlich ist diese Konstruktion eine rettende Maßnahme für den ach so tollen Dollar.

Vielleicht haben wir uns nur von der PR-Maschinerie der Amis und Keynsianer blenden lassen?

Re: Die Vorschläge kommen mir bekannt vor

Der Euro ist wirklich eine Fehlgeburt, aber aus anderen Gründen. Die Maastrichtvertragskriterien sind per se eine gute Regel, leider nur auf Papier geblieben.

Re: Re: Die Vorschläge kommen mir bekannt vor

Die Regeln sind nur am Papier geblieben, weil wir Wähler die Politiker gewählt haben, die die Regeln gebrochen haben.

Re: Re: Re: Die Vorschläge kommen mir bekannt vor

das brechen von regeln ist die menschlichste eigenheit überhaupt.

wo es regeln gibt, werden sie gebrochen. sekündlich. millionenfach.

Re: Re: Re: Die Vorschläge kommen mir bekannt vor

Stimmt, es stellt sich lediglich die Frage, ob ueberhaupt Politiker zur Wahl gestanden waeren, die die Vertraege nicht gebrochen haetten.....ich denke nicht.

Re: Re: Re: Re: Die Vorschläge kommen mir bekannt vor

Da haben sie wohl recht und auch ich habe nicht Abgeordnete auf das Problem angesprochen und sie an ihre Pflicht erinnert.

Vielleicht bringen jetzt Neos und andere kleine da einen neuen Wind: Nämlich ohne Geld und mit Vernunft an die Sache ranzugehen.

Eine berechtigte Frage

Wie weit sind die Eurozone-Mitglieder mit ihrer vertraglich festgelegten Staatsschuldenquote gekommen? Sie ist offensichtlich auch kein Allheilmittel. Vor allem, wenn Politiker mit der Gießkanne herumspazieren und weiter punkten.

Re: Eine berechtigte Frage

wer sich über gießkannenpolitiker aufregt, ist meist ein ganz besonders eifriger handaufhalter.

jede wette: wenn sich vor ihrem haus ein schlagloch bildet, das lärm und staub verursacht, fordern sie am lautesten dessen sofortige reparatur, weil ja sonst die welt untergeht.

Re: Re: Eine berechtigte Frage

Sie sind total daneben. Die Wette verlieren Sie sicher. Ich persönlich habe vom Staat nie etwas extra gefordert, sondern nur Steuern, Abgaben und Sozialversicherungsbeiträge brav bezahlt. War nie arbeitslos und bin mit 65 in die Pension gegangen, keinen Tag früher.
Im Übrigen bin ich der Meinung, daß die Gießkanne gar nicht schlecht ist, solange das Maß nicht verloren geht. Das scheint im modernen Europa nict mehr der Fall zu sein.

Re: Re: Re: Eine berechtigte Frage

und schon habe ich meine wette gewonnen: mangelhafte eigensicht und sich selbst auf die schulter klopfen sind arttypisch für handaufhalter!

Re: Re: Re: Re: Eine berechtigte Frage

Tut mir leid, aber ich kann Ihnen nicht folgen. Wenn Sie virtuelle Wetten gewinnen wollen, bitte! Ihre Logik ist etwas schwer verständlich.

Re: Re: Re: Re: Re: Eine berechtigte Frage

gern helfe ich ihnen weiter. und damit sie die sache mit dem handaufhaltenden bürger nicht allzu persönlich nehmen, ein paar beispiele, wo ICH die hand aufhalte:
1. ich beziehe familienbeihilfe. auch ohne hätten wir genügend einkommen um die kinder ordentlich einkleiden, ernähren usw zu können.
2. als an meinem nebenwohnsitz vor einigen jahren der kanal gemacht wurde, haben wir bewohner die kosten dafür per anschlussgebühr bezahlt. alle kosten? nein. es sind da hohe beträge an landes/bundesförderungen geflossen. schon wieder kam ich in den genuss der gießkanne.
3. ich fahre eh wenig mit dem auto. aber wenn ich fahre, bin ich mir bewusst, dass ich gerade wieder nur ca ein drittel der verursachten kosten selbst bezahle und mir den rest subventionieren lasse.

hätte ich lust und zeit, dann könnte ich diese aufzählung nocg sehr lange fortsetzen.
aber icgh hoffe, dass es als denkanregung für sie reicht. und dass ihnen die lüge "ich zahle immer nur ein, aber ich steh nie unter der gießkanne" nicht so leicht über die lippen kommt.

Re: Eine berechtigte Frage

"...wenn Politiker mit der Gießkanne herumspazieren und weiter punkten."

Bei wem wollen Sie punkten ???
Bei uns, beim WÄHLER !!!

Re: Re: Eine berechtigte Frage

Bei bestimmten Wählern punkten sie schon. Diese Wählergruppe ist zwar kunterbunt, aber gar nicht so klein. Der Staat ist sehr erfinderisch und großzügig beim Verteilen von Gehältern, Unterstützungen, Förderungen und ähnlichen Vergünstigungen.

Wer soll das denn jetzt umsetzen?

So zerstritten wie Republikaner und Demokraten sind gleicht es einem Wunsch ans nächste Christkind hier "den grossen Wurf" zu fordern. Natürlich ist ein hinaufsetzen einer absoluten Grenze wieder nur eine fragwürdige Lösung auf Zeit. Aber, nachdem noch nicht mal die so wirklich rund über den Tisch geht - die relative Schuldengrenze inklusive Langzeitausblick: Sparen (vielleicht noch mit entsprechenden Verpflichtungen per Gesetz) die klappt dann jetzt anstandslos? Ich bin kein Experte aber möchte doch meine Zweifel anmelden.

Gelddrucken

Die USA sollten AAAA+ bekommen von allen Rating Agenturen. Fürs Gelddrucken mit positivem Ausblick. Und, wenn sich nicht weltweit dramatisch etwas ändert, wird das auch das richtige System sein für alle Länder. Die Schulden abbauen werden, bleiben über gegenüber den Ländern die unbegrenzt Schulden machen.

Re: Gelddrucken

Das ist doch Unsinn. Jedes Land dass es schafft Schulden abzubauen hat natürlich weniger Risiko auf die zu vergebenden Kredite und wird das bei der Rendite selbiger zu spüren bekommen.

Re: Re: Gelddrucken

Die USA sind das Beispiel dafür das Sie unrecht haben. Die leben nur auf Schulden, verlieren ihr AAA und haben weiter niedrige Zinsen. Obwohl ich meinen Beitrag ironisch gemeint habe wird es wohl so sein, solange eine sogenannte Weltmacht (gemeint ist Militärmacht) USA nur auf Schulden lebt und davon das der Dollar noch Bedeutung in der Welt hat, das all die Länder, die Schulden abbauen wollen, darunter leiden wie die USA das Problem angehen. Und mit der Schuldengrenze haben Sie recht, und je nach Bedarf wird die halt nach oben geschoben. Sehr sinnvoll für eine "Weltmacht"

Re: Gelddrucken


Die USA haben wenigstens eine gesetzliche Schuldenobergrenze, obwohl die sehr hoch ist!

Wir haften, als Zwutschkiland, unlimitiert über den ESM für alle EU-Pleiteländer!

Dank RotSchwarzGrün!


Re: Re: Gelddrucken

die usa haben eine schuldenobergrenze.

und ihr verstand hat ebenfalls eine obergrenze, an die sie gestoßen sind.

denn über den esm wissen sie nicht mehr bescheid, als die überschriften aus der parteizentrale ihnen mitteilten.

eigentlich traurig....

Re: Re: Gelddrucken

Wir haften mit 80Mrd wenn alle P, Sp, I Zypern, Gr und Irland vollkommen ex gehen.

Irland ist schon extrem weit weg und GR nach dem Anleihenrückkauf auch schon. Spanien hat ein Strukturproblem dass sich eigentlich ohne Geld lösen läßt und Italien beginnt jetzt massiv zu sparen.

Und außerdem hat der ESM Hebelmöglichkeiten, da fließt lange kein Geld.

Das viel größere Problem ist die FPÖ-Hypo weil das Risiko wird mit 18 Mrd bald schlagend werden kann und die ÖBB mit 30Mrd, weil die kosten bereits Geld und die Sozialversicherungen die Drücken auch schon.

Auf dem ESM zu schimpfen ist sinnlos, weil die echten Probleme kommen aus dem eigenen Land und können wir selbst fixen.


 
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