Kein Bank-Austria-Geld für UniCredit

03.01.2013 | 18:22 |  Von Christian Höller (Die Presse)

Die italienische UniCredit wollte Gelder von ihren Töchtern Bank Austria und Hypo-Vereinsbank abziehen. Doch die deutsche Finanzaufsicht legt sich quer. Auch die EU-Kommission schaltete sich nun ein.

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Wien. Die italienische UniCredit hat im Jahr 2005 für rund 15 Mrd. Euro die Bank Austria und die deutsche Hypo-Vereinsbank übernommen. Es war eine der größten grenzüberschreitenden Bankenfusionen in der europäischen Geschichte. Damit sicherten sich die Italiener den Zugriff auf das Bank-Austria-Netzwerk in Zentral- und Osteuropa. Die Bank Austria ist in Osteuropa Marktführer, gefolgt von Erste Bank und Raiffeisen Bank International.

Ohne die Bank Austria und die Hypo-Vereinsbank wäre UniCredit in den vergangenen Jahren in die roten Zahlen gerutscht. Denn in Italien macht das Institut Verluste.
Für die ersten drei Quartale 2012 vermeldete UniCredit beispielsweise einen Konzerngewinn von 1,4 Mrd. Euro. Davon stammten 1,1 Mrd. Euro von der Bank Austria und 1,2 Mrd. Euro von der deutschen Hypo-Vereinsbank. Somit ist in Italien und in anderen  Sparten ein Minus von 900 Mio. Euro angefallen.

UniCredit hat daher in der Vergangenheit versucht, Kapital von den lukrativen Töchtern nach Italien abzuziehen. Doch die deutsche Finanzaufsicht BaFin legte sich dagegen quer. Laut einem Bericht des „Handelsblatts“ schaltete sich nun die EU-Kommission ein. Es werde geprüft, ob die BaFin gegen den Grundsatz der Kapitalverkehrsfreiheit verstoße, erklärte ein Sprecher der EU-Kommission.

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Informelle Gespräche mit FMA

In Österreich lief die Sache ein wenig anders. Laut „Presse“-Informationen hat die Finanzmarktaufsicht in informellen Gesprächen mit UniCredit keinen Zweifel daran gelassen, dass man einen Abzug von Bank-Austria-Geldern nicht wünsche. Die Italiener sollen dies akzeptiert haben. Ein Bescheid der FMA war nicht notwendig. Anders als in Deutschland gibt es daher in dieser Causa kein EU-Verfahren gegen Österreich.

Ein Bank-Austria-Sprecher erklärte auf Anfrage: „Was hier an Spareinlagen eingesammelt wird, wird in erster Linie hier für Kredite und Veranlagungen verwendet.“ Die Bank Austria habe auch seit 2008 keine Dividende an UniCredit gezahlt. „Stattdessen sind die Gewinne zur Eigenkapitalausstattung in der Bank Austria verblieben.“
In Italien sind einige Banker über die rigiden Vorschriften der deutschen Aufsicht verärgert. An vielen Stellen werde die europäische Integration gerade zurückgedreht, kritisierte Andrea Beltratti, Chef der italienischen Bank Intesa Sanpaolo.

Die deutsche Finanzaufsicht rechtfertigt ihre Haltung mit der Sicherheit der Spareinlagen. Ausländische Banken können zwar grundsätzlich in Deutschland Spareinlagen einsammeln. Doch für das Weiterleiten an den Mutterkonzern gibt es strenge Auflagen. Dies hängt unter anderem mit der gesetzlich garantierten Einlagensicherung zusammen.

Demnach sind pro Sparer und Institut Einlagen von bis zu 100.000 Euro abgesichert. Im Pleitefall müssen zunächst die anderen Banken einspringen. Erst wenn das nicht ausreicht, kommt der Steuerzahler zum Handkuss.

Kein einheitlicher Sparerschutz

Bei Instituten, die sich in ausländischer Hand befinden, können aber Probleme auftreten. Ein Beispiel war die in Island ansässige Kaupthing-Bank. Diese nahm in ganz Europa Spareinlagen entgegen und zahlte dafür hohe Zinsen. Auch in Österreich gründeten die Isländer einen eigenen Ableger. Im Zuge der Island-Krise schlitterte die Kaupthing-Bank in die Pleite.

Die österreichischen Sparer, die bei dem Institut ein Konto hatten, bekamen nur deswegen ihr Geld so schnell zurück, weil die österreichische Aufsicht einen Transfer der Einlagen nach Island verhinderte. In der EU gibt es seit Jahren Überlegungen, neben der Bankenaufsicht auch die Einlagensicherung zu vereinheitlichen.

Doch dies ist bislang am Widerstand Deutschlands gescheitert. Denn die deutschen Banken und die Regierung in Berlin weigern sich, künftig auch für Sparer in Griechenland und Spanien geradestehen zu müssen.

Auf einen Blick
Die italienische UniCredit kann nicht frei auf das Geld ihrer ausländischen Töchter zugreifen. Vor allem die deutsche Bankenaufsicht legt sich quer. Daher prüft nun die EU-Kommission, ob die deutsche Behörde gegen die EU-Kapitalverkehrsfreiheit verstößt. UniCredit macht in Italien Verluste und ist nur dank ihrer ausländischen Töchter Bank Austria und HVB profitabel.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.01.2013)

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19 Kommentare

informelle Gespräche

Ob die UniCredit Gelder von ihren Töchtern wollte ist nicht ganz klar.
Laut „Presse“-Informationen hat die Finanzmarktaufsicht in informellen Gesprächen mit UniCredit keinen Zweifel daran gelassen, dass man einen Abzug von Bank-Austria-Geldern nicht wünsche und die Italiener haben das adkzeptiert oder nicht?

Bitte neue Eigentümer für die BA suchen

Die Italiener sind mir zu unsicher, die werden es vielleicht verbocken.

Re: Bitte neue Eigentümer für die BA suchen

rends halt mit'n Herrn Pfranizky

Re: Bitte neue Eigentümer für die BA suchen

Das wär toll

Gemeinde Wien haftet mit 9,6 Mrd(!) Euro für die Bank Austria

Die Gewinne gehen nach Italien, wenn's scheppert, zahlen die Wiener!
Und wem haben wir das zu verdanken?

Re: Gemeinde Wien haftet mit 9,6 Mrd(!) Euro für die Bank Austria

Und wieder einmal den Roten. Egal wo man in Österreich hinsieht gibt es eine finanzielle Blutspur verursacht durch die SPÖ.

Re: Re: Gemeinde Wien haftet mit 9,6 Mrd(!) Euro für die Bank Austria

Die oevp, ein gewisser herr goerg, wollte privatisieren und machte druck zu verkaufen...
Im übrigen war die gemeinde wien nie eigentümer, sie hatte nur die haftung, wie das bei allen gemeindeskassen, unabhängig ob rot oder schwarz....

Re: Re: Gemeinde Wien haftet mit 9,6 Mrd(!) Euro für die Bank Austria

Wer hat die Gemeinde Wien für die damalige rote Zentralsparkasse haften lassen? Die Roten!

Wer hat die bank Austria verkauft? Der rote Randa!

Vielen Dank, liebe Sozis!

Re: Re: Re: Gemeinde Wien haftet mit 9,6 Mrd(!) Euro für die Bank Austria

Stimmt so nicht, die haftung hatte immer die stadt wien, gegruendet unter bürgermeister lueger, der war bekanntlich kein roter. Anno 1907...

Kapitaltransfer ist sowieso subtiler

Mein Beispiel hat selbstverständlich nichts mit der UniCredit zu tun, ist völlig frei erfunden.

1. Schritt: Einstellen aller Investitionen in den Töchtern bis diese zusammenbrechen.

2. Schritt: Übernehmen aller operativen Prozesse durch die Mutter.

3. Schritt: Verrechnung beliebiger Kosten für die Durchführung dieser Prozesse.

So fließt das Geld ganz einfach und EU-konform von den Töchtern zur Mutter, und die Gewinne laufen dort auf. Die Töchter machen einfach keinen Gewinn mehr, theoretisch kann man so sogar das Eigenkapital auffressen.

Aber die UniCredit würde sowas natürlich nie tun. Selbstverständlich wird sie auch das österreichische Bankgeheimnis in deren Rechenzentren bis aufs Blut verteidigen.
Ist doch klar, oder?

Re: Kapitaltransfer ist sowieso subtiler

Naja theoretisch möglich, jedoch gibt es Verrechnungspreisrichtinien, welche einen Fremdvergleichspreis sicherstellen sollten.

Re: Re: Kapitaltransfer ist sowieso subtiler

Nur sehr theoretisch, denn wie sollte man diese Leistung vergleichen? Womit?

Aussaugen geht ganz einfach: verkauf von beteiligungen unter dem wert, assettransfer, beschäftigung von vielen italienern mit fragwürdiger qualifikation aber dreimal höheren gehältern, überbordernder bürokratie, hunderten sinnlosen ital. anweisungen, wiederholten unnötigen umstrukturierungen, etc. Dazu laufender personalabbau, rückstellungen für frühpensionierungen, inkompetente manager, jasager statt leuten mit eigener meinung, katastrophale edv, frustrierte mitarbeiter. 70 prozent der mitarbeiter würden diese bank nicht mehr als arbeitgeber wählen. Gut so wenn sich die bafin querlegt

.

Re: Aussaugen geht ganz einfach: verkauf von beteiligungen unter dem wert, assettransfer, beschäftigung von vielen italienern mit fragwürdiger qualifikation aber dreimal höheren gehältern, überbordernder bürokratie, hunderten sinnlosen ital. anweisungen, wiederholten unnötigen umstrukturierungen, etc. Dazu laufender personalabbau, rückstellungen für frühpensionierungen, inkompetente manager, jasager statt leuten mit eigener meinung, katastrophale edv, frustrierte mitarbeiter. 70 prozent der mitarbeiter würden diese bank nicht mehr als arbeitgeber wählen.Gut so wenn sich die bafin querlegt

dem wäre nur noch hinzuzufügen, daß die AVZ Anteile der Gemeinde Wien dank Randa zwischenzeitlich atomatisiert wurden. Dies beschert der Stadt und deren Bürgern Milliardenverluste. Wäre interessant, von Brauner und Häupl dazu Statements einzufordern. Dies geschieht aber wohlweislich nicht, weil man den Verlust von Inseraten in den Printmedien befürchtet. Darauf sollte man nicht vergessen, wenn von den Medien immer, politisch motiviert, von den Finanzskandalen in Kärnten fokussiert berichtet wird.

Re: Re: Aussaugen geht ganz einfach: verkauf von beteiligungen unter dem wert, assettransfer, beschäftigung von vielen italienern mit fragwürdiger qualifikation aber dreimal höheren gehältern, überbordernder bürokratie, hunderten sinnlosen ital. anweisungen, wiederholten unnötigen umstrukturierungen, etc. Dazu laufender personalabbau, rückstellungen für frühpensionierungen, inkompetente manager, jasager statt leuten mit eigener meinung, katastrophale edv, frustrierte mitarbeiter. 70 prozent der mitarbeiter würden diese bank nicht mehr als arbeitgeber wählen.Gut so wenn sich die bafin querlegt

Diese beiden fetten Würstchen werden sich hüten! Da red ma lieber über Hundstrümmerlbeauftragte, gell!

schreker

"An vielen Stellen werde die europäische Integration gerade zurückgedreht." Schöner kann man "EU = Transferunion" nicht formulieren!

Der "Gewinn" der Bank Austria im Osten

ist mehr buchhalterischer Natur.

Das Aussaugen der Bank Austria durch die UniCredit ist für die italienische Bank völlig risikolos.

Die Stadt Wien, bzw. die Wiener Steuerzahler haften mit zehn Milliarden für etwaige Verluste.

verboten aber trotzdem erlaubt....

das Verbot kann man umgehen wie zuletzt geschehen beim Verkauf des CA Investment Banking an die Unicredit um 1 Mrd, obwohl dieses mehr Wert wäre.....

Re: verboten aber trotzdem erlaubt....

war doch eher so - Die IB war 1Mrd Schilling Wert und die UCG hat 1Mrd Eur gezahlt!!!

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