Reichster Europäer kommt aus Spanien

03.01.2013 | 18:25 |   (Die Presse)

Amancio Ortega ist Gründer der Zara-Mutter Inditex und 45 Mrd. Euro schwer. Weltweit liegt er damit auf dem dritten Rang. Kein anderer Milliardär konnte sein Vermögen im vergangenen Jahr so stark steigern wie er.

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Wien/Ag./Nst. Er ist der Sohn eines Eisenbahners, brach mit 13 Jahren die Schule ab und verdiente sein Geld als Aushilfskraft in Bekleidungsgeschäften der spanischen Hafenstadt La Coruña.

Heute ist Amancio Ortega 76 Jahre alt, Gründer der Modekette Zara, reichster Spanier und mit einem Vermögen von 59,3 Mrd. Dollar (45,2Mrd. Euro) auch reichster Europäer. Ikea-Gründer Ingvar Kamprad, verliert damit seine Spitzenposition in Europa. Etwas, was sich Ortega ebenso auf seinen Fahnen heften kann: Sein Vermögen vermehrte sich im Vorjahr stärker als das jedes anderen Milliardärs.

Den Grundstein für seinen Erfolg legte Ortega vor rund 40 Jahren mit „Confecciones Goa“ – aus dem später der Inditex-Konzern entstehen sollte. 1975 folgte die Eröffnung der ersten eigenen Filiale. Damals noch unter dem Namen „Zorba“. Da es nur wenige Häuserblöcke weiter ein gleichnamiges Geschäftslokal gab, sah sich Ortega gezwungen, sich etwas anderes einfallen zu lassen: Die Textilkette Zara, heute Herzstück des Inditex-Konzerns, war geboren.

Inditex ist mit Marken wie Zara, Massimo Dutti, Pull&Bear oder auch Bershka in den vergangenen Jahren zum größten Bekleidungskonzern der Welt aufgestiegen und hat Ketten, wie die schwedische Modemarke Hennes& Mauritz hinter sich zurückgelassen.

Die Stärke des Unternehmens basiert auf mehreren Faktoren. Die angebotene Ware spricht Kunden vieler Altersklassen an, sie ist vergleichsweise günstig, sieht deswegen aber nicht billig aus. Die Mode ist außerdem immer auf dem Höhepunkt der Zeit. Kein Wunder, denn was zuvor auf den internationalen Laufstegen präsentiert wurde, wird umgehend kopiert und so schnell wie möglich an die – in erster Linie weibliche – Zielgruppe gebracht. Das Sortiment wechselt dabei laufend, nicht bloß ein paar Mal im Jahr, wie das bei anderen Textilfirmen der Fall ist. Die Filialen reagieren umgehend auf die Wünsche ihrer Kunden. Was diesen gefällt, kann beim Hauptsitz laufend nachbestellt werden. Zweimal pro Woche werden Bekleidung, Schuhe und Accessoires dann ausgeliefert, stets ist das Sortiment mit Waren aus einer neuen Kollektion bestückt.

Rapide Expansion

Zwar lässt die Zara-Mutter auch in Fernost fertigen, die wichtigsten Teile einer Kollektion werden jedoch im Umkreis des Konzerns, in Europa oder Nordafrika, gefertigt. Die Wege sind so kürzer und die Mode schneller dort, wo sie auch sein soll: in den Geschäften. Die Strategie der vergangenen Jahre gab der Idee des Gründers recht. Im Jahr 2001 ging Inditex mit einem Ausgabekurs von knapp 15Euro an die Börse. In rund zehn Jahren steigerte die Firma ihren Börsenwert um mehr als 600 Prozent. Wer heute Aktien der Zara-Mutter zeichnen will, muss 108 Euro auf den Tisch legen. Allein im vergangenen Jahr verteuerte sich die Aktie um rund 70 Prozent.

Heute besitzt der Inditex-Konzern fast 6000 Filialen in knapp 90Ländern weltweit. Die meisten der Geschäfte sind im Eigentum des Konzerns, denn Franchise, wie bei McDonald's gibt es bei Inditex nicht. Oder besser gesagt, fast nicht. Jährlich kommen zudem hunderte neue Filialen rund um den Globus hinzu. Allein im abgelaufenen Jahr plante das Unternehmen zwischen 480 bis 520 neuer Filialen, die meisten davon in China, zu eröffnen. Da der Fokus der Spanier auf den wachsenden Schwellenländern liegt, kann ihnen die Krise in Europa kaum etwas anhaben. Das Geschäft auf dem Heimatmarkt trägt mit derzeit rund einem Fünftel immer weniger zum gesamten Konzernumsatz bei. Dieser verbesserte sich in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres denn auch. Er stieg um 17 Prozent auf rund 11,4 Mrd. Euro. Der Gewinn legte um knapp ein Drittel auf 1,7 Mrd. Euro zu.

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Konzernvorsitz abgegeben

Aus der ersten Reihe sieht Ortega diesem Treiben allerdings nicht mehr zu. Vor rund eineinhalb Jahren hat sich der Mehrheitseigentümer zurückgezogen und in den Aufsichtsrat verabschiedet. Inditex wird nun von Ortegas ehemaligem Vize Pablo Isla geführt. Er ist wohl ein Interimsregent. Denn eines Tages, so wird spekuliert, soll Ortegas Tochter die Geschicke des Weltkonzerns leiten.

Auf einen Blick

Amancio Ortega ist Gründer der weltgrößten Bekleidungskonzerns Inditex, dessen Herzstück die Marke Zara ist. Ortega ist dank des gestiegenen Börsenwerts seiner Firma rund 45 Mrd. Euro schwer. Der Spanier überholte damit Ikea-Gründer Ingvar Kamprad als reichsten Europäer. Ortega ist einer der Wohlhabendsten dieser Welt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.01.2013)

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35 Kommentare
 
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soll sich der Geldfresser

ganz Spanien kaufen !!!!

unheimlich - dieser (entstandene) reichtum.

aber: das hat er schon gut gemacht, mit seinen handelsketten. die sind extrem gut gemacht; wundert mich also nicht mit dem erfolg.

Re: unheimlich - dieser (entstandene) reichtum.

Wieviel davon kommt aus dem Drogengeschaeft?

Ist der Handel noch so klein, bringt er mehr als Arbeit ein

Indische Lohnarbeit, den dummen Europaern teuerst verkauft.

Re: Ist der Handel noch so klein, bringt er mehr als Arbeit ein

Nicht mehr lange, wer 1 und 1 zusammenzählen kann, bestellt im Internet direkt!

Re: Re: Ist der Handel noch so klein, bringt er mehr als Arbeit ein

bei Kleidung eher nicht

änderung

man kann herrn ortega ein paar konsummanager und eventuell herrn faymann + bures +darabos plus plus plus andienen und so schnell kann er garnicht schauen und er ist ein sozialfall.

Irgendetwas stimmt in diesem System nicht,

wenn ein Einzelner innerhalb von 40 Jahren 45 Mrd. Euro durch enorme Expansionspolitik anhäufen kann.

Dieses Schulen- Finanzsystem der extrem niedrigen Zinsen ist leider zum Scheitern verurteilt.

Dass billige Produkte in diesen Zeiten gut gehen, beweist auch z.B. Wal Mart.

Ob man da noch gut schlafen kann

wenn man weiß man könnte jeden Tag so viele Menschenleben retten tut es aber nicht und entscheidet sich das Geld zu horten.

Re: Ob man da noch gut schlafen kann

Vor allem die vielen Jobs die er schafft, die ganzen Zuliefererfirmen deren Existenz er sichert, die Unmengen an Steuergeldern die damit lukriert werden...
Ich würde recht gut damit schlafen können...

PS: nur weil er nicht im Ami-Stil groß rumposaunt wo/was er spendet/hilft heißt das nicht, dass er nicht irgendwo mitanpackt.

Reichster Mann Europas dank

billigst Produktionen von Kindern in Marokko, Bangladesch, etc..und dann noch das Gewand teuer verkaufen. Bravo!

Re: Reichster Mann Europas dank

Da liegen Sie falsch. Zara macht einen Großteil seiner Produkte in Spanien, Portugal und der Türkei. Gerade deswegen ist Zara so erfolgreich, da die hohen Personalkosten durch die hohe Flexibilität wett gemacht werden.

Re: Reichster Mann Europas dank


Daran sind doch die Käufer schuld!

Anbieten kann er ja, was er möchte!

Sie können auch einheimische Produkte kaufen!

Die gibt es noch, niemand hindert Sie!


Re: Re: Reichster Mann Europas dank

Erklären sie das einmal den Kindern in den Fabriken das der Käufer schuld ist, der oft nicht weiß woher das Kleidungsstück überhaupt kommt und mit was für Giften das behandelt wurde!
Und das es einheimische Prdukte als Alternative gibt legitimiert das ganze ihrer Ansicht nach??

Re: Re: Re: Reichster Mann Europas dank


Welcher Käufer weiß nicht woher die Kleidung kommt?

Leben Sie auf dem Mond?

Es gibt doch laufend Dokumentationen und Artikel darüber!

Außerdem reicht ein Blick auf das Schild im Kleidungsstück, die Herkunft wird doch nicht verschwiegen!


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wozu ....

.... braucht ein Mensch 45 Mrd ????? der kann 44 davon Bedürftigen spenden und lebt immer noch mehrere Leben in Saus und Braus.... kotz

seine spanischen Landsleute verstehen das sicher gut ...

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Re: wozu ....

Der übliche Schwachsinn der Neidgesellschaft. Die 45 Mill hat er nicht in Bargeld, sondern das ist der Börsenwert des Konzerns. Daher könnte er gar keine 44 Mill abgeben. Claro? Und zweitens: warum sollter er auch? "Er" hat das Geld verdient und nicht die Schmarotzer rundum.

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Re: wozu ....

Neidhammel. Woher wissen Sie, wieviel er Bedürftigen spendet?

Re: wozu ....

ihn gehört ein Konzern für den zig tau sende Leute arbeiten und hat millionen Von Kunden. und die 45 Mrd müssen jedes Jahr neu erwirtschaftet werden!

jeds wirds gleich wieder los gehen!

"der soll mehr steuern zahlen"
"wääähhh das ist so ungerecht, der hat soviel geld, und in seinem heimatland gibts keine arbeitsplätze"

"dessen firma soll nicht soviel profit machen und statt in china in spanien produzieren"

"die reichen sind schuld an der krise"

aber den leuten die immer diesen unsinnigen blödsinn herunterlabern, allen voran faymann, sollten sich überlegen, ob das verhalten der bösen reichen wirklich dafür kausal ist, dass sich diverse regierungen mit einem sündteueren sozialstaat, pensionen ab 60 null reformen und einem wahlzuckerl nach dem anderen heillos überschuldet haben!

27% Arbeitslosigkeit - und die Reichsten der Reichen

hola

Re: 27% Arbeitslosigkeit - und die Reichsten der Reichen

Ähnlich wie in Griechenland.
Die superreichen Reeder dort zahlen auch keine Steuern.

Re: Re: 27% Arbeitslosigkeit - und die Reichsten der Reichen

so ein Unsinn! Was haben die Reeder die zufälliger weise Griechen sind mit Griechenland zu tun. Die Griechen sollen froh sein, dass die Reedereien wenigstens noch ein paar Verwaltungseinheiten in Athen haben.

Re: 27% Arbeitslosigkeit - und die Reichsten der Reichen

den Zusammenhang mit 27% Arbeitslosigkeit müssen Sie mir aber erklären!

Re: Re: 27% Arbeitslosigkeit - und die Reichsten der Reichen

Gerne: in der letzten Bastei des real existierenden Sozialismus "Österreich" kann einer gar nicht so reich werden. Dafür sorgen schon die Neidgenossen.

So eine Traumkarriere gelingt nur in einem von Chaos und Korruption noch mehr zerfressenen Land wie Spanien, welches es sich offenbar auf Kosten der europäischen Brüder ganz gut eingerichtet hat ?

dank der asvg hackler, steuerzahler u asvg pensionisten haben die reichsten spanier, griechen u. italiener leicht lachen. die EURO/eu-banken/schulden eurounion wird zum faß ohne boden- die reichen werden reicher- die arbeitenden völker radikal ärmer.


 
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