Bericht: Nordkorea plant Öffnung der Wirtschaft

04.01.2013 | 17:18 |   (DiePresse.com)

Pjöngjang will angeblich noch heuer ausländische Investoren ins Land holen. Deutsche Wissenschaftler helfen dem kommunistischen Regime bei der Umsetzung des "Masterplans".

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Das verarmte Nordkorea will seine Grenzen einem Zeitungsbericht zufolge für ausländische Investoren öffnen. Die Führung des kommunistischen Landes werde diesbezüglich derzeit von deutschen Juristen und Wirtschaftswissenschaftlern beraten, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Freitag vorab aus ihrer Samstagsausgabe. "Es gibt einen Masterplan", zitierte die Zeitung einen in die Beratungen involvierten Wirtschaftsjuristen. Nordkorea wolle "die Öffnung noch in diesem Jahr".

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Interesse zeigt das abgeschottete Land dem Bericht zufolge vor allem an einer modernen Investitionsgesetzgebung. Für die Öffnung werde aber offenbar nicht primär das chinesische Modell mit Sonderwirtschaftszonen für ausländische Investoren kopiert. "Vielmehr sind sie an der vietnamesischen Blaupause interessiert, wo gezielt Unternehmen für Investitionen ausgewählt werden", sagte der Wissenschaftler, der nach "FAZ"-Angaben an einer renommierten deutschen Universität lehrt und bereits andere asiatische Regierungen beriet.

Es gebe in Nordkorea Kräfte, die anders als bisher neben chinesischen auch japanische, südkoreanische und westliche Unternehmen ins Land lassen wollten, berichtete die Zeitung. Die bisher umworbenen chinesischen Firmen seien vor allem an den riesigen Rohstoffvorkommen des Landes interessiert. "Das Militär in Nordkorea wird die Kontrolle aber nicht abgeben wollen", sagte ein deutscher Ökonom, der das Land mehrfach besucht und auch die Regierung beraten habe, der "FAZ". Daher sei nicht ausgemacht, ob die Reformansätze durchkämen.

"Radikale Wende" angekündigt

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un hatte am Dienstag in seiner Neujahrsansprache eine "radikale Wende" in der Politik des Landes angekündigt. Es sei "wichtig, die Konfrontation zwischen dem Norden und dem Süden zu beenden", sagte er. Das Jahr 2013 werde ein Jahr "großer Erfindungen und Veränderungen" sein, "in dem eine radikale Wende vorgenommen wird". Mit einer Beendigung der Konfrontation zwischen Nord- und Südkorea könne "die Teilung des Landes beendet und seine Wiedervereinigung erreicht werden".

(APA/AFP)

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8 Kommentare

Nordkorea

Abgesehen davon, dass die kommunistische Kamarilla nicht abtreten wird: das Volk wird an ausländische Konzerne verschachert, der Profit mit den Mavhthabern geteilt und alle stehen gut da!
Wieviele Milliarden hatte Sukarno und wie sie alle heißen beiseite geschafft?

Oh Gott,

das ist ja furchtbar.. die letzte linke Hochbastion bröckelt.....

Heinz darf wieder brillieren

Uns BP Fischer gilt bekanntlich als Freund d. PRNK und Kuba freut sich natürlich riessig für KIM, vielleicht gelingt es ihm einen Auftrag für Voest oder Steyer Panzer für Österreich zu bekommen.

Re: Heinz darf wieder brillieren

geh schei...... ein alter Hut

Kim Jong-un ....

... wird Investoren entführen müssen um welche ins Land zu bekommen.

Heuschrecken kennen keine Staatsgrenzen


Re: Kim Jong-un ....

Warum? Einer der Google-Gründer besucht ihn ja in diesen Tagen. Das ist sicherlich ein attraktives Geschäft dort. Da kann man sich sicherlich auch einen Konkurrenz-Ausschluss ausmachen. Wer kann das schon bieten?

Da wird sich

unser Bundes-Heinzi aber freuen, wenn er endlich offiziel dorthin reisen darf

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