Steuerflucht: Putin übergibt Depardieu russischen Pass

06.01.2013 | 09:26 |   (DiePresse.com)

Der französische Schauspieler Gerard Depardieu ist nun offiziell Russe. Bei einem Treffen im Kurort Sotschi erhielt er vom russischen Präsidenten Vladimir Putin seine Dokumente.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Der russische Präsident Wladimir Putin hat dem französischen Schauspieler Gerard Depardieu nach der Verleihung der russischen Staatsbürgerschaft persönlich einen russischen Pass übergeben. Bei einem Treffen im Kurort Sotschi am Schwarzen Meer habe der Präsident dem Künstler das Dokument mit dem Doppeladler auf der Vorderseite ausgehändigt, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow am Sonntag der Agentur Interfax zufolge.

Mehr zum Thema:

"Der Präsident hat mit Herrn Depardieu über dessen weitere künstlerischen Pläne und eine Reihe weiterer Fragen gesprochen", sagte Peskow. "Anlässlich des Aufenthalts wurde ihm der russische Pass übergeben."

Die Männer hätten sich am Vortag zu einem Essen in Putins Residenz in Sotschi getroffen, dem Veranstaltungsort der Olympischen Winterspiele 2014. "Beide haben auch über den Film "Rasputin" gesprochen, der bisher nicht in Russland zu sehen war", sagte Peskow.

Inmitten eines Streits von Depardieu mit der französischen Regierung um hohe Steuern hatte Putin dem 64 Jahre alten Schauspieler ("Asterix und Obelix") vor wenigen Tagen per Dekret die russische Staatsbürgerschaft verliehen. Zuvor hatte der Filmstar im Streit mit der französischen Regierung um hohe Steuern ein Haus in Belgien gekauft, um weniger Abgaben zahlen zu müssen. Putin hatte Depardieu bei einer Pressekonferenz am 20. Dezember halb im Scherz einen russischen Pass angeboten. Die Affäre sorgt in Frankreich für Unmut.

(Red./APA/dpa)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

176 Kommentare
 
12 3 4 5

Interessant

Die Staatsbürgerschaft hat keinen Einfluss auf die Steuerpflicht. Da labert ein Journalist etwas und alle springen auf den Zug auf. Leute habt ihr noch ein Hirn?

Re: Interessant

Das ist schon richtig, nur kann dann Frankreich gegen einen Russen schwieriger irgendwas konstruieren. Da ist er etwas besser vor Willkür geschützt. Fremde Staatsbürger kann man nicht so leicht sekkieren; erst recht nicht welche, die ihren Präsidenten persönlich kennen.

Er wird wohl nach Russland übersiedeln und sich von seinen Firmen in Frankreich trennen. Wenn er in Frankreich nichts mehr macht, wird sich dort kaum eine Steuerpflicht ergeben können. Wenn er dort lebt aber schon. So lange er Franzose ist, hat Frankreich leichteren Zugriff auf ihn und seinen Besitz.

Re: Re: Interessant

Er hat gerade in Belgien ein Haus gekauft.
Den Wein wird er schwer Übersiedeln können.
Nochmals die Staatsbürgerschaft ist irrelevant. Wenn sie die Steuern nicht bezahlen wird gepfändet, so oder so.

Bevor man überhaupt von steuern und deren Flucht spricht, muss man sagen von welchen!

Übrigens viele verteilen ihr Geld nicht wegen der Steuer in verschiedene Länder, sondern wegen der Sicherheit.

Alibipolitik

Es handelt sich um eine linke Alibipolitik, die in Wirklichkeit von der Steuer- und Abgabengier des Staates ablenken soll.

Mehrere Reiche so zu besteuern, dass sie zur Verlegung ihres Steuerwohnsitzes gezwungen werden ist die Spitze des Eisberges einer hochgradig unfähigen Steuerpolitik.

Es mag für ganz dumme Wähler keine Augenauswischerei darstellen die Reichen auszusackeln.

In Frankreich wird die Kuh geschlachtet die die Milch gibt.........!

In Österrreich wird bereits die Arbeiterklasse durch den hohen Eingangssteuersatz ausgesackelt. Wir sind daher leider alle Depardieu!

Nur der Staat ist allwissend & gerecht !!


Somit sind 75% Steuer in Frankreich oder Kinder-Ausplünderung wie in Ösistan durch Beamte & Frühpensionisten OK.

Leistungsträger brauchen wir nicht !!

Wir leben von UMVERTEILUNG, weil wir sind geräächt...


Der Herr hat Probleme,

die wohl nur wenige haben. Er hat zu viel Geld.
Aber wenn er Putin kennt, ...

Die Gier der französichen Regierung kennt keine Grenzen mehr. Eine neue Revolution wird kommen.

a(sozi)ation

interessant ist hier dass sich fast alle poster mit obelix solidarisch zeigen. er hat zweifellos etwas geleistet und daher steht ihm zu was immer er glaubt zu verdienen. festgemacht wird das argument an der unmoralischen gier der sozis. trifft teilweise sogar zu aber konsevative machen das gleiche, hat man madame thatcher schon vergessen? nur wem tut das gut? anstatt den mittelstand als wirklichen leistungsträger zu entlasten werden so politiker gezwungen zu den ?reichen? lieb zu sein sonst sind sie weg. arbeiten in frankreich versteuern in der schweiz als lösung? das gerade putin selbst massive probleme hat seinen bürgern klar zu machen dass steuern zu zahlen sind ist paradox genug.

Re: a(sozi)ation

Der Mittelstand sind aber auch überwiegend Angestellte. D.h., die brauchen auch vorher jemanden, dem etwas einfällt und der etwas unternimmt, dass sie überhaupt Arbeit haben.

Bei Leuten wie Stronach oder Swarowsky in kleinem Maß auch Depardieu geht es weniger darum, wieviel Steuern sie dafür zahlen was sie persönlich verdienen, sondern für wieviele Leute sie Arbeit schaffen, die ansonsten ihrerseits nicht wissen was sie tun sollten.

Ohne beliebte Schauspieler - mir gefällt Depardieu eigentlich nicht so gut, aber er wird wohl gerne gesehen -, gäbe es halt beispielsweise keine Filmindustrie und damit auch nicht die Arbeitsplätze die daran hängen. Depardieu hat ja auch andere Unternehmen, wo auch wiederum Leute arbeiten. Wenn auch kleiner, aber ein Angestellter schafft keine Arbeitsplätze sondern braucht einen.

Es muss halt sozusagen zuerst wer da sein, der das Schiff erfindet, sodass es dann von anderen gesegelt werden kann. Und davon gibt es nur sehr, sehr wenige, die in Summe den Erfolg oder Misserfolg eines Staates ausmachen.

Re: a(sozi)ation

Niemand hindert die ach so gebeutelten EU-Länder daran, sich den Gesetzen der Steuerparadiese anzugleichen. Sie machen es aber nicht, sondern wollen diese Länder teilweise mit Gewalt dazu bringen, sich ihnen anzupassen.
Wenn ich mir die Steuerverschwendung gerade in Deutschland anschaue (Rettungsschirm, Erhöhung der Sätze für Migranten und Asylbewerber, Sozialleistungen an fremden Ländern), bin ich der Meinung, daß es sehr viele Depardieus geben sollte.

so bilden sich neue Definitionen:

Ein Steuerasylant ist einer, der in einem Land Schutz sucht, das sein Einkommen in Ruhe lässt. Zielländer sind dabei in erster Linie Länder mit keiner oder unterentwickelter Demokratie, hierarchischen Gesellschaftsstrukturen, veralteten Gesundheitssystemen u.s.w.
Die "reichen" Russen kommen dann in die böse EU, um sich gesundheitlich versorgen zu lassen, während die Landsleute im Steuerparadies krepieren. dabei wird völlig negiert, dass eine hochqualitative Gesundheitsversorgung nur durch dumme Steuerzahler geleistet werden kann, und nicht durch eine handvoll Oligarchen. coole Sache.

Hier nützt keine Einschüchterung

Die kleine Schweiz konnte von seinen europäischen Nachbarn und den USA massiv eingeschüchtert werden, keine Steuerflucht zu gewähren - in Rußland zieht es nicht, hier verstummen Steinbrück, Hollande und Obama.
Rußland ist eine Nummer zu groß.
Außerdem betreibt der Staat Steuerhinterziehung, indem er die Steuern veruntreut.

Die französische Zeitung „Le Figaro“ schreibt:

„Diese 75-Prozent-Reichensteuer ist ein wirtschaftliches, politisches und diplomatisches Fiasko, über das man nicht lachen sollte.
Ein chinesisches Sprichwort sagt: ‚Wer den Reichen eine Diät vorschreibt, lässt die Armen verhungern‘. Putins respektlose Herausforderung ist nicht der erste Affront an die Adresse Frankreichs.
Angela Merkel hält auch nichts von dieser Steuer, bleibt jedoch höflich.
David Cameron hingegen rollt allen Franzosen den roten Teppich aus, die den Ärmelkanal überqueren wollen.
Und die belgische Regierung reibt sich die Hände.
Es reicht!
Hollande sollte den Rückzug antreten, bevor wir zum Gespött der ganzen Welt werden.“

Re: ‚Wer den Reichen eine Diät vorschreibt, lässt die Armen verhungern‘?

Dieses Sprichwort hat aber "in Zeiten wie diesen" keine Berechtigung mehr, war aber u. U. feudalen Herrschern eine Stütze.

Als "der Kaiser" das Land und deren Bewohner noch als sein Eigentum verstand, ja ...

Heute ist das Volk "der Souverän" und der Staat ist "Volksvermögen"!

Dass dieses "Volksvermögen" nun im Einflussbereich sowie auch in materiellem Verständnis, grob ungerecht aufgeteilt ist, dass ist der wahre Wurm in der Sache!

Re: Re: Heute ist das Volk "der Souverän" und der Staat ist "Volksvermögen"!

Sollte sich diese Einsicht einmal auch beo den politischen Parteien durchsetzen, dann stimme ich auch Ihrem Posting zu.

Nur bis dato werken und verstehen sich diese offensichtlich in der Praxis als "Feudalherren auf Zeit", siehe von Freunderlwirtschaft bis Spekulation mit Steuergeldern.

PS: Wie bereits an anderer Stelle gepostet, dass "Reichenproblem" ausschließlich vom Ergebnis her zu betrachten ist ident der Krisenbewältigungsversuche der letzten Jahre. Es wird an Symptomen herumgedoktert, und nicht an den Ursachen. Dabei übersieht man auch gerne, ob aus Unvermögen oder bewußt, die Wirkung der Symptomenbehandlungen.

Re: Re: ‚Wer den Reichen eine Diät vorschreibt, lässt die Armen verhungern‘?

Diese Gelegenheit wird es leider bald geben. Das Problem ist nur, dass das Volksvermögen die Summe der Leistung aller Staatsbürger ist. Es gibt also nicht mehr zu verteilen wenn es weniger Leute gibt, die da bleiben um stark gefragte, hoch bezahlte Leistungen zu erbringen oder Ideen haben, die für andere Arbeitsplätze schaffen.

Bei Apple hatte man sehr deutlich gesehen, welche Werte aus dem Nichts durch eine einzelne Person entstehen können. Eine Pleitefirma wurde zur wertvollsten Firma der Welt. Das ist die Leistung einer einzigen Person. Die Leute rundherum waren vorher genauso tüchtig, aber die Firma war praktisch pleite.

Es ist also ein großartiges Konzept, diesen Leuten die Motivation zu nehmen. Die allermeisten Menschen, die angeblich alle gleich sind und daher gleiche Ansprüche haben bringen leider allein nichts zuwege.

Re: Re: Re: ... "hoch bezahlte Leistungen zu erbringen oder Ideen haben, die eigenen Taschen zu füllen", ...

So sollten Sie es formulieren; die Provisionen der sogenannten Leistungsträger (das sind Menschen, die sich jeder Verantwortung ihre Tuns entziehen) sind Diebstahl am Gemeinwohl. Mit eigener Tüchtigkeit haben die parteipolitisch gefärbten AT-Kasten nichts am Hut!

Re: Re: Re: Re: ... "hoch bezahlte Leistungen zu erbringen oder Ideen haben, die eigenen Taschen zu füllen", ...

Ich habe es schon so formuliert, wie ich es gemeint hatte. Und Leistungsträger sind Leistungsträger und nicht Politbonzen auf Versorgungsposten. Die schaffen für die Allgemeinheit freilich nichts.

Re: Re: korrekt - "das ist der wahre Wurm" ...


Staasbürgerschaften: Ehrlich, transparent und fair!

Wie wäre es, wenn der Putin die österreichische Staatsbürgerschaft erhält und für Team Stronach kandidiert? Immerhin spricht er deutsch! Das ist mehr, als die Anna kann!

Und den Herren Landauer und Chalupka könnte man mit der Staatsbürgerschaft Pakistans eine riesengroße Freude machen (oder zumindest einigen anderen Menschen in Österreich).

Markus Rogan wäre ein stolzer US-Amerikaner,
und die Frau Gitti B. als weitere Bürgerin des Nordreichs eine begnadete Schirmherrin aller freilebenden russischen Elefanten!

Re: Staasbürgerschaften: Ehrlich, transparent und fair!

Putin kann auch bessere deutsche Reden halten als die liebe Laura Rudas!

Re: Re: ... deutsche Reden?

Ich wär'schon froh, wenn diese Erbpacht der SPÖ unsere österreichische Sprache beherrschte!

Re: Staasbürgerschaften: Ehrlich, transparent und fair!

und dem armen Uwe S. hat man solche Schwierigkeiten gemacht. Dabei wollte er ja nur helfen.

Re: Re: "Schwierigkeiten"?

Veruteilungen, durch alle Instanzen sollten Sie nicht so verniedlichen!

Re: Re: Re: "Schwierigkeiten"?

Verurteilungen - soweit kommts noch im Kreise der Unschuldsvermutungen und Gedächtnislücken.

Die Steuerpflicht ist sehr komplex!

Meines Wissens hängt die Einkommen-steuerpflicht vom Wohnsitz ab, bei mehreren Wohnsitzen vom jeweiligen Doppel-besteuerungsabkommen. Es würde mich wundern, wenn GD als Hotelier und Weingutbesitzer nicht noch immer auch einen Wohnsitz in Frankreich hat.

Selbst wenn er durch DB-Abkommen seine bisherige persönliche Steuerlast mildern kann, so vermute ich, daß er seine gewerbliche Tätigkeit in Form von Kapitalgesellschaften ausübt. Deren Sitz und damit Steuerpflicht bleibt ja weiterhin in Frankreich.

Weiß jemand etwas Konkretes dazu?

Die Staatsbürgerschaft ist hingegen steuerlich so etwas von vsecko jedno (wurscht), außer bei US-Bürgern!

Mein abschließender Kommentar für den Freund von Zar Wladimir und seinem Bluthund Ramsan K.: Wer mit Hunden schlafen geht, steht mit Flöhen auf!!!

Re: Die Steuerpflicht ist sehr komplex!

Die Sichtweise der Franzosen zum Ort seiner Steuerpflicht wird ihn wohl nicht mehr interessieren müssen.

 
12 3 4 5

Umfrage

  • Sollen in Wien Tourismuszonen für den Handel eingerichtet werden?
  • Ja
  • Nein
  • Ist mir egal
AnmeldenAnmelden