Chinesischer Staatsfonds will bei Daimler einsteigen

07.01.2013 | 13:13 |   (DiePresse.com)

Nach dem Rückzug des größten Einzelinvestors aus Abu Dhabi will jetzt der chinesische Staatsfonds beim deutschen Autobauer einsteigen.

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Nach dem Rückzug von Daimlers größtem Einzelinvestor Aabar aus Abu Dhabi könnte der deutsche Autobauer laut einem Zeitungsbericht einen neuen Großaktionär in China gefunden haben. Wie die staatliche chinesische Zeitung "People's Daily" am Montag auf ihrer Internetseite unter Berufung auf Insider schreibt, will der Staatsfonds China Investment Cooperation (CIC) vier bis zehn Prozent der Daimler-Anteile kaufen. Diese hätten einen Marktwert von 1,8 bis 4,5 Mrd. Euro. Der Fonds habe den Bericht nicht kommentieren wollen, schreibt das Blatt.

Eine Sprecherin des Dax-Konzerns sagte am Montag auf Anfrage, dass Daimler wie üblich "Medienspekulationen" nicht kommentiere. Zum Thema generell sagte sie: "Wir heißen immer neue Investoren willkommen, da wir an einer ausgewogenen Aktionärsstruktur interessiert sind."

Ganz ähnlich hatte sich Daimler-Chef Dieter Zetsche vor wenigen Tagen in einem Interview mit der "Börsen-Zeitung" geäußert: "Generell wollen wir so attraktiv für potenzielle Investoren sein, dass wir mehr langfristige Aktionäre für uns gewinnen. Dabei sind uns auch Investoren aus China willkommen." Im Gegensatz zu BMW oder VW, die mit der Familie Quandt beziehungsweise den Familien Porsche/Piëch und dem Land Niedersachsen große Ankeraktionäre im Boot haben, befinden sich die Daimler-Aktien weitgehend im Streubesitz. Bei sinkendem Börsenwert - etwa während einer konjunkturellen Krise - droht Daimler damit theoretisch eine feindliche Übernahme.

Im vergangenen Oktober hatte der Staatsfonds Aabar aus Abu Dhabi seine verbliebenen Stimmrechtsanteile abgestoßen und hält nun nur noch indirekt Zugriffsrechte auf Daimler-Papiere. Kuwait ist seither mit knapp acht Prozent der größte Daimler-Investor.

Bereits Ende 2011 hatte es in Deutschland Spekulationen um einen CIC-Einstieg bei Daimler gegeben. Damals hatte das "Manager Magazin" unter Berufung auf Konzernkreise berichtet, dass man einen chinesischen Investor für eine fünf- bis zehnprozentige Beteiligung suche. CIC galt schon damals als Favorit.

(APA/dpa)

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3 Kommentare

Technologietransfer

Na wunderbar wenn China Merzedes Aktien kauft.Nur was die meisten Leute vergessen,auch China hat eine Autoindustrie und ist natürlich an westlichem Technologievorsprung sehr interressiert. Statt Merzedes werden mit chinesischen Boliden fahren dürfen. Dann lege ich mir lieber mit 80 Jahren einen Tretroller zu.

tia hätte deutschland nicht all seine divisen (und goldreserven) an die EZB verschenkt könnten sie jetzt selbst einsteigen

um deutsches know how for chinesischen dieben zu schützen.

naja die franzosen wirds freuen, die haben mit maastricht wirklch einen wahnsinns coup gelandet.
wie versailles nur ohne krieg!

Re: tia hätte deutschland nicht all seine divisen (und goldreserven) an die EZB verschenkt könnten sie jetzt selbst einsteigen

Stimme dem zu... Aus deutscher Sicht eigentlich eine Katastrophe im Hinblick auf den potenziellen Technologietransfer!

Aber das ist halt die "freie" Marktwirtschaft werden nun eingefleischte Kapitalisten meinen :D

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