Pannen-Serie: Dreamliner muss in Japan notlanden

16.01.2013 | 08:20 |   (DiePresse.com)

An Bord des Prestigefliegers von Boeing entwickelte sich Rauch. Zwei Dutzend Dreamliner bleiben nun vorerst am Boden.

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Die Pannenserie beim Prestigeflieger Dreamliner reißt nicht ab: Nach der "Fehlermeldung einer Batterie" habe eine Maschine des US-Flugzeugherstellers Boeing im Westen Japans notlanden müssen, sagte eine Sprecherin der Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA). Medienberichten zufolge hatte sich Rauch an Bord des Flugzeugs entwickelt, bei dem Vorfall am Mittwoch wurde keiner der 129 Passagiere und acht Crewmitglieder verletzt.

Der Dreamliner war auf dem Weg von Ube im Westen in die Hauptstadt Tokio. Derzeit werde noch geprüft, was genau geschehen sei, sagte die ANA-Sprecherin weiter. Die Maschine musste am Flughafen von Takamatsu auf der Insel Shikoku notlanden. Laut der Nachrichtenagentur Jiji Press entwickelte sich der Rauch im Cockpit. Im Fernsehen war zu sehen, dass Notrutschen für die Passagiere ausgefahren waren.

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17 ANA-Dreamliner bleiben am Boden

Boeing bestätigte den Vorfall in Takamatsu. Das Unternehmen erklärte, es werde mit seinen Kunden und den zuständigen Flugaufsichtsbehörden zusammenarbeiten, um den Vorgang aufzuklären. Laut dem Fernsehsender NHK ordnete ANA an, dass bis auf weiteres alle 17 Dreamliner der Fluggesellschaft am Boden bleiben sollten. Konkurrent Japan Airlines folgte dem Beispiel und entschied sich ebenfalls gegen Starts seiner sieben Maschinen des Typs 787. Damit befinden sich die beiden größten Dreamliner-Flotten nicht in der Luft.

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In jüngster Zeit hatte es mehrere Technikpannen bei dem Prestigeobjekt des US-Flugzeugherstellers Boeing gegeben. In der vergangenen Woche gab es fast täglich Hiobsbotschaften für Boeing. Wegen der Vorfälle haben die US-Luftfahrtbehörde FAA und die japanische Zivilschutzbehörde Untersuchungen eingeleitet. Unter anderem waren Treibstofflecks an zwei Maschinen vom Typ Boeing 787 entdeckt worden. Zudem kam es zu einem Batteriefeuer, einem Kabelproblem, einer Bremsstörung und einer zersprungenen Cockpit-Fensterscheibe. "Ich denke, wir nähern uns dem Punkt, ab dem sie es als ernsthafte Krise betrachten müssen", zitiert "Spiegel Online" Analyst Richard Aboulafia vom Luftfahrtbeobachter Teal Group.

"Kinderkrankheiten" sind normal

Schon vor dieser Pannenserie hatte der Dreamliner mehrfach für technische Probleme gesorgt. Im Juli 2012 schickte ANA fünf ihrer neuen Boeing 787 Dreamliner wegen eines Korrosionsproblems an den Getrieben zur Reparatur. Im Februar meldete Boeing, bei rund 55 Dreamlinern könne es Probleme mit dem Rumpf geben.

Als Folge drückt Boeing nun bei der Auslieferung seiner Dreamliner aufs Tempo. Experten sehen darin eine Ursache für die gehäuften Pannen. Für Luftfahrtexperten sind Pannenserien, wie sie der mit drei Jahren Verspätung im September 2011 ausgelieferte Dreamliner jetzt durchmacht, aber nichts Außergewöhnliches, wie "Die Presse" berichtete. Kinderkrankheiten würden den Start von jedem neuen Modell "begleiten", das sei beim legendären Jumbo von Boeing vor 40 Jahren genauso gewesen wie vor Kurzem beim Riesen-Airbus A380.

Dreamliner: Leichter und sparsamer

All Nippon Airways und Japan Airlines gehören zu den wichtigsten Kunden von Boeing, ANA hat bislang insgesamt 66 Dreamliner bestellt.

Der Dreamliner ist das Prestigeobjekt von Boeing und der Konkurrent des A330 des europäischen Flugzeugbauers Airbus. Die Boeing 787 mit Platz für 330 Passagiere ist überwiegend aus Leichtmaterial gebaut und verbraucht nach Angaben des Herstellers 20 Prozent weniger Treibstoff als vergleichbare Maschinen.

(APA/AFP)

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21 Kommentare

Bei einem derart komplexen Fluggerät


wird es immer zu Kinderkrankheiten in der Fertigung und am Gerät kommen!

Bei jedem Hersteller!

Die Probleme werden analysiert und dann wird der Fertigungsprozess verbessert!

Oder am Gerät werden Komponenten verändert.

Alles kann man vorher nicht wissen!

Weil immer neue Situationen auftreten!


Re: Bei einem derart komplexen Fluggerät

deshalb ist der hersteller vor einem verkauf gefordert seine hausaufgaben zu erledigen... passagiere dürfen keine "flugzeug betatester" sein, es stehen leben auf dem spiel... vergessen sie das nicht.
haben

Re: Re: Bei einem derart komplexen Fluggerät


Das Leben ist lebensgefährlich!
Nur deshalb gab es Fortschritt!

Glauben Sie, daß das Fliegen in den letzten 100 Jahren unsicherer geworden ist?


Re: Re: Bei einem derart komplexen Fluggerät


Fehler des Gesamtsystems sind immer möglich trotz 1000 facher Tests, die es gibt!


Manche Kinderkrankheiten...

enden leider fatal.

ja die Mann Detscher verstehen halt nichts mehr ovn Technik

dafür mehr von Technikereinsparung und Auslagerung und Provisionen.
Vielleicht waren auch 2 Tage eingeschulte Leasingkräfte am Bau und bei der Produktion von Komponenten involviert.

Warum soll es bei Flugzeugbau anders sein, als bei Toyota etc.

Wenn ich mit Dipl. Ing. von diversen Grosskonzernen spreche, wird mir immer klar, welche Betreibswirtschaftler da die Geschicke lenken.

Re: ja die Mann Detscher verstehen halt nichts mehr ovn Technik

ja, aber um 29€ nach rom wolln ma schon...

Pannenserie

Treibstofflecks, Batteriefeuer, Kabelproblem, Bremsstörung und eine zersprungene Cockpit-Fensterscheibe...

Schön, was will man mehr!

Re: Pannenserie

Was will man mehr? - Immerhin ist ja noch keine abgestürzt, also worüber beschwert man sich? :-)

Re: Re: Pannenserie

Naja, Feuer an Bord ist schon eine gröbere Sache, das kann früher oder später ins Auge gehen. Man denke an den Cockpit Brand der Swissair damals: Ursache war ein defektes Entertainmentsystem, welches Feuer fing.

Re: Pannenserie

Alb - Dream - Liner

Re: Pannenserie

...naja, so kleine Kinderkrankheiten und ein paar kleine Abstürze; das muss man schon verstehen; gehen ja eh nur 330 Menschen rein.

Der Dreamliner ist der Konkurrent des A380???

Die B787 ist als Konkurrenz zum A330 entwickelt worden, die A350 wird gegen die B777 am Markt aufgestellt

Mit der A380 hat das alles nix zu tun...

Re: Der Dreamliner ist der Konkurrent des A380???

haben sie den bericht gelesen? es steht nirgends das die 787 in konkurenz zum a380 gebaut wurde. nur das es bei dem vor kurzen susgeliefertem a380 ebenfalls kinderkrankheiten gab!

klar, hab ich den Bericht gelesen, und zwar heute morgen!

da stand noch "A380", anscheinend wurde das jetzt in "A330" seitens der Redaktion umgeschrieben ;-)

Re: klar, hab ich den Bericht gelesen, und zwar heute morgen!

Ich habe schon mal irgendwann gepostet, dass die Redaktion bei Änderungen im Text bei den entsprechenden, dann sinnentleerten Postings halt eine Anmerkung machen sollte. War aber leider vollkommen erfolglos.

Re: klar, hab ich den Bericht gelesen, und zwar heute morgen!

das wusste ich nicht, habe den bericht erst kurz vor meinem kommentar gelesen jetzt gelesn. dann haben sie natürlich recht!

alles klar


Re: Der Dreamliner ist der Konkurrent des A380???

Was genau soll der a380 mit der 787 zu tun haben?

eben nix

heute morgen stand da nachweislich: "Der Dreamliner ist das Prestigeobjekt von Boeing und der Konkurrent des A380 des europäischen Flugzeugbauers Airbus. Die Boeing 787 mit Platz für 330 Passagiere ist überwiegend aus Leichtmaterial gebaut und verbraucht nach Angaben des Herstellers 20 Prozent weniger Treibstoff als vergleichbare Maschinen. (APA, 16.1.2013)"

Jetzt haben die den Artikel nachträglich auf A330 umgeschrieben, im Standard steht noch die Original APA Meldung

Re: Der Dreamliner ist der Konkurrent des A380???

Journalisten halt. ;-)

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