Deutschland: Rasanter Anstieg der Inflation erwartet

17.01.2013 | 18:25 |   (DiePresse.com)

Analysten von Goldman Sachs und Degussa meinen: "Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank ist zu locker für Deutschland."

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Deutschland steuert nach Einschätzung von Goldman Sachs auf einen rasanten Anstieg der Inflation zu. Die Teuerungsrate könne auf vier bis fünf Prozent steigen, sagte Deutschland-Chefvolkswirt Dirk Schumacher am Donnerstag bei der jährlichen Strategiekonferenz seines Hauses in Frankfurt. "Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank ist zu locker für Deutschland." Dies berge die Gefahr einer Überhitzung der hiesigen Konjunktur.

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Das sehen andere Ökonomen ähnlich. "Inflationsraten von fünf oder sechs Prozent - das ist die Entwicklung, der wir mittelfristig entgegengehen", sagte Degussa-Chefvolkswirt Thorsten Polleit der Nachrichtenagentur Reuters. "Für Deutschland ist die Geldpolitik schon seit zweieinhalb Jahren zu locker." Das billige Geld lasse bereits Aktienkurse, Immobilienwerte und Rohstoffpreise steigen. "Das schlägt früher oder später auf die Verbraucherpreise durch", sagte Polleit.

Leitzins auf Rekordtief

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins wegen der Rezession in vielen Euro-Ländern auf das Rekordtief von 0,75 Prozent gesenkt und Hunderte Milliarden Euro durch den Kauf von Staatsanleihen in die Wirtschaft gepumpt. Der deutsche Wirtschaftsminister Philipp Rösler warnt vor einer Stabilisierung der Euro-Zone durch Inflation. "Einen Preis sind wir nicht bereit zu zahlen - den Preis der Geldwertstabilität", sagte Rösler im Bundestag. Die Grünen warfen der Koalition vor, unverantwortlich mit Inflationsängsten zu spielen. Die EZB flute derzeit die Märkte nur deshalb mit Geld, weil die Bundesregierung auf EU-Ebene alle vernünftigen Reformen blockiere.

Die Notenbanker müssten das große Ganze im Blick behalten, äußerte Goldman-Sachs-Ökonom Schumacher Verständnis für die Politik der EZB. Wegen der schwächelnden Konjunktur in vielen anderen europäischen Staaten seien Zinserhöhungen derzeit kein Thema. Außerdem werde die Inflation in der Euro-Zone insgesamt voraussichtlich auf dem aktuellen Niveau von rund zwei Prozent bleiben. 2012 zogen die Verbraucherpreise in Deutschland um 2,0 Prozent an, für dieses Jahr sagt die Bundesbank 1,5 Prozent voraus.

Asmussen sieht keinen Inflationsdruck

Auch EZB-Direktor Jörg Asmussen sieht keine Anzeichen für einen Preisanstieg auf breiter Front. "Wir sehen heute keinen Inflationsdruck", sagte Asmussen. Die Notenbank würde aber sofort handeln, wenn sich wachsender Inflationsdruck abzeichnen sollte. "Es bleibt bei dem primären Ziel, stabile Preise zu sichern."

(APA/Reuters)

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73 Kommentare
 
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Inflation von 5 bis 6 %

Die "erlebte", reale Inflation bewegt sich ohnehin in dieser Größe!

Was wäre für einen hoch verschuldeten Staat wie Österreich angenehmer als eine Inflation i.H.v. 6 Prozent? Dann könnte man den Pensionisten Anstiege i.H.v. ca. 3% oder weniger zubilligen.
In einigen Jahren wäre der Staatshaushalt saniert und die ASVG-Pensionisten können sich dann weder Heizung noch Miete mehr leisten!
PS: Das BH würde im Falle eines Berufsheeres plus Zivi gut um 2 Milliarden Mehrkosten auslösen! Ein Kapital, welches den Pensionisten geraubt werden würde!!

Hr Asmussen

gehen Sie mal einkaufen, dann wissen Sie was Inflation ist. Am besten nehmen Sie gleich Ihre Analysten mit

Hüstel

Die 5-6 % Inflation sind bereits Realität, dazu braucht man kein Wirtschaftswissenschaftler sein...

scharmützel

Das ist wieder so ein durchsichtiges Manöver des us - amerikanischen Wirtschaftskrieges gegen Europa.

Was wird aus Gold werden?

wird man damit seine Werte erhalten können?

Re: Was wird aus Gold werden?

Einen gewissen Anteil ihres Vermögens können Sie mit Gold absichern, jedoch wird auch ein Teil verloren gehen. Der Goldpreis hielt sich lange Zeit auf einem relativ konstanten Niveau, in den 70er Jahren stieg er sprunghaft an, pendelte sich wieder halbwegs ein und stieg abermals seit 2006/07 stark an. Langfristig wird sich der Goldwert wieder an sein urprüngliches Niveau annähern, da diese Ausreißer eher Unregelmäsigkeiten darstellen.

Natürlich ist Gold aber noch immer eine bessere Anlageform, da der Wert von Finanzanlagen im Falle einer Weltwirtschaftskrise mehr oder weniger null erreichen wird. Ansonsten, wie bereits von Austrian Economist erwähnt, Investition in Realwerte, sprich Häuser, Wohnungen etc..

Re: Was wird aus Gold werden?

verkaufen!

Re: Re: Was wird aus Gold werden?

und was mach ich dann mit Geld - wenn ich keines brauch?
In Papier tauschen, das historisch immer auf seinen inneren Wert (Lignin) zurückgeführt wurde?

Re: Re: Re: Was wird aus Gold werden?

SPENDEN

...es gibt genug menschen die geld dringend zum überleben brauchen - du hast anscheinend mehr als genug davon ;-)

Wenn Spenden was nützen würde dann wäre Afrika heute ein blühender Kontinent

und nicht nach 30 Jahren Afrikahilfe schlechter drann als früher. Ich kenne Zentralafrika gut und weiß das die "Hilfe" weit mehr zerstört hat als geholfen - ohne mich auf Details einzulassen. Die ganzen Spitzenhotels in Afrika leben von den ausgefressenen herum:hu:renden "Helfern" die sich selbst beidhändig bedienen.

Re: Wenn Spenden was nützen würde dann wäre Afrika heute ein blühender Kontinent

...dann mach was anderes sinnvolles mit deinem geld

...dann mach was anderes sinnvolles mit deinem geld

das einzig Sinnvolle das ich sehe ist ein kleiner Bauernhof (auf Leibrente) in Stadtnähe - notfalls mit dem Rad erreichbar. Allerdings erwarte ich mir in diesem gehobeneren Forum gescheitere Tips als eines schlichten "Horst"

Re: ...dann mach was anderes sinnvolles mit deinem geld

Keine schlechte Idee, weil eher in den Städten, sollte es zu einer großen Krise, kommen das Chaos zuerst eintreten wird und sicherlich heftiger ausfallen wird als am Land.

Re: Re: ...dann mach was anderes sinnvolles mit deinem geld

1. es WIRD zu einer Krise kommen, und zwar zu der ganz großen!

2. ländliche Gegend ist gut

3. in Stadtnähe aber nicht.
die hungrigen Städter werden in so einem Fall im Umkreis von ca. 50km plündern.

Ich bin kein Banker und ich habe gelernt...

mich nie an einem Geschäft zu beteiligen, von dem ich nichts versteh. Ich sehe halt vier Dinge zu denen ich gerne die Meinung der Experten hier kennenlernen würde:

- Die Inflation treibt die Preise, und das wird gallopierend schneller
- (Meine) Vorsorgewohnungen sind so ein Sache, wenn man nachdenkt was da noch von Seiten staatlichem Diebstahl auf uns zukommen wird, und wer mir die Mieten noch zahlen kann, wenn das so weiter geht...
- Gold ist leicht beweglich, teilbar und diskret (der Staat hat keinen Zugriff) hat 4.000 Jahre seinen ursprünglichen Wert behalten und alle Währungsreformen unbeschadet überstanden
- Mit Gold verdient man kein Geld aber man sichert sein Vermögen

Hat jemand dazu was fachlich konstruktives zu sagen?

Re: Ich bin kein Banker und ich habe gelernt...

ich möchte dir in diesem Zusammenhang 2 Stichworte nennen:

Zwangsanleihe
Währungsreform

Wer diese Begriff kennt und keine Denkblockaden hat ("die EU lässt sowas nicht zu" oder "heute undenkbar"), der weiss, was er zu tun hat.

Re: Ich bin kein Banker und ich habe gelernt...

Vielleicht nicht mehr ganz zeitgemaess - aber die 'drei G' haben Sie ja schon genannt. Geld, Gold, Grund. Das mag konservativ sein, kann aber nicht wirklich schief gehen.

Und nicht erst sparen, wenn der Hut brennt. Noch so ein Spruch mit langem Bart - spare in der Zeit, dann hast Du in der Not.


hoffentlich ist es bald vorbei dass die deutschen sich auf kosten der restlichen eu bürger bereichern


lol

unsere tägliche Inflationsangst gib uns heute.

Re: lol

Inflationsangst verleitet eben viele Leute noch schnell etwas zu kaufen damit sie der Preiserhöhung entgehen,so wird auch angekurbelt.

Re: lol

Das hat nichts mit Inflationsangst zu tun! Nur betrachten Sie einmal ein paar der Vorgänge auf der Welt und zählen diese zusammen. Wir können heute nicht mehr im kleinen Kreis Dinge betrachten, weil wir eben in einem mittlerweile globalen System leben. Was glauben Sie, wenn die USA, die größte Volkswirtschaft der Welt, entgültig zahlungsunfähig ist? Das wir in Europa durch den Atlantik geschützt sind???

Re: Re: lol

Die USA :
Mit Stand vom 29. Juni 2011 betrug die Staatsverschuldung insgesamt 14,46 Billionen US-Dollar oder 98,6 % des Bruttoinlandprodukts.

Re: Re: Re: lol

Ja und die Stabilitätsgrenze der Staatsverschuldung in Europa liegt bei 60 % des BIP. In den USA sind sie mittlerweile bei 108 %, wenn ich mich nicht irre.

Re: Re: lol

Wenn die USA Pleite gehen, passiert alles mögliche, aber keine galoppierende Inflation in Europa. Denn dann ist Geld knapp, wieso sollte es also an Wert verlieren?

Aber keine Sorge: Die USA gehen nicht Pleite, wetten?

Re: Re: Re: lol

Viele Währungen sind an den Dollar gekoppelt, was glauben Sie wenn der seinen Wert verliert passiert dann mit diesen Währungen?
Was wird wohl passieren wenn Europas größtes Exportziel plötzlich wegfällt?

Re: Re: Re: lol

Solange das Ringelspiel mit den Petrodollars funktioniert sicher nicht,darum war auch der IRAK und Libyen fällig die wollten aus dem Petrodollar raus und in € Öl handeln.
Aber nun passt ja wieder alles für die USA mit einer Ausnahme der IRAN !!!

 
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