Fast weltweit: Flugverbot für Dreamliner

Boings Dreamliner darf in den USA, Europa, Japan, Chile und Indien wegen fehlerhafter Batterien nicht mehr starten.

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(c) EPA (AEROMEXICO)

Wien/Apa. Boeings neuer Vorzeigeflieger, der Dreamliner, muss nach einer Reihe von Pannen vorerst fast weltweit auf dem Boden bleiben. Die Aufsichtsbehörden in den USA, Japan, Europa, Indien und Chile verhängten am Mittwoch und Donnerstag ein Flugverbot für das jüngste Modell des US-Flugzeugbauers. Als Grund nannten sie das Risiko eines Feuers durch die Batterien.

Auslöser für das Verbot war die Notlandung eines Dreamliners am Mittwoch in Japan, nachdem eine Batterie geschmort hatte. Vor einem erneuten Start soll nun sichergestellt werden, dass die Batterien der Dreamliner kein Risiko mehr sind.

In Europa nur LOT betroffen

In den USA ist es das erste Mal seit 34 Jahren, dass die Luftsicherheitsbehörde FAA ein Flugverbot für alle Maschinen eines Typs verhängt hat. Vor weiteren Starts muss nun das Batteriesystem modifiziert oder andere Maßnahmen ergriffen werden, denen die US-Behörde FAA zugestimmt hat. Die europäische Luftsicherheitsbehörde EASA schloss sich der Verfügung aus den USA an, wie ein Sprecher der Behörde am Donnerstag sagte.

In Europa hat bisher nur die polnische Fluggesellschaft LOT Dreamliner in Betrieb. Erst am Mittwoch hat die Gesellschaft eine der Maschinen erstmals auf einen Langstreckenflug geschickt. Am 17. Dezember war zum ersten Mal ein Dreamliner von LOT in Wien-Schwechat gelandet. Im Linienbetrieb wird Österreich nicht von der zweistrahligen Langstreckenmaschine angeflogen.

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Lithium-Ionen-Akkus schuld

Bei den Batterien handelt es sich um Lithium-Ionen-Akkus. Dieser Typ wird auch in Handys, Digitalkameras oder Notebooks eingesetzt, weil er auf kleinem Raum viel Strom speichern und lange halten kann. Jedoch gab es auch bei diesen Elektronikgeräten immer wieder Fälle brennender oder schmorender Batterien.

Bereits in der Vorwoche hatte eine Batterie eines auf dem Boden stehenden Dreamliners der JAL in Boston Feuer gefangen, außerdem verlor ein Flugzeug vor dem Start rund 150 Liter Treibstoff. Weiter ging die Pannenserie mit einer Störung des Bremscomputers an einem ANA-Jet, einem Ölleck und einem spinnennetzförmigen Riss in einem Cockpit-Fenster.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.01.2013)

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