Chinas Wirtschaft überwindet Tiefpunkt

Das Wachstum legte erstmals seit zwei Jahren wieder zu. Der Nachfragerückgang nach Waren "Made in China" hat die Exportwirtschaft schwer getroffen.

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AP

Nach ihrem schwächsten Jahr seit 1999 hat Chinas Wirtschaft zum Jahresende wieder an Schwung gewonnen. Das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt legte im vergangenen Jahr um 7,8 Prozent zu. Nach einem Tiefpunkt im dritten Quartal mit 7,4 Prozent stieg das Wachstum im vierten Quartal wieder auf 7,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistikamt am Freitag in Peking berichtete. Es war der erste Quartalszuwachs nach zwei Jahren beständig rückläufigen Wachstums.

Das Wirtschaftswachstum 2012 lag über der Vorgabe der Regierung von 7,5 Prozent. Doch wurde das Ziel immer schon sehr vorsichtig gesetzt und sonst meist um ein oder zwei Prozent deutlich übertroffen. Mit neuen Stimulusmaßnahmen dürfte das Wachstum in der ersten Jahreshälfte weiter an Schwung gewinnen, doch warnen Experten vor schwierigeren Zeiten im zweiten Halbjahr.

Inflation steigt

Das Wachstum im vierten Quartal war leicht besser als von Experten erwartet, doch zeigen die Dezember-Daten nur minimale Besserung: Die Industrieproduktion legte zum Jahresende um 10,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu - etwas mehr als die 10,1 Prozent im November. Die Industrieproduktion wuchs im gesamten Jahr mit zehn Prozent und einem Minus von 3,9 Prozentpunkten nur langsamer als im Vorjahr. Das Wachstum der Einzelhandelsumsätze legte im Dezember mit 15,2 Prozent leicht zu, nachdem es im November bei 14,9 Prozent gelegen war. Im ganzen Jahr wurde ein Plus von 14,3 Prozent erreicht. Das sind allerdings 2,8 Prozentpunkte weniger als 2011. Die Anlageinvestitionen stiegen 2012 um 20,6 Prozent - ein Minus von 3,4 Prozentpunkten. Investitionen im Häusermarkt kletterten nur noch um 16,2 Prozent und lagen damit sogar um 11,9 Prozentpunkte unter den Vorjahreszahlen.

Durch den Anstieg der Inflation verengt sich der Spielraum der Zentralbank, mit einer Senkung der Leitzinsen oder der Verringerung der Mindestreserven der Banken mehr Geld zur Ankurbelung der Konjunktur in die Wirtschaft zu pumpen. Auch hat der Rückgang der Nachfrage nach Waren "Made in China" durch die krisengeplagten Europäer und US-Amerikaner die Exportwirtschaft schwer getroffen.

Weiter großer Nachholbedarf

Angesichts der schwachen Handelszahlen und der Kontrolle des überhitzten Immobilienmarktes beschrieben Experten das Wachstum von 7,8 Prozent im abgelaufenen Jahr noch als "sehr gut". Im Vergleich zum minimalen Wachstum in Europa und den USA erscheinen solche Wachstumszahlen wie in China auch keineswegs als schlecht, doch sind sie für ein Schwellenland wie China mit seinem großen Nachholbedarf laut Beobachtern nicht sonderlich hoch. Experten sehen sechs oder sieben Prozent Wachstum als Untergrenze in China, um genügend Arbeitsplätze zu schaffen und Entwicklungsprobleme zu lösen.

(APA/dpa)

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