China kommt wieder in Schwung

18.01.2013 | 18:34 |   (Die Presse)

Ganz langsam läuft der Konjunkturmotor in China wieder an. Nach dem schwächsten Jahr seit 1999 ging es 2012 wieder bergauf – leicht bergauf zumindest.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Peking/Apa. Nach ihrem schwächsten Jahr seit 1999 ist Chinas Wirtschaft zum Jahresende wieder in Schwung gekommen. Das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt legte im vergangenen Jahr um 7,8 Prozent zu. Nach einem Tiefpunkt im dritten Quartal mit 7,4 Prozent stieg das Wachstum im vierten Quartal wieder auf 7,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistikamt am Freitag in Peking berichtete. Es war der erste Quartalszuwachs nach zwei Jahren rückläufigen Wachstums.

Das Wirtschaftswachstum 2012 lag über der Vorgabe der Regierung von 7,5 Prozent. Doch wurde das Ziel immer schon sehr vorsichtig gesetzt und sonst meist um ein oder zwei Prozent deutlich übertroffen. Mit neuen Konjunkturpaketen dürfte das Wachstum in der ersten Jahreshälfte weiter angekurbelt werden, doch warnen Experten vor schwierigeren Zeiten im zweiten Halbjahr.

 

Inflation verengt Spielraum

Das Wachstum im vierten Quartal war leicht besser, als von Experten erwartet, doch zeigen die Dezemberdaten nur minimale Besserung: Die Industrieproduktion legte zum Jahresende um 10,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu – etwas mehr als die 10,1 Prozent im November.

Im gesamten Jahr wuchs die Industrieproduktion mit zehn Prozent aber um 3,9 Prozentpunkte langsamer als im Vorjahr. Das Wachstum der Einzelhandelsumsätze legte im Dezember mit 15,2Prozent leicht zu, nachdem es im November bei 14,9 Prozent gelegen war. Im ganzen Jahr wurde ein Plus von 14,3 Prozent erreicht. Das sind allerdings 2,8 Prozentpunkte weniger als 2011. Die Anlageinvestitionen stiegen 2012 um 20,6 Prozent – ein Minus von 3,4Prozentpunkten. Investitionen im Häusermarkt kletterten nur noch um 16,2 Prozent und lagen damit sogar um 11,9 Prozentpunkte unter den Vorjahreszahlen.

Durch den Anstieg der Inflation verengt sich der Spielraum der Zentralbank, mit einer Senkung der Leitzinsen oder der Verringerung der Mindestreserven der Banken mehr Geld zur Ankurbelung der Konjunktur in die Wirtschaft zu pumpen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.01.2013)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Umfrage

AnmeldenAnmelden