Athen erwartet heuer große Fortschritte beim Haushalt

20.01.2013 | 19:25 |   (Die Presse)

Die Einnahmen des Staates sollen erstmals seit Jahrzehnten die Ausgaben leicht übertreffen. Doch die Zinslast bleibt.

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Athen/Rom/Ag. Gute Nachrichten aus Griechenland: Beim Euro-Sorgenkind könnte es in diesem Jahr eine Wende geben. Es gibt Anzeichen dafür, dass Griechenland bis Ende 2013 erstmals im Jahresdurchschnitt einen so genannten primären Überschuss erreichen wird – also ohne die Zinslast für die Schulden. „Wir werden es schaffen“, sagte ein hoher Funktionär des Athener Finanzministeriums der Nachrichtenagentur dpa am Wochenende.

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Die Einnahmen des Staates werden demnach erstmals seit Jahrzehnten die Ausgaben leicht übertreffen. Positiv laufen nach griechischen Medienberichten zum Beispiel die Exporte des Landes. Sie hätten 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 13Prozent zugelegt.

Griechenland ist allerdings noch lange nicht über den Berg. Der Internationale Währungsfonds (IWF) bescheinigte der griechischen Regierung zwar, das Land wieder auf Kurs gebracht zu haben. Dennoch müsse noch vieles geleistet werden, sagte Poul Thomsen, Chef der IWF-Kontrolleure für Griechenland. Das Land wird nach Schätzungen des IWF in den Jahren 2015 und 2016 weitere Hilfen in Höhe zwischen 5,5 und 9,5 Mrd. Euro brauchen.

Italien: 567.000 Jobs in vier Jahren weg

Unterdessen warnen Gewerkschaften in Rom vor dramatischen Auswirkungen der Rezession auf die Beschäftigung in Italien. In vier Jahren Krise seien 567.000 Jobs verloren gegangen. Seit Jänner 2012 seien wegen der Krise täglich 2000 Jobs verloren gegangen. Bis November 2012 sei die Zahl der Italiener, die Arbeitslosengeld beantragten, um 14,49 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2011 gestiegen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.01.2013)

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28 Kommentare
 
12

richtig

ist : FORT - Schritte.

Selten so gelacht

Wie viele Leute gibt es die nicht der Meinung sind dass es sich hier um eine Konkursverschleppung handelt-

Muahahahaha!

Der Primärüberschuss, ein fiktiver Überschuss, der wurde doch schon für 2010 versprochen.

Ein Primärüberschuss wurde auch für 2011 in Aussicht gestellt.

Ein Primärüberschuss wurde auch für 2012 geplant.

Logisch, dass auch für 2013 ein Primärüberschuss erzielt werden soll, den Bürgern und Zahlern in Aussicht gestellt wird.

Auch logisch, dass diese Prognose genauso halten wird wie schon 2010, wie schon 2011 und wie schon 2012. Das ist was Krankes zur Macht der Gewohnheit geworden.

Bei einer Staatsausgabenquote von 52% des BIP kann es doch niemals zu einer brauchbaren Budget kommen. Die Löcher zur Selbstbedienung von Parteibonzen, Beamten und sonstigen Nehmern aus den geschützten Bereichen haben noch immer riesige Durchmesser. Diese Löcher sind so groß, dass die Löcher gar nicht mehr erkannt werden. Die Entscheidungsträger meinen doch, dass diese Löcher zum Fluss des Lebens gehören und laben sich selber daran.

Einen "Fortschritt" gibt es aber nur beim Budget und nicht in der Wirtschaft!

Ob es wirklich ein "Fortschritt" ist, wenn der Staat die Gehälter seiner Bediensteten massiv kürzt und auch nichts mehr investiert, möchte ich bezweifeln! Das schadet der griechischen Wirtschaft massiv und sorgt dafür, dass für die nächsten Jahre noch weniger Wirtschaftsleistung und noch mehr Verarmung der Bevölkerung zu erwarten ist!

Die fehlenden Einnahmen der griechischen Wirtschaft müssen, damit nicht alles zusammenbricht, durch Refinanzierungskredite der EZB, für die sie allerdings Besicherungen verlangt, ersetzt werden.
Da den schwachen Staaten (nicht nur Griechenland) dafür nötige sichere Wertpapiere fehlen, hat die EZB die Sicherheitsstandards ständig gesenkt, heute bekommen die nationalen Notenbanken solche Kredite schon für praktisch wertlose Papiere (es gibt z. B. Schuldverschreibungen, die am 31. Dezember 9999 fällig werden oder gegenseitige Schuldverschreibungen von zwei praktisch zahlungsunfähigen Banken, die als “Besicherung” hinterlegt werden können).

Deshalb sind diese "Kredite" in Wirklichkeit frisch erzeugtes, geschenktes Geld, welches die Griechen zwar vor großer Not bewahrt, aber zu einer Vermehrung der umlaufenden Euro-Geldmenge führt, was früher oder später zu Inflation im gesamten Euroraum führen muss!

Eine, in die Irre führende Headline

Wo ist hier die Gute Nachricht, in der in der ersten Zeile gesprochen wird?
Das ist ein fataler Irrzum zu glauben, dass sich etwas bessert, denn die Zinsen bleiben, werden immer größer....und dann?

Zu Italien:
Hier empfiehle ich: "Monti Reformen, eine Farce"

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/01/20/monti-reformen-eine-farce-italien-entdeckt-milliarden-budgetloch/

Re: Eine, in die Irre führende Headline

Wann hat Ö das letzte mal vor den Zinszahlungen irgendwie ein Plus gehabt.

Ich glaube ein paarmal hat Schüssel es (manchmal auch mit Tricks) geschafft.

Er war der erste sein Kreisky.

Und wir schimpfen auf die Griechen, das ist die Farce.
Die anderen tun wenigstens was.

Re: Re: Eine, in die Irre führende Headline

Vollkommen RICHTIG!

Wir werden sowieso noch einiges erleben.
Und die letzten Tage ist mir beim Salzburger Finanzthema natürlich auch Griechenland eingefallen. Wir sind nicht so weit weg und es braucht nur noch ein paar ähnliche "Brenners" und wir können auf Augenhöhe den Griechen die Hand schütteln.

Re: Re: Re: Eine, in die Irre führende Headline

Naja, das mit dem Hand geben wird schwierig.

Die Griechen sparen jetzt ganz schön flott und wir bauen massiv Schulden auf.
Die Wahlzuckerln kommen erst.

Da wird das Handgeben auf Augenhöhe nur ein Zwinkern dauern dürfen.

Ich bin ja schon auf die Zeit nach der Wahl gespannt, wenn uns die Eurostat erzählt, dass die ÖBB doch zum Bund gehört.

Die Einnahmen des Staates werden demnach erstmals seit Jahrzehnten die Ausgaben leicht übertreffen.

Sicher. Zinszahlungen sind ja keine Ausgaben.

Ich bin jetzt auch reich. Kredite sind Einnahmen, Zinsen dafür keine Ausgaben und wenn mir der Nachbar was gibt, wird auch die Kapitalrückzahlung nicht eingerechnet.

Re: Die Einnahmen des Staates werden demnach erstmals seit Jahrzehnten die Ausgaben leicht übertreffen.

Ausser gehaessigeit nichts sinnvolles.

welche Rating Agentur

hat dies mal Griechenland gepfuscht -eh- bewertet ? wieviel haben die Griechen bezahlt?

Wann wird GR endlich in der Lage sein

en Masse Deutsche Waffen und französische Autos zu kaufen, das ist die Frage.

Re: Wann wird GR endlich in der Lage sein

Wenn es so ist wie in Schweden, werden sie ab 2022:
- einige Maschinenfabriken haben, die ihre Maschinen an die großen Hersteller verkaufen (wahrscheinlich sind sie spezialisiert auf Pressen und Walzen, kommen ja aus dem Mühlengeschäft und haben dafür einen Heimatmarkt)
- haben sie gelernt deutsche Waffen zu warten und verkaufen das KnowHow an andere Staaten (mit Weiterentwicklungsoption auf die anderen Produkte des EADS-Konzerns)

Obs wirklich so abläuft, wird sich weisen.
Aber ich glaube, eines lernen die Griechen gerade:
- Ihre Produkte sind trotz allem was wert
- auf einen effizienter Staat kann man sich verlassen und da zahlt es sich aus, die Steuern zu zahlen
- Selbstvertrauen ist wichtig
- und "Yo, wir schaffen das!"

So wie Schweden, Lettland, Island und jetzt gerade Irland gestärkt aus der Krise rauskommen werden das die Griechen auch tun.

Die einzigen die im Regen stehen bleiben sind wir, weil wir so damit beschäftigt waren, mit dem Finger auf sie zu zeigen, obwohl (und das ist bis jetzt noch immer so) kein einziger Euro aus Ö nach GR geflossen ist, wir aber die Zinsen für die Garantien bereits kassieren.

Re: Re: Wann wird GR endlich in der Lage sein

@ jordi.laforge

"Wenn es so ist wie in Schweden, . . .

Es ist aber nicht so wie in Schweden !

1. Hat Schweden nicht den Euro.

2. Hat man in Schweden nicht die Mentalität mit Lüge und Betrug sich in eine Gemeinschaftswährung hineinzupressen.

Es gibt in Alaska 50 Wörter für Schnee aber es gibt in Griechenland kein Wort für Quittung.

Das hat sogar der IWF schon verstanden.

Das was Sie schreiben ist ein Brief an das Christkind von einem 8 jährigen Kind.


Das was die Griechen da geschafft haben

nämlich, am Ende des Monats noch ein paar Euros in der Tasche zu haben,

das schafft in Ö KEIN:
- Bund
- keine ÖBB
- kaum ein Land
- kaum eine Gemeinde

Was lernen wir daraus (die gleiche Erfahrung haben die Schweden und die Letten gemacht):
Es sind 2-3 Jahre sehr, sehr hartes Sparen, aber dann kommen die ersten Erfolge
nach weiteren 2-3 Jahren ist man über den Berg und hat ein echtes Plus am Jahresende
nach weiteren 3 Jahren hat man plötzlich die Chance die Überschüße frei zu verwenden
und im Laufe der Zeit kann man sich Ziele setzen, wie: wir halbieren die Staatsverschuldung von 30 auf 15% in den Jahren 2012-2015 und zahlen alles zurück

Was sagt die Wirtschaft dazu? Trotz hoher Steuerlast (zB in Schweden) fühlt sie sich extrem wohl.

Vielleicht ein Weg den man auch auch Rettungsschirm einschlagen kann.

Aber bis jetzt ist es leichter auf die Griechen zu schimpfen, als sich selbst auf den Weg zu machen.

Re: Das was die Griechen da geschafft haben

Keine Kunst wenn wir die Pensionen und Gehälter der Beamte bezahlen.

Re: Re: Das was die Griechen da geschafft haben

Beamten bezahlen tun die Schweden auch.

Irgendwie haben die Schweden aber bei allem einen konsequenteren Weg eingeschlagen.

- Umverteilung von Alt auf Jung
- Förderung von Innovation und Abwicklung von Altem
- weg vom Servicestaat hin zum Regulierungsstaat
- ein konsequenter Wohlfahrtsstaat, der allen viele Freiheiten läßt, den Luxus nicht erhält, sondern dann wenns wirklich kritisch ist, niemanden (= wirklich niemanden) unter den Tisch fallen läßt.
- und die Steuerquote hoch gehalten um endlich von der riesigen Schuldenlast wegzukommen.

Re: Re: Das was die Griechen da geschafft haben

- und die Frühpensionen jener die vor 65 gehen (in Schweden würde man das eher machen)
- und die Förderungen für den Straßenverkehr
- und die Gelder an die Sozialversicherungen
- und die Föderungen an die Industrie (so diese Kurzarbeitszeit-Sache)
- und die Unterstützungen für die Privatpension
- und die sinnlosen Gebäude von Gemeinden
- und die Spitalsaufenthalte
- und die Ausbildung von Akademikern
....

Werden sie am Ende ihrer Tage alles bezahlt haben, was sie vom Staat bekommen haben?

Wohl kaum,
außer sie sind eine sehr profitable Personengesellschaft mit mehr als 100 Angestellten.

Salamitaktik

Die Reformen die Anfangs versprochen wurden werden halbherzig gemacht (viel zu spät) und Griechenland braucht mehr Geld als bisher gedacht. GR wird immer am Tropf hängen, und Zyperns Banken müssen wir retten, alles was die Volkstimme immer schon sagte.

ein echter Fortschritt waere, ...

... wenn die 200 mrd €, die noch in der Schweiz bunkern, am griechischen Finanzamt versteuert wuerden !

Re: ein echter Fortschritt waere, ...

Kommt schon noch, kommt schon noch.
Wie lange hat es gedauert, bis die Österreicher ein Abkommen hatten?

Noch wichtiger wären die englischen Steuerparadiese.
Da hat man als Grieche noch weniger "Marktmacht" als zB die Deutschen oder die Österreicher.

Aber die hat sich noch niemand vorgeknöpft.
Warum wohl?

Vielleicht liegen die Politikergelder (und da gehören ALLE! Parteichefs von NR-Parteien dazu) in einem Postkasten auf der "Isle of Man".
Bankgeheimnis ist da egal, weil das Geld bei keiner Bank mehr vorkommt.

Manche Vermögensberater zahlen sich halt aus und werden auch unter "Wahlkampfgegnern" weiterempfohlen.

Stimmt - sie haben von uns mehr eingenommen, als sie ausgeben können


Wenn man endlich Boden erreicht hat,

ist das Ankommen am Grund schon als Erfolg zu rechnen.

ich erwarte das...

...nicht!

Was für ein Statement.

Es ist ein großer Fortschritt wenn am Monatsende noch etwas Geld übrig bleibt .. aber nur wenn man net die Zinsen aufs überzogene Konto, das Auto-Leasing und den Hauskredit zahlt.

Wow, supa.

Als ich nenn das "pleite" und da buchstabiert man P L E I T E.

Aber gute Drogen muss es da im Athener Finanzministerium geben. Respekt.


der Fisch stinkt vom Kopf an...

...die Griechen waren immer schon ein fähiges Volk,Schuld an dem ganzen Viasko sind die gierigen Politiker!!

 
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