Serbien: Geldwäsche über Raiffeisen und Hypo?

21.01.2013 | 17:23 |   (Die Presse)

Laut der serbischen Tageszeitung „Blic“ sollen die Transaktionen eines Drogenbosses über Tochtergesellschaften von Raiffeisen und Hypo Alpe Adria in den Niederlanden gelaufen sein. Die Institute bestreiten das.

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Wien/Höll. Drei Jahre lang haben die Journalisten der größten serbischen Tageszeitung, „Blic“, daran gearbeitet, am gestrigen Montag erschien der Bericht auf der Titelseite: Die beiden österreichischen Finanzinstitute Raiffeisen Bank International und Hypo Alpe Adria sollen in eine riesige Geldwäscheaffäre involviert gewesen sein. Ein flüchtiger serbischer Drogenboss soll bis 2009 über zwei niederländische Fonds von Raiffeisen und Hypo 1,7 Mrd. Euro gewaschen haben. Beide Institute bestreiten dies.

In einer Stellungnahme der Raiffeisen Bank International heißt es, die Behauptungen seien „komplett falsch“ und „irreführend“. Ein Sprecher der Hypo sagte zur „Presse“, man habe keine Hinweise auf eine Geschäftsbeziehung zwischen dem Institut und dem Drogenhändler.
Im Zentrum der Causa soll laut „Blic“ der Chef des größten europäischen Kokain-Schmugglerrings stehen. Er habe im großen Stil Kokain von Südamerika nach Europa schmuggeln lassen. Die Polizei sei ihm schon länger auf den Fersen.

Bekannt ist, dass im Oktober 2009 eine größere Aktion des Verdächtigen aufflog. Damals wurde mithilfe amerikanischer Behörden ein Schiff, das einen Hafen im südamerikanischen Uruguay verlassen wollte, durchsucht. Die Polizei fand Kokain im Wert von 120 Mio. Euro. Im Zuge der Operation wurden in Serbien mehrere Hintermänner des Drogenbosses verhaftet. Doch das Oberhaupt des Kokainrings konnte fliehen. Es wird seitdem mit internationalem Haftbefehl gesucht.

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Amsterdam als mutmaßliche Drehscheibe

Um die Gelder aus dem Kokainhandel weißzuwaschen, soll der Drogenboss über diverse Strohmänner und Firmen Geschäftsbeziehungen zur Raiffeisen Bank International und zur Hypo Alpe Adria unterhalten haben. Nach Angaben von „Blic“ sollen dabei zwei in den Niederlanden ansässige Finanzgesellschaften der österreichischen Banken involviert gewesen sein:

Von den 1,7 Mrd. Euro sollen 200 Mio. Euro über die zur Kärntner Hypo gehörende Hypo Group Netherland Holding BV in Amsterdam gelaufen sein. Wesentlich stärker soll die Raiffeisen International Eastern European Finance BV betroffen gewesen sein. Über die beiden niederländischen Finanzgesellschaften sollen wiederum diverse Projekte in Serbien finanziert worden sein wie der Erwerb von Grundstücken, Diskotheken und Hotels. Um den Fall aufzuklären, sollen die serbischen Ermittler mit den Behörden in Österreich und in den Niederlanden zusammenarbeiten.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Klagenfurt bestätigt dies im Falle der Hypo Alpe Adria: „Es gab dazu einen Informationsfluss mit den serbischen Behörden.“ Weitere Details verriet der Sprecher nicht.

Das Bundeskriminalamt in Wien, das normalerweise für Geldwäsche-Ermittlungen zuständig ist, äußerte sich dazu auf „Presse“-Anfrage nicht.

Hypo hat holländische Tochter liquidiert

Die Hypo hat im Dezember 2011 ihre Holdinggesellschaft in den Niederlanden liquidiert. Bei Raiffeisen heißt es, Zweck der im „Blic“-Bericht genannten Raiffeisen International Eastern European Finance (RIEEF) sei die Finanzierung von Unternehmen in Südosteuropa.

„Jeder Kunde sowie sämtliche Geschäftsfälle wurden gemäß den internen Compliance-Richtlinien geprüft und für in Ordnung befunden“, erklärte Raiffeisen-Sprecherin Ingrid Krenn-Ditz.

Weiters sei jeder einzelne Kredit, der von der RIEEF an Kunden in Serbien vergeben wurde, bei der Serbischen Nationalbank registriert. Das gesamte Kreditvolumen für serbische Kunden bewege sich in einem wesentlich geringeren Umfang als das im Artikel angeführte Volumen. „Die Raiffeisen Bank International operiert mit den höchsten Standards zur Prävention von Geldwäsche und der Verhinderung von finanziellen Straftaten. Sie wird alle notwendigen rechtlichen Maßnahmen ergreifen, um ihre Interessen zu schützen“, so Krenn-Ditz.

In Serbien beschlagnahmten die Behörden das Vermögen des flüchtigen Drogenhändlers. Die Causa ist dort ein Politikum. In der Vorwoche erklärte Serbiens Präsident, Tomislav Nikolic, man werde jeden Politiker, der mit dem Drogenboss kooperiert habe, zur Verantwortung ziehen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.01.2013)

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15 Kommentare

Gut, dass das jetzt endlich eine staaliche Bank ist.

Egal was da passiert, wir Steuerzahler zahlen den Schaden, egal in welcher Höhe. Gut gemacht Herr Pröll!

Hypo - KEXIT

Wichtig für die Republik ist, dass Kärnten möglichst rasch nicht mehr Bestandteil dieser Republik ist

aber was...

... die bestreiten das! wahnsinn.

und genau darum....

... hat der peppi pröll ja den auftrag bekommen, die hypo zu verstaatlichen!
wenn die journaillie nicht so besch...en eierlos wäre, hätte denen das auffallen müssen!

Re: und genau darum....

schwachsinn. die hgaa wurde gerettet, damit die vom fpö/fpk eingegangenen landshaftungen nicht schlagend werden. rund 20 mrd. euro hätte österreich nicht so einfach in der hinterhand…

Re: Re: und genau darum....

das ding war an die bayern verkauft! die hätten den laden allerdings zugedreht - und da konnte raika natürlich nicht zusehen. also haben sich die konservativen hier und da drauf geeinigt, das ding wieder nach österreich zu verfrachten und dann zu "retten".

Re: Re: Re: und genau darum....

haider ist für ein paar milliönchen diese haftungen eingegangen. hörens doch auf mit den märchen!

Re: Re: Re: Re: und genau darum....

glauben sie alles, was der orf ihnen erzählt?

Re: Re: Re: Re: Re: und genau darum....

jaja, nicht sie sind der geisterfahrer. die hundert anderen sinds wohl.

es ist fakt, dass haider für ein paar milliönchen die haftungen eingegangen ist. es ist fakt, dass kärnten sich übernommen aht und der bund die heiße kartoffel übernehmen musste/übernommen hat. und fakt ist auch, dass kärnten die schlagend werdenden haftungen nicht bezahlen hätte können.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: und genau darum....

es ist also ein märchen, dass die hypo nicht an die bayern verkauft wurde??

Re: Re: Re: und genau darum....



Was haben die Bayern mit den speziellen Kärntner Haftungen zu tun? Kennen Sie die Verträge?

Bitte erklären Sie mir das jetzt genau.

Die Schwarzgelder werden über X-Konstukte in versch. Ländern in den Wirtschaftskreislauf eingeschleust. Schauen Sie sich einmal die in Ö anhängigen Schmiergeldverfahren an. Ist alles erst im Ausland im Kreis geschickt worden und dann ganz legal über österr. Banken zurückgeflossen.

Es ist nicht Aufgabe der Bank - und auch nicht möglich - die Herkunft des Geldes zu prüfen, lediglich Legitimation u. Bonität des Kunden, der bei Geldwäsche ja meist in Form eines Unternehmens oder einer Firmengruppe auftritt. Ermittlungen sind Sache der Finanz.


Re: Re: Re: Re: und genau darum....

das ist eine gute frage! verkauft man eine bank und bleibt auf auf den haftungen sitzen? ich glaube kaum!

wenn ich in mit einer bank in länder expandiere, wo ich weiss (wie jeder andere auch), dass diese total mafiös unterwandert sind, wo die leute null kohle haben, wenn ich dort kredite verschenke mit praktisch null besicherung, wenn dann aber riesige geldflüsse über meine banken dort laufen, dann liegt wohl auf der hand, dass die genau wussten, was dort läuft.
im gegenzug dürfen wir die dort verschenkten und abgeschriebenen kredite über unsere steuern gegenfinanzieren.
schauen sie sich mal die werbespots österreichischer banken im ehemahligen ostblock bzw. am balkan an. wenn sie 1 und 1 zusammen zählen können, erklärt sich dann ganz schnell das eigenartige ost- und südostengagement einiger österreichischer banken.

Re: Re: Re: Re: Re: und genau darum....

kärnten hatte sich übernommen… hätten wir die bank in die insovvenz gschickt wären die haftungen schlagend geworden und da kärnten diese nicht bezahlen hätte können, hätte der bund einspringen müssen. so oder so wurde der bund in eine unangenehme lage gebrtacht. verursacher war aber fpö/fpk unter haider!

Re: Re: Re: Re: und genau darum....

Es ist sehr wohl Aufgabe der Bank, bei unklaren oder verdächtigen Geldflüssen (und das nicht nur bei Firmen!) eine Verdachtsanzeige bei den Ermittlungsbehörden zu machen. Vermutlich sind aber die Geldwäsche-Beauftragte in den Banken mit den berühmten 3 Affen besetzt (nichts hören, nichts sehen und schon garnichts sagen).

Re: Re: Re: Re: Re: und genau darum....

Geldwäschebeauftragte in Exjugoslawien? Ein guter Witz! Die sind ja schon in Österreich nur auf dem Papier vorhanden.

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