'Das ist krank': Investor kritisiert Politik des Gelddruckens

08.02.2013 | 11:58 |   (DiePresse.com)

Der legendäre US-Investor Jim Rogers hält die Geldpolitik der Notenbanken für einen Fehler. Er setzt auf fallende Kurse bei US-Staatsanleihen.

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US-Investor Jim Rogers übt massive Kritik an der weltweiten Politik des Gelddruckens. Im "CNBC"-Interview konnte er seine Emotionen nicht mehr bändigen. "Das ist künstlich, was da passiert. Die US-Notenbank druckt Geld so schnell sie kann", so Rogers. Die japanische Notenbank habe gesagt: Wir drucken unbegrenzt Geld. Und was mache die US-Notenbank? Sie passe sich an und drucke auch Geld. "Das ist krank."

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Er setzt daher auf fallende Kurse der US-Staatsanleihen. Der Bullenmarkt bei Anleihen sei eine Blase, sagte Rogers auch im Interview mit dem Bloomberg-Radio. Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass Rogers das Ende der mittlerweile 32 Jahre andauernden Kursrally der US-Staatsanleihen vorhersagt. Bereits 2009 warnte er vor einer Blase.

Europa setzt auf Geldwertstabilität

Erst in der Donnerstagsausgabe hatte "Die Presse" von der lockeren Geldpolitik der USA und Japans berichtet. In Japan ist deshalb sogar der Notenbank-Präsident überraschend zurückgetreten, weil er die Unabhängigkeit seiner Institution gefährdet sah. Er wolle den Weg frei machen, damit die Regierung die Notenbankspitze komplett mit Leuten besetzen könne, die ihren Wünschen Folge leisten.

Ausgerechnet die viel gescholtene Europäische Zentralbank (EZB) verfolge als einzige einen vernünftigeren Kurs, hieß es in dem Bericht. Ungefährdet ist dieser aber nicht. Der französische Präsident Francois Hollande will mehr politische Kontrolle über die EZB.

"Den Euro wird es nicht mehr geben"

Rogers ist kein Fan der Notenbanken. Im "Presse"-Interview im Jahr 2010 sagte Rogers, dass US-Notenbankchef Bernanke keine Ahnung von Wirtschaft, Märkten und Währungen habe. "Das Einzige, was dieser Mann kann, ist, wie verrückt Geld zu drucken." Damals sagte er auch das Ende des Euro voraus.

(phu)

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  • Wenn Notenbanken der Politik zum Opfer fallen

    Bild: (c) Dapd (Patrick Sinkel) Amerika tut es. Japan tut es. Und Frankreichs Präsident Hollande hätte gerne, dass auch Europa es tut: unbegrenzt Geld drucken. Aber Deutschland und die EZB halten dagegen, was sich als Glücksfall erweisen dürfte.

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23 Kommentare
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Das Ende des Euros wird auch kommen

Aber wann das sein könnte weiß noch niemand.
Es wird aber eher aprupt kommen, sodass sich so wenig wie möglich darauf vorbereiten können.

Dann wird man froh sein ein wenig Gold gebunkert zu haben. Heute ist das Vertrauen in den Euro wieder gestiegen. Bis zum nächsten EU- Problem (Frankreich?).


empörend! eine notenbank die geld (!) druckt!



und das auch noch "so schnell sie kann"!

wo gibts denn sowas????!!! das hat doch die welt noch nicht gesehen! jetzt schlägts aber 13, das schlägt dem faß den boden aus, potz blitz, hast du worte, nicht zu fassen!!!!

und wer ist eigentlich "der legendäre us-investor jim rogers"?

Re: empörend! eine notenbank die geld (!) druckt!

Ihre Ironie über die gelddruckenden Notenbanken finde ich unangebracht.
Unabhängig von den Aussagen des Ihnen völlig unbekannten US-Investors Jim Rogers ist der Wettlauf der irrsinnigen Geldmengenausweitungen der Notenbanken beängstigend. Nicht für Sie, das sehe ich ein, aber für mich und viele andere.
Aber ich will Ihnen den Glauben an die wohltätigen Werke der Notenbanken und das viele bunt bedruckte Papier nicht rauben. Für Sie -wie für den Herrn van Rompuy- ist die Finanzkrise beendet.

Re: Re: empörend! eine notenbank die geld (!) druckt!

wenn sie nicht an den wert des "bunt bedruckten papiers" glauben dann geben sie es mir - ich nehm es jederzeit gerne!

ps: könnte ihnen ein f.a. hayek-stickeralbum dafür geben. fairer tausch?

Re: Re: Re: empörend! eine notenbank die geld (!) druckt!

Zu meinem großen Bedauern kann ich Ihrer freundlichen Bitte nicht entsprechen, da ich als ausgewiesener Gegner der europäischen Friedens- und Wohlstandswährung , die ununterbrochen gerettet werden muss, bereits seit ihrer Einführung mein bunt bedrucktes Papier in echtes Geld (Gold- und Silbermünzen) eintausche.
Hab's auch noch nicht bereut.
Andererseits ... so ein Hayek-Album hat was ....

Sozialismus wurde 1913 in den USA eingeführt...

...als die FED gegründet wurde und damit der Staat die Geldpolitik verstaatlichte und den Wert des USD in 100Jahren atomisierte. Es war notwendig denn sont wäre der 1. Weltkrieg nicht finanzierbar gewesen. Keynes der mit seiner Schuldenpolitik in Kombination mit der staatlichen Gelddruckerei einer der Hauptschulidgen am 2. Weltkrieg ist, hat den Geldsozialismus zu einer Blüte gebracht.
Der 2. Punkte ist die staatlich gesteuerte Zinspolitik. Würden die Zinsen nicht durch Staatsbanken, die angeblich unabhängig sind, festgesetzt werden, sondern marktwirtschaftlich entstehen, dann gebe es keine Wirtschaftskrisen.

oh mann, der ist ja LE-GEN-DÄR!



im ernst: wer soll das sein? und was hat das für eine relevanz wenn ein börsenspekulant, der zufällig die passionen und die (vor)urteile der presse-wirtschaftsredaktion teilt dies nun zum 100. mal öffentlich macht?

der mann hat sicher auch schon seit jahren die hyperinflationab morgen angekündigt. so wie der messias kommt die aber immer erst nächstes jahr...total glaubwürdig eben.

"Ausgerechnet die viel gescholtene Europäische Zentralbank (EZB) verfolge als einzige einen vernünftigeren Kurs"

Soll das heissen, bei uns entscheidet die Notenbank, wann Geld gedruckt wird? Kontrolliert also Geldmenge und Inflation?

Verstehe ich nicht, da es mittelfristig eine politische Entscheidung sein sollte (und letztendlich eine demokratische, vom Volk ausgehende).

Vielviel Geld

Wo ich Rogers recht gebe ist die Ansicht dass hier eine gewaltige Blase entsteht, den gedruckten Geldmengen steht vielzuwenig an Produziertem bzw. Gehandeltem gegenüber. Zu glauben das die Kräfte des Marktes nur mit einfachem Ignorieren und Gelddrucken übers Ohr gehauen werden können ist vermutlich unfassbar selbstüberschätzend. Sollte ich mich irren (was ich inständig hoffe) wäre das wohl genau was man mit Chuzpe meint.

Ich befürchte, am Ende werden nur die überleben die eine starke Währung haben. Wobei man die Armeen dieser Welt wohl auch als eine Art Währung bezeichnen könnte. Folglich werden die USA in jedem Fall überleben, bei Europa siehts da schon viel fraglicher aus:

Nicht bewältigte Integration über viele Generationen, politische Entscheidungsunfähigkeit (Die Amerikaner würden wohl sagen `divide et impera ), grassierende Korruption, katastrophale Geburtenraten, Vergessen der eigenen Geschichte etc.etc.etc...
Jedem wird außerdem klar sein das die demographische Entwicklung ebenfalls zu einer Verschiebung von Religionsgrenzen quer durch Europa führen wird.

Und als zukünftiger Hauptkonkurrent der USA wird wohl China in den Ring steigen. Dessen Ziele sind, wenn man Marx u. Lenin gelesen hat und die Mentalität kennt, recht undurchschaubar. Lenin selbst war übrigens immer klar dass der Kommunismus nur siegen kann wenn er sich über die ganze Erde ausbreitet. Soweit ich weiss wird Lenin in China noch sehr verehrt.

das werden interessante Zeiten

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Re: Vielviel Geld

Diese Gelddruckerei begann ja schon viel früher.
Vor 40 Jahren nach dem Vietnamkrieg. Und die Dosis wurde nach jeder Krisenblase (1987, LTCM, dotcom) gesteigert. Nach der Subprime Krise ist es sogar uns aufgefallen.

Marc Faber sagt: die Notenbanken können zwar Geld drucken, sie können aber nicht kontrollieren wohin das Geld geht.
Asien war der große Profiteur der westlichen Gelddruckerei.
China hätte nie so schnell wachsen können (was wohl nicht im Sinne der USA war).
Man sieht es ja. Der Westen druckt Geld noch und noch, bringt aber zu Hause kein Wachstum mehr zusammen.
Das Geld geht eben zum besten Wirt und der sitzt in Asien.


Der gute Mann ...

... verkauft Rohstoffbeteiligungen, klar, daß der so redet.

Mittlerweile wird ohnehin weltweit so viel Geld produziert, daß es über kurz oder lang zum Zusammenbruch des Finanzsystems kommen muß. Da helfen die Rohstoffe vom Herrn Rogers nicht, da sind ein paar Paletten Konserven und ein paar adäquate Mittel zur mittelfristigen Selbstverteidigung nötig.

Danach meinetwegen wieder Rohstoffe ;)

Re: Der gute Mann ...

und bei dem "Bleiverbrauch" der kommt, werden die Rohmetallpreise wohl steigen.

...

das problem ist einfach das die reichen immer reicher werden. die reichen ziehen immer mehr geld aus dem verkehr und generien aber durch zinsen immer höhere summen. dieses geld fehlt letztendlich im system und somit muss neues gedruckt werden welches wiederum den wert des geldes senkt.

dieses system haben wir leider seit jahrzenten aufgebaut! wie kann es sein das spekulanten milliarden verdienen mit aktien und schwindel während menschen die ehrlich arbeiten gehen oft nicht über die runden kommen?

Re: ...

Würde Geld dauerhaft aus dem System gezogen werden, dann wäre das ja wieder inflationseinschränkend.

Aber letztendlich hat Geld auch für den Reichen nur dann einen Sinn, wenn er es irgendwann wieder ausgibt. ;-)

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Re: ...

Ich glaube, Sie irren! Die Reichen ziehen nicht das Geld aus dem Kreislauf, sie investieren wie verrückt, finanzieren das mittelständische Gewerbe (wer sonst?) und lukrieren Zinsen aus ihren Anlagen.

Re: ...

Würden sich Staaten nicht prinzipiell für die Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs immer höher verschulden, wäre auch schon ein wenig geholfen.
Zumindest müssten dann die Arbeitenden nicht die Zinsen für jene erwirtschaften, die sich das Verleihen leisten können.

Die Tatsache, dass alle politischen Strömungen, die sich bei Wahlen mehr als 5% erwarten, diese Umverteilung aktiv vorantreiben, spricht Bände.
Mit anderen Worten: Die arbeitende Masse will es so.

Fragen Sie mich nicht, warum. Ist mir auch ein Rätsel.

Re: Re: ...

ich glaub das liegt daran, dass es uns nach einem crash des systems möglicherweise kurz sehr schlecht gehen würde, allerdings würde somit ein nachhaltiger neuanfang möglich sein. so gehts uns halt von jahr zu jahr scheibchenweise schlechter, den meisten gehts noch halbwege gut bzw können sich das leben leisten und wollen das nicht riskieren.

Wenn die Banken "damals" einfach pleite gegangen wären ...

... hätte man zwar das Finanzsystem neu aufbauen müssen, jedoch wären die Verantwortlichen für das Debakel hinter Gitter gelandet, was langfristig gesehen von Vorteil gewesen wäre. .... So, hat man die Banken gerettet, die Verantwortlichen für das Chaos haben sich weiterhin mit guten Anstellungen in Managerpositionen bekleidet, und treiben weiterhin ihre genialen Ideen vorran.

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da muss er nur Bretton Woods

kaufen

Daher muss es hinkünfig wieder Währungen geben, die mit Gold und Silber abgesichert sind. Diese Edelmetalle können nicht beliebig vermehrt werden, wie es derzeit mit dem Papiergeld passiert.


Wartet nicht auf die Obrigkeit. Jeder kann seine eigenen Reserven aufbauen.

Kauft Silber, kauft Gold.

Nur wenn viele mit machen werden wir unser Ziel früher als wir glauben erreichen.

3 0

Re: Daher muss es hinkünfig wieder Währungen geben, die mit Gold und Silber abgesichert sind. Diese Edelmetalle können nicht beliebig vermehrt werden, wie es derzeit mit dem Papiergeld passiert.

RICHTIG

Wo er Recht hat

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