'Das ist krank': Investor kritisiert Politik des Gelddruckens

Der legendäre US-Investor Jim Rogers hält die Geldpolitik der Notenbanken für einen Fehler. Er setzt auf fallende Kurse bei US-Staatsanleihen.

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(c) Reuters ( Brendan McDermid Reuters)

US-Investor Jim Rogers übt massive Kritik an der weltweiten Politik des Gelddruckens. Im "CNBC"-Interview konnte er seine Emotionen nicht mehr bändigen. "Das ist künstlich, was da passiert. Die US-Notenbank druckt Geld so schnell sie kann", so Rogers. Die japanische Notenbank habe gesagt: Wir drucken unbegrenzt Geld. Und was mache die US-Notenbank? Sie passe sich an und drucke auch Geld. "Das ist krank."

Er setzt daher auf fallende Kurse der US-Staatsanleihen. Der Bullenmarkt bei Anleihen sei eine Blase, sagte Rogers auch im Interview mit dem Bloomberg-Radio. Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass Rogers das Ende der mittlerweile 32 Jahre andauernden Kursrally der US-Staatsanleihen vorhersagt. Bereits 2009 warnte er vor einer Blase.

Europa setzt auf Geldwertstabilität

Erst in der Donnerstagsausgabe hatte "Die Presse" von der lockeren Geldpolitik der USA und Japans berichtet. In Japan ist deshalb sogar der Notenbank-Präsident überraschend zurückgetreten, weil er die Unabhängigkeit seiner Institution gefährdet sah. Er wolle den Weg frei machen, damit die Regierung die Notenbankspitze komplett mit Leuten besetzen könne, die ihren Wünschen Folge leisten.

Ausgerechnet die viel gescholtene Europäische Zentralbank (EZB) verfolge als einzige einen vernünftigeren Kurs, hieß es in dem Bericht. Ungefährdet ist dieser aber nicht. Der französische Präsident Francois Hollande will mehr politische Kontrolle über die EZB.

"Den Euro wird es nicht mehr geben"

Rogers ist kein Fan der Notenbanken. Im "Presse"-Interview im Jahr 2010 sagte Rogers, dass US-Notenbankchef Bernanke keine Ahnung von Wirtschaft, Märkten und Währungen habe. "Das Einzige, was dieser Mann kann, ist, wie verrückt Geld zu drucken." Damals sagte er auch das Ende des Euro voraus.

(phu)

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