20 Mio. Euro sind zu viel: VW-Chef will weniger Gehalt

Eine Gehaltserhöhung auf 20 Millionen Euro sei "den Menschen nicht mehr zu vermitteln", sagt VW-Chef Martin Winterkorn, Top-Verdiener unter den deutschen Managern.

Euro sind viel VWChef
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(c) EPA (Peter Steffen)

VW-Chef Martin Winterkorn ist der Top-Verdiener unter den deutschen Managern. 2011 verdiente er 18,3 Millionen Euro. 2012 dürfte sein Gehalt auf 20 Millionen Euro gestiegen sein, zumal seine Vergütung auch an den Unternehmenserfolg gekoppelt ist - und VW ein ausgesprochenes Erfolgsjahr hinter sich hat. Doch Winterkorn wehrt ab: "Bei allem Erfolg des Konzerns können die Steigerungen nicht ins Uferlose weitergehen", sagt er im Gespräch mit dem "Spiegel".

Er schlägt daher dem VW-Aufsichtsrat vor, die Regeln für die Vorstandsvergütung zu ändern. "Wenn ich wirklich 20 Millionen bekäme", sagt Winterkorn, "wäre das den Menschen sicherlich nicht mehr zu vermitteln." Er rechnet daher damit, 2012 weniger Gehalt zu erhalten als im Jahr davor. Tatsächlich soll der Aufsichtsrat im Rahmen der Beratungen über die Bilanz für das abgelaufene Jahr am 22. Februar darüber entscheiden.

Gehalt soll unter 17 Millionen Euro liegen

Ziel von VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh ist es, den Anstieg der Managementbezüge so zu dämpfen, dass Winterkorns Gehalt für 2012 unter 17 Millionen Euro bleibt.

Auch die von der deutschen Regierung eingesetzte Kommission über gute Unternehmensführung (Corporate Governance) hatte sich für eine Begrenzung von Managementgehältern ausgesprochen. Sie will den börsennotierten Unternehmen dabei aber keine Vorgaben geben.

2012 verkaufte VW neun Millionen Autos

Der Wolfsburger Autokonzern wird das von Winterkorn bei seinem Amtsantritt vor sechs Jahren für 2018 gesteckte Ziel von weltweit mehr als zehn Millionen verkauften Fahrzeugen vermutlich deutlich früher erreichen. Im abgelaufenen Jahr hatte der Konzern erstmals die Marke von neun Millionen Einheiten überschritten und lag damit - ohne die beiden Lkw-Töchter MAN und Scania - dicht hinter der Opel-Mutter General Motors auf Rang drei.

Unangefochtener Weltmarktführer ist Toyota. Den begehrten Autothron will VW nach bisheriger Planung bis 2018 erklimmen. Ob das Management dieses Ziel offiziell nach vorne zieht, ist angesichts des scharfen Wettbewerbs und der Krise in Europa ungewiss.

(Red.)

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