Größte Fluglinie der Welt entsteht: US-Airlines fusionieren

14.02.2013 | 05:40 |   (DiePresse.com)

American Airlines und US Airways sollen sich auf einen Zusammenschluss geeinigt haben. Gemeinsam könnten sie 6400 Flüge täglich anbieten.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Die beiden US-Fluggesellschaften American Airlines und US Airways haben nach Angaben aus Verhandlerkreisen ihre Fusion beschlossen. Die Verwaltungsräte beider Unternehmen hätten dem Zusammenschluss zugestimmt, hieß es am Mittwochabend (Ortszeit). American Airlines ist nach Passagierzahlen die drittgrößte Fluggesellschaft der Vereinigten Staaten, US Airways ist Nummer fünf. Zusammengenommen verdrängen sie die ebenfalls aus einer Fusion entstandene United Continental (United und Delta) vom Spitzenplatz und steigen sogar zur weltweiten Nummer eins auf. Erwartet wird, dass der Name American Airlines bestehen bleibt.

Die Einigung über die Fusion soll am Donnerstag auf einer Pressekonferenz offiziell verkündet werden. Der Hauptsitz dürfte am American-Standort in Dallas-Fort Worth im US-Staat Texas sein. Nach allem, was bisher aus den Verhandlungen nach Außen gedrungen ist, soll die American-Airlines-Seite 72 Prozent der Anteile am neuen Unternehmen halten, auf die kleinere US Airways entfielen 28 Prozent. Dafür werde US-Airways-Chef Doug Parker zum Konzernchef befördert, sein American-Airlines-Kollege Tom Horton werde dem Verwaltungsrat vorsitzen, hieß es. Parker hatte den Zusammenschluss vorangetrieben.

Umsatz von 38,7 Milliarden Dollar

Im vergangenen Jahr kamen die zwei Fluglinien zusammen auf einen Umsatz von 38,7 Milliarden Dollar (28,71 Mrd. Euro). American Airlines bringt mehr als 600 Flugzeuge in die Ehe ein, US Airways annähernd 350 Jets. Hinzu kommen noch einmal mehr als 550 kleinere Maschinen, die bei den Regionalgesellschaften American Eagle und US Airways Express im Einsatz sind. Täglich bietet die neue Fluglinie dann rund 6400 Flüge an.

Die Gespräche laufen schon seit einem Jahr. Sie hatten kurz nach der Insolvenz der American-Airlines-Muttergesellschaft AMR begonnen. Es wurde damit gerechnet, dass noch in dieser Woche eine Entscheidung fällt, weil wichtige Fristen ablaufen. Die Fluggesellschaften selbst äußerten sich am Mittwoch nicht zum Stand der Fusionsverhandlungen.

Insolvenzgericht muss noch zustimmen

Wie das "Wall Street Journal" anmerkte, wird American Airlines die Fusion nutzen, um aus der Insolvenz herauszukommen. Der Plan müsse deshalb noch vom zuständigen Insolvenzgericht abgenickt werden. Auch die Wettbewerbshüter müssen dem Geschäft zustimmen, wobei es bei früheren Zusammenschlüssen in der Luftfahrtbranche hier kaum Probleme gab. Bis zum endgültigen Zusammengehen kann es dadurch aber noch Monate dauern.

Die Fusion biete den Gläubigern von American Airlines die Möglichkeit, einen guten Teil ihres Geldes zu retten, schrieb das "Wall Street Journal". Fast alle großen US-Fluggesellschaften waren in den vergangenen Jahren durch Insolvenzen gegangen und hatten dabei ihre hohen Kosten vor allem beim Personal reduziert. Auch American Airlines hatte einen massiven Stellenabbau angekündigt.

(APA/AFP/Reuters)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

4 Kommentare

anstatt diese Versager vom Markt zu blasen,

lässt die Behörde das nächste Oligopol entstehen.

Die Behörden zerstören die Marktwirtschaft systematisch :-(

Zur Recherche

United Continental ist aus der Fusion von United Airlines und Continental Airlines entstanden.
Delta ist jedoch die größte Fluggesellschaft seit der Fusion mit Northwest Airlines.

Die trauen sich was die Amis.

Fusionieren einfach ohne die Europäische Wettbewerbsbehörde zuvor zu fragen. Tz tz tz

Re: Die trauen sich was die Amis.

Die USA haben auch eine Behörde, die Monopole verhindern soll. Aber solche Behörden sind ausser Betrieb gesetzt, so als ob der Staat die Piraterie zur Staatsdoktrin befördert hätte.

AnmeldenAnmelden