Deutschland und Österreich: Wirtschaft schrumpft

Ende 2012 schrumpfte die deutsche Wirtschaft um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal. In Österreich gab es ein Minus von 0,2 Prozent.

Deutsche Wirtschaft schrumpft
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Deutsche Wirtschaft schrumpft
(c) AP (David Hecker)

Der deutschen Wirtschaft ist zum Jahresende die Puste ausgegangen: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im Schlussquartal 2012 preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal und damit noch stärker als zunächst erwartet. Das teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Damit konnte sich die bis dahin robuste deutsche Konjunktur nicht länger von der Rezession im Euroraum und dem weltweiten Konjunkturabschwung abkoppeln. Im Vergleich zum vierten Quartal 2011 stieg das preisbereinigte BIP leicht um 0,1 Prozent.

In den ersten drei Quartalen 2012 war die deutsche Wirtschaft jeweils gewachsen, die Dynamik ließ jedoch stetig nach: Nach plus 0,5 Prozent zum Auftakt ging das BIP-Wachstum zum Vorquartal zunächst auf 0,3 Prozent und im dritten Quartal auf 0,2 Prozent zurück.

Export als Wachstumsmotor

Für das gesamte Jahr 2012 bestätigten die Statistiker einen Anstieg von 0,7 Prozent. Wichtigster Wachstumsmotor war auch 2012 der Export. Aber auch vom inländischen Konsum kamen positive Impulse.

Allerdings dürfte das Konjunkturtal inzwischen schon wieder durchschritten sein. "Die Perspektiven hellen sich allmählich auf. Die Frühindikatoren deuten auf ein absehbares Ende der aktuellen Schwächephase hin", hatte das deutsche Wirtschaftsministerium Anfang der Woche in seinem monatlichen Bericht zur wirtschaftlichen Lage mitgeteilt. Dennoch reduzierte die Regierung ihre Prognose für das laufende Jahr von 1,0 auf 0,4 Prozent.

Österreichs Wirtschaft schrumpft um 0,2 Prozent

Auch Österreichs Wirtschaft ist Ende vergangenen Jahres wie erwartet leicht geschrumpft: Gegenüber dem Vorquartal ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Zeitraum Oktober bis Dezember real um 0,2 Prozent zurück, nach noch 0,1 Prozent Zuwachs im 3. Quartal. Im Jahresabstand legte das BIP im 4. Quartal aber um 0,4 Prozent zu, nach 0,6 Prozent Plus im 3. Quartal. Diese Ergebnisse der Schnellschätzung gab das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) am Donnerstag bekannt.

Damit hat die heimische Wirtschaft Ende 2012 im Vergleich zum Vorquartal erstmals seit längerem kein Wachstum aufgewiesen. Im 3. Quartal 2011 hatte das BIP stagniert, seither hatte es vier Mal in Folge real ein leichtes Quartalswachstum gegeben.

Wirtschaft soll im ersten Quartal wieder wachsen

Auch die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) war zuletzt - Mitte Jänner - von einem leichten Rückgang des heimischen BIP im 4. Quartal ausgegangen, prognostizierte aber für das 1. Quartal 2013 schon wieder ein Quartalswachstum von 0,2 Prozent.

Für das gesamte Jahr 2012 ergab sich laut Wifo für Österreich nach vorläufiger Berechnung ein Wirtschaftswachstum von 0,7 Prozent, wie das Institut am Donnerstag erklärte. Das deckt sich mit der IHS-Prognose von Dezember, das Wifo hatte damals noch lediglich 0,6 Prozent reales BIP-Wachstum erwartet.

(APA/dpa)

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