Deutschland und Österreich: Wirtschaft schrumpft

14.02.2013 | 19:04 |   (DiePresse.com)

Ende 2012 schrumpfte die deutsche Wirtschaft um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal. In Österreich gab es ein Minus von 0,2 Prozent.

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Der deutschen Wirtschaft ist zum Jahresende die Puste ausgegangen: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im Schlussquartal 2012 preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal und damit noch stärker als zunächst erwartet. Das teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Damit konnte sich die bis dahin robuste deutsche Konjunktur nicht länger von der Rezession im Euroraum und dem weltweiten Konjunkturabschwung abkoppeln. Im Vergleich zum vierten Quartal 2011 stieg das preisbereinigte BIP leicht um 0,1 Prozent.

In den ersten drei Quartalen 2012 war die deutsche Wirtschaft jeweils gewachsen, die Dynamik ließ jedoch stetig nach: Nach plus 0,5 Prozent zum Auftakt ging das BIP-Wachstum zum Vorquartal zunächst auf 0,3 Prozent und im dritten Quartal auf 0,2 Prozent zurück.

Export als Wachstumsmotor

Für das gesamte Jahr 2012 bestätigten die Statistiker einen Anstieg von 0,7 Prozent. Wichtigster Wachstumsmotor war auch 2012 der Export. Aber auch vom inländischen Konsum kamen positive Impulse.

Allerdings dürfte das Konjunkturtal inzwischen schon wieder durchschritten sein. "Die Perspektiven hellen sich allmählich auf. Die Frühindikatoren deuten auf ein absehbares Ende der aktuellen Schwächephase hin", hatte das deutsche Wirtschaftsministerium Anfang der Woche in seinem monatlichen Bericht zur wirtschaftlichen Lage mitgeteilt. Dennoch reduzierte die Regierung ihre Prognose für das laufende Jahr von 1,0 auf 0,4 Prozent.

Österreichs Wirtschaft schrumpft um 0,2 Prozent

Auch Österreichs Wirtschaft ist Ende vergangenen Jahres wie erwartet leicht geschrumpft: Gegenüber dem Vorquartal ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Zeitraum Oktober bis Dezember real um 0,2 Prozent zurück, nach noch 0,1 Prozent Zuwachs im 3. Quartal. Im Jahresabstand legte das BIP im 4. Quartal aber um 0,4 Prozent zu, nach 0,6 Prozent Plus im 3. Quartal. Diese Ergebnisse der Schnellschätzung gab das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) am Donnerstag bekannt.

Damit hat die heimische Wirtschaft Ende 2012 im Vergleich zum Vorquartal erstmals seit längerem kein Wachstum aufgewiesen. Im 3. Quartal 2011 hatte das BIP stagniert, seither hatte es vier Mal in Folge real ein leichtes Quartalswachstum gegeben.

Wirtschaft soll im ersten Quartal wieder wachsen

Auch die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) war zuletzt - Mitte Jänner - von einem leichten Rückgang des heimischen BIP im 4. Quartal ausgegangen, prognostizierte aber für das 1. Quartal 2013 schon wieder ein Quartalswachstum von 0,2 Prozent.

Für das gesamte Jahr 2012 ergab sich laut Wifo für Österreich nach vorläufiger Berechnung ein Wirtschaftswachstum von 0,7 Prozent, wie das Institut am Donnerstag erklärte. Das deckt sich mit der IHS-Prognose von Dezember, das Wifo hatte damals noch lediglich 0,6 Prozent reales BIP-Wachstum erwartet.

(APA/dpa)

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64 Kommentare
 
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Das Problem ist

das man bei Budgeterstellung von einen Wachstum ausgegangen ist.
Nun werden die Schulden noch weiter steigen.

Schrumpfpeter

ist Schuld.

Ist das eine Katastrophe?

Ein Rückgang des BIP um ein paar Zehntel Prozent. Ist das nun wirklich die grosse Katastrophe? Das heisst doch einfach, dass wir in etwa so reich sind wie vor zwei Jahren. Und damals hat niemand behauptet, dass D und A deswegen verarmen. Man sollte aufhören wie das geblendete Kaninchen auf solche Zahlen zu schauen, zumal deren Unsicherheit recht gross ist. Problematisch ist nicht der Rückgang des BIP an sich, sondern die Psychologie, die uns in unnötige Panikstimmung versetzt.

Real BIP Rückgang?

weis das jemand?

Blöd daß das vor ein paar Tagen noch nicht gewußt haben.

Da hätten wir uns beim EU-Nettobeitrag ganz schön was ersparen können.

Irgendwie fühl ich, dass...

(selbst wenn das eine Rotstricherl Orgie auslöst) ...die Ursache weniger bei der EU liegt als schon bei dem Drang zur Utopie einer "sozialistischen Gerechtigkeits- Umverteiler- Gesellschaft". Da kann keine Wirtschaft mehr mit, und Netto bleibt dann keinem mehr Kohle im Sack... das nennt man "abwürgen" der Wirtschaft. Dank Sozis ein beliebtes Modell, um den Menschen danach vor einer Wahl die bekannten "Wahlzuckerln" zu versprechen... Alls sollen gleich sein, bis auf die Politkommissare. Na gut, wenn wir's nicht glauben, müssen wir's kollektiv fühlen.... Viel Spass dabei dann....

Wirtschaft schrumpft

Bitte bei Gelegenheit dies den Besetzern der Votivkirche schonend beibringen!

Tja was sagt die ÖVP?

Genau - wir brauchen die EU, da ja "nur" die EU die Arbeitsplätze und den Wohlstand sichert. Puh, wie gut das die ÖVP eine Wirtschaftspartei ist und sie selbst sagt das "das BZÖ nichts davon verstehe". Gut, das wir die ÖVP haben die es voll drauf hat :)

EU-mitgehangen, mitgefangen!


Wenn in Europa ...

der letzte Straßenzug illuminiert wird,
gehen in Brüssel die Lichter aus.


Faymann wirkt eben!


Alles nur, weil wir noch nicht genügend Fachkräfte aus Anatolien haben.


Re: Alles nur, weil wir noch nicht genügend Fachkräfte aus Anatolien haben.

was denn
Istanbul wurzelt auf christlichem Boden.

Das Problem liegt kaum bei den beweglichen Arbeitskräften - wohl eher in der Orientierungslosigkeit Europas

Wirtschaft schrumpft

Das was in Österreich steigt, sind die Steuern und die Staatsschulden. Die aber dafür sicher, egal ob Wirtschaftswachstum oder nicht.

Das Wirtschaftswachstum kann mit dem Bevölkerungswachstum durch Einwanderung nicht mehr schritthalten.

Viele Zuwanderer tragen nichts zu Wirtschaftsleistung bei.

Von den über hunderttausend Mindestsicherungsbezieher in Wien haben die Hälfte keine österreichischen Wurzeln.

Wenn ich mir die Mieten ansehe kann ich von Schrumpfung nichts feststellen!


Hm,....



....tut sie dass nicht immer, vor Wahlen,..???

mit weiteren nulllohnrunden

und hohen inflationsraten wird die binnennachfrage ganz zusammenbrechen. die leute können sich nur mehr das nötigste leisten.

Habe immer geglaubt wir brauchen zumindest 2% Wachstum um Arbeitsmarkt stabil zu halten

Dieses Wachstum erreichen wir schon lange nicht mehr. Der Arbeitsmarkt ist aber jetzt dicht wirklich dramatisch zusammengebrochen. Da müssen sich die Wissenschaftler noch mal was überlegen

Wissenschaftler haben das nie behauptet.

Wirtschafter und Politiker betonen die Notwendigkeit des Wachstums wo extrem stark, nicht die Wissenschaftler.
Allerdings haben auch erstere nicht unrecht. Solange das Bevölkerungswachstum über dem Wirtschaftswachstum liegt, gehen mehr Arbeitsplätze verloren als neue geschaffen werden können. Und das ist auf Dauer in der Tat katastrophal.

Klar schrumpft die Wirtschaft!

Dank Zahlungen an die EU, ESM und Investiotionsförderungen und Schuldenerlass, etc. in Richtung Süden, bleibt für Österreich nicht mehr viel übrig.

Daneben verblöden wir nur noch zur "Spaßgesellschaft", schon von der Schule an - also keine Aufregung.

SPÖVP abwählen - unsere Regierung, deren Einstellung und unsere EU-Hörigkeit ist unser aller Untergang!

Re: Klar schrumpft die Wirtschaft!

An den ESM haben wir erst Peanuts bezahlt. Die Zahlungen dorthin kommen erst später, wenn übernommene Zahlungsgarantien schlagend werden.

Jeder Kaufmann müsste das zwar per Gesetz in seinen Bilanzen (Budget) berücksichtigen, Politik macht das aber nicht.

das gute

Beispiel Salzburg (Verlust=Gewinn) macht Schule.

Re: das gute

Vollkommen korrekt

- und - = +

Re: Re: - und - = +

- und - = -, jedoch
- mal - = +

Im Wochenturnus abwechselnd:

Einmal wächst er, einmal schrumpft er. Am besten, wir warten das Ergebnis am Jahresende ab, dann wissen wir es genau;-)

 
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