Zinsskandal: Europas Banken werden verschont

22.02.2013 | 18:46 |   (Die Presse)

EU-Kommissar Almunia will im Skandal um Zinsmanipulationen Vergleiche mit Banken abschließen. Milliardenstrafzahlungen sind damit vom Tisch.

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Paris/Reuters. Der Zinsskandal wird für die Banken offenbar weniger gravierende Folgen haben als erwartet, die Institute dürfen auf Milde hoffen. Ein zügiger Abschluss der Untersuchungen habe für EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia Priorität, hieß es am Freitag. Daher biete die Kommission den ins Visier geratenen Banken umfassende Vergleiche zur Beendigung des Skandals um Zinsmanipulationen an – mit Auflagen, aber ohne Strafzahlungen.

„Almunia will die Sachen bis Jahresende entschieden haben“, sagte ein Insider. Der Kommissar, dessen Amtszeit Ende 2014 endet, erklärte in Paris, dass er anders als die Behörden in den USA und Großbritannien keine Einzellösungen mit den Geldhäusern anstrebe, sondern einen Gesamtvergleich.

 

Hohe Strafen in den USA

Ein Abwenden potenziell heftiger Strafzahlungen in der EU dürfte bei den betroffenen Banken für Erleichterung sorgen. Denn im Zuge der Ermittlungen in den USA und Großbritannien mussten die Schweizer Großbank UBS sowie die britischen Häuser Barclays und Royal Bank of Scotland zusammen bereits 2,6 Mrd. Dollar (zwei Mrd. Euro) zahlen. Weltweit sind mehr als ein Dutzend Geldhäuser ins Visier der Finanzaufseher geraten. Händler der Institute sollen jahrelang vor und während der Finanzkrise Referenzzinssätze wie den Libor und den Euribor zu ihren Gunsten manipuliert haben. Dadurch konnten sie Handelsgewinne einstreichen.

Die Zinssätze werden einmal täglich ermittelt und sind die Basis für weltweite Finanztransaktionen im Volumen von mehr als 500 Billionen Dollar. Die Sätze beruhen auf den Angaben der Banken zu ihren Refinanzierungskosten. Das System soll nach dem Willen vieler Regulierer wegen der Manipulationsanfälligkeit geändert werden. Das kann aber noch dauern.

Im Rahmen der Vergleiche biete Almunia den Banken Straffreiheit an, wenn sie etwa ihr Meldesystem ändern, hieß es am Freitag.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.02.2013)

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4 Kommentare

Bravo!

Da hat die Hochfinanz wieder einmal ganze Arbeit geleistet. Man sollte dem EUdSSR Kommisar und seinen Hinermännern sofort den Prozess machen.

Betrüge oder stehe jemandem 50000 €

und du landest für ein paar Jährchen hinter Gitter.

Betrügt und bereichtert sich BANK auf illegale Weise, dann muss diese bestenfalls einen kleinen Teil ihres illegalen Gewinnes wieder abgeben und die Verantwortlichen werden nicht einmal angeklagt.....

Sch..... Banken !

zum nachdenken

wie viel ist jemand bereit auf ein diskretes konto einzuzahlen oder sonstwie sich erkenntlich zu zeigen, wenn er dafür statt milliarden strafzahlungen "milde" bekommt ?

100 mio, 200, 500 mio , die hälfte der strafe?

und jetzt nicht sagen hochrangige politiker sind über jeden verdacht erhaben ...

schliesslich war der papandreu regierungschef, der grasser finanzminister, der strasser innenminister und bei unserem nochkanzler .. wird man auch noch sehen, wie das mit den millionen inseratskosten war ......

das kann es wirklich nicht sein, dass ein einzelner mann strafen in milliardenhöhe "verhandelt" :-) während jedes würstelstandel bald das vieraugenprinzip einzuführen hat ..

Langstrumpf Pippi

Frei nach Pippi: Ich biege mir die Gesetze, so wie es mir gefällt.

Die Banken und die Politiker sind eine unheilige Allianz gegen die Völker in Europa eingegangen.

Seit dem Lissabonner Vertrag leben wir bei den wesentlichen Entscheidungen in einem rechtsfreien Raum.

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