Moody's stuft Großbritannien von AAA auf Aa1 herab

23.02.2013 | 14:30 |   (DiePresse.com)

Großbritannien zahlt den Preis für eine hartnäckige Wirtschaftsflaute und ist erstmals in der Geschichte von einer großen Rating-Agentur herabgestuft worden.

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Die Ratingagentur Moody's hat Großbritannien das Spitzenrating bei der Kreditwürdigkeit entzogen. Die Agentur senkte am Freitagabend angesichts der rasant steigenden Verschuldung die Bewertung um eine Stufe auf "Aa1" von zuvor "AAA".

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Damit können neue Kredite für das Land potenziell teurer werden, weil Geldgeber einen höheren Risikoaufschlag verlangen könnten. Die USA und Frankreich haben im Zuge der Finanzkrise ihre "AAA"-Note bereits verloren. Allerdings hatte dies bei beiden Ländern keine größeren Auswirkungen auf die Kreditkosten. Österreich hingegen besitzt bei Moody's noch immer das Spitzenrating.

Auch die anderen beiden großen Ratingagenturen, Standard & Poors und Fitch, haben Großbritannien seit geraumer Zeit auf einem negativen Ausblick. Großbritannien steckt seit der Finanzkrise 2008 tief in der Schuldenfalle. Das Land ist nach internationalen Statistiken mit 86 Prozent des Bruttoinlandsproduktes verschuldet.

Mittelfristige Wachstumsperspektiven

Moody's erklärte am Freitagabend nach US-Börsenschluss, die britische Rückstufung erfolge auch wegen der anhaltenden Schwäche bei den mittelfristigen Wachstumsperspektiven des Landes. Diese werde wohl auch noch einige Jahre hinziehen.

Das liege an einer schwächeren Weltwirtschaft und den Folgen des Sparkurses von Regierung und Unternehmen. Gleichwohl mache die grundsätzlich vorhandene Wirtschaftskraft des Landes und ein politischer Wille eine finanzielle Konsolidierung in Großbritannien möglich.

Der Ausblick für das neue Rating "Aa1" sei jedenfalls stabil. Finanzminister George Osborne erklärte, die Herabstufung sei eine harsche Erinnerung daran, wie Ernst die Schuldenprobleme des Landes seien. Die neue Benotung werde die Entschiedenheit der Regierung verdoppeln, die Wirtschaft wieder auf Kurs zu bringen.

Ausfälle in Industrie und Einzelhandel

Großbritannien steckte zuletzt von Ende 2011 bis zum zweiten Quartal 2012 in der Rezession. Im vergangenen Sommer gelang dank der Olympischen Spiele in London ein Plus. Doch danach machten dem Land Produktionsausfälle in der Industrie und eine geringere Öl-Förderung in der Nordsee zu schaffen. Eis und Kälte lähmen zudem Einzelhandel und Bau.

Für Verunsicherung sorgen auch die Reformwünsche von Premierminister David Cameron, der Rechte von Brüssel nach London zurückverlagern will und dabei auf Widerstand bei den anderen EU-Staats- und Regierungschefs stößt. Die britische Währung fiel im Zuge dieser Unsicherheit auf den niedrigsten Wert seit mehr als einem Jahr.

"Entscheidung schwächt uns nicht"

Großbritannien will nach dem Verlust der Top-Bonität nicht von seinem Sparkurs abweichen. Der Schritt von Moody's sei eine "deutliche Erinnerung" an die Schuldenprobleme, vor denen Großbritannien stehe, sagte Schatzkanzler George Osborne nach der Bekanntgabe. Er kündigte an, die Regierung werde bei ihrem Sparkurs bleiben. "Diese Entscheidung schwächt nicht unsere Entschlossenheit, mit dem Plan zur wirtschaftlichen Erholung fortzufahren, sie verdoppelt sie", sagte Osborne. Moody's hatte den hohen Schuldenstand von rund 90 Prozent des Bruttoinlandsproduktes und das "schleppende Wachstum" als Grund für die Herabstufung angeführt. 2015 wird in Großbritannien neu gewählt.

 

(APA/Reuters/dpa/AFP)

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48 Kommentare
 
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Kein EU-Staat verdient eigentlich die Rating AAA!


"Gleichwohl mache die grundsätzlich vorhandene Wirtschaftskraft des Landes und ein politischer Wille eine finanzielle Konsolidierung in Großbritannien möglich."

der dominierende wirtschaftssektor in uk ist die finanzindustrie mit fast 20% anteil am bip.

die größte firma im realsektor in uk ist der waffenproduzent BAE. wohlbekannt durch unseren graf pulli...

eine "konsolidierung in gb" ist möglich?
aber nur, wenn sich europa weiterhin von london auf der nase herumtanzen lässt und seine finanziellen angelegenheiten größtenteils dort erledigen lässt.

sobald die eu dieses inselreich (im wahrsten sinn des wortes) als GLEICHWERTIGES mitglied betrachtet, ist schluss mit einer aussicht auf konsolidierung. dann gehts steil bergab!

und nicht mal bestechungsgelder in milliardenhöhe (zb an die familie saud) werden daran etwas ändern.

Abstufungen verursachen kritische Bürger

Wenn es nach der EU geht, dann sollen in Zukunft 2.000 - 3.000 EU-Beamte das Internet nach EU-kritischen Texten absuchen und diese gegebenenfalls auch löschen. Werden wir in Zukunft noch für die EU als negativ einzustufende Nachrichten bekommen?

Einfach auf www.meinbezirk.at in Suchfunktion EU eingeben.

Re: Abstufungen verursachen kritische Bürger

ist es wirklich so fad im altersheim, dass ihnen nichts besseres einfällt, als bei meinbezirk nach der eu zu suchen?

sie sollten weniger herumspinnen, dann werden sie auch wieder anschluss an andere finden und werden nicht mehr angewiesen sein auf solche spinnereien zwecks zeit totschlagen!

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Re: Abstufungen verursachen kritische Bürger

Was für ein Blödsinn!
Sie können sicher wieder keine halbwegs seriöse Quelle angeben!

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Re: Re: Abstufungen verursachen kritische Bürger

Einfach mal entspannt zurücklehen, die Parteibrille abnehmen und im Internet "googlen"!

Da gibt es eine Unmenge von "Quellen" ....

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Re: Re: Re: Abstufungen verursachen kritische Bürger

Mit einem Wort, auch Sie sind nicht in der Lage eine halbwegs seriöse Quelle anzugeben!

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Re: Abstufungen verursachen kritische Bürger

Die EU in dieser Form ist auf dem Weg in eine Diktatur, den Vereinigten Staaten von Europa, ohne jede demokratische Legitimation !

Damit ist auch ganz klar, das es u.a. auch Schritte in Richtung Meinungsfreiheit geben wird.

Als Ziel der sogenannten „Elite“ sehe ich eine Weltregierung mit Weltwährung, die den Völkern totale Überwachung, Enteignung und Versklavung bringen wird.

Das eigentlich Schlimme daran ist, dass viele Menschen es nicht wahrhaben wollen oder können ....

Re: Re: Abstufungen verursachen kritische Bürger

da bin ich aber froh, dass ein angehöriger der wahren geistigen elite dieser welt (also sie!) mich so objektiv und faktenbezogen informiert!

haben sie ihren psycho-arzt auch schon in kenntnis gesetzt über diese schrecklichen dinge?

Re: Re: Re: Abstufungen verursachen kritische Bürger

Ich habe sowohl Ihren Beitrag,@ Albert Kleinstein, als auch jenen des HB4242 sorgfältig gelesen und analysiert!
Ihre Replik ist-SOWOHL DEMAGOGISCH,ALS AUCH FAKTEN und WAHRHEITSWIDRIG!!
Außerdem Sir, setzen Sie einem anderen Diskutanten gegenüber-EINE DREISTE UNTERGRIFFIGKEIT EIN-die Ihnen schlicht und einfach-PERSÖNLICH NICHT ZUSTEHT!!
Um eine lächerliche Sandkasten-Diskussion von vornherein nicht aufkommen zu lassen:
Ich bin seit meinem 19.Lebensjahr-INTERNATIONALES MENSA MITGLIED, mit der Bitte um Kenntnisnahme,
danke Sir!
Aus diesem Grunde schwimme daher keineswegs-auf der intellektuellen-"Nudelsuppe"!

Re: Re: Abstufungen verursachen kritische Bürger

Oh nein, das EU-Reg*** ist nicht auf den Weg, sondern hat dieses Ziel schon mehrmals überschritten.

Was in den 30er Jahren nicht geklappt hat, nämlich einen ganzen Kontinent für sich einzuvernehmen, hat dieses Reg*** durch primitive Bürger relativ schnell geschafft!

Die Reaktion von Mr. Osborne ...

... find ich total cool. Wenn ich bedenke, wie unsere Politiker geheult haben, als wir herabgestuft wurde - das Gesudere war unterträglich!

Sehr durchsichtig diese Strategie

Jedes Land was nicht bedingungslos dem EU-Reg*** folgt, wird dann einige Wochen später immer abgewertet.

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86 Prozent

... na dann viel Spaß 2014 wenn die ausgegliederten Schulden Österreichs mit in die Berchnung fließen.

Unser Handel, abgesehen von einigen Exportprodukten, ist auch eher bescheiden und Industrie um großen Sinn haben wir nicht einmal.
So gesehen, wird es, auch wenn. Politiker meinen, dass die ausgelagerten Schulden keinen Unterschied für Ratings mache, so lehne ich mich zurück und warte sif unsere kommende Abwertung.

Nicht dass ich schadenfreudig bin......

.....aber diese Rückstufung haben die Engländer längst verdient. Denn sie haben die vergangenen Jahre auf Kosten der Euroländer permanent Kapital nach London gezogen, haben dort wildeste Spekulationen zugelassen und zugleich alles gemacht, um den Euro schlecht dastehen zu lassen.

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Werden wir jetzt von der PFUND-Krise reden?


Re: Werden wir jetzt von der PFUND-Krise reden?

ja, von einer pfundigen Krise

das ist aber wirklich aa!

oder "shit" wie die engländer sagen werden

Ramsch

Ramsch wäre wohl die bessere Bewertung dieses Landes, abgesehen von superreichen Bankern, Indern und Spekulanten hat das Land nichts zu bieten. Außer hochgerüstetes Militär noch.

Re: Ramsch

und wie bitte bewerten sie dann Italien oder Spanien ?

Re: Re: Ramsch

Genau so, inklusive aller "Rating" Agenturen.

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und die Ratingagenturen?

sind die noch AAA geratet?

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raus aus der EU

mit diesem Pleitehaufen
follow Cameron

Re: raus aus der EU

ja, von einem sch...haufen in den nächsten hupfen

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Re: raus aus der EU

und Österreich,Deutschland sind besser dran oder wie ?

Re: Re: raus aus der EU

Auch wir:RAUS!

 
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