Tourismus: Ikea und Marriott bauen Billighotels

In den nächsten zehn Jahren sind 150 Standorte in Europa geplant. Die Zimmerpreise werden etwa bei 60 Euro liegen.

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Symbolbild – REUTERS

Berlin/Ag. Das dürfte frischen Wind in die Tourismuswirtschaft bringen: Der US-Hotelkonzern Marriott und der schwedische Möbelhausriese Ikea wollen gemeinsam eine Kette von Billighotels in Europa bauen. In den nächsten zehn Jahren sollen insgesamt 150 Hotels mit preiswerten Zimmern in vorerst zehn Ländern errichtet werden, sagte Marriott-Chef Arne Sorenson am Dienstag in Berlin.

Neben Deutschland würden auch Häuser in Österreich, Großbritannien, Irland, den Niederlanden, Finnland, Norwegen und Schweden eröffnet. Das erste Hotel unter der Marke „Moxy Hotels“ soll Anfang 2014 in Mailand den Betrieb aufnehmen, in Deutschland sind bereits Standorte in Frankfurt und Berlin fix geplant.

Die neue Hotelmarke ziele auf eine preisbewusste, reiseerfahrene junge Kundschaft, erklärte Sorenson. Die Zimmer würden in einem „zeitgemäßen“ Design gestaltet, mit großen Flachbildfernsehern und USB-Schnittstellen. Wände und Einrichtung seien in „beruhigenden Farben“ gehalten.

 

Zimmer im Baukastensystem

Laut Konzept sollen die Zimmer standardmäßig je nur etwa 17,5 Quadratmeter groß sein und in etwa wie Ikea-Möbel in Einzelteilen vorgefertigt und vor Ort zusammengesetzt werden. Pro Moxy Hotel sind 150 bis 300 Zimmer geplant. Der avisierte Übernachtungspreis soll um die 60 Euro pro Zimmer betragen.

Das Service im Hotel ist dafür auf das Notwendigste beschränkt, wenngleich die Einrichtung sehr hochwertig sein soll – etwa besonders gute Matratzen und schicke Granitoberflächen in den Badezimmern.

Gemanagt werden die neuen Budgethotels indes nicht von Marriott oder Ikea selbst (die schwedische Möbelfirma fungiert primär als Lieferant der Einrichtung und Ko-Financier), sondern vom norwegischen Hotelbetreiber „Nordic Hospitality“, der als Franchisenehmer mit Marriott zusammenarbeiten wird.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.03.2013)

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