Frankreich: Hollande will Reichensteuer mit Kniff retten

28.03.2013 | 21:44 |   (DiePresse.com)

Arbeitgeber sollen eine Steuer von 75 Prozent auf hohe Managergehälter zahlen. Sein ursprüngliches Vorhaben konnte Hollande nicht umsetzen.

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Frankreichs Präsident Francois Hollande hält an der umstrittenen Reichensteuer für Einkommensmillionäre fest. Allerdings will er die Steuer nun direkt von den Unternehmen holen. "Die Unternehmen werden die Steuer in Höhe von 75 Prozent auf Einkommen von mehr als einer Millionen Euro zahlen", kündigte der Staatschef am Donnerstagabend im Interview mit dem TV-Sender France 2 an. Jenseits davon schloss Hollande zusätzliche Steuern für dieses und nächstes Jahr aus.

Zentrales Versprechen im Wahlkampf

Die Reichensteuer war eines der zentralen Versprechen der Sozialisten im Wahlkampf. Die ursprüngliche Regelung war allerdings Ende Dezember kurz vor Inkrafttreten vom Verfassungsrat gekippt worden. Das oberste französische Gericht hatte moniert, die geplante Steuer beziehe sich auf einzelne Personen statt auf einen gesamten Haushalt.

Die Reichensteuer ist laut Hollande für zwei Jahre vorgesehen und soll von 2014 an greifen. Betroffen sind nach bisherigen Angaben etwa 1500 Franzosen, die im Schnitt 150.000 Euro zusätzlich an jährlichen Steuern bezahlen müssten. Die Sondersteuer sollte Einnahmen von rund 210 Millionen Euro pro Jahr bringen.

Die Verwaltung in Frankreich soll nach dem Willen Hollandes radikal vereinfacht, Behördenanforderungen an Unternehmen deutlich reduziert werden. Beitragszeiten für die Pesnionsversicherung sollen ausgeweitet werden. Bei höherer Lebenserwartung müsse die Beitragszeit länger werden, sagte Hollande.

Im Umfragetief

Gut zehn Monate nach Amtsantritt steckt Hollande im Umfragetief. Mit 51 Prozent sehen mehr als die Hälfte seiner Landsleute in ihm einen "schlechten Präsidenten". Nur 22 Prozent geben dem Staatschef gute Noten, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des Instituts CSA für den französischen Sender BFMTV ergab. Das Meinungsforschungsinstitut befragte am 26. und 27. März per Internet 961 repräsentativ ausgewählte Menschen in Frankreich.

(APA/Reuters)

 
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57 Kommentare
 
12
flier
29.03.2013 18:01
0

eins sag ich euch

wenn die feinen herrn die sich nicht einmal schmutzig machen und die sportler und schauspieler... die ihrem erweiterten hobby nachgehen mehr verdienen als ich dann rühr ich keinen finger mehr.

seltenlacher
29.03.2013 17:00
3

75 % Abgabenlast haben wir auch schon

50 % wird gleich beim Gehalt einbehalten und dann bei jedem Einkauf noch 20 % .... dazu noch diverse Gebühren und wehe du brauchst irgendeine Verwaltungsleistung oder ein Dokument, dann noch mals Länge*Breite Gebühren.

Hans Döringer
29.03.2013 15:48
4

Dieser Riesen-Aufwand für läppische 210 Millionen Euro pro JAHR???

Bei über 85% Schuldenquote gegenüber dem BIP und einem Billionen-EUR-Schuldenstand läßt sich doch ohne die Reichensteuer, dafür durch Verwaltungsreform und Konzentration des Staates auf seine Kernaufgaben viel, viel mehr erreichen. Ein Musterbeispiel sinnlosen Neidgehabes!

Thronprätendent
29.03.2013 15:27
3

ROTE VERBRECHTER

Von Danton bis Hollande. In gerader Linie.

Aurel2
29.03.2013 13:57
2

Dass dieser Artikel in der Spalte Wirtschaft läuft,

ist ein weiteres Beispiel für den Verfall dieser Zeitung.
:-(((

Hanna Fi
29.03.2013 11:54
7

Lohnnebenkosten zahlt ja erst wieder der Arbeitnehmer

Angenommen ein Arbeitnehmer erwirtschaftet für sein Unternehmen den Betrag x, dann wird da Unternehmen alle Kosten (und auch Lohnnebenkosten, Stuern, Abgaben, etc.) davon abziehen, bevor ein bestimmter Betrag zur Lohnauszahlung über bleibt.
Es zahlt also immer nur Arbeitnehmer die Steurn und Abgaben, egal ob direkt vom Dienstgeber abgeführt oder über eine individuelle Steuer/Abgabe.
Die Menschen sind nur so dumm zu glauben, dass Arbeitgeberabgaben gut und AN-Abgaben schlecht sind ...

Antworten Linda Fredi
29.03.2013 16:57
2

Re: Lohnnebenkosten zahlt ja erst wieder der Arbeitnehmer

Belangsendung der AK?

Antworten Aurel2
29.03.2013 13:52
2

Re: Lohnnebenkosten zahlt ja erst wieder der Arbeitnehmer

Heiliger
Bimbam

Schuldmeister
29.03.2013 11:53
5

Wen wundert's

Es ist kein Zufall das Attac in Frankreich gegründet wurde…

JOSHI
29.03.2013 11:43
6

intelligente

sozialistische politik !

Antworten Holmes
29.03.2013 12:10
12

Re: intelligente

Nach dem Wahlsieg von Hollande hat sich ja unser Inseratenkanzler angebiedert und gemeint, mit diesem "intelligenten Erfolgsrezept" gewinnen die Sozialisten die Wahlen. Da steht uns hier in Österreich noch einiges bevor!

Parteiloser 1.0
29.03.2013 10:42
22

Warum rettet Hollande nicht Frankreich?

Das ist doch nur noch Propaganda, mit regieren hat der Hollande gar nichts am Hut. Es ist aber so, dass in Frankreich der Hut lichterloh brennt. Wenn Frankreich nicht gerettet wird, dann wird Frankreich den Euro samt EU in die Luft jagen.

Der Sarkozy hat schon mit dem "einnahmenseitigen Sparen" eine erheblichen Schaden im Land verursacht, der Hollande treibt es auf die Spitze.

Die Staatsausgabenquote geht in schnellen Schritten Richtung irrer 60% (2012 schon 56,5%).

Die Staatsschulden gehen in schnellen Schritten Richtung 100% des BIP (Ende 2012 schon 89,1%).

Eine laufende wachsende negative Handelsbilanz, welche alleine 2012 um 10,7% erweitert wurde und über 100 Mrd. USD betragen hat.

Ein lächerlicher Industrieanteil am BIP, welcher auf 18,3% gefallen ist. Zum Vergleich: USA 19,1%, I 23,9%, SWE 27,3%.

Frankreich geht immer mehr die Leistung zur eigenen Versorgung verloren. Der Traum der leistungslosen Gesellschaft wird bald platzen und einen Riesenschaden in Europa anrichten!

Es überhaupt nicht darum eine "Reichensteuer von 75%" zu retten!

Es geht allein darum, dass die Gesellschaft wieder eine ausreichende Leistung erbringt, welche die Versorgung so sicherstellt, dass die Zahl der armen Menschen reduziert wird. Optional könnte man auch einen breiten Wohlstand im Auge haben, welcher aber auch erarbeitet werden muss.

Mich kotzen die Typen mit kranken Ideologien (in allen Farben!), welche doch nur an sich selber und deren Herrschaftsgebiete umverteilen, voll an!

Antworten Herman
29.03.2013 13:29
0

. . . es fehlt bloß die Alternative!


Antworten Antworten Parteiloser 1.0
29.03.2013 13:42
5

Re: . . . es fehlt bloß die Alternative!

Die Alternative liegen auf der Hand werden jedoch von den Ideologen aller Farben ignoriert.

Es geht um Korrekturen nach den Menschenrechten, welche über den Ideologien stehen sollten. Freiheit und Eigenverantwortung widersprechen doch den verschiedenen Umverteilungswünschen genauso wie die irren Zwangsabgaben für die riesigen geschützten Bereiche und dem Förderwahnsinn. Es braucht doch nur eine freie Welt für freie Menschen beim freien Wirtschaften mit einer sozialen Mindestsicherung. So etwa wie es Ludwig Erhard vorgezeigt hat.

El Barato
29.03.2013 10:38
10

Supergescheit

Dann haben alle Manager flugs über Nacht keine Angestellten-, sondern Beraterverträge. Zumindest die, die nicht um Frankreich schon jetzt einen großen Bogen machen bzw. nach Einführung dieser Schnapsidee machen werden.

Und der Hollande-Franzi schaut wieder einmal durch die Finger.

Als ob die französische Wirtschaft nicht schon genug gelitten hätte...

Michi_Austria
29.03.2013 09:41
5

Reicher Abschaum nimma Satt - Auf den Weg zu einem sozialeren Wesen

Mehr als 1200 Euro zu haben ist Gierig! Nun breschen soziale Bürgerinnen vor und sagen Gierigen Abschaum das Fürchten an.

Reiche Leute stehlen das Geld. Sie werden nimma satt. Deswegen müssen strenge aber faire Regeln eingeführt werden, um Gier in die Schranken zu weisen.

Hollande - der ein großer Fan von Faymann, so wie wir alle, sind, weiß was die Bürgerinnen verlangen! Eine Reichensteuer. Deswegen hat er die Wahl gewonnen. Das verlangen Gier zu bestrafen ist nirgendwo größer als in Frankreich.

Sozial, Kompetent und Fair - das ist die Politikerin der Zukunft. Auch die Kärntnerin wählte Soziales. Egoismus will sie nicht länger haben.

Gier fügt aber auch dem Gemeinwesen großen Schaden zu, indem es ihr Geld der Gemeinsamen Sache vorbehält. Arbeitslosikeit, keine Ärztliche Grundversorgung sowie Armut im Bürgerinnenhaushalt sind die Folgen.

Bürgerin spricht: "Die Reichinnensteuer kann nur wie bei einer Haltestation ein Zwischenstopp sein. Am Ende muss ein dynamisches Konto stehen, wo alles was über 1300 monatlich geht, automatisch dem Allgemeinwohl zu Gute kommt", so Ihre Vision bis 2015!

Bürgerinnen 2015 - Da ist Soziales da!

Antworten dermatologe
29.03.2013 16:18
0

Re: Reicher Abschaum nimma Satt - Auf den Weg zu einem sozialeren Wesen

bitte gebt den wichtigen spekulanten, bankern und spitzensportlern noch ein bissl mehr sie verhungern schon.

Antworten chipotle
29.03.2013 12:19
4

Re: Reicher Abschaum nimma Satt - Auf den Weg zu einem sozialeren Wesen

Fuer Satire zu unlustig, da musst noch ueben wenn das was werden soll als Komiker. Ernst gemeint kann das ja nicht sein, oder?

Antworten Distolgar
29.03.2013 10:55
7

Re: Reicher Abschaum nimma Satt - Auf den Weg zu einem sozialeren Wesen

Soviel wie sie gendern kann das doch hoffentlich nur Satire sein oder?

Antworten Linda Fredi
29.03.2013 09:56
7

Re: Reicher Abschaum nimma Satt - Auf den Weg zu einem sozialeren Wesen

Ist das die Neue Rechtschreibung aus der NMS??

seltenlacher
29.03.2013 09:08
17

bald wird keiner mehr arbeiten - Sozi-Gleichmacherei

Bist ja heute schon blöd wennst arbeiten gehst, vorallem in der Stadt.

Lieber auf arm tun und alles an Förderungen abkassieren, den Rest zahlt alles das Sozialamt und für die Wochenenddisko ein bisschen schwarz arbeiten.

Bevor ich für 1200 brutto irgendwo in einem Gasthaus 40 h in der Küche stehe bleib ich lieber für 800 netto daheim.

Musers
29.03.2013 08:24
24

Das erwartet auch uns

Bei Rot-Grün in Österreich gehts uns nicht anders. Und das wird im staatsgläubigen und über Jahrhunderte feudal regierten Österreich kommen, die Menschen in A sind bequem genug, um alles so zu belassen wie es ist bzw unaufgeklärt genug, um sich bequem weiter nach links driften zu lassen. Der Staat wirds schon richten.

Gott sei Dank lebe ich als Auslandsösterreicher in der Schweiz. Dort haben wird derartige Probleme Dank gesunden Menschenverstandes und gewachsenen Demokratiebewußtsein der Bevölkerung nicht.

Antworten Linda Fredi
29.03.2013 09:07
15

Re: Das erwartet auch uns

Wenns so weitergeht, wandere ich auch in die CH aus ... es ist schlimm, wie in Ö mit den KMUs umgesprungen wird, die eigentlich das Rückgrat der Wirtschaft sind!

Antworten Antworten Monte Rosa
29.03.2013 17:54
0

Re: Re: Das erwartet auch uns

In die Schweiz auswandern? Sind Sie noch bei Sinnen? Das ist kein EU-Land und somit hoffnungslos dem Untergang geweiht. Im übrigen kann man die Schweiz auch durch übermässige Einwanderung kaputt machen. Auf dem Weg dorthin ist man schon.

Antworten Antworten Parteiloser 1.0
29.03.2013 11:37
7

Re: Re: Das erwartet auch uns

Das kann ich Ihnen nur empfehlen!

Wenn Sie ein KMU führen und mit Ihrer Leistung in Österreich überleben können, dann würden Sie bei gleicher Leistung in viele Länder zum Millionär werden!

Ich habe ein Unternehmen im Ausland hochgezogen und kann es beurteilen, weil ich vorher über Dekaden in Ö in der Realwirtschaft tätig war.

Vielleicht sollten Sie Ihr KMU bei der Beamtenregierung dieser Beamtendespotie abgeben und einen Antrag auf ein Beamtenposterl abgeben.

Definition Beamter: Funktionär oder Inhaber eines Dienstvertrages in den geschützten Bereichen.

Gerald
29.03.2013 07:47
23

Da sieht man welches arme Würtschtel ein Sozialist ist

wenn sein Land kein Geld mehr hat und auch keine neue Schulden mehr machen kann, weil es finanziell mit dem Rücken zu Wand steht.

"Der Sozialstaat lebt von der Leistungsbereitschaft und dem Leistungswillen seiner Bürger und nicht von der Umverteilungsphantasie und -masse seiner Funktionäre."

(Franz Josef Strauss) der war halt kein Sozi.

 
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