"Gierig, arrogant, verlogen": China greift Apple an

29.03.2013 | 13:06 |   (DiePresse.com)

Chinesische Staatsmedien attackieren den US-Konzern Apple wegen seiner Garantie-Richtlinien. Auch die Regierung könnte bald eingreifen.

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Seit Tagen befindet sich der US-Konzern Apple in der Schusslinie der chinesischen Staatsmedien. Das unternehmen sei „gierig, arrogant und verlogen", schreibt etwa "People's Daily", das von der englischsprachige "South Morning Post" aus Hongkong zitiert wird. "People's Daily" wirft Apple demnach vor, für die im Westen typische Demonstration von Überlegenheit zu stehen und chinesische Kunden zu beleidigen. In einem Kommentar wird Apple gedroht: "Wenn ihr weiterhin so rücksichtslos seid, wird sich das negativ auf das Geschäft auswirken - egal wie glamourös oder erfolgreich die Marke ist".

Hauptkritikpunkt sind die Garantie-Richtlinien in China. Sei beispielsweise ein iPhone fehlerhaft, würde dies in den meisten Ländern kostenlos umgetauscht werden. In China sei das aber nicht der Fall. Analysten vermuten, dass bald auch der Staat eingreifen wird. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, hat die Regierung bereits angekündigt, die Branche schärfer zu regulieren und zu kontrollieren. Chinesische Firmen wie Lenovo oder Huawei sollen dagegen stärker gefördert werden.

Apple und VW im Staats-TV angeprangert

Losgetreten wurde die Kampagne am 15. März, dem Internationalen Tag für Verbraucherrechte. An diesem Tag schießt sich das chinesische Staatsfernsehen CCTV jedes Jahr auf bestimmte Unternehmen ein. Gescholtene Firmen müssen mit Absatzeinbrüchen rechnen in einem Markt, der in drei Jahren im Einzelhandel der größte der Welt sein dürfte. Diesmal traf es neben Apple auch den Autobauer Volkswagen, der wegen Getriebeproblemen kritisiert wurde. Im Gegensatz zum IT-Konzern reagierte VW prompt und kündigte an, den Problemen nachzugehen.

Auch sonst ist es für Apple in China derzeit nicht besonders gemütlich. Der Elektronikhersteller steht im Juli erneut wegen eines Patentstreits vor Gericht. Nach Angaben des Software-Unternehmens Zhizhen Network verstößt Apples Spracherkennungsprogramm Siri gegen die Patentrechte. Zhizhen Network meldete sein Patent nach eigener Darstellung im Jahr 2004 an, drei Jahre vor dem Start von Siri. Erst 2012 hatte Apple einen Streit mit einer chinesischen Firma um die Namensrechte am "iPad" mit einer Zahlung von 47 Millionen Euro beigelegt.

Blogger unterstützen Apple

Kritische Blogger aus China stehen Apple jedenfalls zur Seite, wie die "South Morning Post" berichtet. Einer mutmaßt: "Vielleicht hat Apple ja nicht seine Schutzgelder bezahlt?" Ein anderer: "Es liegt daran, dass Apple keine Werbung auf CCTV schaltet". Und ein dritter meint: "Wenn wir schon über Arroganz reden, warum dann nicht über die riesigen staatlichen Betriebe?"

(APA/AFP)

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24 Kommentare

China, das Ausbeuterland

Hier scheint man wohl wieder einmal zu versuchen, die Rolle des Opfers und die des Taeters umzudrehen. Generell braeuchte China eine sozilalistische Revolution, damit die Staaatsausbeutung endlich ein Ende findet.

auf den Putz hauen nicht grad

die Kreativen. Überall

1. Platz

Wer wohl in Zukunft den ersten Platz besetzen wird?
China oder USA? Hart umkämpft, schwer zu beurteilen wer gieriger, aroganter und verlogener ist.
Jetzt gibt es bald zwei, die uns die Welt erklären und alles bestimmen wollen.

Kein Mitleid

mit Applekunden auch wenn es Chinesen sind.
Jeder selber schuld der diesen Schrott kauft.

Apple macht immer wieder die selben Fehler.

Meine Apple verliebten Söhne, haben mittlerweile auf Android gewechselt. Ich hab das iPhone ganz ausgelassen. Und meine wie auch hassen mittlerweile das îPad, weil es nur zum surfen tauft, alles andre proporetär verhindert wird. Da Unternehmen verliert weil, es den Kunden vorschreibt wie er sein Gerät nutzen darf. Großer dummer Fehler

Re: Apple macht immer wieder die selben Fehler.

Wäre mal angebracht, VOR dem Kauf sich zu INFORMIEREN, WAS das Gerät kann - oder sind Ihre Söhne und Sie zu doof dazu?

Re: Re: Apple macht immer wieder die selben Fehler.

übrigens die tolle Rechtschreib- und Worterkennung i. oberen Beitrag von mir sind Made bei Apple (-:

was die Produkte von Apple können oder nicht ist im Vorhinein schwer evaluierbar aber nach den Nutzen haben sie erkannt und sind auf Android umgestiegen.

"Gierig, arrogant, verlogen"...

... und ich dachte, mit dieser Bezeichnung wäre (zutreffenderweise !) China gemeint...

... "gierig" nach ausländischer Technologie (wird ausspioniert oder glatt gestohlen); "arrogant" in Innen- und Außenpolitik; "verlogen" in Erwiderungen zu ausländischer Kritik wenn man im Ausland konkret China auf die Schliche kommt...

CCTV

Das Chinesische Staatsfernsehen heißt CCTV? :D passender geht's ja wohl nicht! ;)

da kommt ja Hoffnung auf

vielleicht ist Apple mit seinen Plänen, zukünftig auch wieder Produkte in den USA herzustelen in Ungnade gefallen. Ich glaube sonst nicht, dass irgendwelche Garantiebestimmungen die chinesische Staatsdiktatur berühren würden. Das wäre doch ein guter Anfang - bei den Preisen von Apple, kann man sich eine Produktion in Ländern wo man auch die teueren Produkte auch absetzen möchte - also die Menschen genügend verdienen müssen - durchaus leisten. Ich würde dann sofort mit allen relevanten Produkten zu Apple wechseln.

"Gierig, arrogant, verlogen"

das kann man auch über China sagen!!

China greift Apple an

das Geschäftsmodell der Chinesen ist und war schon immer das selbe und das gleiche.
"Wenn du mit mir ein Geschäft machen willst, dann gib mir dein Geld und deine Technik damit ich mit deinem Geld bei dir einkaufen kann.

Nach dieser Doktrin laufen alle Geschäfte ab.

Da werden noch einige Firmen ganz blöd aus der Wäsche schauen.

Die Chinesen haben von den Japanern auch sehr viel gelernt. Die Japanern haben aus allen alten europäischen Erfindungen eigene Produkte entwickelt wie Kopierer-Faxgeräte-Unterhaltungselektronik usw.

Zuerst haben die Japaner nur die bestückten Prints geliefert die in Europa bei namhaften Firmen nur ein Gehäuse bekommen haben.
Die Japaner haben also selbst etwas produziert. Der Chinese gibt sich mit soetwas überhaupt nicht ab, er kauft gleich die ganze Firma mit der Technik. Das erspart Zeit und schafft gleich die Konkurrenz vom Hals.


Gierig, arrogant, verlogen = China

gilt für beide

Re: Gierig, arrogant, verlogen = China

aber speziell gilt das für Samsung und China! Die beiden werden mir wirklich immer unsympathischer!

Förderungen

"Chinesische Firmen wie Lenovo oder Huawei sollen dagegen stärker gefördert werden" so funktioniert als ein Wirtschaftskrieg. China und auch die Türkei fördern alles was Europa bis vor kurzen noch gut produziert hat siehe Solarzellen 50% Staatliche Förderung und in Europa sperren alle Produzenten von Solarzellen zu. Die Griechen bräuchten dringend Urlauber die Türkei fördert jeden Urlauber mit 50% (das Geld kommt natürlich aus Europa Annäherungsgelder,...). SEHR INTELLIGENT VON EUROPA.

22

Und das aus einem Land das nichts anderes kann als schlechte Kopien herzustellen

Kann mir irgendjemand ein Produkt nennen, das in China von Chinesen entwickelt wurde?
Ich kenne nur schlechte Kopien westlichen Know-Hows, die unter brutalster Ausbeutung der Arbeitnehmer und absoluter Missachtung jeglichen Umweltschutzes mit Billigstpreisen Millionen Arbeitslose in Europa und in den USA verursachen.

Raubtierkapitalismus

Wenn aus Kommunisten Kapitalisten werden, die aber gleichzeitig ihre politische Macht erhalten, dann kommt sowas raus:

• Zerstörung der Umwelt
• Rechtlose Arbeiter
• Rechtlose Bürger
• Ausschalten von unlieben Wettbewerbern
• Raubkopien westlicher Produkte
• Giftige Spielsachen
• Lebensgefährliche Autos
• Schuldenberge von Staatsbanken
• Korruption so weit das Auge reicht
• Gelddruckende Notenbank
• Raubtierkapitalismus der übelsten Art, der mit wahrem Kapitalismus nichts zu tun hat

Trifft nicht vieles auch auf die westliche Welt zu?

Re: Und das aus einem Land das nichts anderes kann als schlechte Kopien herzustellen

Das kann man China aber nicht vorwerfen. Schuld ist weniger, der nimmt, sondern der bereitwillig gibt... ;-)

Re: Und das aus einem Land das nichts anderes kann als schlechte Kopien herzustellen

Porzellan zum Beispiel

Re: Und das aus einem Land das nichts anderes kann als schlechte Kopien herzustellen

das kopieren hat nichts mit apples verhalten zu tun. (Gierig, arrogant, verlogen).
sorry, sind aber zwei paar schuhe...

da hat China recht.

denn apple ist nicht nur in China gierig, arrogant, verlogen.


Re: Und das aus einem Land das nichts anderes kann als schlechte Kopien herzustellen

Kopieren ist menschlich
und Teil des Lernprozesses.

Auf bestehendem Wissen aufzubauen ist schlauer
als ständig alles selbst neu erfinden zu müssen.

PS: Kopien sind so alt wie die Menschheit.

Re: ... ch kenne nur schlechte Kopien westlichen Know-Hows

Dafür gibt es ein Vorbild, nämlich Japans Wirtschaft in den Jahrzehnten nach dem 2.ten WK.

Denn Kopieren "ohne Rücksicht auf Verluste" führt, wenn man dazu noch entsprechende Techniker ausbildet, zu einem (ziemlich kostenlosen) "Generationssprung" im Bereich der eigenen Technikentwicklung.

Und wenn man danach, etwas später, vom kopierten Technologiewissen ausgehend, einmal selbst weiter entwickelt, sind auch die Preise für diese Produkte "etwas höher", als bei den vorherigen "Nur-Kopien".

Re: Re: ... ch kenne nur schlechte Kopien westlichen Know-Hows

Dem Ansatz ist prinzipiell zuzustimmen, allerdings braucht es dazu auch die nötigen kulturellen Hintergründe.

China ist nämlich nicht Japan.

Japan hat im Gegensatz zu China einen extremen Hang zu perfektionierten Systemen, sowohl gesellschaftlich als auch industriell (teilweise tief verzahnt), daher wurden und werden die einstmals kopierten Produkte nach relativ kurzer Zeit perfekt hergestellt und mit einigen Detailverbesserungen versehen sogar überlegen.

Diese Mentalität ist in China aber nicht vorhanden. Das sieht man besonders dann wenn Japaner mit Ruf in China fertigen lassen. Die Gegensätze könnten kaum grösser sein.

Aber beiden Kulturen liegt absolut nicht inne aus dem 'Nichts' technische Neuerungen zu schaffen, obwohl dieses Potential im früheren China auf Grund der Spielfreudigkeit prinzipiell vorhanden gewesen wäre, dürfte es durch Kulturrevolution, Kommunismus und nun durch die moderne Konsumhaltung verloren gegangen sein.

Ansonsten müsste man nach einer derart langen Zeit der Öffnung schon bereits entweder 'Perfektion' wie im damaligen Japan sehen oder eben wirkliche technische Neuerungen.

Beides ist aber in China nichteinmal im Ansatz erkennbar, während die vermeintliche Weltmacht Arroganz bereits gepflegt wird.

Re: Re: Re: ... ch kenne nur schlechte Kopien westlichen Know-Hows

Man sollte China nicht unterschätzen (Blick in dessen Vergangenheit). Aber natürlich kann niemand definitiv vorhersagen, dass ihnen eine (ungefähre) Wiederholung des japanischen Weges gelingt.

Allerdings, selbst wenn ihnen nicht gelingen sollte, wäre es trotzdem eine Illusion anzunehmen, dass China auf "immer und ewig" nur die Billigwerkbank Europas und der USA bleiben wird. Und genau das verursacht bei mir die größten Befürchtungen, denn die Politik Europas und der USA steuert in immer größere Abhängigkeiten von chinesischer, hier besser südostasiatischer, Produktion. Von Bodenschätzen (seltene Erden) noch gar nicht gesprochen.

Denn u.a. die Billigprodukte aus diesen Systemen erlauben es der Politik die Steuern und Abgaben immer höher zu schrauben, da die Differenz zwischen (echtem) Brutto und Netto der Einkommen von den Südostasiaten, über die Billipreise deren Produkte, mit ausgeglichen wird (Einkäufe solcher Produkte bleiben bezahlbar).

Aber, ich wiederhole mich, dieses "Nach-Kolonialsystems" wird nicht auf Dauer Bestand haben. Und dann spielen wir wohl mit eine Hauptrolle in der Neuinszenierung des Spektakels "der Untergang des (römischen) Imperiums", Teil 2.

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