Chefetagen bleiben Männerdomäne

02.04.2013 | 18:31 |   (Die Presse)

Ein Viertel der deutschen Börsenfirmen hat keine einzige Frau im Vorstand oder Aufsichtsrat.

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Wien/Apa/Dpa. In Deutschland sind nach wie vor fast 90 Prozent aller Vorstands- und Aufsichtsratsposten in börsenotierten Firmen mit Männern besetzt. Der Frauenanteil liege bei 11,1Prozent, wie die Managerinnen-Initiative „Frauen in die Aufsichtsräte“ (Fidar) am Dienstag mitteilte. In einem knappen Viertel der im DAX, MDAX, TecDAX oder SDAX notierten Firmen sei die Führung komplett frauenfrei: Von 160 untersuchten Betrieben gebe es 38, in denen keine einzige Frau im Vorstand oder im Aufsichtsrat sei.

Seit der letzten Erhebung vor zwei Jahren sei der Frauenanteil in den höchsten Management- und Kontrollgremien in Deutschland um 4,6 Prozentpunkte gestiegen. Fidar spricht von einer „Verbesserung in homöopathischen Dosen“. Damit sich etwas ändere, müssten mehrere Frauen in Führungspositionen eines Unternehmens sein. Am 31.März sei der Anteil weiblicher Aufsichtsräte bei 16,2Prozent und jener weiblicher Vorstände bei 5,9 Prozent gelegen. Fidar fordert eine gesetzliche Frauenquote, damit der Anteil steigt.

 

Deutschland gegen Frauenquote

Eine gesetzliche Frauenquote ist aber offenbar in weite Ferne gerückt. Gegen einen entsprechenden Vorschlag von EU-Justizkommissarin Viviane Reding regte sich zuletzt heftiger Widerstand – auch Deutschland stellte sich dagegen: Es sei nicht Aufgabe von Brüssel, den Mitgliedstaaten vorzuschreiben, wie private Unternehmen ihre Führungsgremien zu besetzen hätten, sagte Außenminister Guido Westerwelle. Deutschland werde aktiv gegen die Initiative vorgehen.

In den börsenotierten Unternehmen in Österreich beträgt der Frauenanteil in den Vorständen laut einer Untersuchung der Arbeiterkammer 3,3 Prozent. In den Aufsichtsräten sind es laut der Erhebung 11,6Prozent. In den größten börsenotierten Unternehmen in der EU sind 17 Prozent der Aufsichtsräte Frauen. Spitzenreiter ist mit 46 Prozent Norwegen, wo es allerdings eine gesetzliche Frauenquote gibt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.04.2013)

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8 Kommentare

Toller Informationswert

Danke für den Hinweis, dass Norwegen "dank" Quote Spitzenreiter bei Frauen in AR ist.

Dass dort allerdings massenweise Unternehmen die Börse verlassen haben, um den Zwang zu umgehen - mit allen damit verbundenen negativen Konsequenzen für Wirtschaft und Finanzplatz - wird natürlich dezent verschwiegen. Auch die Problematik der "Golden Skirts" wird mit keinem Wort erwähnt. Oder dass Norwegen sich solchen Blödsinn nur dank Erdöl-Milliarden leisten kann - und dennoch alle Förderungen für Gender Mainstreaming gestrichen hat, nicht zuletzt aufgrund einer sehr guten Dokumentation über den horrenden Unsinn, den diese Pseudowissenschaft verbreitet.

Quo vadis, "Die Presse"? Ist das der Qualitätsjournalismus, den ihr euch auf die Fahnen heftet?


Re: Toller Informationswert



Der Vollständigkeit halber:

Harald Eia, "The Gender Equality Paradox"

http://bit.ly/w7CHxM

Frau Reding = Quotenfrau!

Denn welche sonstigen Qualitäten haben sie auf das Kommissarspöstchen gehoben? Der Beruf der Journalistin kanns ja wohl nicht sein ...

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hirn, können und intelligenz


kann man halt nicht verordnen.

und wenn doch, wo wirtschaftlicher fortbestand notwendig ist, ist quote fahrlässigkeit.

Ein Viertel der deutschen Börsenfirmen hat keine einzige Frau im Vorstand oder Aufsichtsrat.

Kinder sind auch keine in den Vorstandsetagen.
Was für eine Benachteiligung!

Wieso glaubt der Staat ständig, durch Quoten alles regeln zu können?

7 1

und?


Gut zu lesen, da kauf ich gleich ein paar DAX-Aktien mehr

Ich halte es nicht mehr aus, jeden Tag einen Artikel über dieses bescheuerte Emanzengeschwafel zu lesen. Es führt mittlerweile bei mir dazu, dass ich auch beginne Frauen nicht mehr zu mögen........

Re: Gut zu lesen, da kauf ich gleich ein paar DAX-Aktien mehr

Ich kenne kaum eine Frau, die diesen Quotenunsinn gut findet.

Die meisten haben den Stolz, sich ihre Stellung zu erarbeiten.

Nur unsere Politikerinnen haben keinen Stolz-die wollen an den Futtertrog und Macht ausüben und nehmen die anderen Frauen damit in Geiselhaft.

Mit dem Vorwand, nur Gutes tun zu wollen, wurde in der Geschicht schon viel Schlechtes getan.

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