London will eigene Steueroasen trockenlegen

02.05.2013 | 10:35 |   (DiePresse.com)

Auch die britischen Niedrigsteuer-Kolonien werden sich am automatischen Informationsaustausch beteiligen. Die Kanalinseln machen nicht mit.

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Nun geht es dem Bankgeheimnis auch in britischen Steuerparadiesen an den Kragen: Der britische Finanzminister George Osborne hat am heutigen Donnerstag in London mitgeteilt, dass sich auch Niedrigsteuer-Kolonien an dem von fünf EU-Staaten vereinbarten automatischen Informationsaustausch beteiligen werden.

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Betroffen von der britischen Entscheidung zum Austausch von Kontodaten sind die karibischen Überseegebiete Bermuda, Cayman Islands, British Virgin Islands (Jungferninseln), Anguilla, Montserrat sowie Turks und Caicos, aber auch die in der Irischen See gelegene Isle of Man. Aufrecht bleibe das Bankgeheimnis jedoch auf den Kanalinseln Jersey und Guernsey.

(c) APA Britische Offshore-Steueroasen

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Nur Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien

Wie es am Donnerstag aus dem Londoner Finanzministerium weiter hieß, will Großbritannien die Daten aus den Steuerparadiesen vorerst nur mit Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien teilen. Die fünf großen EU-Staaten hatten im vergangenen Jahr eine über die bisherigen EU-Standards hinausgehende Kooperation vereinbart. Demnach sollen Kontodaten von Steuerausländern nicht nur auf Anfrage, sondern automatisch übermittelt werden.

Schatzkanzler Osborne sprach von einem "bedeutenden Schritt im Kampf gegen illegale Finanzflüsse". Es werde hiermit ein "weltweiter Standard im Kampf gegen die Steuerflucht" geschaffen. Demnach müssen die Behörden der Kolonien künftig Auskünfte zu den Kontoinhabern sowie zur Verwendung der Gelder auf den Konten übermitteln.

Österreich ließ bereits locker

Der Schritt Londons kommt wenige Tage nachdem Österreich als letzter EU-Staat seinen Widerstand gegen die Aufhebung des Bankgeheimnisses für Steuerausländer aufgegeben hatte. Finanzministerin Maria Fekter (VP) hatte die österreichische Position mit Verweis auf die britischen Steuerparadiese zu rechtfertigen versucht.

Derzeit beteiligen sich nur Luxemburg und Österreich nicht an dem Austausch von Kontodaten von Steuerausländern innerhalb der Europäischen Union. Die beiden Staaten heben eine Quellensteuer in Höhe von 35 Prozent ein und führen sie an das Wohnsitzland des Kontoinhabers ab.

Luxemburg hatte Anfang April die Aufhebung des Bankgeheimnisses für Steuerausländer ab 2015 bekanntgegeben. In Österreich hat sich die Bundesregierung vergangene Woche darauf verständigt, diesbezüglich mit den EU-Partnern verhandeln zu wollen, wobei Bundeskanzler Werner Faymann (SP) eine Einigung bis zum EU-Gipfel in drei Wochen anstrebt.

(APA/Reuters)

 
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93 Kommentare
 
12 3
Discipula
03.05.2013 11:57
3

Und noch etwas zum, vielleicht, Nachdenken

Ab 2014 wird, laut Amtshilfegesetz, J E D E S Einkommen, dass ein Inländer der in dem Land in dem er lebt, ja steuerpflichtig ist und auch seine gesamten Steuern abliefert, durch Gesetz gezwungen zu dulden, dass alle seine Einnahmen, auch die aus nicht selbständiger Arbeit etc. an sein jeweiliges Heimatland gemeldet werden!

Warum?

Ich wage mal eine Prognose:
Dies ist die Vorbereitung auf eine Zwangsabgabe aller Beschäftigten an "Notleidende Banken - nein Staaten"!
Diese Enteignung könnte nur vom Heimatland ausgehen, deswegen braucht man all die Daten und Einkünfte!

Und das mit dem Hintergrund, dass die Reichsten ihr Geld weiter steuerschonend in Steueroasen verbringen können!

PC, klickt und weg...

Wo, bitte sind wir da hineingeraten und kann uns da noch jemand raus helfen?

Die die das könnten, müssen schweigen!

Antworten Jahrgang 84
03.05.2013 15:32
0

Re: Und noch etwas zum, vielleicht, Nachdenken

danke für den Hinweis.
Diese Richtlinie bezieht sich nur auf EU-Mitgliedsstaaten.

Oberhuber
03.05.2013 10:41
10

Und wer ist jetzt die Lachnummer?

leider wir aber sicher nicht durch Fekter.

Antworten Aurel2
03.05.2013 11:28
1

Re: Und wer ist jetzt die Lachnummer?

Machma Sanktionen gegen den Kanal!

cannery row
03.05.2013 10:28
11

aber hauptsache..

jagd auf fekter machen, während sich die anderen totlachen. was für ein erbärmliches schauspiel.
und die journaille macht munter mit.


karrybe
03.05.2013 09:32
10

Wen oder was vertritt Faymann ?

Es ist nur zu hoffen das Fekter das Rückgrat hat das Faymann vermissen lässt

Antworten fireone
03.05.2013 19:06
2

Re: Wen oder was vertritt Faymann ?

Die Absätze seiner Maßschuhe?

Antworten Aurel2
03.05.2013 11:19
3

Re: Wen oder was vertritt Faymann ?

Die Partei

Staatsphilosoph 2000
03.05.2013 09:24
9

Beim Bankgeheimnis kann man noch nachjustieren, noch Handlungsbedarf

" ... Jersey ist genauso wie die 41 Kilometer entfernte Insel Guernsey von Großbritannien weitgehend unabhängig. ..."

Wie ist das zu verstehen?

Diese beiden Inseln sind unabhängige Staaten? - dann müsste man mit den Regierungen dieser beiden Staaten verhandeln können, ganz ähnlich wie die österr. Regierung unter Druck gesetzt wurde, bzw. die luxemburgische, die schweizerische, die liechtensteinische usw.

Aber jetzt mal ehrlich:

Jersey und Guernsey sind eigentlich keine Völkerrechtssubjekte - oder wie?

Das sind zwei Inseln die irgendeinen - nur Gott und die Downingstreet 10 weiß es - raffinierten Sonderstatus im Zusammenhang mit UK haben.

Ein Sonderstatus, der einem Mitteleuropäer aber nicht erklärt werden kann weil er offenbar so kompliziert ist.

Eines ist sonnenklar: Wenn Downingstreet 10 (=britische Regierung Cameron) wirklich den Willen hätte dann hätte sie genügend Einfluss- und Druckmöglichkeiten um diese seltsamen Kanalinseln zur Räson zu bringen.

Gemäß Wikipedia ist Jersey u. auch Guernsey:

"crown dependency" also: direkt der britischen Krone unterstellter Kronbesitz.

Der Herr Premier Cameron müsste also bloß ein Gespräch mit der Majestät der Königin Elisabeth II führen ......

Aber hat Cameron den Willen dazu?

Antworten AB0815
03.05.2013 11:05
1

Re: Beim Bankgeheimnis kann man noch nachjustieren, noch Handlungsbedarf

schauen sie .. es gibt wirklich leute, dennen es wurscht ist ob die sektion hernals oder liesing findet, dass das bankgeheimnis zu fallen hat. es gibt sogar leute, dennen es wurscht ist, ob der hollande als sozialistischer präsident mit reichenbashing die kurven kriegt oder nicht .. die sagen einfach .. würsteln .. und lachen sich eines ... und die kanalinseln, die gehören dazu :-)

und wir sollten das auch sagen ... wenn den franzosen die reichen davonlaufen, weil sie die mit 70% besteuern wollen, dann ist diese blödheit wirklich nicht unser problem ...

Antworten Antworten Aurel2
03.05.2013 11:26
0

Re: Re: Beim Bankgeheimnis kann man noch nachjustieren, noch Handlungsbedarf

Doch, ist schon unser Problem :-(

dadada
03.05.2013 08:47
1

Gibt doch ein einfaches Mittel dagegen

Man müsste nur wollen!

Geldtransfers von und nach Steuerparadiesen werden mit 90% besteuert!!!!

Offensichtlich will das aber keiner!!!

Betrüger und Gauner werden weiterhin geschützt!!!


Antworten AB0815
03.05.2013 11:50
0

Re: Gibt doch ein einfaches Mittel dagegen

...glauben sie im ernst, dass die usa, china und england interessiert, was die sektion liesing über das bankgeheimniss denkt :-):-):-)?

Antworten Antworten dadada
03.05.2013 12:02
0

Re: Re: Gibt doch ein einfaches Mittel dagegen

glaube sie im Ernst, dass es irgendjemand interessiert wie sie darüber denken?
Aber wenn sie ein nur etwas informiert währen hätten sie mitbekommen, dass es die Amis sehr wohl interessiert wo die US-Steuerbetrüger das Geld hinbewegen. es wäre ihnen dann auch aufgefallen, dass die lieben Schweizer sehr schnell eingelenkt und die Daten den Amis geliefert haben.....

Es wird zwar etwas dauern, aber ehrliche Bürger und Steuerzahler werden Bei Steuerverbrechen nicht mehr zuschauen.

Wenn in Kürze der Herr Hoeness einsitzt werden einige munter werden.....

Antworten Antworten Antworten AB0815
03.05.2013 14:14
0

Re: Re: Re: Gibt doch ein einfaches Mittel dagegen

wissens ..ich freue mich immer wenn ich meine formulierungen entweder im parlament oder als position eines ministers wiedererkenne :-):-)
in welcher sektion sinds übrigens :-)?
doch nicht wirklich in der liesinger :-):-)

der uli wird nicht einsitzen .. schliesslich ist die merkel nur enttäuscht, der steinbrück hätte auch ein problem und die fussballfans zerreisen die, wenn die gegen das schwarzgeld des vereines vorgehen :-)

Antworten Antworten Antworten Antworten dadada
03.05.2013 15:14
1

Re: Re: Re: Re: Gibt doch ein einfaches Mittel dagegen

Na es freut mich wenn sie so erfolgreich sind!

Ob der Liebe Uli (wie sie schreiben) einsitzen wird, oder nicht hat nichts mit dem eventuellen Schwarzgeld des Vereines zu tun!

Die Fußballfans sind zwar oft nicht gerade die intelligentesten aber, das der liebe Uli ein Steuerbetrüger ist, der entsprechend dem Gesetz zu bestrafen ist, verstehen sogar die.

Auch sie, sollten sie zu den Steueroptimierern gehören wird es früher oder später erwischen!


Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten AB0815
03.05.2013 16:12
0

Re: Re: Re: Re: Re: Gibt doch ein einfaches Mittel dagegen

danke für die glückwünsche ..
steueroptimieren ist übrigens ein fachausdruck und völlig legal ...also gibt es da nichts zu erwischen ..

so wie beim österreichischen bankgeheimnis .. ist völlig legal, und jeder depp der der oma ins sparbücherl schauen will, verstösst gegen die verfassung und ist nach geltender rechtslage mit haft zu bestrafen .. auch wenn das der sektion liesing nicht passt :-):-)

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten dadada
03.05.2013 16:54
0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Gibt doch ein einfaches Mittel dagegen

Nicht schon wieder der Oma ihr Sparbüchel.
Jeder Depp weis inzwischen, dass es darum nicht geht.

Irgendwie scheinen sie ein Problem mit der SPÖ Liesing zu haben.....

Naja Menschen wie sie bestehen aus Problemen......


Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten scheinistnichtsein
04.05.2013 18:59
0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Gibt doch ein einfaches Mittel dagegen

... sicher geht es drum .. fällt das bankgeheimnis für die ausländer fällt das bankgeheimnis für die oma .. und jetzt nicht sagen, die regierung sagt was anderes, .. sie hat schliesslich auch gesagt, griechenland wird ein geschäft, jeder bekommt den ederer tausender und wir werden nie die schulden anderer staaten übernehmen .. sie haben allerdings recht das ich ein problem mit lügnern an der spitze des staates habe besonders dann wenn der staatsanwalt wegen einiger millionen euro ermittelt ...

.. wie ich ihnen schon einmal gesagt habe .. dadada als argument ist zu wenig

piraa
03.05.2013 08:43
6

Warum gerade das angebliche

Schwarzgeld, wovon sicherlich die Hälfte auch Weissgeld ist, uns alle plötzlich retten sollte, kann ich nicht verstehen.

Ist es uns nicht trotz, vielleicht Schwarzgeld, vor einigen Jahren um ein Vielfaches in Österreich besser gegangen ?

Momentan hetzt man die Menschen aufeinander. Und der Neid ist ein probates Mittel.

Ohne nachzudenken, hilft es mir oder unserem Land insgesamt, wenn alles verschärft wird - und/oder verschlechtert sich die Lage für mich und das eigene Land.
Ich habe zwar kein Geld in Steueroasen, aber ein neuer Zwang und eine neuerliche Kontrolle wird auch mein und unser aller Leben erschweren und einschränken, auch wenn es für viele Personen derzeit noch nicht ersichtlich ist (Förderungen an paar Kröten am Sparbuch koppeln, noch mehr Abgaben, Abschöpfung durch den Staat - Tür und Tor für die komplette Enteignung alle Bürger (nicht der Reichen) wird weit geöffnet).

Im Prinzip bin ich überzeugt, es geht nur um die Totalüberwachung der Bürger, um Geldabfluss in andere Länder zu verhindern.

All das sind Prinzipien einer Diktatur. DDR hätte nicht aufgelöst werden müssen. Wir bauen ein DDR-Europa auf und das mit rasanter Geschwindigkeit.

jacohe
03.05.2013 08:00
3

Vor einigen Wochen habe ich das schon gesagt; reiner Wirtschaftskrieg

Und nun?
Man ist ja "Verschwörungstheoretiker"!

So wird das Geld aus anderen Ländern abgezogen und in die "Hände der Queen" gelegt und wer das nicht will gibt es in die Steueroase der USA!

Heutzutage nur ein Akt am PC!

brainbug
03.05.2013 07:36
5

Ich bin mir sicher....

... dass ein Großteil des Vermögens von Banken kommt, die offiziell in den roten Zahlen sind und staatliche Subventionen erhalten! Einfach mal alle Konten einfrieren, wie auf Cypern. Da trifft es sicher keine Armen!

Mafiajaeger
03.05.2013 07:23
7

es tobt

ein weltweiter Wirtschaftskrieg.

mit tausenden Toten
millionen Arbeitslosen
und Milliarden bestohlenen, ausgeraubten und versklavten

Der schein des feinen Zwirns trügt, es ist pure brutalität was vor den Augen der Öffentlichkeit
gespielt wird.

Das Publikum durchschaut es leider nicht und
klatscht Beifall.

alphabitch
03.05.2013 02:49
4

Das ist ein Skandal!

aber von England ist noch nie etwas Gutes in Richtung EU gekommen!

Antworten Aurel2
03.05.2013 11:21
0

Re: Das ist ein Skandal!

70 Jahre Frieden

Max B.
03.05.2013 01:43
6

es ist also eindeutig gelogen daß es nur mehr in österreich bankgeheimnis gibt.

die wollten unseren kanzlern nur angst machen.
aber wenn es andere auch noch gibt, brauchen sich unsere politiker nicht fürchten.
dann darf sich auch österreich trauen die politik zu machen die es machen möchte.
ohne dauernd die hosen voll haben weil die großen und starken nachbarn natürlich nur eigene vorteile behalten und alle anderen nicht dulden wollen.

 
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