US-Kongress: Apple-Chef soll zu Steuertricks aussagen

17.05.2013 | 09:57 |   (DiePresse.com)

Cook bezeichnete den gegenwärtigen Steuersatz von 35 Prozent für Erträge, die Unternehmen vom Ausland zurück in die USA überweisen, als sehr hoch.

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In der Debatte über globale Steuertricks von Großkonzernen wollen US-Politiker nun auch Apple-Chef Tim Cook vor einen Ausschuss zitieren. Das Unternehmen bestätigte am Donnerstag, dass Cook am Dienstag im Kongress zum Thema befragt werden solle. In einem Interview der "Washington Post" kündigte der Apple-Chef an, er wolle dem Senatsausschuss ein paar Kompromissvorschläge unterbreiten.

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So bezeichnete Cook den gegenwärtigen Steuersatz von 35 Prozent für Erträge, die Unternehmen vom Ausland zurück in die USA überweisen, als sehr hoch. "Wir schlagen nicht vor, dass es null Prozent sein müssen", sagte Cook. Aber ein niedrigerer Steuersatz wäre in diesem Fall vernünftiger. Vor dem Ausschuss haben bereits Spitzenvertreter von Hewlett-Packard und Microsoft ausgesagt.

Steuersparmodelle im Visier

In den USA und Europa hat die Debatte über Steuersparmodelle von Großkonzernen zuletzt deutlich an Fahrt aufgenommen. Wegen ihrer Tricks zur Minderung der staatlichen Abgaben waren zuletzt auch das Internet-Versandhaus Amazon, die Cafekette Starbucks und der Suchmaschinenbetreiber Google in die Kritik geraten. So zahlte Amazon trotz eines Umsatzes von umgerechnet 4,7 Milliarden Euro in Großbritannien nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr nur 2,9 Millionen Euro Steuern. Google setzte in Großbritannien von 2006 bis 2011 etwa 18 Milliarden Dollar um, zahlte aber nur 16 Millionen Dollar an Steuern.

Hintergrund sind Schlupflöcher in der Steuergesetzgebung, mit denen sich die Unternehmen in ihrer Heimat arm rechnen können. Der Widerstand gegen dieses Finanzgebaren wächst zunehmend - schließlich transportieren Unternehmen wie Amazon ihre Waren beispielsweise über Straßen, für die andere Steuern zahlen. Die OECD will in den nächsten Monaten einen Maßnahmenkatalog vorlegen, um die Steuertricks großer Konzerne zu erschweren. Das Thema steht auch auf der Agenda der G-20-Staaten.

(APA/Reuters)

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3 Kommentare

Vielleicht geht es um etwas anderes?

Könnte es so sein: Die US-Senatoren und Abgeordnete brauchen Geld für die nächsten Wahlen, Geld von der Industrie, natürlich. Wenn es nun keine Probleme gibt, gibt es auch weniger Spenden. Wenn es aber ernste Verhandlungen über Steuergerechtigkeit gibt, sollten die Firmen doch geneigter werden, großzügiger mit Spenden an die beteiligten lokalen und nationalen Parteien zu werden. Wodurch hinwiederum die Änderungen für die Firmen nicht mehr so unangenehm ausfallen würden, wie schon Tim Cooks signalisiert hat. Wie gesagt: reine Spekulation...

Sand in die Augen und Ablenken vom Thema!


Es liegt doch an den Nationalstaaten diese Steuerschlupflöcher in den USA und in Ö endlich zu schließen.

Warum mache diese das nicht?

Weil die Finanzkapitallobby die Schwachmatiker in der Politik wie Marionetten zappeln läßt !!!

nau geh

...dann soll er mal nach Österreich kommen - dann weiß er, was "sehr hohe" Steuern sind 👍

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