London: Preise für Luxus-Immobilien explodieren

Analaysen zufolge wurden seit der Finanzkrise die meisten Luxus-Objekte in der britischen Hauptstadt London verkauft. Angetrieben wird der Markt von Angst und Gier.

Pedestrians are reflected in glass fronted office buildings as they walk towards Tower Bridge on the south bank of the Thames, in central London
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Pedestrians are reflected in glass fronted office buildings as they walk towards Tower Bridge on the south bank of the Thames, in central London
Die Preise sind seit 2008 um ein Viertel hochgeschnellt. – REUTERS

Selbst Milliardäre können angesichts der Preise für Londoner Luxus-Immobilien einen Schock bekommen, sagt Noel de Keyzer, langjähriger Immobilienmakler bei Savills Plc in London. Seit 2009 wurden in London mehr Luxus-Objekte verkauft als in jeder anderen Stadt der Welt einschließlich Hongkong, New York oder Singapur. Im vergangenen Jahr entfiel auf die britische Hauptstadt etwa ein Drittel der geschätzten 300 Luxus-Verkäufe weltweit, wie aus Savills-Analysen hervorgeht. Angetrieben wird dieser Markt von Angst ebenso wie von Gier.

"Keine traditionellen Ivestment-Maßstäbe"

Die Preise in den gefragten Londoner Stadtteilen Belgravia, Chelsea, Kensington, Knightsbridge und Mayfair sind seit ihrem letzten Rekordhoch im März 2008 um mittlerweile um 23 Prozent hochgeschnellt. Angesichts des kräftigen Preisanstiegs seit der Finanzkrise sind einige mittlerweile besorgt, dass es am Markt für Super-Luxus-Immobilien zu einer Blase kommen könnte. "Es ist schwer zu sagen, ob wir eine Blase haben, da die Leute nicht nach traditionellen Investment-Maßstäben kaufen", erklärt Matt Griffith vom Londoner Institute for Public Policy Research.

Nur ein Drittel der Käufer kommt aus Großbritannien, der Rest aus dem Ausland: Ölscheichs wollen eine Absicherung wegen des Arabischen Frühlings, wohlhabende Franzosen fliehen vor der Steuerpolitik von Präsident Francois Hollande und aus der Euro-Peripherie -Zypern, Griechenland, Italien und Portugal - werden Vermögenswerte aus dem Euro ins Pfund verlagert. Für Russen bestehe zudem der "Putin-Faktor", sagt de Keyzer. Gemeint ist damit die Angst vor einer plötzlichen Veränderung der politischen Windrichtung.

Eliteschulen und Geldwäsche

Der Markt der internationalen Käufer wird eindeutig von Russen und den Bürgern ehemaliger Sowjetrepubliken angetrieben, sagt Tim Wright, Partner bei Knight Frank und auf Luxus-Objekte spezialisiert. Angelockt werden die Käufer aber auch vom Prestige, das die britischen Eliteschulen genießen." Auf einen weiteren, weniger tugendhaften, Grund weist Griffith hin. "So kann leicht Geld gewaschen werden", sagt er. "Es ist ein Weg, um zweifelhaften Wohlstand zu legitimieren, und zwar in sehr großem Stil. Bei anderen Anlageklassen wäre das schwer."

(Bloomberg)

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